Annika Lisa Richter

Künstlerinnen in der Weimarer Republik und ihre ästhetische Praxis. Visuelle Repräsentationen künstlerischen Tätigseins (AT)

Annika Lisa Richter widmet sich in ihrem Dissertationsprojekt dem Kunstschaffen von Künstlerinnen in der Weimarer Republik. Vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche sowie der Verschiebungen im Geschlechterverhältnis und im Kontext der ungemein produktiven und experimentellen Kunst- und Kulturszene der Weimarer Ära fragt sie danach, wie Künstlerinnen selbst ihr eigenes künstlerisches Tätigsein oder jenes anderer Frauen in künstlerischen Arbeiten verhandeln: Auf welche Art und Weise wird dabei die ästhetische Praxis von Frauen konstruiert, kommentiert und repräsentiert?

Untersuchungsgegenstand der Forschung sind ausgewählte Arbeiten verschiedener Künstlerinnen aus so unterschiedlichen künstlerischen Kontexten wie dem Bauhaus, expressionistischen Strömungen, Dadaismus, Ausdruckstanz oder Akademiemalerei, wobei das untersuchte Material bewusst verschiedene künstlerische Medien (Fotografie, Fotomontage, Zeichnung, Collage, Gemälde) mit einbezieht, um eine facettenreiche Untersuchung ästhetischer Praxis von Künstlerinnen in der Weimarer Republik zu ermöglichen.

Ziel der Arbeit ist es, (Ausdrucks-)Formen und Bedingungen der ästhetischen Praxis und damit des beruflichen Tätigseins von Frauen in der Weimarer Republik in den Blick zu nehmen und aus kunstwissenschaftlicher/-historischer und geschlechtertheoretischer Perspektive zu untersuchen.

 

Zur Person

Annika Lisa Richter studierte Europäische Kunstgeschichte und Geschichte (B.A.) und Kunst-und Medienwissenschaft (M.A.) in Heidelberg und Oldenburg. Ihr Masterstudium schloss sie mit einer Studie zu visuellen Repräsentationen weiblicher Homoerotik in künstlerischen Arbeiten aus dem viktorianischen England und dem edozeitlichen Japan (19. Jahrhundert) ab. Neben ihrer wissenschaftlichen Praxis als Kunstwissenschaftlerin arbeitet sie als Tanz- und Bewegungspädagogin und ist künstlerisch und pädagogisch in den Bereichen Tanz und Musik tätig. Seit April 2022 ist sie Doktorandin an der Stiftung Universität Hildesheim und assoziiertes Mitglied im Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“.

 

Forschungsschwerpunkte und –interessen

  • Feministische Kunstgeschichte
  • Kunstwissenschaftliche Gender- und Queer Studies
  • Verhältnis von Kunst und Wissenschaft
  • Geschichte der Kunstgeschichte
  • Intersektionalitätsforschung
  • Disability Studies

 

Kurzvita

Studium

2017 – 2021: M.A. Kunst- und Medienwissenschaft,
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

2013 – 2017: B.A. Europäische Kunstgeschichte; Geschichte,
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

 

Wissenschaftlicher Werdegang

Seit 04/2022: Assoziiertes Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg 2477 „Ästhetische Praxis" und Doktorandin an der Stiftung Universität Hildesheim

2015 – 2016: Wissenschaftliche Autorin im Bereich Museum, Hamburger Kunsthalle, Geschäftsführung

2015: Mitarbeiterin der Kunstvermittlung (Werkvertrag), Hamburger Kunsthalle, Bildung und Vermittlung

2012 – 2013: Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege, Historisches Museum Regensburg

 

Lehre

SoSe 2020/ WiSe 2020/21: Tutorin im Masterstudiengang „Kunst- und Medienwissenschaft“, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

SoSe 2018/ WiSe 2018/19: Tutorin im Bachelorstudiengang „Kunst und Medien“, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

