Projektsemester auf dem Kulturcampus

lundi, 27. juin 2016 um 12:24 Uhr

Künstlerisch-praktisches Projektsemester an der Universität: Seit Frühjahr 2016 arbeiten 350 Studierende in 20 Projekten zu dem Thema „Aussetzen“. Ergebnisse aus der Projektarbeit kann man in Inszenierungen, Musik, Filmen, Lesungen und Konzerten in dieser Woche auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg erleben.

Das Hildesheimer Projektsemester findet 2016 zum zehnten Mal statt. Studentinnen und Studenten des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ lassen sich über mehrere Monate auf künstlerische Prozesse jenseits der üblichen 90-Miuten Taktung der Lehrveranstaltungen ein. Sie arbeiten dabei in interdisziplinären Projektgruppen in den Bereichen Theater, Literatur, Medien, Film, Philosophie, Musik und bildende Kunst und präsentieren die entstandenen Ergebnisse in unterschiedlichen Formaten während eines Festivals vom 29. Juni bis 3. Juli 2016. In diesem Jahr dreht sich alles um das Thema „Aussetzen“.

„Das Projektsemester hebt den üblichen Lehrbetrieb der Universität aus den Angeln“, sagt Professor Jens Roselt, Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs. „Der Kulturcampus Domäne Marienburg wird dabei für einen Sommer zu einem künstlerischen Produktionsort für Theater, Medien, Film, Kunst und Philosophie. Lehrende und Studierende erkunden dabei gemeinsam das Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis und stellen ihre Konzepte und Ideen auf die praktische Probe.“ 

Was passiert im Projektsemester 2016? Studentinnen und Studenten versuchen in einem Projekt, Aussetzer dokumentarisch festzuhalten. Andere setzen sich bewusst der Peinlichkeit aus, um sie als eine Strategie der Selbstinszenierung zu nutzen und stellen sich dabei die Frage, ob im bewussten Ausfallen aus der Konvention subversives Potential liegt. Im Projekt „Halb 10 in Deutschland“ erforschen Studierende das Verschwinden der Pause, begeben sich auf die Suche nach auditiven Pausenzeichen in Musik, Radio und Werbung und komponieren ihre eigene Pausenmusik.

Die Studiengänge Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Szenische Künste und Philosophie-Künste-Medien zeichnen sich durch die Verbindung von künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Arbeit aus. Seit 1992 findet alle zwei Jahre das fachübergreifende Projektsemester mit einem bestimmten thematischen Schwerpunkt statt.  Die Projekte bieten unter anderem die Chance, Konzepte des Inszenierens, Kuratierens, der Vermittlung und des Kulturmanagements unter realen Bedingungen auszutesten. Neben dem Projektsemester produzieren die Hildesheimer Studiengänge zudem das europäische Theater- und Performancefestival „transeuropa“, sowie das größte Festival junger Literatur in Deutschland „Prosanova“.

Projektsemester: Festival „Aussetzen“ vom 29. Juni bis 3. Juli 2016

Zwanzig Projektgruppen stellen ihre Resultate in Form von Ausstellungen, Inszenierungen, Musik, Filmen, Lesungen, Konzerten und vielen weiteren spannenden Formaten vom 29. Juni bis 3. Juli 2016 vor. Weitere Informationen zum Festival, zu Festivaltickets und zum Programm findet man online. Die Studierenden und Lehrenden bieten auch Nachgespräche an: Eine spannende Projektpräsentation gesehen? Noch Fragen oder Kommentare dazu? Die feierliche Eröffnung des Projektsemesters findet am 29. Juni 2016 um 18.00 Uhr im Park des Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim (Domänenstraße, 31141 Hildesheim, hinter Haus 2) statt. 

Projekterfahrungen: Kombination von Theorie und Praxis kommt gut an

Die Hildesheimer Studentinnen und Studenten sollen künstlerische Prozesse aus eigener Erfahrung kennen und beurteilen können. „Wissenschaftliche Fragen können auch ästhetisch ausgelotet werden“, sagt Birgit Mandel, Professorin für Kulturvermittlung und Kulturmanagement an der Universität in Hildesheim. „Immer wieder zeigen Gespräche mit Arbeitgebern ebenso wie Rückmeldungen von Absolventen, dass es vor allem bestimmte Fähigkeiten sind, die beruflichen Erfolg ausmachen, etwa Verantwortung zu übernehmen, Risikofreude, Teamfähigkeit. Diese Kompetenzen werden nicht in normalen Seminaren herausgebildet, sondern erfordern Projekte mit Ernstfallcharakter“, sagt Mandel.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)


Wie das Projektsemester entsteht, eine intensive Zeit: Auf dem mittelalterlichen Burggelände, dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Hildesheimer Universität, tickt die Zeit anders. Statt in der üblichen 90-Minuten-Taktung verlaufen kulturwissenschaftliche Projekttage auch einmal über den ganzen Tag. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim (4), Projektsemester (2)

Wie das Projektsemester entsteht, eine intensive Zeit: Auf dem mittelalterlichen Burggelände, dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Hildesheimer Universität, tickt die Zeit anders. Statt in der üblichen 90-Minuten-Taktung verlaufen kulturwissenschaftliche Projekttage auch einmal über den ganzen Tag. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim (4), Projektsemester (2)