2019

Aktuelle Veranstaltungen

ZBI-Jahrestagung 2019 

'Stadt. Land. Diversität. Kulturelle Ausdrucksformen und künstlerische Teilhabe in schulischer und außerschulischer Bildung'

Wenn Bildung die Fähigkeit der einzelnen Person ausmacht, sich in der Welt zurechtzufinden, das eigene Leben zu gestalten und soziales Leben mit anderen zu verantworten, dann ist kulturelle Bildung die Art und Weise, dieses mittels der unterschiedlichen Künste und kulturellen Ausdrucksmöglichkeiten bzw. mithilfe des Spiels zu tun. (Kirsten Witt 2017)

Kulturelle Bildung ist somit immer auch ein gestalterischer Prozess der Aushandlung von Möglichkeiten des gesellschaftlichen Miteinanders. Als Schnittstelle zu schulischer und außerschulischer Bildung kommt der Kulturellen Bildung eine zentrale gesellschaftsgestaltende und damit kultur- und bildungspolitische Funktion zu. In spielerischer Auseinandersetzung und der Suche nach ästhetischen Ausdrucks- und Kommunikationsformen kann letztlich ein gesellschaftsrelevanter Gestaltungswillen gestärkt und Gestaltungskompetenzen der Individuen der jeweiligen Sozialgemeinschaften vermittelt werden. Da die Dynamiken und Transformationsprozesse unterschiedlicher Communities abhängig von den Lebensbedingungen und sozialräumlichen Verortungen sind, so ist auch die Bildungslandschaft als solche vor die Herausforderung gestellt, sich auf die Diversität dieser zu beziehen. In ländlichen Räumen kann Kulturelle Bildung auf die generationsübergreifenden Strukturen der eher bewahrenden Breitenkultur aufbauen, in urbanen Räumen mag hingegen die Fokussierung auf experimentellere Formate und Diversität als Alltagserfahrung im Mittelpunkt stehen. Wie kann ein gestaltender Umgang mit Diversität vermittelt werden? Welche Potentiale bieten Formate der Kulturellen Bildung innerhalb der schulischen und außerschulischen Bildung. Wie wird die Kulturelle Bildung selbst zum Integrationsmotor? Wer sind ihre Akteure? Welche Hürden gilt es zu meistern, welche Gelingensbedingungen sind zu identifizieren? Welche kulturpolitischen Rahmenbedingungen entsprechen den Bedarfen und Herausforderungen einer diversitätssensiblen Kulturellen Bildung in Stadt und Land, im schulischen und außerschulischen Umfeld?

In Theorie, Diskurs und Praxis will die Tagung einen weit gefächerten Blick auf die Thematik wagen und nach neuen Ansätzen suchen. In Formaten wie Vorträgen, Workshops und Panelbeiträgen werden Akteure aus Praxis, Forschung und Lehre das Feld in den Blick nehmen, Perspektiven und Handlungsempfehlungen entwickeln. 

Die Anmeldung wird voraussichtlich ab Mitte Juni freigeschaltet.

Zeit und Ort 

Veranstaltungstermin

Freitag, 27.09.2019, 10:30 - 22:00 Uhr

Samstag, 28.09.2019, 10:00 - 13:30 Uhr 

Veranstaltungsort

Kulturcampus Domäne Marienburg, Stiftung Universität Hildesheim, Domänenstraße 1, 31141 Hildesheim

Veranstalter*innen:

Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) in Kooperation mit dem Institut für Kulturpolitik der Stiftung Universität Hildesheim

Programm

Das vollständige Programm wird Mitte Juni veröffentlicht.

Formate

Keynotes und Panels: Am Freitag, 27. September 2019, werden wir zwei Keynotes haben. Prof. Dr. Viola B. Georgi, Leiterin des Zentrums für Bildungsintegration und Professorin für Diversity Education, spricht über 'Diversität in der schulischen und außerschulischen Bildung'. Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Gründungsdirektor des Instituts für Kulturpolitik an der Stiftung Universität Hildesheim, hält die Keynote zum Thema 'Kulturelle Ausdrucksformen und künstlerische Teilhabe in Stadt und Land'.

Am Samstag, 28. September wird Dr. Beate Kegler vom Institut für Kulturpolitik zum Thema 'Kulturelle Bildung für ländliche Entwicklung' und Prof. Dr. Hannes Schamann, Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Migrationspolitik an der Stiftung Universität Hildesheim, über Ansätze von Stadt und Land im Umgang mit Migration und Diversität sprechen.  

