Bildungssysteme & Bildungsungleichheit

Bildungserfolg hängt stark von individuellen Merkmalen wie Vorwissen, Motivation und familiären Ressourcen ab. Darüber hinaus sind jedoch die Lerngelegenheiten in den Bildungseinrichtungen wichtige Einflussgrößen. Die Heterogenität der Schülerschaft  stellt eine Ausgangsbedingung dar, auf die bei der Bereitstellung von Lernangeboten im Unterricht und der Gestaltung des Schulklimas reagiert werden muss. Die Möglichkeiten für Lehrkräfte und Schulleiter_innen, auf diese Herausforderung reagieren zu können, werden maßgeblich durch die institutionellen Rahmenbedingungen der Bildungssysteme geprägt. 

Der Focal Point nimmt Merkmale von Bildungssystemen in den Blick und analysiert, wie diese zu unterschiedlichen Rahmenbedingungen auf der Schul- und Unterrichtsebene führen und schließlich mit unterschiedlichen Mustern von migrations- und schichtbedingter Bildungsungleichheit in Zusammenhang stehen. Die Makro-Perspektive auf die systemischen Bedingungen bringt eine international vergleichende Herangehensweise mit sich.

Projekte: Forschung & Praxis

 

Interview mit Prof. Dr. Janna Teltemann zum Thema 'Data and effects of international large-scale school assessements'

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BiMiBi - Bildungssysteme und migrationsspezifische Bildungsungleichheit (2020 - 2023)

Gefördert durch: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Bildungssysteme und migrationsspezifische Bildungsungleichheit: Harmonisierung von Kontextdaten aus internationalen Schulleistungsstudien zur Analyse von Bildungssystemeffekten auf die Entwicklung migrationsspezifischer Kompetenzungleichheiten

Kinder von Migrant*innen haben es in der Schule oft schwer – auch in Deutschland. Das ist nicht in allen westlichen Ländern so. Woran das liegt, soll in einem groß angelegten internationalen Vergleich die Schulleistungsstudien PISA, TIMSS und PIRLS von 1995 bis 2018 untersucht werden. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über eine Laufzeit von drei Jahren mit rund 450.000 Euro gefördert.

In den meisten westlichen Ländern sind in den vergangenen Jahrzehnten die Bevölkerungsanteile mit Migrationshintergrund stark gewachsen. Diese Länder stehen vor der Herausforderung, Zugewanderte und ihre Kinder langfristig in die Gesellschaft zu integrieren. Eine wichtige Voraussetzung für die gesellschaftliche Integration ist eine erfolgreiche Bildungsteilhabe im Aufnahmeland. Oftmals zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen Schüler*innen mit und ohne Migrationshintergrund im Hinblick auf den Kompetenzerwerb und den Bildungserfolg. Allerdings schneiden Schüler*innen mit Migrationshintergrund keineswegs in allen Ländern schlechter ab.

Ein naheliegender Ansatzpunkt ist es daher, zu untersuchen, inwieweit Eigenschaften der unterschiedlichen Bildungssysteme die Kompetenzentwicklung von Schüler*innen mit und ohne Migrationshintergrund beeinflussen. Die umfassenden Daten, die internationale Schulleistungsstudien seit nunmehr zwei Jahrzehnten bereitstellen, bieten einen reichen Datenfundus zur Beschreibung von Bildungssystemen - und zur Analyse von Mustern von Bildungsungleichheit. 

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SEPLIVES: Die strukturellen Bedingungen getrennter Schullaufbahnen: Eine kombinierte Perspektive auf ethnische Stratifzierung und Segregation im deutschen Sekundarschulbereich (2018 - 2020)

Gefördert durch: Jacobs Foundation

Die Integration einer zunehmend diversifizierten Schülerschaft stellt eine der drängendsten gegenwärtigen Herausforderungen für die Schulsysteme vieler westlicher Staaten dar. Neben zentralen Erfolgsbedingungen wie einer gezielten Sprachförderung ist in den letzten Jahren zunehmend die spezifische Zusammensetzung der Schulen und Klassen zum Gegenstand der Forschung in diesem Bereich geworden. 

Eine entscheidende Frage ist, ob SchülerInnen mit Migrationshintergrund und SchülerInnen ohne Migrationshintergrund gemeinsame Schulen besuchen, oder ob Migranten auf Schulen mit hohem Migrantenanteil verwiesen werden. Das Projekt widmet sich dieser Frage und untersucht dabei vor allem die strukturellen Ursachen für getrennte Schullaufbahnen von SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund. Bisherige Forschung hat sich entweder auf das Ausmaß und die Ursachen einer vertikalen ethnischen Stratifizierung über verschiedene Schulformen oder auf das Ausmaß und die Ursachen einer horizontalen ethnischen Segregation zwischen Schulen einer Schulform konzentriert. 

In dem Projekt sollen beide Perspektiven zusammengeführt werden um ein umfassenderes Verständnis der Ursachen getrennter Schullaufbahnen zu ermöglichen. Das Projekt hat zwei konkrete Ziele: Zum einen werden drei empirische Studien zur Schulwahl auf Basis vorhandener Datensätze (PIRLS/IGLU, CILS4U, Schulstatistiken) durchgeführt. Darüber hinaus beabsichtigt das Projekt die Zusammenarbeit von Nachwuchswissenschaftlern im Themenbereich zu fördern. Es wird angestrebt, zwei Autorenworkshops durchzuführen, die in einer gemeinsamen Buchpublikation münden sollen.

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