Schulalltag: Aufmerksamkeit und Lernen besser steuern

dimanche, 11. décembre 2016 um 15:46 Uhr

Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt" an der Universität Hildesheim, wie Kinder sich entwickeln. Die Wissenschaftlerinnen setzen ein neues Interventionsprogramm für Zweit- und Drittklässler fort. Die Universität sucht dafür interessierte Familien, die sich ab sofort melden können.

Viele Grundschulkinder, das haben aktuelle wissenschaftliche Studien gezeigt, leiden gleichzeitig unter Lernstörungen (Lese-Rechtschreibprobleme oder Rechenprobleme) und unter Aufmerksamkeitsstörungen. Diese Kinder haben es in der Schule und auch bei den Hausaufgaben schwer: Eigentlich müssen sie mehr lernen und üben als andere Kinder, denen Lesen, Schreiben und Rechnen keine Probleme bereiten, aber ausgerechnet ihnen fällt es besonders schwer sich zu konzentrieren und ausreichend lange durchzuhalten. So verpassen sie immer wieder wichtige Unterrichtsinhalte und die Lücken und Schwierigkeiten werden immer größer.

In der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ des Instituts für Psychologie bietet ab Dezember 2016 zum zweiten Mal ein Projekt für Kinder mit diesen Schwierigkeiten an. Studierende haben unter der Leitung von Professorin Claudia Mähler, Kirsten Schuchardt und Julia Koenigs ein Programm ausgearbeitet, in dem versucht wird, Therapiebausteine zur Steuerung der Aufmerksamkeit und zum Lernen miteinander zu verbinden. In kleinen Gruppen von zwei bis vier Kindern sollen die Kinder üben, ihr Lernen besser zu steuern und dies in den Bereichen Deutsch und Mathematik anzuwenden. Dieses Programm ist eine Kurzintervention mit zehn Sitzungen und kann keine langfristige Lerntherapie ersetzen, sondern vielleicht ein Einstieg in Veränderungsprozesse sein. Für Eltern gehören fünf Informationsabende dazu.

Familien aus der Region Hildesheim wenden sich mit Fragen und Sorgen rund um die kindliche Entwicklung an die Universität. „Die Kinder profitieren sehr davon, hier in der Hochschulambulanz andere zu treffen, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, und das gilt auch für die Eltern. Die Eltern sind sehr dankbar für konkrete Hinweise zum Umgang mit schwierigen Alltagssituationen, zum Beispiel mit den Hausaufgaben“, so Professorin Claudia Mähler über die bisherige Arbeit in dem Interventionsprojekt. Außerdem sei ein Baustein des Projekts die Verbesserung des Selbstwertgefühls der Kinder, dies sei den Eltern sehr wichtig. Die Arbeit sei ein Gewinn für alle Seiten, so Mähler, auch für die Studierenden, die in dem Projekt praktische Erfahrungen im Umgang mit der Therapie mit Kindern machen und Kenntnisse an Eltern vermitteln.

Therapieprogramm „Willi Waschbär“: Universität sucht Familien

Eltern von Kindern im 2. oder 3. Schuljahr mit Lern- und Aufmerksamkeits-schwierigkeiten sind herzlich eingeladen sich umgehend zu melden, wenn sie an einer Teilnahme am Therapieprogramm „Willi Waschbär“ interessiert sind. Eltern können das Team der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ kontaktieren und sich mit ihren Fragen an Prof. Dr. Claudia Mähler, Dr. Kirsten Schuchardt und Julia Koenigs wenden (05121-883-11012, montags bis donnerstags, 13:00 bis 14:00 Uhr).

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)


Emiliano (9) und Josie (8) lernen in der Uni-Ambulanz „Kind im Mittelpunkt", wie sie ihre Aufmerksamkeit und ihr Lernverhalten besser steuern können, die Doktorandin Julia Koenigs und das Stofftier „Willi Waschbär“ helfen ihnen dabei. Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz an der Universität Hildesheim, wie Kinder sich entwickeln. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim

Emiliano (9) und Josie (8) lernen in der Uni-Ambulanz „Kind im Mittelpunkt", wie sie ihre Aufmerksamkeit und ihr Lernverhalten besser steuern können, die Doktorandin Julia Koenigs und das Stofftier „Willi Waschbär“ helfen ihnen dabei. Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz an der Universität Hildesheim, wie Kinder sich entwickeln. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim