Fiona Schrading

Diffraktive Zeit. Ästhetische Praktiken der Re-Lokalisierung von Vergangenheit und Zukunft im Anthropozän

Dieses Forschungsvorhaben untersucht, wie sich vor dem Hintergrund einer aus den Fugen geratenen Zeit im ,Anthropozän‘ eine Praxis epistemischer und ästhetischer Hervorbringungen von Vergangenheit und Zukunft skizzieren und eine ,pluriversale Ontologie der Zeit‘ formulieren lässt. Vergangenheit und Zukunft, so die These, sind nicht einfach gegeben, sondern werden in komplexen materiell-semiotischen, sozialen, politischen, medialen Prozessen performt, hervorgebracht und materialisiert. Diese Arbeit möchte neomaterialistische, dekoloniale, queerfeministische und afropessimistische Praktiken untersuchen, die das Fortschrittsnarrativ einer hinter uns liegenden, abgeschlossenen Vergangenheit und einer vor uns liegenden, unbeschriebenen Zukunft que(e)ren und andere Vergangenheiten und Zukünfte hervorbringen, die es uns ermöglichen können, Sorge zu tragen für die fragilen Existenz-Ereignisse in einer Gegenwart der Ungleichzeitigkeiten. 

 

Zur Person

Fiona Schrading (*1990 in Tübingen) studierte Medien- und Kulturwissenschaft sowie Medienkulturanalyse und ist seit 2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medien- und Kulturwissenschaft in Düsseldorf. Sie lehrt und forscht zu Themen des queer-feministischen Materialismus, Medien-Materialismen und Medienökologie, zum Anthropozän und Konzeptionen des Lebendigen, zu Fragen der Zeitlichkeit und zu den Black Studies. Seit Mai 2019 ist sie Assoziierte am DFG-Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“ der Universität Hildesheim.

 

Webseite an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf