Bildungssysteme & Bildungsungleichheit

Bildungserfolg hängt stark von individuellen Merkmalen wie Vorwissen, Motivation und familiären Ressourcen ab. Darüber hinaus sind jedoch die Lerngelegenheiten in den Bildungseinrichtungen wichtige Einflussgrößen. Die Heterogenität der Schülerschaft  stellt eine Ausgangsbedingung dar, auf die bei der Bereitstellung von Lernangeboten im Unterricht und der Gestaltung des Schulklimas reagiert werden muss. Die Möglichkeiten für Lehrkräfte und Schulleiter_innen, auf diese Herausforderung reagieren zu können, werden maßgeblich durch die institutionellen Rahmenbedingungen der Bildungssysteme geprägt. 

Der Focal Point nimmt Merkmale von Bildungssystemen in den Blick und analysiert, wie diese zu unterschiedlichen Rahmenbedingungen auf der Schul- und Unterrichtsebene führen und schließlich mit unterschiedlichen Mustern von migrations- und schichtbedingter Bildungsungleichheit in Zusammenhang stehen. Die Makro-Perspektive auf die systemischen Bedingungen bringt eine international vergleichende Herangehensweise mit sich.

Projekte: Forschung & Praxis

 

Interview mit Prof. Dr. Janna Teltemann zum Thema 'Data and effects of international large-scale school assessements'

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SEPLIVES: Die strukturellen Bedingungen getrennter Schullaufbahnen: Eine kombinierte Perspektive auf ethnische Stratifzierung und Segregation im deutschen Sekundarschulbereich (2018-2020)

Projektleitung: Prof. Dr. Janna Teltemann, Dr. Hanno Kruse (Universität zu Köln)

Gefördert durch: Jacobs Foundation

Projektlaufzeit: 01.01.2018 – 31.12.2020 

Projektbeschreibung:

Die Integration einer zunehmend diversifizierten Schülerschaft stellt eine der drängendsten gegenwärtigen Herausforderungen für die Schulsysteme vieler westlicher Staaten dar. Neben zentralen Erfolgsbedingungen wie einer gezielten Sprachförderung ist in den letzten Jahren zunehmend die spezifische Zusammensetzung der Schulen und Klassen zum Gegenstand der Forschung in diesem Bereich geworden. 

Eine entscheidende Frage ist, ob SchülerInnen mit Migrationshintergrund und SchülerInnen ohne Migrationshintergrund gemeinsame Schulen besuchen, oder ob Migranten auf Schulen mit hohem Migrantenanteil verwiesen werden. Das Projekt widmet sich dieser Frage und untersucht dabei vor allem die strukturellen Ursachen für getrennte Schullaufbahnen von SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund. Bisherige Forschung hat sich entweder auf das Ausmaß und die Ursachen einer vertikalen ethnischen Stratifizierung über verschiedene Schulformen oder auf das Ausmaß und die Ursachen einer horizontalen ethnischen Segregation zwischen Schulen einer Schulform konzentriert. 

In dem Projekt sollen beide Perspektiven zusammengeführt werden um ein umfassenderes Verständnis der Ursachen getrennter Schullaufbahnen zu ermöglichen. Das Projekt hat zwei konkrete Ziele: Zum einen werden drei empirische Studien zur Schulwahl auf Basis vorhandener Datensätze (PIRLS/IGLU, CILS4U, Schulstatistiken) durchgeführt. Darüber hinaus beabsichtigt das Projekt die Zusammenarbeit von Nachwuchswissenschaftlern im Themenbereich zu fördern. Es wird angestrebt, zwei Autorenworkshops durchzuführen, die in einer gemeinsamen Buchpublikation münden sollen.

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