Studierende erkunden Nord- und Ostseeraum

mardi, 12. juin 2012 um 09:00 Uhr

Studierende erkunden die Landschaften Dänemarks und Nordwestdeutschlands: Die Genese der Landschaften und Küsten Mittel- und Nordeuropas standen im Fokus der diesjährigen Auslandsexkursion „Nord- und Ostseeraum“ des Institutes für Geographie. Weitere Schwerpunkte lagen auf der Siedlungsgeschichte in den Küstenräumen sowie den Stadtentwicklungen der Städte, wie z.B. Kopenhagen und Lübeck.

Im Rahmen einer neuntägigen Exkursion Anfang Juni haben rund 30 Studierende die Küstenregionen Dänemarks und Norddeutschlands erkundet. Die Zielorte waren in diesem Jahr Lübeck, Kopenhagen, Esbjerg (DK), Tönning, Cuxhaven und Wilhelmshaven.

Die Jungmoränenlandschaften Dänemarks machen deutlich, welch prägenden Einfluss die Gletscher der letzten Kaltzeit – auf das Landschaftsbild hatten. Unsere Studenten konnten dieses an unterschiedlichen Geländereliefformen erkennen, darunter End- und Grundmoränen sowie sogenannte Toteislöcher. Auf der Ostseeinsel Møn haben wir mit den Kreidefelsen zudem noch Formationen aus dem Erdmittelalter erkundet, deren Entstehung es aufzuzeigen galt", erklärt Diplom-Geograph Lars Germershausen. Gemeinsam mit Diplom-Geograph Nico Herrmann hat er die diesjährige Auslandsexkursion des Instituts für Geographie geleitet.

Auch die Altmoränenlandschaften im westlichen Teil Jütlands und Schleswig-Holsteins sowie weitere Gebieten westlich der Elbe sind eiszeitlich geprägt. Bis in diese Gebiete reichten die Gletscher früherer Kaltzeiten (bis vor etwa 135.000 Jahren), deren Spuren noch heute deutlich zu erkennen sind. Ein Beispiel ist die Duhner Heide in der Nähe Cuxhavens.

Beim zweitägigen Aufenthalt in der Hauptstadt Dänemarks standen wirtschaftliche und politische Aspekte im Vordergrund. „Die Bedeutung der Stadt für den gesamten Südskandinavischen Raum ist spätestens seit Fertigstellung der Öresundbrucke im Jahr 2000 unübersehbar", so Germershausen. Dieses wurde in studentischen Vorträgen zu den Themen „Dänemark in der EU“ und „Die Wirtschaftliche Entwicklung Dänemarks“  erläutert.

An der Nordseeküste angekommen widmete sich die Gruppe dem Küstenschutz und der Siedlungsgeschichte Nordwestdeutschlands. Schwere Sturmfluten haben im Mittelalter den Verlauf der Nordseeküste geprägt. Seitdem wurde die Küstenlinie durch Landgewinnungsmaßnahmen immer wieder verändert, erläutert Nico Herrmann. Anhand von Bodensondierungen konnten die Studierenden Hinweise auf die Altersstruktur des Marschlandes gewinnen. Eine Watterkundung, der Besuch des Nationalpark-Informationszentrums „Multimar Wattforum“ und eine Führung im Goldenstedter Moor östlich von Vechta standen ebenfalls auf dem Exkursionsprogramm.

„Wir konnten auch an ganz aktuellen Themen anküpfen – der Bau des Jade-Weser-Ports, die Elbvertiefung. Dabei haben wir wirtschaftliche Vorteile und mögliche ökologische Folgen gegenübergestellt", erklären Lars Germershausen und Nico Herrmann. Wie wichtig Exkursionen im Geographie-Studium sind, hat sich erneut gezeigt. „Die Beobachtung und Deutung landschaftlicher Formen kann im Seminarraum selten so projiziert werden, wie in der Natur vorgegeben. In den meisten Fällen sind die Zusammenhänge am realen Objekt viel einfacher zu erfassen."

Ansprechpartner bei Rückfragen: Lars Germershausen (germersh[at]uni-hildesheim.de), Nico Herrmann (herrm005[at]uni-hildesheim.de)


Auslandsexkursion des Instituts für Geographie: Watterkundung südlich der Halbinsel Eiderstedt unweit des Eidersperrwerkes.

Auslandsexkursion des Instituts für Geographie: Watterkundung südlich der Halbinsel Eiderstedt unweit des Eidersperrwerkes. Auslandsexkursion des Instituts für Geographie: Watterkundung südlich der Halbinsel Eiderstedt unweit des Eidersperrwerkes.