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Phänomenologie der Kata-Übung:
Versuch einer interkulturellen Philosophie leibgeistiger Praxis

Publication by Leon Krings


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(English summary and table of contents below)

Wir freuen uns, die Veröffentlichung einer neuen Monographie von Leon Krings bekannt zu geben. Sein Buch Phänomenologie der Kata-Übung: Versuch einer interkulturellen Philosophie leibgeistiger Praxis ist kürzlich im Alber Verlag erschienen.

Die Monographie bietet eine systematische Untersuchung leiblicher Praxis als einer Weise des Philosophierens an der Schnittstelle zwischen klassischem japanischem Denken und der gegenwärtigen Phänomenologie der Verkörperung. Ausgehend von buddhistischen Traditionen – insbesondere den Werken Kūkais und Dōgens – wird argumentiert, dass leibliche Praxis im japanischen Übungsdenken nicht auf individuelle menschliche Akteure beschränkt ist, sondern sich auf relationale Verflechtungen zwischen Körpern, Dingen und Umwelten erstreckt. Auf dieser Grundlage wird gezeigt, dass verkörperte Praxis in der buddhistischen Philosophie Japans nicht nur für Formen der Selbstkultivierung relevant ist, sondern auch eine fundierende Funktion für Ontologie und Erkenntnistheorie erfüllt.

Darüber hinaus bietet die Monographie einen Überblick über die japanische Forschung zur Kata-Praxis und entwickelt kata (型) als philosophischen Begriff. Das in der Kata-Praxis grundlegende Konzept des Herz-Geistes wird hierbei als leiblich verankerte Form der Responsivität und Resonanz ausgedeutet.

Der zweite Teil des Buches präsentiert eine phänomenologische Analyse des kamae (構え), der „Grundhaltung“, die der Kata-Übung als basales Verkörperungsmuster zugrunde liegt, einschließlich detaillierter Mikro-Beschreibungen der Sitzmeditation, der Atempraxis sowie der stehenden Haltung im Nō-Theater. Das abschließende Kapitel schlägt einen methodologischen Rahmen vor, um Formen leiblicher Reflexivität mithilfe buddhistischer und phänomenologischer Konzeptionen des Selbstbewusstseins zu erschließen.

Die Publikation leistet einen wichtigen Beitrag zu aktuellen Debatten in der Phänomenologie, der japanischen Philosophie und der interkulturellen Philosophie und fügt sich eng in den Forschungsschwerpunkt des Centers ein, Philosophieren als eine situierte und praxisbasierte Tätigkeit in einem globalen Kontext zu verstehen.

Weitere Informationen zur Monographie finden Sie hier.

English Announcement


We are pleased to announce the publication of a new monograph by Leon Krings. His book, Phenomenology of Kata Practice: Towards an Intercultural Philosophy of Embodied Practice, has recently been published with Alber Verlag.

The book offers a systematic philosophical investigation of embodied praxis as a mode of philosophizing, situated at the intersection of classical Japanese thought and phenomenology. Drawing on Buddhist traditions—most notably the works of Kūkai and Dōgen—it argues that embodied practice in Japanese Buddhism is not confined to individual human agents but extends to relational body–mind continua and to the entanglements of bodies, things, and environments. On this basis, praxis is shown to play a foundational role not only in practices of self-cultivation but also in ontology and epistemology.

In addition, the monograph provides an overview of Japanese scholarship on kata praxis and develops kata (型) as a philosophical concept. It further analyzes the reinterpretation of the heart–mind in Japanese thought as an embodied mode of responsivity and resonance. The second part of the book presents a phenomenological analysis of kamae (構え), the “basic posture” underlying kata practice, including detailed micro-descriptions of sitting meditation, breathwork, and the standing posture in Nō theatre. The concluding chapter proposes a methodological framework for thinking embodied reflexivity across Buddhist and phenomenological accounts of self-consciousness.

The publication makes an important contribution to current debates in phenomenology, Japanese philosophy, and intercultural philosophy, and aligns closely with the Center’s research focus on philosophizing as a situated and practice-based activity in a global context.

For more information on the monograph, please click here.

Leseprobe


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