Nico Pahlke, Sozialberatung des Studentenwerks Ostniedersachsen

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Nico Pahlke ist Mitarbeiter in der Sozialberatung des Studentenwerks Ostniedersachsen und setzt sich für das SDG 1 (“Keine Armut”) ein. Mit seiner Arbeit leistet er einen wichtigen Beitrag dazu, Armut überall und in all ihren Formen zu beenden.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei? 

Ein Fundament der Sozialen Arbeit / der Sozialpädagogik beinhaltet das Konzept der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Durch die Vermittlung von Informationen, wie die eigenen Rechte und Pflichten und das Wissen über die situationsbedingten, individuellen Handlungsmöglichkeiten, können die Klient*innen selbstständig eine Entscheidung treffen. Eine individuelle Entscheidung, welche die Klient*innen als „die richtige Entscheidung“ wahrnehmen, kann nur dann getroffen werden, wenn sie alle Informationen und Lösungsansätze kennen, die aus der Problemsituation heraus möglich wären. 

Die Kausalität zwischen meiner Arbeit und dem Ziel des SDG 1 „Keine Armut“, liegt unter anderem in der Vermittlung von Wissen über verschiedene Finanzierungsformen im Studium, Antragstellung, bürokratische Hürden und damit verbundene Lösungsansätze, ergänzt auch durch die Möglichkeiten, Pflichten und Rechte, die mit dem Status „Student*in“ verknüpft sind und das für die Selbsthilfe notwendige Wissen über Gesetzestexte und fachliche Weisungen.

Drei Wörter, die Sie mit Ihrem SDG verbinden? 

Unabhängigkeit, Chancengleichheit, Menschenrecht

Was ist Ihre Motivation in Bezug auf Ihre Tätigkeit im Dienste der SDG? 

Meine Motivation ist nicht durch eine einzige Position bestimmt.

Eine grundlegende Motivation liegt im Auftrag an die Soziale Arbeit im Allgemeinen. 

Des Weiteren handelt es sich bei den Klient*innen des Studentenwerks OstNiedersachsen um Studierende von 10 Hochschulstandorten und damit eine Anzahl von rund 60.000 Studierenden der gesamten Region Ost-Niedersachsen. Die Sozialberatung ist hierbei einer von vielen Bereichen, die die Studierenden unterstützen und begleiten. Bereitgestellt werden u.a. Angebote wie die Mensen, günstiger Wohnraum, Beratung und Antragstellung zum Thema BaAföG, psychologische Beratung, KiTa-Plätze und kulturelle Themen, die viele weitere SDGs begünstigen und unterstützen. Der Auftrag meines Arbeitgebers an mich ist, Studierende im vollen Umfang und zu allen Bereichen rund um das Studierendenleben zu beraten.

Meine Motivation besteht demnach aus: meiner persönlichen Motivation und der Motivation durch den Auftrag an mich als Sozialarbeiter/Sozialpädagogen.

Christoph Biering, stv. Betriebsleiter der Mensa an der Universität Hildesheim

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Christoph Biering ist stellvertretender Betriebsleiter der Mensa an der Universität Hildesheim und engagiert sich für das SDG 2 (“Kein Hunger”). Dadurch setzt er sich dafür ein, den Hunger zu beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung zu erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei?

Nachhaltigkeit spielt im Studentenwerk, also auch in unseren Mensen, Bistros und Cafeterien, eine große Rolle. Als stellvertretender Betriebsleiter der Mensa Hildesheim bin ich in die übergeordneten Prozesse eingebunden, habe aber auch selbst einige Möglichkeiten, Nachhaltigkeit am Standort voranzutreiben. Das betrifft vor allem das Angebot, das wir hier machen, die Rezepturen, die wir verwenden und die Arbeitsabläufe. Die sollten effizient sein und möglichst wenig Energie und Ressourcen verbrauchen. Um das zu erreichen, stehe ich im ständigen Austausch mit meinen Kollegen*innen aus den anderen Standorten und anderen Bereichen, wie z. B. der Bau- und Betriebstechnik, dem zentralen Einkauf oder der Ökotrophologie.

Wer unterstützt aktuell Ihre Arbeit und damit auch die Erreichung Ihres SDGs?

Es gibt mehrere Arbeitsgruppen, die sich abteilungsübergreifend mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. Ein Beispiel:  Alle Artikel, die bei uns neu gelistet werden, werden im Qualitätszirkel auf Zusammensetzung, Geschmack und auf Nachhaltigkeit geprüft. Unser Zentraler Einkauf sorgt dafür, dass ich in den gastronomischen Einrichtungen in Hildesheim gute Waren einsetzen kann. Und das sind eben u. a. Fisch nach dem Fischratgeber des WWF, fair gehandelter Kaffee, möglichst häufig Fleisch aus besonders artgerechter Tierhaltung und Produkte aus der Region. 

Drei Wörter, die Sie mit Ihrem SDGs verbinden?

Verantwortung, bewusstes Handeln und Zukunftsfähigkeit.

