Stipendien: Intensiv die Sprache lernen

jeudi, 29. septembre 2016 um 10:40 Uhr

Jetzt bewerben: Wer seinen Bildungsweg an der Universität nach der Flucht fortsetzen möchte, kann sich bis zum 7. Oktober 2016 um ein Sprach-Stipendium bewerben. In einem mehrmonatigen Intensivsprachkurs bereiten sich Studieninteressierte auf ein reguläres Studium in Hildesheim vor. „Wir ermutigen Frauen, sich um ein Stipendium zu bewerben“, sagt Anna Pulm vom International Office der Universität Hildesheim.

Seit Juni 2016 nehmen junge Erwachsene an einem Intensivsprachkurs inklusive Studienvorbereitung teil. Die Universität Hildesheim schreibt gemeinsam mit der Volkshochschule und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) nun erneut Stipendien für mehrere Intensivsprachkurse aus [hier geht es direkt zur Bewerbung]. Der Sprachkurs richtet sich an Studieninteressierte, die geflohen sind, und ein Studium in Hildesheim aufnehmen möchten. Drei Intensivsprachkurse beginnen im November 2016 in Hildesheim, ein weiterer im Frühjahr 2017.

Die Sprachkurse dauern sechs oder zehn Monate und umfassen jeweils 24 Stunden Deutschunterricht plus etwa fünf Stunden Studienvorbereitung pro Woche. Zusätzlich ist das eigenständige Nachbereiten und Lernen der Inhalte außerhalb der Kurszeiten notwendig.

Der Intensivsprachkurs ermöglicht es in wenigen Monaten, die erforderlichen Sprachkenntnisse zu erwerben und eine Sprachprüfung abzulegen, um ein reguläres Studium an einer Hochschule aufzunehmen. „Wir begleiten Studieninteressierte auf ihrem Weg an die Universität. Die Studienvorbereitung umfasst eine individuelle Beratung zu Themen wie Bewerbung, Finanzierung und Stundenplangestaltung. Wie orientiere ich mich auf dem Campus, wie nutze ich die Bibliothek und das Rechenzentrum? Wie lerne ich richtig? Außerdem gehören Veranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten, Treffen mit Studierenden und Ausflüge dazu“, sagt Anna Pulm, Mitarbeiterin im International Office der Uni Hildesheim. Die Universität finanziert die Stipendien aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.

„Wir ermutigen Frauen, sich um ein Stipendium zu bewerben“, sagt Anna Pulm. Manche Frauen seien eher zurückhaltend oder kennen gar nicht die Chancen, sich weiter zu qualifizieren. Anna Pulm berichtet von positiven Erfahrungen: In der ersten Sprachkurs-Runde lernt seit dem Sommer etwa eine Mutter dreier Kinder mit viel Engagement und Fleiß die deutsche Sprache und bereitet sich derzeit auf eine C1-Prüfung vor. Weitere Frauen reisen bis zu zwei Stunden täglich an, um an dem Sprachkurs teilzunehmen.

Wer sich für ein Stipendium interessiert, kann das Bewerbungsformular online herunterladen [hier geht es zur Bewerbung]. Eine Bewerbung ist bis zum 7. Oktober 2016 möglich. Bewerberinnen und Bewerber müssen gute Deutschkenntnisse mindestens auf A2- oder B1-Niveau nachweisen. Bei Fragen können Sie sich an Anna Pulm (E-Mail: Pulm@uni-hildesheim.de, Telefon: 05121.883-92012) wenden.

Bildungswege nach der Flucht: Übergang in das Studium

Seit Frühjahr 2015 begleitet die Universität Hildesheim Studieninteressierte mit Fluchterfahrung auf ihrem Weg in das Studium. Mit dem kostenfreien Gasthörerstudium ermöglicht die Universität jungen Erwachsenen, bereits Credits (Leistungspunkte) zu erwerben, die sie für ein späteres reguläres Studium anrechnen können. Das Gasthörerstudium soll dabei helfen, die Studienstrukturen und andere Studierende kennen zu lernen, interessante Seminare und Vorlesungen zu besuchen und dabei die deutsche Sprache und Wissenschaftssprache zu lernen. Die jungen Erwachsenen haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse, einige haben noch kein Studium absolviert, einige haben ein Studium in Syrien, Irak, Pakistan, Iran oder Sudan begonnen oder abgeschlossen. Lehrende und Studierende unterstützen die jungen Erwachsenen dabei, Perspektiven für den weiteren Bildungsweg zu entwickeln. Außerdem bilden sie Sprachtandems.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)


Bildungswege nach der Flucht: In Hildesheim können Studierende im Gasthörerstudium bereits Credits (Leistungspunkte) erwerben, die sie für ein späteres reguläres Studium anrechnen können. In einem Intensivsprachkurs bereiten sich Studieninteressierte derzeit auf das Studium vor. Ein Beratungsteam der Uni, hier während einer Informationsveranstaltung, begleitet den Übergang an die Hochschule. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim

Bildungswege nach der Flucht: In Hildesheim können Studierende im Gasthörerstudium bereits Credits (Leistungspunkte) erwerben, die sie für ein späteres reguläres Studium anrechnen können. In einem Intensivsprachkurs bereiten sich Studieninteressierte derzeit auf das Studium vor. Ein Beratungsteam der Uni, hier während einer Informationsveranstaltung, begleitet den Übergang an die Hochschule. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim