Was bedeutet es, morgen einen Verlag zu führen, Jo Lendle?

vendredi, 17. mai 2013 um 13:30 Uhr

„Die Literatur von morgen findet da statt, wo sie auch heute stattfindet. Nämlich im Kopf des Lesers“, sagt der künftige Hanser-Verlagsleiter Jo Lendle. Am 24. und 25. Mai werden auf einer Konferenz an der Uni Hildesheim neue Formen der Literaturvermittlung diskutiert und entwickelt. Rund 200 Autoren, Literaturvermittler, Journalisten und Experten aus Verlagen und Agenturen sprechen über die Umwälzungen im Literaturbetrieb.

Buchverlage investieren in soziale Medien und Selfpublishing-Autoren werden ernst zu nehmende Mitspieler im literarischen Feld. Auf der Konferenz „Literaturfutur – Neue Formen der Literaturvermittlung“ an der Universität Hildesheim diskutieren am 24. und 25. Mai 2013 Autoren, Literaturvermittler, Journalisten und Experten aus Verlagen und Agenturen über die Umwälzungen im Literaturbetrieb. Rund 200 Teilnehmer werden erwartet.

Wie verändert sich Schreiben, Publizieren und Lesen unter digitalen Bedingungen? „Wir wollen gemeinsam Antworten finden, wie literarische Kommunikation künftig aussehen kann und beginnen damit nicht morgen – sondern jetzt“, sagt Miriam Eickhoff vom studentischen Organisationsteam. „Wie partizipativ und transparent kann Autorschaft sein? Das wollen wir von den Bloggern Sascha Lobo und Stefan Mesch sowie der Berliner Autorin Rabea Edel wissen. Wie und vor allem wo wir lesen werden, das fragen wir Kathrin Passig und Simone Kornappel“, so Eickhoff.

Was bedeutet es, morgen einen Verlag zu führen, Jo Lendle? Lendle spricht über Märkte, Unternehmensphilosophie, Rückbesinnung und Neuorientierung. „Die Literatur von morgen findet da statt, wo sie auch heute stattfindet. Nämlich im Kopf des Lesers. Dahin müssen sich alle Versuche der Literaturvermittlung richten. Die Kanäle dazu wechseln“, sagt Jo Lendle. Er hat an der Universität Hildesheim studiert, ist Schriftsteller, war Leiter des DuMont Buchverlags und wird ab 2014 den Hanser Verlag in München leiten.

30 Studierende der Universität Hildesheim, die sich mit Kreativem Schreiben, Kulturjournalismus und Kulturwissenschaften befassen, haben seit 2012 Literaturfutur konzipiert. Statt Frontalvorträge stehen auf der Konferenz Gespräche, Zusammenarbeit und Teilhabe im Vordergrund. Das studentische Online-Portal „Litradio“ organisiert den Livestream, Kurzfeatures und Interviews.

Programm im Überblick

Freitag, 24. Mai 2013

19.00 Uhr: Begrüßung, mit Jens Roselt und Guido Graf

19.30 Uhr: LITFORTUNE – Herummeinen und gewinnen! In dieser Quiz-Show werden die wirklich wichtigen Fragen zum Literaturbetrieb gestellt. Mit Rabea Edel, Hauke Hückstädt, Johannes Ismaiel-Wendt, Laura Klatt, Simone Kornappel, Jo Lendle, Sascha Lobo, Stefan Mesch, Kathrin Passig, Karla Paul, Gesine von Prittwitz, Daniela Seel und Alexander Vieß

21.15 Uhr: Text, Drugs & Rock ‘n’ Roll – Die literarischste Boygroup der Welt, Livepoetry mit Jan Fischer, Marcel Maas und Tilman Strasser

22:15 Uhr: Das Foyer des Burgtheaters wird zur Tanzfläche. Mit Mareike Bautz

Samstag, 25. Mai 2013

10.00 Uhr: Futur II – Es wird erzählt worden sein. Ist der Literaturbetrieb imstande, sich selbst neu zu erfinden? Mit Rabea Edel, Hauke Hückstädt, Johannes Ismaiel-Wendt, Kathrin Passig und Alexander Vieß

11.30 Uhr: It’s f***ing May 2013! – Positionen zur Autorschaft von morgen. Transparenz, Partizipation und Kollaboration: Gegenwartsautoren über Autorschaft: Mit Rabea Edel, Simone Kornappel, Sascha Lobo und Daniela Seel

12.45 Uhr: Mittagspause

13.45 Uhr: Von Druckerpresse bis E-Book – Der Verlag der Gegenwart und seine Zukunft. Ein Gespräch über Unternehmensphilosophien, Märkte, Rückbesinnung und Neuorientierung. Und die Frage, wofür wir heute überhaupt noch Verlage brauchen. Mit Daniela Seel, Sascha Lobo, Jo Lendle und Kai Splittgerber

15.00 Uhr: Laute Leser – Partizipative Formen der Buchrezeption. Bücher werden kritisiert, empfohlen, geteilt. Ein Gespräch über Buchcommunities, Leserblogs und Social Reading. Mit Stefan Mesch, Karla Paul und Alexander Vieß

16.30 Uhr: Neue Spielräume der Literaturvermittlung. Im Gespräch: Hauke Hückstädt und Laura Klatt, Jo Lendle und Karla Paul, Gesine von Prittwitz und Kai Splittgerber

Veranstaltungsort ist der Kulturcampus Domäne Marienburg der Stiftung Universität Hildesheim (Domänenstraße 1, 31141 Hildesheim). Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei. Interessierte sind herzlich eingeladen. Die Universitätsgesellschaft Hildesheim, die VGH Stiftung, die Evangelisch-Lutherische Landeskirsche Hannovers, die Sparkasse Hildesheim und die Stiftung Universität Hildesheim unterstützten die Veranstaltung.

Detailliertes Programm, Video-Interviews, Referenten und Anfahrt

Kontakt

E-Mail: info@litfutur.de oder über die Pressestelle der Uni Hildesheim
(Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-102, 0177.8605905)

Info: Kreatives und Literarisches Schreiben in Hildesheim

In den kulturwissenschaftlichen Studiengängen an der Universität Hildesheim werden Theorie und Praxis eng verbunden. Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim gehört neben dem Deutschen Literaturinstitut Leipzig, dem Schweizerischen Literaturinstitut in Biel und dem Institut für Sprachkunst der Universität für angewandte Kunst in Wien zu den vier einzigen Universitäts-Instituten im deutschsprachigen Raum, an denen Studentinnen und Studenten in Bachelor- und Master-Studiengängen in Theorie und Praxis des Kreativen und Literarischen Schreibens unterrichtet und ausgebildet werden. Nicht entweder oder, in Hildesheim kombinieren sie die gedruckte und digitale Welt. Während die einen Studierenden das komplexe Feld der Buchproduktion und Verlagswelt erproben – und mit dem Verlag Edition Paechterhaus auf den Buchmessen bestehen, befassen sich andere mit digitaler Medienproduktion.


Wie verändert sich Schreiben, Publizieren und Lesen unter digitalen Bedingungen? Foto: photocase/dergrafischer

Wie verändert sich Schreiben, Publizieren und Lesen unter digitalen Bedingungen? Foto: photocase/dergrafischer

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