Dr. Silke Keller, Ansprechpartnerin für das Programm Healthy Campus

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Silke Keller ist wissenschaftliche Angestellte am Institut für Sportwissenschaft der Universität Hildesheim und Ansprechpartnerin für das Programm “Healthy Campus”. Sie trägt dazu bei, das SDG 3 (“Gesundheit und Wohlergehen”) an der Universität umzusetzen und damit ein gesundes Leben für Menschen jeden Alters zu gewährleisten und ihr wohlergehen zu fördern.

Wie trägt Ihre Arbeit zum Erreichen des SDGs bei?

Beschäftigte und Studierende verbringen viel Zeit an der Universität. Sie ist Lebens-, Lern-, Forschungs- und Arbeitswelt. Auf dem Healthy Campus fördern bewegungsbezogene Angebote das Wohlbefinden aller. Nach einer gemeinsamen Walking-Runde oder einer Yoga-Einheit sitzen die Teilnehmer konzentrierter und motivierter am Schreibtisch oder im Hörsaal. Vorträge und Workshops vermitteln eine ganzheitliche Sicht auf die Gesundheit und animieren im Alltag idealerweise zum lebenslangen Sporttreiben.

Wer gesundheitsrelevante Inhalte wie Entspannungstechniken und Zeitmanagement in Praxis und Theorie erfährt, trägt dieses Wissen als Uni-Absolvent, potentieller Entscheidungsträger im Beruf und wertvoller Multiplikator in die Gesellschaft.

Was ist Ihre Motivation? 

Digitalisierung und Strukturwandel verändern nicht erst seit der Corona-Pandemie die Arbeitswelt, die Menschen stehen vor ungeahnten Herausforderungen. Psychische Erkrankungen bis hin zum Burn-Out rücken vermehrt in den Fokus. Den Healthy Campus sehe ich als einen zentralen Baustein der Prävention gegen physische und psychische Erschöpfung. 

Welche Unterstützung wünschen Sie sich?

Ein Gütekriterium einer Gesundheitsfördernden Hochschule ist das Orientieren am Konzept der Salutogenese nach Antonovsky wonach die Gesundheit nicht als Zustand, sondern als Entwicklung- und Erhaltungsprozess verstanden wird. Um diesen für mehr als 8500 Studierende plus 800 Mitarbeiter der Universität großflächig gestalten zu können, bedarf es eines personellen und finanziellen Ausbaus der Ressourcen. Wir stehen erst am Anfang dieses Prozesses.

Die Förderung von Gesundheit kann überhaupt nur nachhaltig sichergestellt werden. Sie ist eine Querschnittsaufgabe durch alle Institutionen einer Hochschule. Insbesondere Führungskräfte und Entscheider sollten dies jeden Tag vorleben. 

Cathrin Wieczorek, Mitarbeiterin im Qualitätsmanagement

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Cathrin Wieczorek ist Mitarbeiterin im Qualitätsmanagement der Universität Hildesheim und unter anderem für die Evaluation der Lehrveranstaltungen verantwortlich. So engagiert sie sich für das SDG 4 (“Hochwertige Bildung”) und setzt sich dafür ein, dass inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleistet und Möglichkeiten eines lebenslangen Lernens für alle gefördert werden.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei?

Meine Arbeit, bzw. die unseres Teams, ist in großen Teilen die Erfassung des Ist-Zustandes der Lehre und der Lernbedingungen. Durch die Erhebungen ist es möglich, Problemfelder zu identifizieren und in Kooperation mit den universitären Einrichtungen und Lehrenden Verbesserungspotential zu finden oder Unterstützungsangebote zielgenau zu kommunizieren. 

Meine Kolleginnen und Kollegen und ich erfassen über verschiedene Umfragen den kompletten „Student Lifecycle“ empirisch, geben die Ergebnisse an die Kommissionen und Institutionen innerhalb der Universität weiter und sorgen so für die Sichtbarkeit der studentischen Perspektive auf ihre Lehre. Dies führt zu Verbesserungen und Anpassungen im Sinne der Beteiligten. Durch die fortlaufende Anpassung und Erweiterung der Fragensettings auf spezielle Bereiche werden auch sonst weniger beachtete Personengruppen in den Fokus gebracht. 

Was hat Sie dazu gebracht, sich für Ihr SDG zu engagieren?

Persönliche Betroffenheit.

Welche Unterstützung wünschen Sie sich, damit Sie Ihre Arbeit in Bezug auf das
SDG in Zukunft noch effektiver gestalten können? 

Verstärkte Kooperation in allen Bereichen der Universität, um Ergebnisse der Befragungen in Verbesserungen umsetzen zu können. Verbesserte Kommunikation über die Ergebnisse.

Prof. Dr. Britta Hoffarth, Professorin für Gender und Bildungskulturen

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Prof. Dr. Britta Hoffarth ist Professorin für Gender und Bildungskulturen am Institut für Erziehungs- und Sozialwissenschaften an der Universität Hildesheim. Hier engagiert sie sich für das SDG 5 (“Geschlechtergleichheit”) und setzt sich dafür ein, dass die Geschlechtergleichstellung erreicht wird und alle Mädchen und Frauen zur Selbstbestimmung befähigt werden.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei? 