 

Vorträge (Auswahl)

2021 (digital): Impulsvortrag zu einem Werk aus der Serie „Aus einem ethnographischen Museum“ (1929) von Hannah Höch
Tagung: QUE(E)RULIERT! Praktiken des Störens in Kunst / Medien / Wissenschaft (Jubiläumstagung für Profin. Dr.in Barbara Paul),
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

2020 (digital): Von Märtyrerinnen, Role Models und Muscheltaucherinnen – Visuelle Repräsentationen weiblicher Homoerotik
10. Genderforschungstag des Zentrums für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, CvO Universität Oldenburg

2020 (digital): Von Schwaneneiern und Machtverhältnissen: Zu Sexismus und Gewalt in mythologischen Darstellungen
Vortrag im Rahmen des Seminars „Helden und Heldinnen in den Bildkünsten der Frühen Neuzeit“ von Profin. Dr.in Verena Krieger, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Seminar für Kunstgeschichte und Filmwissenschaft

2019: „Der Sohn, den sie ihm gebärt…“ oder: Machtverhältnisse. Zu Sexismus und nicht einvernehmlichem Sex in mythologischen Darstellungen, 9. Jahrestagung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien, FernUniversität Hagen

2017: Von roten Mündern und langen Beinen – Frauenbilder im Werk Hannah Höchs 93. Kunsthistorischer Studierendenkongress Bern

 

Publikationen       

(in Vorbereitung) „Ein König aus Rost!“ – Zum queerulierenden Potenzial von Hanna Höchs Fotomontage aus der Serie Aus einem ethnographischen Museum (1929). In: Klaassen, Oliver; Radtke, Lena; Seier, Andrea (Hrsg.): QUE(E)RULIEREN! Praktiken des Störens in Kunst / Medien / Wissenschaft. Berlin: Neofelis Verlag.

 

Veranstaltungsorganisation (Auswahl)

2022: Initiatorin des künstlerisch-wissenschaftlichen und queer-feministischen Festivals „Frauen*sache! Kunst. Macht. Raum.", bei dem Frauen und genderqueere Personen künstlerische und wissenschaftliche Perspektiven auf das Thema eröffnen, sich vernetzen und das Verhältnis von Kunst und Wissenschaft befragen, Oldenburg (gemeinsam mit dem Organisationsteam des Festivals)

 

Preise und Stipendien (Auswahl)

2018: Semesterpreis Bachelor für besondere wissenschaftliche Leistung im Fach Europäische Kunstgeschichte,
Verein zur wissenschaftlichen Förderung der Europäischen Kunstgeschichte am Kunsthistorischen Institut der Universität Heidelberg e.V.

2013 – 2021: Studienförderung durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes

 

Künstlerische und pädagogische Praxis (Auswahl)

Seit 2021: Tanzpädagogische Co-Leitung eines inklusiven und bewegungsorientierten Performance Ensembles, Blauschimmel Atelier, Oldenburg

Seit 2021: Experimentelle Improvisationsmusik im inklusiven BlueScreen Ensemble, Blauschimmel Atelier, Oldenburg

2020 – 2021: Fortbildung zur zertifizierten Tanz- und Performancepädagogin, Impuls e.V., Zentrum für gesunde & künstlerische Bewegung

2016: Tanztheaterproduktion StarDust Variations, Theater Heidelberg

 

Mitgliedschaften

  • Ulmer Verein - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V.
  • Gründungsmitglied der AG Feministisch-queere Kunstwissenschaften, Ulmer Verein - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V.
  • Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Gründungsmitglied der AG Queering: Visuelle Kulturen & Intermedialität, Fachgesellschaft Geschlechterstudien
  • Arbeitskreis Sexualitäten in der Geschichte, Netzwerk aus einer Vielzahl beteiligter Universitäten, Museen, Forschungseinrichtungen und freier Wissenschaftler*innen