Promotion

Für die Promotion an der Universität Hildesheim wird ein akademischer Studienabschluss benötigt, wie ein Masterabschluss, ein Staatsexamen, Diplom oder Magister. Zum Promotionsverfahren gehören die Anfertigung einer Dissertationsschrift, eine mündliche Prüfung und die Veröffentlichung der Dissertation. Sind die Prüfungsleistungen erfolgreich erbracht und auch alle formalen Voraussetzungen erfüllt, vergibt der von der Universität Hildesheim mit der Ausübung des Promotionsrechts beauftragte Fachbereich den akademischen Grad „Doktor“, ergänzt um die jeweilige Fachrichtung, z. B. Dr. phil., Dr. rer. nat. oder Dr. rer. pol. Weitere Informationen zu den Rahmenbedingungen an den verschiedenen Fachbereichen erhalten Sie in den jeweiligen Dekanaten der Universität Hildesheim.

Allgemeine Informationen: Hochschulkompass [LINK]


Broschüre "Perspektive Promotion?"

Download: Promovieren - Allgemeine Informationen und der Weg zum Doktortitel an der Universität Hildesheim [PDF]


FAQ - Frequently Asked Questions

Welchen Vorteil hat eine Promotion für meine berufliche Karriere?

Um in der Wissenschaft tätig zu sein, ist eine Promotion Voraussetzung. In Deutschland hat die Promotion aber auch außerhalb der Wissenschaft eine hohe Signalwirkung (Kehm & Teichler 2016 Doctoral Education and Labor Market). So gelingt der überwiegenden Mehrheit der Nachwuchswissenschaftler*innen ein zügiger Berufseinstieg nach der Promotion. Mehr als die Hälfte der Promovierten in Deutschland geht bereits direkt nach der Promotion einer Erwerbstätigkeit nach, die nicht wissenschaftsnah ist. Im Alter von 35 bis 45 Jahren sind Promovierte in allen Fächergruppen nahezu vollständig erwerbstätig (BuWiN 2013, S. 33). Ihr Berufseinstieg gelingt ihnen in der Regel nach Wunsch, ihr Einkommen ist überdurchschnittlich und sie steigen die Karriereleiter schneller hinauf. Akademiker_innen, die ihre Promotion gleich nach dem Studium beginnen, haben sogar eine besonders gute Chance auf eine Führungsposition.

Wie kann ich promovieren?

Es werden zwei verschiedene Wege zum Doktortitel unterschieden: die Individualpromotion und die strukturierte Promotion in Promotionsprogrammen, wie z. B. Graduiertenkollegs, Graduiertenschulen oder Promotionsstudiengängen. Bei der Individualpromotion kann nochmal unterschieden werden zwischen der sogenannten externen oder „freien“ Promotion neben einer Erwerbstätigkeit außerhalb der Wissenschaft und der Promotion an einer Fakultät, einem Fachbereich oder einem Institut im Wissenschaftssystem. Die Individualpromotion ist nach wie vor der klassische Weg zur Promotion, denn Schätzungen über den Anteil an Promovierenden in strukturierten Programmen liegen zwischen 16 und 23 % (BuWiN 2017). In den Geisteswissenschaften ist die strukturierte Promotion beispielsweise noch lange nicht so verbreitet wie in der Mathematik oder den Natur- und Ingenieurwissenschaften (Korff & Roman 2013 Promovieren nach Plan).

Wie erhalte ich Zugang zur Promotion?

Über ein allererstes persönliches Gespräch mit einer/einem Professor*in oder Postdoc, den oder die Sie z. B. schon während Ihres Studiums kennengelernt haben, können Sie an erste Informationen gelangen. Ggf. erhalten Sie über diesen Weg auch weitere Informationen, z. B. über strukturierte Promotionsprogramme, für die in der Regel Bewerbungsunterlagen, ein Abstract zum Promotionsthema und ein Vorstellungsgespräch über den Zugang entscheiden.

Wie wichtig ist meine Motivation?

Die Motivation ist von hoher Bedeutung und sollte gut hinterfragt werden. Jede Motivation ist legitim. Will man ein bestimmtes Thema erforschen? Will man den Titel haben, um mehr Geld zu verdienen? Will man weiterhin an der Universität oder in der Forschung bleiben?

Welche Bedeutung hat mein Promotionsthema?

Bei der Themenfindung handelt es sich um einen längeren Prozess, der einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Von Bedeutung ist das (eigene) Interesse am Thema, der Innovationsgrad, die Relevanz des Themas oder auch die Frage nach der Bearbeitbarkeit.

Sollte man zur Promotion ein Gesamtwerk einreichen oder über mehrere Publikationen kumulativ promovieren?

Auch die Form, in der man die Dissertation verfasst, kann fachspezifische Unterschiede aufweisen. So kann die Dissertation als Monografie oder als kumulative Promotion (mehrere Artikel mit einem Rahmenpapier) angefertigt werden.

Wie lange dauert eine Promotion?

Die geschätzte Promotionsdauer liegt fächerübergreifend und unabhängig vom Promotionskontext insgesamt zwischen 3,5 und 4,5 Jahren (BuWiN 2017, S. 152ff.). Wie eine Umfrage aus der Hochschulforschung zeigt, wird die kürzeste Promotionsdauer in strukturierten Programmen erreicht. Hier reichen durchschnittlich 4 Jahre für die Promotion. Die Förderung in strukturierten Programmen ist jedoch in der Regel auf max. 3 Jahre begrenzt. Die Doktorand*innen hingegen, die in einem Forschungsprojekt arbeiten oder eine (Qualifikations-)Stelle innehaben, brauchen der Umfrage zufolge 4,5 bis 4,6 Jahre. Die meiste Zeit investieren Nachwuchswissenschaftler*innen, die frei promovieren: Bis zum Erhalt ihres Doktortitels vergehen im Schnitt 4,8 Jahre (Jaksztat, Preßler & Briedis 2012: Promotionen im Fokus, S. 13).

Wie gestaltet sich die Betreuung?

Es gibt unterschiedliche Betreuungsformate, je nach Promotionsweg (s. o.). Die Betreuungsformate reichen von Einzelbetreuung über Doppelbetreuung bis hin zur Teambetreuung (Hauss &Kaulisch 2012 Alte und neue Promotionswege im Vergleich).

Wie kann ich eine Promotion finanzieren?

Grundlegend sind drei Finanzierungsmöglichkeiten im Promotionsprozess zu unterscheiden: (1) die private Finanzierung, (2) die Finanzierung über ein Beschäftigungsverhältnis (Stelle in der Wissenschaft oder Wirtschaft) und (3) die Finanzierung über ein Stipendium, z. B. von einem der deutschen Begabtenförderungswerke.


Phasen des Promotionsprozesses

Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei der Promotion um einen individuellen, fachspezifischen und länger andauernden Prozess handelt. Zudem ist die Gestaltung des Prozesses abhängig vom gewählten Promotionsthema und dessen Bearbeitungsweise, ob theoretisch und/oder empirisch. Dieser Prozess lässt sich in vier Phasen unterteilen: Vorbereitungsphase, Einstiegsphase, Hauptphase und Abschlussphase.

Abbildung: Exemplarischer Promotionsprozess


Antrag auf Annahme der Promotion

Für die administrative Begleitung und Durchführung der Pomotionsverfahren sind die Dekanate unserer Fachbereiche zuständig (siehe Ansprechpersonen in den Fachbereichen).

Bitte beachten sie: Jeder Fachbereich hat eine eigene Promotionsordnung (siehe Promotionsordnungen)! Informieren sie sich daher vorab über das Verfahren in dem Fachbereich, in dem sie promovieren möchten. Die Modalitäten der einzelnen Fachbereiche können ggf. von den folgenden Punkten abweichen:

  • (Formloser) Antrag auf Annahme als Doktorand_in (mit Angabe des Schwerpunkts, Hauptbetreuungsperson und Arbeitstitel) 
  • Betreuungsvereinbarung (mit einer/ einem Hochschullehrer_in, ggf. mit Stellungnahme zum Exposé)
  • Exposé der Dissertation (Fragestellung, Forschungsstand, Zeit- und Arbeitsplan)
  • Lebenslauf
  • Erklärung über frühere Anmeldung oder frühere Promotionsversuche
  • Zeugnisse und/oder Urkunden (Dipl./M. A./Magister inkl. Transcript of Records)
  • Vorschlag für die Mitglieder der Betreuungskommission (erste und zweite Betreuungsperson)
  • ggf. Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse

Hinweis zum Abschluss der Promotion: Bevor sie in die Abschlussphase kommen, nehmen sie Kontakt zu dem Dekanat ihres Fachbereiches auf und klären sie ab, welche Formalia eingehalten werden müssen, z. B. beim Antrag auf Zulassung, bei der Abgabe der Dissertation, der Veröffentlichung und der Abgabe von Pflichtexemplaren etc.