Geschlechtergerechtigkeit bedeutet für mich, dass alle Menschen ungeachtet ihrer Geschlechtszugehörigkeit Zugang zu grundlegenden materiellen und symbolischen Ressourcen haben und zugleich, dass Differenzen zwischen ihnen berücksichtigt werden. Im Zentrum für Geschlechterforschung der Uni Hildesheim (ZfG) sorgen wir für Vernetzung und Dialog rund um Forschung zu Fragen der Geschlechtervielfalt, -politik und -gerechtigkeit. Indem wir den Austausch darüber und die Sichtbarkeit der Themen fördern und selbst unsere Forschung voranbringen, tragen wir im ZfG dazu bei, Visionen einer geschlechtergerechten Gesellschaft zu entwickeln. 

Drei Wörter, die Sie mit Ihrem SDG verbinden? 

Solidarität, Intersektionalität, Zukunft. 

Was ist Ihre Motivation in Bezug auf Ihre Tätigkeit im Dienste der SDGs? 

Ich sehe meine Forschungs- und Lehrtätigkeit unter anderem als Arbeit am SDG 5 "Gender Equality". Die Vermittlung von Geschlechtertheorien oder der Geschichte der Frauenbewegungen gerade unter postkolonialer Perspektive und der Austausch mit Forschenden und Studierenden macht darüber hinaus Spaß, weil das Thema Geschlecht einerseits anschaulich ist, da es mit dem konkreten Alltag der Beteiligten etwas zu tun hat, und andererseits überraschend komplex, weil man verschiedene theoretische Perspektiven zusammen bringen muss, um es zu verstehen. 

 

Ingo Voigt, Leitung des Hausdiensts

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Ingo Voigt leitet den Hausdienst an der Universität Hildesheim und engagiert sich damit für SDG 6 (“Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen”). Das bedeutet, dass er sich darum kümmert, die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung zu gewährleisten.

Was ist Ihre Motivation in Bezug auf Ihre Tätigkeit im Dienste der SDGs? 

Ich bin seit fünf Jahren Taucher. Wenn man unter Wasser ist, hat man mal die Zeit, dem Alltagsstress zu entfliehen. Mir fällt aber immer mehr die Verschmutzung der Meere und Seen auf. Deswegen habe ich mir zum Ziel gemacht, bei jedem Tauchgang – egal ob im Meer oder am See – etwas mit rauszubringen, was dort nicht hingehört. Ich denke, wenn das jeder in seinem Bereich macht, würde das der Welt guttun.

Was hat Sie dazu gebracht, sich für Ihr SDG zu engagieren?

Mein eigentlicher Beruf. Ich bin Installateur und Heizungsbaumeister und der Meinung, dass wir einen Großteil der Warmwasser-Erwärmung über Solaranlagen steuern könnten – zumindest in dem Zeitraum von Mai bis Oktober. Auch in den Wintermonaten ist eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung geeignet. 

Ich habe bei mir zu Hause so eine Anlage und ich bin froh, dass ich einen 80%igen Anteil der Wassererwärmung von der Sonne bekomme, die mich auch bis jetzt nichts kostet. 

Was muss geschehen, damit Ihr SDG bis 2030 erreicht werden kann? 

Meiner Meinung sollte die Menschheit einmal wachgerüttelt werden, was ja schon begonnen hat, damit sie versteht, dass wir eigentlich nur Gäste auf diesem Planeten sind. Aber zurzeit verhalten wir uns wie Wanderheuschrecken, wir zerstören den einen Planeten und suchen aber auch schon nach einem Ersatz.

Meiner Meinung sollten auch die Superreichen nicht so verschwenderisch mit ihrem vielen Geld umgehen. Sie sollten lieber ihr Geld in Projekte stecken, die der Menschheit und dem Planeten helfen – zum Beispiel mit den 17 Punkten, die wir hier besprechen. Dazu gehört natürlich auch das Abholzen des Regenwaldes, wo sich wieder nur die Reichen die Taschen voll machen, während der Planet weiter leidet.

Marc Taubitz, Abteilungsleiter kaufmännisches und infrastrukturelles Gebäudemanagement

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Marc Taubitz ist Abteilungsleiter kaufmännisches und infrastrukturelles Gebäudemanagement im Dezernat für Bau und Gebäudemanagement. Er engagiert sich für das SDG 7 (“Bezahlbare und saubere Energie”), das heißt, er sichert den Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei? 

Dadurch, dass wir an der Uni Ökostrom beziehen, setzen wir ein Zeichen, dass sich selbst eine so große Einrichtung wie die Uni mit ihrem Verbrauch Strom aus erneuerbaren Energien leisten kann. Je mehr Einrichtungen Ökostrom beziehen, desto größer wird der Marktanteil und desto schneller verschwindet anderer Strom vom Markt. Außerdem müssen dadurch die Netze für erneuerbare Energien weiter ausgebaut werden, so wird Ökostrom weiter verbreitet.

Was hat Sie dazu gebracht, sich für Ihr SDG zu engagieren? 

Der Ansporn, dass auch meine Kinder und Enkel noch eine Welt haben und das Wissen, dass es nur eine Welt gibt. Im Konkreten aber auch, dass die Uni die Möglichkeit für solche nachhaltigen Entscheidungen bietet und unterstützt. Nur wenn genügend Personen, Einrichtungen und Firmen die einzelnen SDGs verfolgen, kann es auch gelingen. Und gerade das Thema Stromversorgung wird immer wichtiger werden. Je mehr Leute Strom aus erneuerbaren Energien beziehen, umso mehr müssen diese ausgebaut werden und umso mehr muss auf dem Feld geforscht werden..

Welche Unterstützung wünschen Sie sich, damit Sie Ihre Arbeit in Bezug auf das SDG in Zukunft noch effektiver gestalten können?

Mehr Unterstützung wünsche ich mir von allen Lehrenden, Studierenden und Mitarbeitenden der Universität. Jede Person hat es in der Hand, den Verbrauch an Energie zu senken – und das mit ganz einfachen Mitteln. Wenn einfach alle gucken, dass in ihrem Umfeld keine Energie verschwendet wird (Licht nur anschalten, wenn es wirklich notwendig ist und wieder abschalten, wenn es nicht mehr notwendig ist; nicht benötigte Geräte abschalten usw.), kriegen wir das ohne großen Aufwand hin.

Beate Sperling, Personalratsvorsitzende

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Beate Sperling ist Personalratsvorsitzende an der Universität Hildesheim und setzt sich damit für das SDG 8 (“menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum”) ein. Das bedeutet, dass sie dazu beiträgt, dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit zu fördern.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei?

Der Personalrat sorgt dafür, dass jede Benachteiligung von Personen wegen ihrer Abstammung, Religion, Nationalität, Herkunft, sexuellen Identität, politischen oder gewerkschaftlichen Betätigung oder Einstellung, wegen ihres Alters, ihrer Behinderung oder ihres Geschlechts durch den Arbeitgeber unterbleibt. Er achtet darauf, dass die zugunsten der Arbeitnehmer_innen geltenden Gesetze durchgeführt werden. Der Personalrat fördert die Eingliederung und berufliche Entwicklung jugendlicher Beschäftigter und Auszubildender, Schwerbehinderter, nicht ständig Beschäftigter und anderer schutzbedürftiger Beschäftigter und die Eingliederung und berufliche Entwicklung von Beschäftigten mit Migrationshintergrund sowie das Verständnis zwischen Beschäftigten unterschiedlicher Herkunft. Er tritt so aktiv für menschenwürdige Arbeit ein.

Wenn Sie den 17 SDGs ein weiteres hinzufügen könnten, welches wäre das?

Mehr Transparenz in Politik und Wirtschaft.

Wer unterstützt aktuell Ihre Arbeit und damit auch die Erreichung Ihres SDGs?

Die anderen gewählten Personalratsmitglieder. Alle Kolleg_innen, die helfen, durch ihre Anregungen und Kritik die Arbeit des Personalrates zu verbessern - und meine Familie.

Birgit Oelker, Geschäftsführerin des Zentrums für Digitalen Wandel

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Birgit Oelker ist Geschäftsführerin des Zentrums für Digitalen Wandel und engagiert sich in diesem Rahmen für SDG 9 (“Industrie, Innovation und Infrastruktur”). Das bedeutet, dass sie sich dafür einsetzt, widerstandsfähige Infrastruktur aufzubauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung zu fördern und Innovationen zu unterstützen.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei? 

Als Geschäftsführerin des ZfDW: Durch die Vernetzung von Forschenden unterschiedlichster Fächer entstehen interdisziplinäre Forschungsprojekte zur Nachhaltigkeit, deren vielfältige Ergebnisse je nach Forschungsansatz verschiedene Ziele des SGD 9 adressieren. Durch die Bündelung von Profilen von Forschenden sowie Informationen zu Projekten im Kontext des Digitalen Wandels können Wissensnetzwerke sichtbar und für außeruniversitäre Kooperationspartner für Forschungs- und Entwicklungsinitiativen nutzbar gemacht werden. Über Projektanträge engagiert sich das ZfDW für die Digitalisierung von Dienstleistungen, z.B. für den Bereich Gesundheit oder der MINT-Bildung und steht für Hochschul- und Wissenschaftskooperationen zur Verfügung.

Als Koordinatorin des Projekts Digital C@MPUS-le@rning: Im Projekt werden Digitalisierungsoptionen für die Hochschulbildung entwickelt, die für Bildung für Nachhaltigkeit nutzbar gemacht werden können, da diese als Open Educational Resources frei verfügbar sein werden. 

Drei Wörter, die Sie mit Ihrem SDG verbinden? 

Netzwerke, Digitalisierung, Zugang

Wer unterstützt aktuell Ihre Arbeit und damit auch die Erreichung Ihres SDGs? 

Der fachbereichsübergreifende Vorstand des ZfDW mit Forschungs- und Vernetzungsinitiativen; Kolleg_innen unserer Universität, die mit ihren Forschungsprojekten und -profilen sowie Entwicklungen zur Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu einem Wissens- und Kooperationsnetzwerk beitragen; die regionalen Kooperationspartner (Unternehmen, Stadt, Hochschulen, ...) mit denen Innovationsnetzwerke ausgebaut werden können.

