Petersburger Nächte ...

Saturday, 27. March 2004 um 18:10 Uhr

Tangoensemble faux pas in Nordrussland

Als Tangueros wollten wir eigentlich nach Buenos Aires, oder zumindest nach Paris, irgendwohin, wo die Sonne scheint und das Leben pulsiert. Stattdessen fanden wir uns Ende September unverhofft in einem Nachtzug in Richtung Wologda wieder.

Sicherlich gibt es auch russischen Tango, aber werden sich die Leute für unsere Musik interessieren? Gibt es einen Kontrabass? Oder einen Gitarrenverstärker? Wie lebt es sich im russischen Wohnheim, warum wollte bislang niemand unser Plakat haben, wann genau setzt der Winter ein und vor allem: spricht hier nicht doch irgendwer Englisch? Die Zweifel waren schnell beseitigt; was am ersten Tag noch fehlte, wurde am zweiten möglich gemacht, so dass nach einigen Tagen Probe und ebenso vielen Abenden der "Pflege studentischer Beziehungen" spätestens beim zweiten Konzert jeder sicher sein durfte, dass das Publikum mitfiebert. Und schon mussten wir die Stadt der legendären Kekse (Prjaniks) verlassen, und die Fragen tauchten wieder auf, die nach dem Bass, und vor allem: Wer ist "El Abrazo", Viktor, den wir fast nur aus E-Mails kannten, und der trotzdem voller Elan für uns in kürzester Zeit ein Konzert und einen Ball organisiert hatte - in den prächtigen Sälen eines Petersburger Kulturpalastes - und darüber hinaus eine Wohnung im Schlafviertel, einen übervollen Kühlschrank und ein straffes Tagesprogramm. Das Husten in unseren Reihen wurde immer unüberhörbarer, dennoch bleibt die Erinnerung an einen stimmungsvollen Tangoball am letzten Abend. Die Nacht wäre wohl nicht kürzer geworden als am Rio de la Plata, hätte nicht gegen elf die Pförtnerin energisch mit dem Schlüsselbund geklimpert. So hieß es Abschied zu nehmen. Ein erstes Wiedersehen konnten wir Anfang Dezember feiern, als wir unsere Geige nach vier Anläufen beim Petersburger Zoll wieder in den Händen hielten. Feierlich werden wir auch das Wiedersehen mit den russischen Studentinnen im neuen Jahr begehen. Wer uns wieder sehen will, hat dazu am 14. Februar bei einem abwechslungsreichen Tangoabend im Vier Linden, wo auch unsere neue CD vorgestellt wird, die Gelegenheit.

Sicherlich gibt es auch russischen Tango, aber werden sich die Leute für unsere Musik interessieren? Gibt es einen Kontrabass? Oder einen Gitarrenverstärker? Wie lebt es sich im russischen Wohnheim, warum wollte bislang niemand unser Plakat haben, wann genau setzt der Winter ein und vor allem: spricht hier nicht doch irgendwer Englisch? Die Zweifel waren schnell beseitigt; was am ersten Tag noch fehlte, wurde am zweiten möglich gemacht, so dass nach einigen Tagen Probe und ebenso vielen Abenden der "Pflege studentischer Beziehungen" spätestens beim zweiten Konzert jeder sicher sein durfte, dass das Publikum mitfiebert. Und schon mussten wir die Stadt der legendären Kekse (Prjaniks) verlassen, und die Fragen tauchten wieder auf, die nach dem Bass, und vor allem: Wer ist "El Abrazo", Viktor, den wir fast nur aus E-Mails kannten, und der trotzdem voller Elan für uns in kürzester Zeit ein Konzert und einen Ball organisiert hatte - in den prächtigen Sälen eines Petersburger Kulturpalastes - und darüber hinaus eine Wohnung im Schlafviertel, einen übervollen Kühlschrank und ein straffes Tagesprogramm. Das Husten in unseren Reihen wurde immer unüberhörbarer, dennoch bleibt die Erinnerung an einen stimmungsvollen Tangoball am letzten Abend. Die Nacht wäre wohl nicht kürzer geworden als am Rio de la Plata, hätte nicht gegen elf die Pförtnerin energisch mit dem Schlüsselbund geklimpert. So hieß es Abschied zu nehmen. Ein erstes Wiedersehen konnten wir Anfang Dezember feiern, als wir unsere Geige nach vier Anläufen beim Petersburger Zoll wieder in den Händen hielten. Feierlich werden wir auch das Wiedersehen mit den russischen Studentinnen im neuen Jahr begehen. Wer uns wieder sehen will, hat dazu am 14. Februar bei einem abwechslungsreichen Tangoabend im Vier Linden, wo auch unsere neue CD vorgestellt wird, die Gelegenheit.

Gudrun Gadow

Die neue CD von Faux Pas kostet 10 Euro und kann per E-Mail: faux-pas(at)web.de oder telefonisch bei Katharina Pfänder 05121/989924 bestellt werden.