Ebenfalls am Freitag rücken wir in zwei Panels musikkulturelle und theaterpädagogische Zugänge in schulischer und außerschulischer Bildung in den Vordergrund.

Workshops: In diesem 90-minütigen Praxisformat gibt es die Möglichkeit, ein Projekt aus dem theaterpädagogischen und musikkulturellen Bereich vertieft kennenzulernen.

Künstlerische Interventionen: Am Freitag begrüßen wir die Schauspielerin Jasmina Music und Nina de la Chevallerie vom Boat People Projekt e.V. Das Projekt ist seit 2009 als Freies Theater aus Göttingen aktiv. Der Verein / das Kollektiv beschäftigt sich in verschiedenen Zusammensetzungen schwerpunktmäßig mit dem Thema Flucht und Migration. 

Der Berufsmusiker Ahed Nofal und ein Freund bereichern die Tagung mit syrischer Musik, u.a. werden sie die Oud spielen, ein arabisches Saiteninstrument. Darüber hinaus laden sie zum gemeinsamen Tanz ein. Ahed Nofal hat als Bundesfreiwilligendienstleistender für Welcome Board, einer vom Land Niedersachsen geförderten Initiative zur Unterstützung von geflüchteten und immigrierten Musikschaffenden, gearbeitet und in einigen niedersächsischen Klassenräumen die Oud nährgebracht.

Podiumsdiskussion: Expert*innen aus der Praxis diskutieren über die Zukunft kultureller Bildung in ländlichen und städtischen Räumen vor dem Hintergrund schulischer und außerschulischer Settings. Dabei greifen sie Fragen zur Diversitätsentwicklung von Bildungsangeboten in Kulturbetrieben und -institutionen auf.

 

BABBELAPAPP - Das mehrsprachige Mitmach-Kindertheater zu Besuch in der Ausstellung 'Diversität in Kinderbüchern'

Als Teil unseres Rahmenprogramms besuchte die Hamburger Schauspielerin Kristina Paulsen am 18. Juni die Ausstellung 'Diversität in Kinderbüchern' mit dem mehrsprachigen Theaterstück BABBELAPAPP.

BABBELAPAPP, eine interaktive Theaterproduktion aus dem Kinderbuchhaus im Altonaer Museum, wurde von Alina Gregor und Maren Hoff geschrieben, der zauberhafte Soundtrack wurde von Pablo Ruiz Aragon komponiert. Seit 2017 wird es in Hamburger Schulen und Kitas sowie im Kinderbuchhaus aufgeführt.

Das Stück erzählt die Geschichte der Hauptfigur, die ihre Heimat verlassen musste und zeigt sie dabei, wie sie an einem neuen Ort ankommt- Der Clou dabei ist, dass die Geschichte jedes Mal wird es ein wenig anders erzählt, denn die Kinder gestalten als kleine Darsteller*innen die Geschichte mit ihren Zuhausewörtern und Herzenssprachen mit.

Mit viel Musik, Wörtern aus den Sprachrepertoires der Kinder und lustigen Tanzeinlagen halfen die Kinder einer Vorschulgruppe aus der KiTa Nordlicht und eine 3. Grundschulklasse (Grundschule Alter Markt) der Hauptfigur von BABBELAPAPP, sich an diesem neuen Ort zurechtzufinden und sich gleich etwas willkommener zu fühlen.

 

 

Die fair @ school-Preisträger*innen 2019 von der 'IG Friedenstaube' bei der festlichen Verleihung in Berlin
Das ZBI-Team mit dem Moderator Eric Meyer vom ZDF/Kinderkanal

fair@school - Schulen gegen Diskriminierung: Die Preisträger*innen 2019

Beim dritten Durchgang des Schulwettbewerbs "fair@school - Schulen gegen Diskriminierung" haben sich mit 114 Schulen mehr als doppelt so viele wie in den beiden Vorjahren beworben. Das Team vom ZBI (Prof. Dr. Viola B. Georgi und Dr. Juliane Solf) hat in Zusammenarbeit mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sowie dem Cornelsen-Verlag drei Preisträger*innen ausgewählt:

1. Preis (3.000 €): Das Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Wirtschaft und Verwaltung in Mönchengladbach erhielt den ersten Preis für das Projekt „Fremdheit überwinden – Brücken bauen“. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt dreier Klassen: Einer Regelklasse der Höheren Berufsfachschule und zweier Förderklassen mit neu zugewanderten Schüler*innen. Ziel war es, Vielfalt als Chance zu sehen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Aus dem Projekt entstand ein Patenschaftsprojekt mit Betrieben, die Kurzzeitpraktika für Geflüchtete anbieten.

