Ausgangslage & Projektziele
Ausgangslage
Dem Gebot der Chancengerechtigkeit zufolge sollten alle Menschen anhand der individuellen Talente, Begabungen und Präferenzen einen Beruf oder ein Studium ergreifen können. Tatsächlich ist die Berufs- und Studienwahl stark geschlechtlich segregiert. Mit anderen Worten: Bei den Ausbildungsberufen wählen junge Frauen häufiger ein Tätigkeitsfeld im Dienstleistungssektor, während junge Männer häufiger im gewerblich-technischen Bereich repräsentiert sind.
Durch die zukünftige Arbeitsmarktentwicklung bieten sich jungen Frauen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowohl in Unternehmen und Forschungseinrichtungen als auch im Lehramt jedoch hervorragende berufliche Perspektiven und vielfältige Karrierechancen. Dennoch schließen bisher bundesweit nur rund 19% der Studentinnen ein Studium in diesen Fächern ab. Deutschlandweit kommen auf jeden MINT-Abschluss einer Frau 2,8 MINT-Abschlüsse von Männern (vgl. Statistisches Bundesamt 2021).
Die Universität Hildesheim verfügt als ehemalige Pädagogische Hochschule mit einem Schwerpunkt auf Lehramtsstudiengänge insgesamt über einen ausgeprägt hohen Frauenanteil unter den Studierenden. Es bleibt jedoch die Herausforderung bestehen, den Anteil an Studienanfängerinnen in den MINT-Fächern zu erhöhen und gleichzeitig die Studentinnen im Studium zu halten, um so zu einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis bis zum erfolgreichen Abschluss eines MINT-Studiums zu gelangen.
Das Projekt "Frauen in MINT"
Im Rahmen des Projekts "Frauen in MINT" (MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) arbeitet das Gleichstellunsgbüro eng mit dem Fachbereich 4 daran, interessierten Mädchen einen Einblick in den Universitätsalltag zu ermöglichen und ihre Selbsteinschätzung in Bezug auf ihre MINT-Kompetenzen und Fähigkeiten positiv zu begleiten. So wird besonderes Augenmerk daraufgelegt in Bildungs- und Orientierungsangeboten explizit auf das Thema „Frauen in den MINT-/IT-Fächern“ einzugehen, um weibliche Studieninteressierte für das Thema zu sensibilisieren, Stereotype in Bezug auf das Fachgebiet zu hinterfragen und Eingangshürden abzubauen.
Den Kern des Projektes bilden analoge und digitale gendersensible Maßnahmen zur Erhöhung der Zahl weiblicher Studierender in den MINT-Fächern, in denen sie unterrepräsentiert sind. Gleichzeitig werden vorhandene, die Geschlechterdisparität aufrechterhaltende Strukturen der Universität systemisch betrachtet und bearbeitet. Somit sollen, neben der Steigerung der Sichtbarkeit der Uni Hildesheim für Frauen in MINT (insb. IT-Fächern), auch die Studienbedingungen für weibliche MINT-Studierende verbessert werden.
Das Projekt wurde im Frühjahr 2014 durch das Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim initiiert und wird gegenwärtig über Mittel des Professorinnenprogramms III finanziert.
Projektkoordination
Projektleitung
Dr. Silvia Lange
Gleichstellungsbeauftragte