Erinnerungskulturen und Bildung – neuer Schwerpunkt gegründet

lundi, 01. novembre 2021 um 15:57 Uhr

An der Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft hat sich der Schwerpunkt Erinnerungskulturen und Bildung gegründet. „Wir wollen unsere gesammelte Expertise bündeln und so einen Dialog über aktuelle erinnerungskulturelle Herausforderungen anregen“ sagt Prof. Dr. Meike Sophia Baader, die zusammen mit Dr. Tatjana Freytag, Dr. Wiebke Hiemesch und Aljoscha Napp den Schwerpunkt gründete. Eine eigene Homepage informiert über Termine und Veranstaltungen. Für den 12. November ist eine Auftaktveranstaltung geplant.

In diversen Forschungs- und Lehrprojekten befasst sich der Schwerpunkt mit der Reflexion und Gestaltung pädagogischer und bildungspolitischen Dimensionen des Erinnerns an den Holocaust. Hierzu gehören unterschiedliche Formate, wie beispielsweise Rinvorlesungen, Publikationen (Baader/Freytag 2015), DFG-geförderte Forschungsprojekte (Baader/Hiemesch 2021), Dissertationen (Hiemesch 2017), Abschlussarbeiten (Napp 2019) und Seminare mit erinnerungskulturellem Fokus. Darüber hinaus arbeitet der Schwerpunkt mit außeruniversitären Personen und Institutionen, wie beispielsweise Gedenkstätten und Lernorten, zusammen, woraus verschiedene Kooperationsprojekte (Sound in the Silence 2021) und Qualifikationsmöglichkeiten für Studierende entstehen.

Um die vielfältigen Zugänge und weiterführenden Anknüpfungspunkte für möglichst viele Interessierte zugänglich zu gestalten, ist die Homepage www.erinnerungskulturenundbildung.de entstanden. Hier wurde nicht nur ein Ort geschaffen um über die eigenen Aktivitäten zu informieren, sondern auch Beiträge von Studierenden zu präsentieren, die sich in ihren Abschluss- oder Seminararbeiten auf besondere Weise mit dem Feld der Erinnerungskulturen auseinandersetzen.

Insbesondere erziehungswissenschaftliche Perspektiven sind hierbei bedeutsam, da mithilfe verschiedener Zugänge die gesellschaftliche Produktion von Wissen sowie die Vermittlung dieser Wissensbestände in den Blick genommen werden. Gleichzeitig befasst sich die Forschungsarbeit auch mit unterschiedlichen erinnerungskulturellen Spannungsfeldern und Problemlagen, welche sich beispielsweise mit der Frage nach einer angemessenen Vermittlung von „unanehmbarer Geschichte“ (Kertész), der Rolle von Zeitzeug*innenschaft, dem Umgang mit Emotionen in der Gedenkstättenpädagogik oder den Auswirkungen vom gesellschaftlichen Pluralisierungstendenzen auf Erinnerungsarbeit beschäftigen.

Um einerseits über aktuellen Herausforderungen innerhalb von erinnerungskulturellen Praxen zu diskutieren und andererseits die Arbeit des Schwerpunktes vorzustellen, lädt das Team des Schwerpunktes zu einer Auftaktveranstaltung am 12. November 2021 um 16 Uhr ein. Zu Gast ist Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, Direktor Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Weitere Informationen zur Veranstaltung

Kontakt

Text: Aljoscha Napp


Foto: Aljoscha Napp