2. Preis (2.000 €): Den zweiten Preis erhielt die August-Bebel-Grundschule in Leipzig für das Projekt „!Respect macht Schule“. Während einer jährlichen Projektwoche lernen Schüler*innen einen achtsamen und respektvollen Umgang miteinander. Sowohl Schüler*innen als auch Lehrkräfte, Erzieher*innen und Elterncwerden in der Vorbeugung von Diskriminierung und Ausgrenzung geschult. So wurde der oft von Konflikten geprägte Schulalltag verbessert und ein Bewusstsein für Respekt und Toleranz geschaffen. 

3. Preise (1.000 €): Die „IG Friedenstaube“ des Otto-Nagel-Gymnasiums ist eine selbstorganisierte Gruppe von Schüler*innen, Bundesfreiwilligen und Studierenden, die seit 2014 Projekte zu sozialen Themen organisiert. Zu den derzeitigen Projekten gehört unter anderem eines über den Holocaust, eines über Gewalt an Frauen und eines über Inklusion. 

Mehr Infos zu den Preisträger*innen und zur Verleihung finden Sie hier.

Sonderausstellung 'Diversität in Kinderbüchern
', verlängert bis 30. Juni 2019!

Es war einmal eine Bilderbuchfamilie: Vater, Mutter und zwei Kinder. In ihrem Haus mit ihrem Hund und dem Apfelbaum im Garten, lebten sie vergnügt bis an ihr Ende. 
Und die Moral von der Geschicht’? Kinderbücher prägen unsere Vorstellungen von Familie. Sie erzeugen bestimmte Familien- und Rollenbilder, die von klein auf erlernt und zur Selbstverständlichkeit werden. Wenn Kinderbücher ausschließlich von traditionellen Familien erzählen, schließen sie die vielfältigen Familienformen aus, die gegenwärtig in unserer Gesellschaft gelebt werden: Familien in Deutschland wohnen auch in Häuserblocks und Mietwohnungen, andere haben mehr als ein Zuhause oder waren auf der Flucht. Kinder leben mit alleinerziehenden Elternteilen oder ihren Großeltern, in Regenbogenfamilien, Patchworkfamilien, Adoptionsfamilien oder in Familien, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden.
In all diesen unterschiedlichen Familien gibt es Kinder, die es lieben, wenn ihnen Geschichten vorgelesen werden und Kinder, die selbst mit Begeisterung Bücher lesen. Warum sollten also nicht auch sie und ihre Familien selbstverständlicher Teil dieser Geschichten sein?

Die Ausstellung ‚Diversität in Kinderbüchern‘ will hierzu einen Beitrag leisten. Sie richtet den Blick bewusst auf die vielfältigen familiären Lebenswelten und Kindheitserfahrungen. 
Die Besucher*innen dieser Ausstellung finden Kinderbücher vor, die

  • allen Kindern erlauben, sich mit den Protagonist*innen zu identifizieren.
  • unterschiedliche Erfahrungen der jungen Leser*innen aufgreifen.
  • Stereotype auf den Kopf und in Frage stellen.
  • Ausgrenzung thematisieren, Diskriminierungen sichtbar machen und Lösungen aufzeigen. · neue Wege illustrieren, damit Grenzen überwunden werden.
  • jene Kinder und Familien zu Wort kommen lassen, die allzu oft übersehen und überhört werden.

Die Ausstellung wurde von Professorin Viola B. Georgi, Agata Wozniesinska, Janina Vernal Schmidt und Studierenden der Stiftung Universität Hildesheim konzipiert. Sie richtet sich sowohl an Kinder als auch an Eltern, Erziehungsberechtigte, Erzieher*innen, Lehrer*innen und alle weiteren Interessierten.