Prof. Dr. Viola Georgi, Professorin für Diversity Education und Leiterin des Zentrums für Bildungsintegration

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Prof. Dr. Viola Georgi ist Professorin für Diversity Education und Leiterin des Zentrums für Bildungsintegration. Damit engagiert sie sich für SDG 10 (“Weniger Ungleichheit”) und setzt sich dafür ein, dass Ungleichheiten im Bildungsbereich verringert werden.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei? 

Bildungsungleichheit ist eine Dimension sozialer Ungleichheit mit dramatischen Folgen für die betroffenen Individuen und die Gesellschaft. Denn Bildungsungleichheit verhindert Lebens- und Verwirklichungschancen im Sinne eines "guten Lebens" und führt zu weniger Teilhabe in der Gesellschaft. Darunter leidet auch die Demokratie, denn sie ist auf die aktive Partizipation der Bürger und Bürgerinnen angewiesen.
Durch die Thematisierung und die Erforschung von Bildungsungleichheiten machen wir am Zentrum für Bildungsintegration auf diese Probleme und Herausforderungen aufmerksam und leisten durch Forschung und Praxistransfer einen bescheidenen Beitrag zur Aufklärung und zum Abbau von Bildungsungleichheit.

Drei Wörter, die Sie mit Ihrem SDG verbinden?

Zukunft, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit.

Was hat Sie dazu gebracht, sich für Ihr SDG zu engagieren?

Die Frage, wie Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit systematisch zusammengedacht werden können und auch auf globaler Ebene reflektiert und umgesetzt werden können, interessiert mich schon immer. Ich halte es für unerlässlich, ökonomische, ökologische und soziale Aspekte gemeinsam zu verhandeln und hieraus auch Konsequenzen für politisches und staatliches Handeln zu ziehen. 

Team der Fahrradselbsthilfewerkstatt "Fazze"

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Die Fazze ist eine studentische organisierte Fahrradselbsthilfewerkstatt in Hildesheim. Ihre Mitglieder engagieren sich für das SDG 11 (“Nachhaltige Städte und Gemeinden”) und tragen hiermit dazu bei, Hildesheim zu einer inklusiveren, sichereren, widerstandsfähigeren und nachhaltigeren Stadt zu machen.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei?

Ein Teilziel des SDG 11 ist es, dass alle Menschen Zugang zu sicheren, bezahlbaren und nachhaltigen Verkehrssystemen haben sollen. Wir finden: Der Zugang zu sicheren, bezahlbaren und nachhaltigen Verkehrsmitteln gehört ebenso dazu und das Fahrrad ist unserer Ansicht nach das perfekte urbane Verkehrsmittel.
Radfahren bringt aber nur dann Spaß, wenn das Fahrrad gut in Schuss ist. Das erhöht auch die Verkehrssicherheit deutlich. Eine Fahrradreparatur in einer Werkstatt zu beauftragen, kann sich jedoch nicht jede*r leisten. Als Fahrradselbsthilfewerkstatt stehen wir allen Menschen offen, die ihr Rad selber reparieren möchten. Auf Wunsch gibt es Unterstützung durch das Fazze-Team. Wir haben einen großen Fundus an gebrauchten Fahrradteilen, die bei den Reparaturen zum Einsatz kommen. Dadurch ist eine Reparatur bei uns auch besonders ressourcenschonend.

Drei Wörter, die Sie mit dem SDG 11 verbindet?

Flächengerechtigkeit, grüne Städte, Zusammenhalt.

Was ist Ihre Motivation in Bezug auf Ihre Tätigkeit im Dienste der SDGs?

Wir alle haben eine Leidenschaft für Fahrräder. Wir alle haben große Freude daran, anderen Menschen ehrenamtlich zu helfen. Wir wissen aus täglicher Erfahrung, wie toll es ist, mit einem gut gewarteten Fahrrad zu fahren. Das wollen wir auch anderen ermöglichen. Mobilität ist ein wichtiger Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe. Soziale Gerechtigkeit ist uns ein wichtiges Anliegen, deswegen ist unser Angebot kostenfrei. Wir wissen, dass wir nur einen Planeten haben und deswegen mit Ressourcen verantwortungsbewusst umgehen müssen. Es fühlt sich entsprechend sehr gut an, in der Fazze fast ausschließlich mit Gebrauchtteilen zu arbeiten. Ein wichtiger weiterer Aspekt für uns ist Empowerment. Es ist großartig, wenn Menschen plötzlich einen ganz neuen Gestaltungs- und Freiheitsgrad gewinnen, weil sie lernen, wie sie ihren Schlauch reparieren, das Tretlager wechseln, ein gerissenes Kabel löten, Laufräder zentrieren etc.

Und hey: Wir sind ein tolles und ziemlich diverses Team! Es bringt Spaß, dienstags und mittwochs in die Fazze zu kommen, die anderen zu sehen, gemeinsam aktiv zu sein und an diesem wirklich tollen Ort in der Moltkestraße 86 zu verweilen!