Promotionsordnungen

Die aktuellen Promotionsordnungen und weitere Dokumente finden Sie auf den u.g. Internetseiten. Für die administrative Begleitung und Durchführung der Pomotionsverfahren sind die Dekanate unserer Fachbereiche zuständig (siehe Ansprechpersonen in den Fachbereichen).

  • Fachbereich 1 – Erziehungs- und Sozialwissenschaften [LINK]
  • Fachbereich 2 – Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation [LINK]
  • Fachbereich 3 – Sprach- und Informationswissenschaften [LINK]
  • Fachbereich 4 – Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik [LINK]

Ansprechpersonen in den Fachbereichen

Fachbereich 1: Erziehungs- und Sozialwissenschaften
Dekanatsgeschäftsführung: Dr. rer. nat. Petra Sandhagen
Hauptcampus: Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim
Sekretariat: Inga Schlue (Raum G 102)
Tel.: +49 (0)5121 883 10401
E-Mail: dekanat1(at)uni-hildesheim(dot)de 
Website: https://www.uni-hildesheim.de/fb1/dekanat/  

Fachbereich 2: Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation
Dekanatsgeschäftsführung: Dipl. Soz. Almut Stoletzki
Kulturcampus Domäne Marienburg: Domänenstraße, 31141  Hildesheim
Sekretariat: Karin Burg, M. A. (Haus 52: Raum 014)
Tel.: +49 (0)5121 883 20001
E-Mail: dekanat2(at)uni-hildesheim(dot)de
Web: https://www.uni-hildesheim.de/fb2/dekanat-und-gremien/dekanat/team/  

Fachbereich 3: Sprach- und Informationswissenschaften
Dekanatsgeschäftsführung: Katharina Ponto
Bühler-Campus: Lübecker Straße 3, 31141 Hildesheim
Sekretariat: Nicole Lindemann (Raum LN 124)
Tel.: +49 (0)5121 883 30000
E-Mail: dekanat3(at)uni-hildesheim(dot)de
Web: https://www.uni-hildesheim.de/fb3/dekanat/

Fachbereich 4: Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik
Dekanatsgeschäftsführung: Dr. Norman Weiss und Ina Charlotte Haase, M.Sc.
Samelson-Campus: Samelsonplatz 1, 31141 Hildesheim
Sekretariat: Christina Behre (Raum A 002)
Tel.: +49 (0)5121 883 40000
E-Mail: dekanat4(at)uni-hildesheim(dot)de
Web: https://www.uni-hildesheim.de/fb4/dekanat4/


Ratgeberliteratur

  • Bauer, K. (2017): Kleines Handbuch zum erfolgreichen Verfassen und Vollenden einer Dissertation. Tipps, Tricks, Übungen und amüsante Anekdoten aus der Studienzeit. Hamburg: Disserta Verlag.
  • Günauer, F.; Krüger, A.; Moes, J.; Steidten, T. & Koepernik, C. (Hrsg.) (2012): GEW-Handbuch Promovieren mit Perspektive: Ein Ratgeber von und für DoktorandInnen. Bielefeld: Bertelsmann Verlag.
  • Hartung, M.-J. & Kerstan, T. (2019): Zeit Campus Ratgeber Promotion. Verfügbar unter https://live0.zeit.de/zeit-campus-promotion/2019_01.pdf [03.03.2020]
  • Hell, S. (2017): Soll ich promovieren? Voraussetzungen, Chancen, Strategien. München: Verlag Franz Vahlen.
  • Knigge-Illner, H. (2015): Der Weg zum Doktortitel: Strategien für die erfolgreiche Promotion. Frankfurt am Main/ New York: Campus Verlag.
  • Müller, M. (2014): Promotion – Postdoc – Professur. Karriereplanung in der Wissenschaft. Frankfurt am Main: Campus Verlag.
  • Müller, M. (2017): Karriere nach der Wissenschaft: Alternative Berufswege für Promovierte. Frankfurt am Main. Campus Verlag.
  • Neeb, C.; Albert, B.; Engel, S. F. & Preißner, A. (2014): Promotionsratgeber. München: De Gruyter Oldenbourg.
  • Wergen, J. (2019): Promotionsplanung und Exposee: Die ersten Schritte auf dem Weg zur Dissertation. Opladen und Toronto: Verlag Barbara Budrich.