Für die Ausstellung haben die Studierenden Tobias Kreft, Lea Hafermann, Jubytra Enzmann, Ellen Wozniak, Linda Schönrock,Nehle Kaack, Tobias Burmeister, Christin Eißing und Nele Schulz drei Schwerpunktthemen gesetzt: 


1. Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt


Einfühlsam, witzig und unverkrampft gehen die ausgewählten Kinderbücher mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt vonMenschenum. Dabei bilden die Bücher vielfältig gelebte Familienformen sowie unterschiedliche Identitätsentwürfe als selbstverständlich ab. Den Ausgangspunkt bilden die Kinderfragen: „Was ist homosexuell. Können Schwule und Lesben Kinder kriegen? Gibt es queere Tiere?“ 


2. Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit


Mehrsprachige Bücher erlauben Kindern, sich mit den Sprachen, die sie sprechen und die sie umgeben, spielerisch und wertschätzend zu beschäftigen.Dazu gehört auch das Sprachenlernen von Familien, die migriert oder geflüchtet sind und heute in Deutschland leben. So wurden Geschichten ausgewählt, denen es gelingt, Erfahrungen von Flucht, den Verlust von Familie, Freunden und Umgebung, kindgerecht und mitfühlend darzustellen.


3. Empowerment


Power bedeutet Kraft, Macht und Fähigkeit.Deshalb richten sich empowernde Kinderbücherbesonders an jene Kinder, die Diskriminierung erleben. Sie wollen das Selbstwertgefühl und die Selbstbestimmung ihrer jungen Leser*innen stärken. Kinder brauchen Bücher, in denen sich ihre vielfältigen Familien spiegeln und sie sich als gleichwertig, handelnd und wertvoll begreifen.

 

Zur Handreichung der Ausstellung.

Zu den Handouts & Literaturliste der Teilausstellungen.

Hier ein Artikel zur Eröffnung des Schulmuseums Hildesheim und der Sonderausstellung "Diversität in Kinderbüchern", zu der mehr als 160 Gäste am 15. November ins Schulmuseum kamen.

Zur Webseite des Schulmuseum der Stiftung Universität Hildesheim.

Diversity-Tag 2019: Hildesheim ist divers* - 'Diversity im Comic'
Der Comic-Büchertisch mit Tobias Burmeister & Lea Hafermann
Die Zeichenstation für eigene Superheld*innen-Kreationen
Unser Büchertisch in action

Diversity-Tag 2019: Hildesheim ist divers* - 'Diversity im Comic'

Am 28. Mai feierte das Zentrum für Bildungsintegration zusammen mit weiteren regionalen Ausstellern im Hildesheimer Rathaus den Diversity-Tag. Der Tag stand dieses Jahr unter dem Motto 'Hildesheim ist divers*' und richtete sich ausschließlich an geladene 9.-Klassen aus Hildesheimer Schulen. Erst kürzlich unterzeichnete die Stadt Hildesheim die Charta der Vielfalt, so dass von nun an jedes Jahr die Ausrichtung eines Diversity-Tags der Stadt vorgesehen ist.

Das Team vom ZBI brachte sich zunächst beratend in die Planungsphase des Diversity-Tags und später auch als Ausstellerin auf dem 'Markt der Vielfalt' am Diversity-Tag selbst ein. Das Planungsteam (Dr. Janina Vernal Schmidt und Agata Wozniesinska) erstellte für den Markt einen Büchertisch mit mehr als 10 Comics und Graphic Novels für Jugendliche, einen Superheld*innen-Quiz und bot die Möglichkeit sich selbst kreativ an unserer Comic-Mal-Station zu betätigen. Darüber hinaus boten Nurten Karakas und Dr. Janina Vernal Schmidt die Diversity-Übung 'Einen Schritt vor, einen zurück' für Schüler*innen und Lehrkräfte an. Die Übung dient zur Wahrnehmungssensibilisierung für die unterschiedlichen Aspekte von Vielfalt und deren Ineinander-Verwobenheit. Sie kann zur Reflexion von Privilegien und Benachteiligungen gesellschaftlicher Gruppen anregen.

Die Comics wählte das Team unter dem Kriterium aus, dass sie möglichst viele unterschiedliche Diversitätsaspekte bedienen und die Intersektionalität in den Geschichten repräsentiert, jedoch nicht stark  hervorgehoben wird. So entschieden wir uns u. a. für die relativ neuen Marvel Comics 'Captain Marvel' (2012) und 'Ms. Marvel' (2014). Beide Comics stellen selbstbewusste, autarke Superheld*innen in den Mittelpunkt ihrer Story, wobei Ms. Marvel insofern noch stärker den bisherigen Superheld*innen-Storyrahmen sprengt, dass außer dass die Protagonistin Kamala Khan eine junge Frau ist, sie auch noch eine amerikanisch-pakistanische Muslima verkörpert.

 

 

Thementag 'Inter*Aktion': Kinderbuch-Lesungen & Vortrag zum Thema Intergeschlechtlichkeit / Intersex*
Die Hildesheimer Kinderbuchautorin Luzie Loda liest aus ihrem Buch 'P.S. Es gibt Lieblingseis'
Kinderbuchautorin Ursula Rosen liest aus ihrem Buch 'Jill ist anders'
Inter*-Aktivist_in Lucie Veith beim Vortrag 'Momentaufnahme: Inter* 2019'

Thementag 'Inter*Aktion': Kinderbuch-Lesungen & Vortrag zum Thema Intergeschlechtlichkeit / Intersex*

Am 1. April fand von 10 bis 18 Uhr im Schulmuseum der Stiftung Universität Hildesheim in der Volkshochschule Hildesheim der VHS der Thementag 'Inter*Aktion' statt. Es handelte sich um die Auftaktveranstaltung der Reihe gesellschaft*macht*identität* in Zusammenarbeit mit hi*queer

Die Kinderbuchautor*innen Luzie Loda ("PS: Es gibt Lieblingseis") und Ursula Rosen ("Jill ist anders") lasen für die geladenen Kindergruppen aus ihren Büchern vor. Die beiden Kinderbücher gehören bisher zu den wenigen deutschen Kinderbüchern, die das Thema Intergeschlechtlichkeit aufgreifen. Dabei bieten die Bücher viele Anlässe, allgemein über Vielfalt ins Gespräch zu kommen. Zwischen und nach den Lesungen waren alle Besucher*innen eingeladen, das Schulmuseum sowie die Sonderausstellung zu 'Diversität in Kinderbüchern' zu erkunden.

Von 16 bis 18 Uhr hielt Lucie Veith, die u. a. Gründungsmitglied des Vereins Intersexuelle Menschen e. V. ist, einen Vortrag mit dem Titel "Momentaufnahme: Inter* 2019". Sie ging auf Fragen ein wie: Was hat sich für Inter*-Personen seit Stellungnahme des Ethikrates (2012) verändert? Wie wurde auf die Entscheidung des BVerfG zum Personenstandsrecht (Nov. 2017) reagiert, was hat die ›positiven Eintragung im Geburtenbuch‹ und Möglichkeit der 3. + 4. Option im Personenstand (Jan. 2019) ausgelöst, was ist unterblieben. Und wie hat sich das Sprechen über hermaphrodische, intersexuelle, intergeschlechtliche Menschen verändert? Ist die Gleichbehandlung von Kindern mit Varianten der geschlechtlichen Potentiale erreicht? Und nicht zuletzt, wie sieht es mit der Repräsentanz der geschlechtlichen Vielfalt in Kinderbüchern aus?

Auf den Seiten von umstandslos, einem Onlinemagazin für feministische Elternschaft, können Sie ein Gespräch mit der Hildesheimer Kinderbuchautorin Luzie Loda zum Thema Intersexualität lesen.

fair@School Wettbewerb 2019 – Schulen gegen Diskriminierung

fair@School Wettbewerb 2019 – Schulen gegen Diskriminierung

Diskriminierung verhindern, Vielfalt und Chancengerechtigkeit stärken – diese Werte im Unterricht zu fördern, ist Ziel des Wettbewerbs fair@school – Schulen gegen Diskriminierung.

Mit dem Wettbewerb zeichnen die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, der Cornelsen Verlag sowie das Zentrum für Bildungsintegration vorbildhafte Schulprojekte aus, die ein gelungenes Miteinander fördern. Damit wollen wir das Recht auf einen fairen Schulalltag und auf diskriminierungsfreie Bildung stärken.

Die Frist für die Einreichung der Projekte ist am 15. März abgelaufen. Ab jetzt übernimmt das Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) der Stiftung Universität Hildesheim die fachgerechte Begutachtung der eingereichten Projekte, prüft hinsichtlich der Wettbewerbskriterien und nominiert bis zu zehn mögliche Preisträgerinnen und Preisträger. Diese zehn Nominierten werden von zwei unabhängigen Experten an ihren Schulen besucht. Diese überprüfen die Angaben vor Ort, führen Gespräche mit den nominierten Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und weiteren Beteiligten und besichtigen den Unterricht oder die Projekte. Sie fassen ihre Eindrücke schriftlich zusammen und votieren für eine Rangfolge. Auf Basis dieser Empfehlungen und der Projektdokumentationen aus der Einreichung entscheidet die Fachjury, welche drei Schulprojekte prämiert werden. Abschließend werden die Gewinnerinnen und Gewinner in Berlin ausgezeichnet. 

