Dr. Simone Niehoff

Polyphone Performance
Nicht-hierarchische Arbeitsweisen und Dramaturgien der Vielstimmigkeit 

Das Forschungsprojekt befragt zeitgenössische Aufführungspraktiken im Bereich Theater und Performance, die verschiedene, oft gegensätzliche, häufig autobiografische Perspektiven innerhalb vielschichtiger Dramaturgien zusammenbringen. Es entsteht eine Pluralität miteinander verwobener Stimmen, die als „polyphone Performance“ bezeichnet werden soll. Die einzelnen Stimmen treten im Aufführungsereignis als eigenständige hervor und werden häufig in nicht-hierarchischen Arbeitsprozessen entwickelt – diese Wechselbeziehung soll in den Blick genommen werden. Allerdings scheint polyphone Performance ein exemplarisches Phänomen der Gesellschaft der Singularitäten zu sein. Wann handelt es sich also um eine kritische Praxis, die nicht nur ästhetische, sondern auch soziale Vielfalt und Zusammenhalt verhandelt, und wann um ein Produkt des kulturellen Kapitalismus?

Zur Person

Dr. phil. Simone Niehoff studierte Schauspieldramaturgie in München und promovierte 2017 an der Ludwig-Maximilians-Universität zum Thema „Theatrale Interventionen: Subversiv-mimetische Dramaturgien und agonale Öffentlichkeiten“. Nach ihrer Promotion war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft der LMU und Koordinatorin des Internationalen Doktorandenkollegs MIMESIS. Sie ist seit April 2021 Mitglied des Graduiertenkollegs „Ästhetische Praxis“.