Florentine Muhry

Wessen Kanon? Autodidaktische und dekoloniale Kritik als ästhetische Praxis am Beispiel von Rasheed Araeen (AT)

Das Forschungsvorhaben von Florentine Muhry widmet sich der ästhetischen Praxis des Künstlers, Kurators, Aktivisten und Autors Rasheed Araeen zwischen den Jahren 1968–89. In der Gegenüberstellung von Werken, Performances, Texten und seiner Arbeit als Kurator, soll eine Typologie von „gegenhegemonialen Praktiken“ der Kritik herausgearbeitet werden, die sich im Kontext der damaligen soziopolitischen und gesellschaftlichen Diskurse entwickelten.
Schwerpunkt des Projekts liegt dabei auf der Befragung des Verhältnisses zwischen Araeens autodidaktischer Praxis und der westlichen Konzeptkunst, die das „de-materialisierte“ Objektverständnis sowie ein hybridisiertes Modell von Künstler*innensubjekt und Kunstwelt einläutete. Ziel dieses Projekts ist es, nach einem post- und dekolonialen Potential der Konzeptkunst zu fragen, die durch Araeens kritische Auseinandersetzung mit der Universalität der Moderne sichtbar wird.

 

Zur Person

Florentine R. Muhry studierte Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Graz, Universität Wien und Sorbonne-Paris. Von 2020 bis 2022 war sie wissenschaftliche Volontärin an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Als kuratorische Assistenz war sie 2019 am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg in der Abteilung Fotografie und neue Medien sowie 2017 an der Halle für Kunst Lüneburg tätig. Seit 2018 betreibt sie den Kunstraum www.muhry.com und ist als freiberufliche Kuratorin tätig. Seit April 2022 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Graduiertenkolleg 2477 „Ästhetische Praxis" am Institut für bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Hildesheim.

 

Kurzvita

Studium

2014–2017: MA im Fach Kunstgeschichte, Universität Wien

2010–2013: BA im Fach Geschichte, Universität Wien

2012-2013:  BA Geschichte, Erasmus, Universität Sorbonne IV, Paris

2009–2010: BA Geschichte, Universität Graz

 

Berufserfahrung (Auswahl)

Seit 4/2022: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Graduiertenkolleg 2477 „Ästhetische Praxis", Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Hildesheim

2/2020–1/2022: K20K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Wissenschaftliche Volontärin

03–2012/2019: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Abt. Fotografie und neue Medien: kuratorische Assistenz

9/2017–11/2018: Halle für Kunst Lüneburg: kuratorische Assistenz

1/2015–7/2016: Galerie Andreas Huber, Wien: Galerie Assistenz, Messebetreuung

1/2013: Les Archives Nationales – Pierrefitte sur Seine, Paris, Praktikum

 

Freie Projekte

8/2022: In Planung, Kunstverein Bielefeld und Kunstverein Dortmund, mit Paolo Baggi im Rahmen des NRW+ Residence Programms

4/2022: Organisation eines Künstlerinnengesprächs zwischen Jutta Koether und Sabeth Buchmann, im Rahmen der co-konzipierten Talkreihe „K21 Encounters“, in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

2/2022: Goethe-Recherchereise für Kurator*innen nach Bangkok

Seit 3/2018: „muhry“, Ausstellungsraum, Hamburg

8/2019: „Jubiläumsausstellung. 30 Jahre Künstlerhaus Wendenstrasse“, Hamburg 

3/2019, 4/2019: „Sketch I & II“, Musikperformancereihe, Halle für Kunst Lüneburg

3/2017: „How far to open up?“, mit Cathrin Mayer, Forum Stadtpark, Graz

11/2016: „At the Cliffs of River Rhine“, mit Cathrin Mayer, Oslo10, Basel

 

Preise und Stipendien

3–8/2022: Preis für NRW+ Residence Programm für Kurator*innen, Münster

2016: FemQueer – Förderstipendium der ÖH-Universität Wien für die Masterarbeit

2016: European Forum Alpbach – Vollstipendium, IG Wien

8/2012–2/2013: Erasmus – Stipendium, Sorbonne IV, Paris

 

Ehrenamtliche Tätigkeiten im Kunstbereich

8/2017: Standing Committee, IG Wien, European Forum Alpbach, Tirol

2017–2018: Burschenschaft Hysteria, Bibliothekarin

 

Beiträge und Publikationen

2022: Begleittexte zur Ausstellung „Dialoge im Wandel. Fotografien aus The Walther Collection“. Düsseldorf, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

2021: Pressetext Elisa Barrera. Düsseldorf, Galerie Lucas Hirsch.

2021: Pressetext Claus Richter. Köln, Clages Galerie.

2021: Text Maximiliane Baumgartner. Düsseldorf, Jahresgaben, KV Rheinlande-Pfalz.

2021: „Kommentierte Biografie zu Georges Braque“. In: Ausst.-Kat. Düsseldorf, Georges Braque. Erfinder des Kubismus. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, München, S. 215–231. 

2021: „Vom Bellen und Kriechen als Praktiken der Enthüllung. Joseph Beuys und Pope.L“. In: Ausst.-Kat. Düsseldorf, Jeder Mensch ist ein Künstler. Kosmopolitische Übungen mit Joseph Beuys. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Berlin, S. 88–102.

2020: Huber, Cécile / Muhry, Florentine: „Die eigene Stimme finden“. In: Ausst.-Kat. Düsseldorf, Coming to Voice. Absolvent_innen der Kunstakademie Düsseldorf 2020. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, S. 7–13.

2020: „Babenhausen“. In: Ausst.-Kat. Düsseldorf, Kunstsammlung Nord-rhein-Westfalen,  2020; Paris, Centre Pompidou 2021. Hito Steyerl. I Will Survive. Leipzig, S. 9–17.

2020: „Die leere Mitte“. In: ebd., S. 18–27.

2020: „Normalität 1-X“. In: ebd., S. 28–40.

2019: Co-Redaktion des Katalogs: Esther Ruelfs, Tulga Beyerle (Hg.): Ausst.-Kat. Hamburg 2019, Amateurfotografie. Vom Bauhaus zu Instagram. Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Heidelberg.      

2019: Muhry, Florentine: „Gesellschaft verändern“. In: Esther Ruelfs, Tulga Beyerle (Hg.): Ausst.-Kat. Hamburg 2019, Amateurfotografie. Vom Bauhaus zu Instagram. Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Heidelberg, S. 130–133.

2019: „Hope is a Dangerous Thing. Elisa Barrera“. In: Almanac. London/Turin.

2017:  „Im Überfluss die Orientierung finden. Rezension zu Laura Hinrichsmeyer“. In: allovermagazin.com, 02.11.2017.

2017: (Hg.): How far to open up?. Ausstellungspublikation mit Beiträgen der Künstler*innen. Graz, Forum Stadtpark.