Zur Webseite von fair@school

Internationaler Graduiertenworkshop - 'Knowledge Production, Memory and Diversity Education in a Postcolonial Context'
Nurten Karakas & Prof. Viola B. Georgi an der University of Cape Coast, Ghana
Die Teilnehmer*innen und Dozent*innen des Programms
Nurten Karakas, die Schulleiterin Georgina Aglobistse und Prof. Viola B. Georgi
Blick ins Klassenzimmer

Internationaler Graduiertenworkshop - 'Knowledge Production, Memory and Diversity Education in a Postcolonial Context'

an der University of Cape Coast in Ghana (Februar 2019)

Prof. Dr. Viola B. Georgi und Nurten Karakaş (beide Zentrum für Bildungsintegration/Stiftung Universität Hildesheim) haben an der University of Cape Coast in Ghana einen zweitägigen Workshop mit dem Titel 'Knowledge Production, Memory and Diversity Education in a Postcolonial Context' durchgeführt. Die Studierenden setzten sich im Rahmen des Workshops mit Postkolonialer Theorie, den Diversity-Studies und der Frage von Wissensproduktion ('Decolonizing Knowledge') auseinander. Untersucht wurden die Repräsentationen von Minderheiten in der Kinder- und Jugendliteratur, die Darstellung von Afrika in deutschen Schulbüchern sowie Kapitel zum Kolonialismus aus Geschichtsschulbüchern, die in Ghana und Nigeria in der Schule eingesetzt werden. Schließlich wurden erinnerungskulturelle Fragen diskutiert. Im Fokus stand der Umgang mit Straßennamen, die in einem kolonialgeschichtlichen Kontext stehen, und der Umgang mit Artefakten aus der Kolonialzeit in deutschen Museen und Kontroversen um kolonialgeschichtliche Erinnerungsorte in Europa und Afrika. Außerdem wurden Gespräche mit Lehrkräften der University Primary School geführt, die als Laborschule der University of Cape Coast fungiert. 

Die Zusammenarbeit mit der University of Cape Coast in Ghana und der University of Maiduguri in Nigeria wurde von Prof. Dr. Raimund Vogels (Center for World Music/SUH) und Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Institut für Kulturpolitik/SUH) initiiert und fand im Rahmen der SDG Graduate School 'Performing Sustainability. Cultures and Development in West Africa' statt. Das Programm wird vom DAAD und dem Ministerium für Entwicklungspolitische Zusammenarbeit gefördert. 

Die interdisziplinäre Graduiertenschule 'Performing Sustainability' ist ein kooperatives Trainingsnetzwerk für Absolvent*innen der Universität Hildesheim (Deutschland), der Universität Maiduguri (Nigeria) und der Universität von Cape Coast (Ghana). Die Initiative konzentriert sich auf innovative Forschung, die Ansätze aus Performance, Kunst und Kultur zusammenbringt, um im Sinne der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) hochwertige Bildung für alle zu erreichen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Fragen des Friedens und der Konfliktlösung.

Die 18 Stipentiat*innen des Programms beschäftigen sich mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten wie z. B. der Rolle von Theater und Film in Flüchtlingsgemeinschaften, den Auswirkungen von Migration und Vertreibung auf das materielle und immaterielle Kulturerbe sowie mit Kulturpolitik und Kulturmanagement. 

Im Mai 2019 werden die an diesem Programm beteiligten Doktorand*innen und Masterstudierenden an der Stiftung Universität Hildesheim erwartet. Es ist geplant, die Zusammenarbeit mit dem Center for World Music, der University of Cape Cost und der University of Maiduguri Nigeria nachhaltig fortzusetzen und auf pädagogische Themenfelder auszuweiten. 

 

Hier das Workshop-Programm:

Tag 1 (25. Februar 2019)

9.00 – 9.45 Einführung (Forschung/Diversity/Biographie) 

9:50 – 11.00 Präsentation und Diskussion verschiedener Schriften: Diversity Education, Anti- Oppressive Education und Postcolonial Thinking (Texte: Mbembe, Kumashiro) 

11.00 – 11.30 Pause 

11.30 – 13.00 Erinnerungsarbeit und Diversity: Orte kolonialer Erinnerung in Deutschland (Texte: Opuko) 

 

Tag 2 (26. Februar 2019)

9.00 – 10.00 Diversity in Bildungsmedien: Beispiele aus Schul- und Kinderbüchern 

10.00 – 11.00 Die Repräsentation Afrikas in deutschen Schulbüchern (Texte: Marmer) 