Steuerungsgruppe “Fairtrade University”

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Die Steuerungsgruppe “Fairtrade University” ist ein Gremium aus Menschen der Hochschulverwaltung, der Gastronomie und der Studierendenschaft und trifft sich etwa 1-2 Mal im Semester, um gemeinsam über das Thema Fairer Handel auf dem Campus nachzudenken. Sie setzt sich damit für das SDG 12 (“Nachhaltige/r Konsum und Produktion”) ein und stellt nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster an der Universität Hildesheim sicher.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei? 

Nach längerer Vorbereitung wurde die Universität Hildesheim im Juli 2020 als Fairtrade-University ausgezeichnet. Zu den Kriterien gehörte u.a. die Bildung einer Steuerungsgruppe. Diese setzt sich dafür ein, das Prinzip des Fairen Handels in die Universität zu integrieren, und begleitet entsprechende Aktivitäten – angefangen von der verantwortungsvollen Beschaffung über die nachhaltige Bewirtung von Veranstaltungen bis zur Reduzierung des Abfallaufkommens. Von besonderer Bedeutung ist auch die regelmäßige Organisation von Veranstaltungen zum Fairen Handel, um die Universitätsmitglieder zu informieren und zu einer Auseinandersetzung mit der Thematik einzuladen. Dies erfolgt im Wesentlichen durch das Nachhaltigkeitsbüro der Universität, das Green Office. 

Drei Wörter, die Sie mit Ihrem SDG verbinden? 

Natürliche Ressourcen, Bewusstsein, Verantwortung 

Wer unterstützt aktuell Ihre Arbeit und damit auch die Erreichung Ihres SDGs? 

Nicht zuletzt der gemeinsame Beschluss der Hochschulleitung und der Studierendenschaft. Sich für die Auszeichnung als Fairtrade-University zu bewerben, zeigt den Wunsch der Universität Hildesheim, zum Erreichen der SDGs beizutragen, und verdeutlicht die breite Unterstützung im Haus. Ganz konkret arbeiten u.a. der AStA, das Green Office, das Dezernat für Finanzen, das Dezernat für Bau und Gebäudemanagement sowie der AK Sekretariate an dem Thema. Auch das Studentenwerk OstNiedersachsen gehört zu den Unterstützern, indem u.a. ausschließlich Fairtrade zertifizierte Kaffee- und Kakaogetränke in den Mensen und Cafeterien angeboten werden. 

Florencia Lasch, Students for Future

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Florencia Lasch ist Mitglied bei Students for Future, einer Initiative aus Studierenden, die sich als Teil einer globalen und intersektionalen Bewegung für Klimagerechtigkeit engagieren. Mit ihrem Aktivismus unterstützen sie die Umsetzung des SDG 13 (“Maßnahmen zum Klimaschutz”) und ergreifen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen.

Was muss geschehen, damit Ihr SDG bis 2030 erreicht werden kann?

Der Mensch muss seine Überheblichkeit gegenüber dem Leben, der Natur und seinen Mitmenschen aufgeben und Demut und Respekt üben. Er muss anerkennen, dass er auf die Natur, Umwelt und seine Mitmenschen angewiesen ist und alleine nur ein Körnchen ist. Der Mensch muss sich versöhnen und die Konzentration von Anschuldigungen und Vergangenem auf mutig sein, Opfer bringen, Zusammenhalt, mehr "nichts tun" und entspannen lenken. Vielleicht sollten wir in einen 9-jährigen Winterschlaf gehen oder eine Auszeit oder Fastenzeit machen.

Wenn Sie den 17 SDGs ein weiteres hinzufügen könnten, welches wäre das?

Ein weiteres Ziel für mich wäre "Zusammenhalt".

Solidarität und Zusammenhalt geben Glück, aber auch Empathie, Verbundenheit und Sanftheit zu sich und seiner Umwelt. Zusammenhalt lehrt, von anderen Menschen, Kulturen und Lebensformen zu lernen, zu profitieren und empathisch zu sein, egal ob von Kindern, alten Menschen, Menschen mit Behinderung, Tieren, Pflanzen und anderen. Zusammenhalt bedeutet in diesem Zusammenhang auch, Kinder und andere sogenannte Minderheiten, die andere Perspektiven auf die Welt haben, in ihren Talenten zu fördern, sie in ihren Ideen zu respektieren und sie anzuerkennen und wertzuschätzen. Ziel dabei sollte es sein, von einer Gesellschaft, wo die Machtkonzentration und der Despotismus einzelner profitabel ist, zu einer Gesellschaft zu kommen in der Menschen wissen, dass es profitabler ist gute Führung zu haben und wo einer für alle ist und alle für einen sind.

Was ist Ihre Motivation in Bezug auf Ihre Tätigkeit im Dienste der SDGs?

