Wie politisch ist Wissenschaft - wie weit darf sie es sein?

mercredi, 29. juin 2022 um 18:00 Uhr

Öffentliche Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Michael Wrase am Fachbereich 1 aus Anlass der gemeinsamen Berufung von WZB und Universität Hildesheim.

Wo?  Timotheuskirche, Hildesheim + Livestream: https://www.youtube.com/user/WZBlive/featured

Wann? ab 18:00 Uhr

Info: Wissenschaft und Politik stehen in einem Spannungsverhältnis, sind aber zugleich aufeinander angewiesen. Wissen ist Voraussetzung für gutes, d.h. rationales Entscheiden. Das ist die Aufgabe der Politik. Aufgabe der Wissenschaft wiederum ist Erwerb und Erhalt von Wissen. Das macht sie für die Politik zu einer wertvollen Ressource, als Aufklärerin und Beraterin, und gleichzeitig zu ihrem kritischen, mitunter gefürchteten Gegenpart.

Die Arbeit von Wissenschaftler:innen kann damitper se nicht völlig unpolitisch sein, auch wenn es ihr erklärter Anspruch ist (und möglicherweise sein muss). Es kann sogar die These aufgestellt werden, dass sich eine „unpolitisch“ agierende Wissenschaft sehenden Auges der Gefahr von Instrumentalisierung aussetzt, wenn sie die (Nicht-)Rezeption, Interpretation oder Verwertung ihres Wissens politischen Kräften überlässt.

Wann und inwieweit muss also wissenschaftliche Arbeit politisch sein? Und wo liegt die Grenze, an der Wissenschaft in Politik umschlägt? Der Vortrag stellt diese Fragen aus der Sicht eines (Rechts‑)Wissenschaftlers, der zur und zugleich auf der Schnittstelle von Recht und Politik arbeitet.