Soziale Unterstützungsanker in der Uni: Studierende unterstützen Studierende

Dienstag, 12. Juni 2012 um 13:25 Uhr

Niedersachsen fördert Studierende aus nicht akademischen Familien. Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka gab am Dienstag den Startschuss für fünf Projekte – darunter „UNI-APP“ der Universität Hildesheim. Unter Federführung der Zentralen Studienberatung baut die Universität Hildesheim ein „Anker-Zentrum“ auf: In jedem Studiengang soll künftig ein Team von studentischen Peers Studierende aus nichtakademischen Elternhäusern beraten und somit ein offenes Unterstützungsklima etablieren. Schon in den Schulen werden die Studierenden Kontakt aufnehmen und in der Studienwahlphase beraten.

„Die gezielte Ansprache von Menschen, die bislang noch keine Berührungspunkte mit Hochschulbildung hatten, wird immer wichtiger. Wir wollen an unseren Hochschulen Talente entdecken und Bildungschancen gezielt fördern“, sagte Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka am Dienstag in Hannover. Mit dem Ziel die Bildungsbeteiligung an den Hochschulen zu steigern, fördert das Land Niedersachsen neue Projekte mit insgesamt einer Million Euro. Fünf erste Projekte wurden als förderungswürdig ausgewählt und können nun starten, darunter die Vorhaben der Universitäten aus Hildesheim, Göttingen und Oldenburg.

„Wir wollen die Zugangsschwellen zur Universität Hildesheim und zu den Unterstützungsangeboten minimieren. Es hat sich gezeigt, dass Schwierigkeiten im Studium aufgrund von organisatorischen Fragen rund um das Studium, wie auch Fragen zum wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben signifikant häufiger Studierende betreffen, die über keine akademische Familientradition verfügen“, erklärt Martin Scholz, Leiter der Zentralen Studienberatung. „Verschärft wird diese Situation, wenn im Zuge des Übergangsprozesses in die Universität der Zugang zu Beratungsangeboten schlicht durch Unkenntnis der Institution verstellt ist. Wir sind überzeugt, dass vor allem das Etablieren eines offenen Unterstützungsklimas mit dem Erstkontakt und dem Beratungsangebot durch die studentischen Peers den Zugang zu den formellen Beratungs- und Unterstützungsangeboten erleichtert und die Defizitorientierung in der Ansprache vermeidet.“

Unter Federführung der Zentralen Studienberatung wird in fachlicher Begleitung durch das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro in Hildesheim eine neue universitäre Infrastruktur – ein sogenanntes Anker-Zentrum – aufgebaut.

Künftig soll in jedem Studiengang ein Team aus ausgebildeten Studierenden eine Unterstützungsstruktur etablieren. Studierende beraten Studierende und werden für sie auch nach der Studieneingangsphase zu „Ankern“ im Uni-Leben. „Dabei klären sie jeweils individuell die Fragen, die im Zusammenhang mit dem Studium auftreten, um Studierende bei der Bewältigung ihres Studienalltags auf Augenhöhe zu unterstützen“, sagt Dr. Andreas Oehme, Experte für Übergangsforschung am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik.

Für Rückfragen stehen Martin Scholz, Leiter der Zentralen Studienberatung, und Dr. Andreas Oehme, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik, gerne zur Verfügung. Kontakt über die Pressestelle (0177.8605905, presse[at]uni-hildesheim.de).