Meine Motivation ist die Welt und das Leben auf ihr - auch mein Leben -  angenehm zu gestalten und mich sozial zu engagieren auf verschiedenen Arten. Meine Motivation kommt von der Verbundenheit und Arbeit mit den Menschen und der Erde und der Wertschätzung und Dankbarkeit , die ich ihnen entgegenbringe. Aber auch von der Traurigkeit, der Wut und dem Kampf dagegen, dass das Verschwinden dieser Weisheit des Menschen in Verbindung mit der Natur und seinen Mitmenschen ausstirbt. Meine Motivation kommt von L., mit dem ich im Kindergarten ein Gewächshaus baute, um den Leuten in der Stadt etwas über die Natur und ihren Umgang damit beizubringen. Und meine Motivation kommt von Frau W., die mich in meinem Interesse für Soziales, das Leben, die Biologie, Politik und vieles mehr unterstützt hat. 

Meine Motivation ist auch der Kampf um den Erhalt von Lebensräumen, Erde, Wasser, Früchte, Bäume, Kultur, Menschen, Pflanzen, Tiere und die mit ihnen verbundene Kultur  und Weisheit zu erhalten, die noch zu retten ist und den Schmerz über das Tote zu überwinden. 

Dr. Patricia Kahle, wissenschaftliche Angestellte des Instituts für Biologie und Chemie

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Dr. Patricia Kahle ist wissenschaftliche Angestellte des Instituts für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim und hat in ihrer Dissertation zu Seehunden geforscht. Damit engagiert sie sich für das SDG 14 (“Leben unter Wasser”) und trägt dazu bei, dass Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig genutzt werden.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei?

Die Populationen mariner Säugetiere sind weltweit einer Vielzahl anthropogener Gefährdungen ausgesetzt. Neben der direkten Verfolgung bestimmter Arten gehören dazu vor allem der Eintrag von Schadstoffen in marine Ökosysteme sowie Veränderungen und Eingriffe in die Lebensräume der Tiere durch menschliche Aktivitäten, darunter Schifffahrt, Öl- und Gasförderung, Fischfang und Tourismus. Aus der anhaltenden Gefährdung der Bestände ergibt sich die Notwendigkeit zum Monitoring und zur Bewertung des Gesundheitszustandes mariner Säuger. Insbesondere Robben können geeignete Indikatororganismen für die Belastungssituation von marinen Säugern eines Gebiets darstellen. Aufgrund ihrer Eigenschaften als Top-Prädatoren findet eine starke Anreicherung von Kontaminanten in der Fettschicht und der Leber der Tiere statt. In deutschen Gewässern wird insbesondere den Seehunden eine potentielle Frühwarnfunktion („Sentinel“-Funktion) zur Erkennung von Gefährdungen des marinen Ökosystems zugeschrieben, da sie aufgrund ihrer nicht-migratorischen Lebensweise an Küsten und Ästuaren besonders vom anthropogenen Schadstoffeintrag betroffen sind. Im Hinblick auf die Erfassung zeitlicher und räumlicher Trends von krankhaften Zuständen und Fehlbildungen, die in der ostatlantischen Seehundpopulation auftreten, kann meine Forschung an Skelettmaterial von Robben wesentliche Informationen liefern und somit einen Beitrag zur Entwicklung eines zeitgemäßen Wildtiermanagements leisten.

Drei Wörter, die Sie mit Ihrem SDG verbinden?

(Retrospektives) Biomonitoring, Marine Säugetiere, Biologische Hartgewebe.

Kai Hobritz, Doktorand am Institut für Biologie und Chemie

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Kai Hobritz ist Doktorand am Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim und einer der Initiator:innen des Blühstreifen-Projekts auf dem Hauptcampus. Hiermit trägt er zu einer Umsetzung des SDG 15 (“Leben an Land”) bei, schützt Landökosysteme und fördert ihre nachhaltige Nutzung.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei?

Die AG „Vegetationsökologie und Naturschutz“ (Institut für Biologie und Chemie) verfolgt gemeinsam mit dem Dezernat 4 die Idee, naturnahe Blühflächen auf dem Campus anzulegen. Hierbei sollen Teile der universitätseigenen Zierrasen in artenreiche Wiesen umgewandelt werden. Diese sollen einer Vielzahl von Arten als Lebensraum und Korridor zwischen verschiedenen Habitaten dienen. Gleichzeitig bieten sie Mitarbeitenden und Studierenden attraktive Arbeits- und Erholungsorte. Mit unserem Vorhaben gelingt somit ein weiterer Schritt hin zu einem lebendigeren, diverseren und bunteren Universitätscampus.

Drei Wörter, die Sie mit Ihrem SDG verbinden?

Biodiversität, Landnutzungswandel, Konnektivität.

Was muss geschehen, damit Ihr SDG bis 2030 erreicht werden kann? 

Wir haben die Hoffnung, alte, idealisierte Ansprüche an Grünflächen in der Gesellschaft zu brechen und öffentliches Vorbild für mehr Biodiversität in der Stadt zu sein. Allerdings wird die Sicherung der Artenvielfalt und die Erhaltung ganzer Ökosysteme nicht allein durch neue Ansätze in der Grünflächengestaltung zu erreichen sein. Letztlich können diese öffentlich erlebbaren Flächen der Vielfalt nur Anstoß zu Überlegungen weit tiefgreifender Transformationen innerhalb der modernen Landnutzung sein. Nötige Zielstellungen sind hier u.a. die Reduktion von stickstoff- und phosphathaltigen Düngern, eine striktere Begrenzung von Pestizidanwendungen, das Wirtschaften in Kreisläufen, die Vernetzung von fragmentierten Lebensräumen sowie eine Umweltbildung die informiert, qualifiziert und motiviert. 

