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Rückschau zu „Frist ist Frust - Stehen psychische Belastungen und befristete Verträge in einem Zusammenhang? Möglichkeiten und Chancen, Befristung an Universitäten zu begrenzen.“

Der Personalrat und die KWM hatten - mit freundlicher Unterstützung der SUH - Herrn Peter Müßig vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) gebeten, über das Thema zu referieren und im Anschluss an den Vortrag zu einer Diskussion aufgerufen.

Die Besucher der Veranstaltung erfuhren, dass in der freien Wirtschaft und im übrigen Öffentlichen Dienst eine durchschnittliche Befristungsquote von ca. 8 % normal ist. Dem Gegenüber stehe eine wesentlich höhere Befristungsquote an Hochschulen und Universitäten, die sich auf 70 % – 90 % belaufe. Die erwiesene Tatsache, dass Befristung von Arbeitsverträgen zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen könne, wurde aufgezeigt. Die negativen Auswirkungen für den Arbeitgeber seien hierbei nicht zu unterschätzen. Die Gefährdungsbeurteilung, zu der der Arbeitgeber verpflichtet sei und eine ebenfalls vom Arbeitgeber durchführbare Personalstrukturanalyse sowie ein daraus folgendes Konzept, wurden als möglicher Weg, der aus der ständigen Befristung herausführen könne, aufgezeigt.

Es wurden verschiedene Möglichkeiten und Beispiele dargestellt, wie mit einem höheren Maß an arbeitgeberseitiger Risikobereitschaft die Befristungen begrenzt werden können. Nach dieser Aussage Herrn Müßigs eröffnete ein Wortbeitrag aus der Reihe der Zuhörer_innen die Diskussion: Die Leitung der SUH habe in den vergangenen Jahren beim enormen Wachstum der Universität  bereits Risikobereitschaft gezeigt. Dieses Wachstum fand deutlich auch auf Kosten der Mitarbeitenden statt. (Anmerkung der Redaktion: 2010/2011: 5.694 Studierende/606 Mitarbeitende vs. 2018/2019: ca. 8.584 Studierende/817 Mitarbeitende).

Einfache und sofort umsetzbare Verbesserungen für Betroffene von befristeten Verträgen wäre z. B. ein Personalgespräch mit dem Ziel, eine verbindliche Absprache zur Weiterbeschäftigung zu treffen, sowie das Schließen des anschließenden Arbeitsvertrages bereits 4 Monate vor Ende des aktuellen Vertrages, um Arbeitsplatzsicherheit zu schaffen. Dies ließe sich mit Überbrückungsverträgen realisieren. Selbst die große Frage der Finanzierung wurde im Vortrag von Herrn Müßig aufgegriffen. Hier sei die Dienststelle gefragt.

Die Leitung des Dezernates für Personal- und Rechtsangelegenheiten, Frau Pia Schaarschmidt, nahm an der Veranstaltung teil und beantwortete im Rahmen der an den Vortrag anschließenden Diskussion Fragen zur Qualifizierungsvereinbarung und den Qualifizierungszielen, sowie Fragen zum WissZeitVG (Wissenschaftszeitvertragsgesetz), NHG (Niedersächsisches Hochschulgesetz) und der Lehrverpflichtungsverordnung (LVVO).

Die rege Beteiligung der Anwesenden zeigt, dass an der SUH mehr für die psychische Gesunderhaltung der Mitarbeitenden getan werden muss. Ein erster Schritt in diesem Zusammenhang ist sicher die bald kommende Befragung zur psychischen Belastung am Arbeitsplatz, die der Personalrat sehr begrüßt. Eine erkennbare Bereitschaft, an der durch Befristung resultierenden psychischen Belastung etwas zu ändern, ist der Wunsch der Veranstaltungsbesucher an diesem Abend.

Der Personalrat bedankt sich bei allen Beteiligten und freut sich über Rückmeldungen zu der Veranstaltung.

 

Referent:

Peter Müßig

Abteilung Infrastruktur und Methoden an der DZHW Hannover

und Gesamtbetriebsratsvorsitzender

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