11.00 – 11.30 Pause 

11.30 – 12.30 Rewriting Memory, Entangled Narratives and Complex Biographies in the Postcolonial Context: The example of the Afro-German Community 

12:30 – 13.00 Feedback und Evaluation des Workshops 

Öffentliche Hochschulveranstaltung: Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln
Podiumsdiskussion zum Thema "Demokratie in der Schule? Schule in der Demokratie."
Vortrag von Prof. Wrase zum Thema "Wie politisch dürfen Lehrende an Schulen sein?"
Diskussion im Forum
Prof. Jürgen Sander, Prof. Viola Georgi, Grant Hendrik Tonne, Dr. Matthias Kreysing

Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln

Da sich Schulen und Hochschulen in Niedersachsen derzeit mit rechtspopulistischer Hetze und AfD-Meldeportalen gegen Lehrerinnen und Lehrer konfrontiert sehen, organisierte das Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) in Kooperation mit dem AStA der Universität Hildesheim eine öffentliche Hochschulveranstaltung „Allianzen für Demokratie“ mit bis zu 200 Teilnehmenden. Der Präsident Prof. Friedrich rief zum Auftakt zu Gelassenheit, aber auch zu Wachsamkeit auf. Prof. Georgi, Direktorin des ZBI, legte anschließend aktuelle Studienergebnisse der Bertelsmann Stiftung zu schulischer Demokratiebildung anhand einer Befragung von Lehrenden dar.

Prof. Wrase informierte aus rechtlicher Sicht zu der Frage „Wie politisch dürfen Lehrende an Schulen sein?“. Schließlich konnte ein Bündnis für Demokratie an niedersächsischen Schulen angestoßen werden. Hierfür wurden Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Schule, Gewerkschaft, Vereinen, aber auch Eltern- und Schülervertretungen eingeladen, die ihre Erfahrungen und den Umgang mit demokratiefeindlichen Phänomenen darlegten – gefolgt von einer bildungspolitischen Stellungnahme durch den niedersächsischen Kultusminister Grant Tonne. In den anschließenden thematischen Foren wurden Handlungsprobleme und konkrete Ansatzpunkte benannt, wie die verschiedenen Akteurinnen und Akteure zur Demokratiebildung in Schulen beitragen können.

Programm (7. Februar 2019, 16-19:30 Uhr im Audimax der SUH)

16:00 Uhr Ankommen
16:15 Uhr Begrüßung & Einführung
Prof. Dr. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der SUH (zum Grußwort)
Prof. Dr. Viola B. Georgi, Direktorin Zentrum für Bildungsintegration (ZBI), SUH

16:40 Uhr Wie politisch dürfen Lehrende an Schulen sein?
Prof. Dr. Michael Wrase, Professur für Öffentliches Recht, SUH

16:55 Uhr Demokratie in der Schule?! Schule in der Demokratie.
Rahmenbedingungen, Entwicklungsaufgaben und Herausforderungen
Moderation: Prof. Dr. Viola B. Georgi + Nadin Tettschlag, ZBI

Podium:

  • Dr. René Mounajed, Schulleiter Robert-Bosch-Gesamtschule, Hildesheim
  • Aliyeh Yegane, Anlaufstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen, Berlin
  • Prof. Dr. Michael Wrase, Professor für Öffentliches Recht, SUH
  • Beatrix Albrecht, Nieders. Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ)
  • Isabel Rojas Castañeda, GEW, AG “Demokratie braucht Haltung“
  • Lewia Gerlinger, AStA, Referat für Politische Bildung, SUH
  • Carola Burggraf-Köck, Elternvertretung Gymnasium Julianum, Helmstedt
  • Leonie Harth, Schülerin IGS Roderbruch, Hannover

17:45 Demokratiebildung für Niedersachsen
Grant Hendrik Tonne, Minister, Niedersächsisches Kultusministerium (zur Rede)

18 Uhr Foren: Netzwerke für Demokratiebildung

19:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Veranstaltungsorganisation:
Zentrum für Bildungsintegration & AStA der SUH
Kontakt: Nadin Tettschlag

 

Die Veranstaltung in der Presse:

Aktuelles Uni Hildesheim

Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Sonderausstellung 'Diversität in Kinderbüchern' - verlängert bis 30. Juni 2019!