Dr. Jessica Schwarz, Wissenschaftliche Angestellte am Institut für Sozialwissenschaften

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Dr. Jessica Schwarz ist wissenschaftliche Angestellte am Institut für Sozialwissenschaften und beschäftigt sich im Rahmen ihrer Forschung und Lehre unter anderem mit politischer Partizipation. Sie trägt hiermit zur Umsetzung des SDG 16 (“Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen”) bei, indem sie friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördert.

Was hat Sie dazu gebracht, sich für Ihr SDG zu engagieren?

Die Bekämpfung organisierten Verbrechens, der Schutz vulnerabler Gruppen oder die Sicherstellung einer inklusiven Entscheidungsfindung auf allen politischen Ebenen – das SDG 16 beinhaltet eine Vielfalt an Sektoren, die in politischen Prozessen bearbeitet werden und erscheint somit als Prämisse für die Durchsetzung und Verwirklichung anderer SDGs, denn starke Institutionen sind Voraussetzung für Monitoring und Sicherstellung von partizipativen Strukturen und die Implementierung menschlicher Sicherheit. Die Tatsache, dass das SDG 16 den Fokus meiner Beschäftigung in den Internationalen Beziehungen ausmacht, hat ihren Ausgangspunkt im Gründungsgedanken der Vereinten Nationen zur Sicherung des Friedens und der universalen Idee der Menschenrechte.

Was ist Ihre Motivation in Bezug auf Ihre Tätigkeit im Dienste der SDGs?

Im Rahmen des Projekts Hildesheim Model United Nations diskutieren wir seit 2008 mit Studierenden und Schüler*innen über Anforderungen an Frieden, Gerechtigkeit und den Wert stabiler Institutionen. So zeigt sich zunehmend bei der Diskussion zur Verantwortung des Sicherheitsrates für die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit nicht nur die entwicklungspolitische Dimension vieler politischer Prozesse, sondern auch die Notwendigkeit nachhaltiger, zukunftsfähiger Politikgestaltung, die in unseren Planspielszenarien besondere Berücksichtigung finden.

Wer unterstützt aktuell Ihre Arbeit und damit auch die Erreichung Ihres SDGs?

Das Engagement der teilnehmenden Studierenden, Schüler*innen und der Kooperationsschulen im Projekt ist für uns stetige Triebfeder für die Fortführung und Erweiterung des Projekts im Sinne der Nachhaltigkeitsagenda.

 

María Elena Camacho Mohr, Mitarbeiterin des International Office

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María Elena Camacho Mohr ist Mitglied des Instituts für interkulturelle Kommunikation und Mitarbeiterin im International Office. Sie engagiert sich für das SDG 17 (“Partnerschaften zur Erreichung der Ziele”), stärkt Umsetzungsmittel und füllt die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Erreichung des SDGs bei? 

Meine Rolle als Verbindungsperson zwischen der Stiftung Universität Hildesheim und der Universidad Autónoma del Estado de México – UAEMex (seit 2010) und Lateinamerika (seit 2020) trägt dazu bei, Lehrende und Forschende aus beiden Regionen zusammenzubringen, um ihre Projekte mit Unterstützung verschiedener universitärer, staatlicher und regionaler Förderprogramme zu initiieren und umzusetzen. Durch meine Arbeit und die Partnerschaften haben auch Studierende aus beiden Regionen die Möglichkeit, während eines Studiums oder Praktikums im Ausland andere soziale und kulturelle Perspektiven sowie andere Bildungs- und Arbeitsformen kennenzulernen, was zur Horizonterweiterung, zum Austausch und zum Erwerb interkultureller Kompetenzen beiträgt. 

Was ist Ihre Motivation in Bezug auf Ihre Tätigkeit im Dienste der SDGs?

Ich selbst stamme aus Mexiko und Guatemala. Es war schon immer mein Wunsch, Brücken zwischen Deutschland und meiner Heimatregion Lateinamerika zu bauen, um Möglichkeiten des Lernens und der akademischen Zusammenarbeit in beide Richtungen zu schaffen.

Wer unterstützt aktuell Ihre Arbeit und damit auch die Erreichung Ihres SDGs?

Die internationale Hochschulzusammenarbeit kann man nur im Team vorantreiben. Meine Arbeit und damit auch die Erreichung meines SDG wird vom ganzen Team des International Office, vom Präsidium, und von den Mitgliedern der Institute, die eine Verbindung zu Hochschulinstitutionen in Lateinamerika haben oder anbahnen möchten, unterstützt.  An der UAEMex wird die Arbeit vom Rektorat, den Vizepräsidien für Forschung und für Lehre sowie von den Mitgliedern der Fakultäten unterstützt.