Diversity-Tag an Universität Hildesheim

Mittwoch, 05. Juni 2013 um 16:39 Uhr

„Vielfalt wahrnehmen, ermöglichen, aktiv gestalten“ lautet eine Botschaft des Tages. Am ersten bundesweiten Diversity-Tag (11. Juni) laden das Zentrum für Bildungsintegration, das Gleichstellungsbüro und der AStA zur Podiumsdiskussion und zu Workshops ein.

„Angesichts von Globalisierung und Migration pluralisieren sich alle Lebensformen und Lebensbereiche mit zunehmender Geschwindigkeit. Diversity ist zu einem Strukturmerkmal unserer modernen Gesellschaft geworden. Heterogenität ist also der gesellschaftliche Normalfall“, beobachtet Prof. Dr. Viola Georgi, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt „Diversity Education“. Sie fordert eine diversitätsbewusste Organisation, Gestaltung und Reflexion von Bildungsarbeit von der Kita bis zur Hochschule. Ihr Anliegen ist es, Diversity langfristig als ein Querschnittsthema an der Stiftung Universität Hildesheim zu etablieren.

Deshalb beteiligt sich die Universität Hildesheim am 11. Juni 2013 am ersten bundesweiten Diversity-Tag. „Wir setzen uns mit Chancen und Herausforderungen von Vielfalt auseinander und diskutieren Formen der Diskriminierung. Ziel unserer Aktionen ist es, für die Heterogenität der Gesellschaft zu sensibilisieren“, kündigen Filiz Keküllüoğlu und Dr. Lisanne Ackermann an. In diesem Jahr stehen im Mittelpunkt der Diskussion: Religion, Gender, Inklusion, Sexuelles Begehren, Soziale Herkunft, Ethnizität und  Kultur. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis erörtern ab 12:45 Uhr in einer Podiumsdiskussion die wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung dieser Dimensionen von Diversity und bieten zur Vertiefung ab 16:15 Uhr praxisorientierte Workshops an.

Dabei geht es zum Beispiel um die in zahlreichen Bildungsstudien offengelegte Verquickung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Nur wenige Kinder aus Arbeiterfamilien nehmen ein Hochschulstudium auf – auch wenn sie die Voraussetzungen dafür mitbringen. Manchen fehlen schlicht die Informationen, anderen erscheint die Bildungsinvestition in ein Studium zu hoch und wieder anderen ist die Universität zu fremd. Wir werden daher gemeinsam mit der Initiative Arbeiterkind.de Möglichkeiten ausloten, wie mehr Studierende der ersten Generation – darunter auch viele aus Einwandererfamilien – für die Universität gewonnen werden können, so Georgi. Um den Übergang von Schule und Ausbildung ins Studium zu begleiten, gehen studentische Teams der Uni Hildesheim –  für das Thema sensibilisiert und die Beratung geschult – im Projekt „Anker-Peer-Programm“ in Schulen und andere soziale Räume, um Schülerinnen, Schüler und Azubis für ein Studium zu interessieren. Die etwa Gleichaltrigen stellen dabei die Lebenswelt der Studierenden vor, klären erste Fragen rund um das Studium, bieten Orientierungsworkshops, verweisen auf Unterstützungsangebote und sind auch nach dem Studieneinstieg für Studierende ansprechbar – eben ein fester Anker in der Uni.

Im Workshop zu Ethnizität geht es darum, zu reflektieren, wie ethnische Zugehörigkeiten in der deutschen Migrationsgesellschaft konstruiert und verhandelt werden. Welche Erfahrungen von struktureller Ungleichheit und Diskriminierung machen Minderheiten und kulturelle Gruppen? Um 18.30 Uhr startet der Film „Tomboy“ von Céline Sciamma im Audimax.

Der Diversity-Tag ist eine Initiative der „Charta der Vielfalt”, über 250 Aktionen finden bundesweit statt. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung unterstützt die Initiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ist Schirmherrin. Neben der Uni Hildesheim beteiligen sich die TU München, die BTU Cottbus und die Universitäten Hannover und Duisburg-Essen. Das Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim richtet den Tag in Zusammenarbeit mit dem AStA und dem Gleichstellungsbüro in Hildesheim aus. Alle Mitglieder der Hochschule und Interessierte aus der Stadt und der Region sind herzlich eingeladen. 

„Mit der Gründung eines Zentrums für Bildungsintegration in der zweiten Jahreshälfte 2013 bauen wir einen neuen Forschungsschwerpunkt auf. Die Forscherinnen und Forscher der Uni Hildesheim bearbeiten gesellschaftliche und bildungspolitische Fragestellungen in Migrationsgesellschaften im internationalen Vergleich“, sagt Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich. Das Zentrum fördert und bündelt Forschungsprojekte zu den Chancen und Problemen des Einwanderungslandes Deutschland im internationalen Vergleich. So untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Unterricht in Einwanderungsgesellschaften und wie Kinder unter Bedingungen von Migration aufwachsen. Im Leitbild der Universität heißt es: „Unser Land ist seit Jahrzehnten auch durch Immigration geprägt. Wir wollen konsequent dazu beitragen, die Bildungschancen von Menschen aus Einwanderungsfamilien weiter zu entwickeln, um ihre Integration zu fördern. Gleichzeitig erkennen wir ihre vielfältigen Erfahrungen an.“

Öffentliche Veranstaltung
Dienstag, 11. Juni 2013, ganztags von 12:45 bis 21:00 Uhr, in der Stiftung Universität Hildesheim (Hauptcampus, Marienburger Platz 22)

Diversity-Tag in Hildesheim – Programm (PDF)

Empfehlungsschreiben des Präsidenten zur Teilnahme am Diversity-Tag (PDF)

Kontakt:

Prof. Dr. Viola B. Georgi (E-Mail: georgiv(at)uni-hildesheim.de) und Filiz Keküllüoğlu (E-Mail: filiz.kekuellueoglu(at)uni-hildesheim.de) vom Zentrum für Bildungsintegration der Stiftung Universität Hildesheim stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung (Tel: 05121.883-691, Konferenz-Handy: 0160.979.089.11).

Kontakt für Medien:

Isa Lange (presse(at)uni-hildesheim.de, 05121.883-102, mobil erreichbar unter 0177.8605905)