Diversität in Kinderbüchern


Es war einmal eine Bilderbuchfamilie: Vater, Mutter und zwei Kinder. In ihrem Haus mit ihrem Hund und dem Apfelbaum im Garten, lebten sie vergnügt bis an ihr Ende. 
Und die Moral von der Geschicht’? Kinderbücher prägen unsere Vorstellungen von Familie. Sie erzeugen bestimmte Familien- und Rollenbilder, die von klein auf erlernt und zur Selbstverständlichkeit werden. Wenn Kinderbücher ausschließlich von traditionellen Familien erzählen, schließen sie die vielfältigen Familienformen aus, die gegenwärtig in unserer Gesellschaft gelebt werden: Familien in Deutschland wohnen auch in Häuserblocks und Mietwohnungen, andere haben mehr als ein Zuhause oder waren auf der Flucht. Kinder leben mit alleinerziehenden Elternteilen oder ihren Großeltern, in Regenbogenfamilien, Patchworkfamilien, Adoptionsfamilien oder in Familien, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden.
In all diesen unterschiedlichen Familien gibt es Kinder, die es lieben, wenn ihnen Geschichten vorgelesen werden und Kinder, die selbst mit Begeisterung Bücher lesen. Warum sollten also nicht auch sie und ihre Familien selbstverständlicher Teil dieser Geschichten sein? 

Die Ausstellung ‚Diversität in Kinderbüchern‘ will hierzu einen Beitrag leisten. Sie richtet den Blick bewusst auf die vielfältigen familiären Lebenswelten und Kindheitserfahrungen. 
Die Besucher*innen dieser Ausstellung finden Kinderbücher vor, die 

  • allen Kindern erlauben, sich mit den Protagonist*innen zu identifizieren. 
  • unterschiedliche Erfahrungen der jungen Leser*innen aufgreifen. 
  • Stereotype auf den Kopf und in Frage stellen. 
  • Ausgrenzung thematisieren, Diskriminierungen sichtbar machen und Lösungen aufzeigen. · neue Wege illustrieren, damit Grenzen überwunden werden. 
  • jene Kinder und Familien zu Wort kommen lassen, die allzu oft übersehen und überhört werden. 

Die Ausstellung wurde von Professorin Viola B. Georgi, Agata Wozniesinska, Janina Vernal Schmidt und Studierenden der Stiftung Universität Hildesheim konzipiert. Sie richtet sich sowohl an Kinder als auch an Eltern, Erziehungsberechtigte, Erzieher*innen, Lehrer*innen und alle weiteren Interessierten. 

Für die Ausstellung haben die Studierenden Tobias Kreft, Lea Hafermann, Jubytra Enzmann, Ellen Wozniak, Linda Schönrock,Nehle Kaack, Tobias Burmeister, Christin Eißing und Nele Schulz drei Schwerpunktthemen gesetzt: 


1. Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt


Einfühlsam, witzig und unverkrampft gehen die ausgewählten Kinderbücher mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt vonMenschenum. Dabei bilden die Bücher vielfältig gelebte Familienformen sowie unterschiedliche Identitätsentwürfe als selbstverständlich ab. Den Ausgangspunkt bilden die Kinderfragen: „Was ist homosexuell. Können Schwule und Lesben Kinder kriegen? Gibt es queere Tiere?“ 


2. Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit
 

Mehrsprachige Bücher erlauben Kindern, sich mit den Sprachen, die sie sprechen und die sie umgeben, spielerisch und wertschätzend zu beschäftigen.Dazu gehört auch das Sprachenlernen von Familien, die migriert oder geflüchtet sind und heute in Deutschland leben. So wurden Geschichten ausgewählt, denen es gelingt, Erfahrungen von Flucht, den Verlust von Familie, Freunden und Umgebung, kindgerecht und mitfühlend darzustellen.


3. Empowerment


Power bedeutet Kraft, Macht und Fähigkeit.Deshalb richten sich empowernde Kinderbücherbesonders an jene Kinder, die Diskriminierung erleben. Sie wollen das Selbstwertgefühl und die Selbstbestimmung ihrer jungen Leser*innen stärken. Kinder brauchen Bücher, in denen sich ihre vielfältigen Familien spiegeln und sie sich als gleichwertig, handelnd und wertvoll begreifen.

 

Zur Handreichung der Ausstellung.

Hier die Handouts & Literaturliste der Teilausstellungen.

Hier ein Artikel zur Eröffnung des Schulmuseums Hildesheim und der Sonderausstellung "Diversität in Kinderbüchern", zu der mehr als 160 Gäste am 15. November ins Schulmuseum kamen.

Zur Webseite des Schulmuseum der Stiftung Universität Hildesheim.