Netzwerk Männer und Grundschullehramt startet

Tuesday, 19. November 2013 um 17:35 Uhr

Etwa 90 % der niedersächsischen Lehrkräfte sind weiblich. Die Universität Hildesheim baut ein Netzwerk „Männer und Grundschullehramt“ auf. Die Plattform fördert den Austausch unter Lehrerinnen und Lehrern, Schulleitungen, Schulbehörden, Ministerien sowie Universitäten. Das Gleichstellungsbüro bietet seit 2010 im Projekt „Männer und Grundschullehramt“ Schnuppertage, Schultandems, Kooperationen mit Schulen und Berufsinformationsabende für Oberstufenschüler an. Ziel ist, das Berufsfeld stärker für Männer zu öffnen.

Die Universität Hildesheim baut ein Netzwerk „Männer und Grundschullehramt – Gender und Diversität in der Grundschule“ auf. Die Plattform fördert den Austausch unter Lehrerinnen und Lehrern, Schulleitungen, Schulbehörden, Ministerien sowie Lehrenden und Studierenden an Universitäten, um langfristig auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis im Grundschullehramt hinzuwirken. Eine Onlineplattform bietet kostenfreie Unterrichtsmaterialien, eine Praxisbörse und informiert über Weiterbildungsveranstaltungen und good practice-Beispiele an deutschen Universitäten.

Das Netzwerk startet in dieser Woche mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung an der Uni Hildesheim (Programm als pdf). Etwa 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Hamburg, Bremen und Hildesheim, Studierende, Lehrkräfte, die Landesschulbehörden und das Wissenschafts- und Kultusministerium sind beteiligt. Die Veranstaltung ist offen für Interessierte aus allen Bundesländern.

Das Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim bietet im Projekt „Männer und Grundschullehramt“ seit 2010 Schnuppertage, Kooperationen mit Schulen und Berufsinformationsabende für Schüler. Mit diesen Maßnahmen soll das Berufsfeld stärker für Männer geöffnet werden. Bundesweit gibt es bisher nur in Hamburg, Freiburg und Bremen ähnliche Initiativen. Lehramtsstudenten sind am Hildesheimer Projekt beteiligt. Sie besuchen gemeinsam mit der Studienberatung Schulen und informieren über die Anforderungen und Aufgaben des Berufes. Im „Schultandem" unterrichten Oberstufenschüler eine Stunde in einer Grundschule, dabei werden sie von Studenten begleitet. Einer von ihnen ist Martin Preisigke, der seine Masterarbeit über Männer in der Grundschule schrieb und Schüler des Gymnasiums Himmelsthür auf ihre erste Unterrichtsstunde in der Grundschule Moritzberg vorbereitet hat. Seit 2013 unterrichtet er an der Grundschule Cramme als Referendar.

Außerdem setzen sich Lehramtsstudierende in „Gender Trainings" zum Beispiel mit Rollenklischees in Unterrichtsmaterialen und Vielfalt im Klassenzimmer auseinander. Studierende können sich an Sabine Hastedt wenden (hastedt[at]uni-hildesheim.de).

Hintergrund – Fakten

Im Schuljahr 2011/12 waren etwa 10 % der niedersächsischen Grundschullehrkräfte männlich (bundesweit: im Schuljahr 2010/2011 etwa 13%). Im Wintersemester 2012/13 sind im Bachelorstudium mit Schwerpunkt Grundschule 17,3% der Studierenden an der Uni Hildesheim männlich, im Masterstudium sind es 14,8%. Zum Vergleich: im WiSe 2009/10 waren 14,4% im Bachelor und 10,6% im Master mit dem Schwerpunkt Grundschule männlich.

Lesetipp

Welche Maßnahmen sind geeignet, um mehr junge Männer für den Beruf „Grundschullehrer“ zu interessieren? Wie können Schulen, Schulbehörden und Universitäten zusammenarbeiten? Weshalb ist ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in der Grundschule wichtig?Welche Rolle spielt das Geschlecht von Lehrkräften in der Grundschule? Im VS Verlag ist das Buch „Männer und Grundschullehramt“ (Sabine Hastedt/Silvia Lange, Uni Hildesheim) erschienen. Der Band dokumentiert den aktuellen Forschungsstand und Erfahrungen aus der Praxis.

Die Auftaktveranstaltung des Netzwerks „Männer und Grundschullehramt – Gender und Diversität in der Grundschule“ findet an der Universität Hildesheim am Mittwoch, 20. November 2013, statt und beginnt um 15:30 Uhr mit einem Einstieg und öffentlichen Vortrag (Hauptcampus, Raum I 010).


Martin Preisigke engagiert sich im Projekt „Männer und Grundschullehramt". Der Lehramtsabsolvent der Universität Hildesheim ist seit 2013 Referendar und einer der wenigen Männer im Kollegium. Ihm steht noch vieles bevor: Martin Fröhlich hat aber schon im ersten Studienjahr jeden Freitag im Klassenzimmer verbracht, auch mal auf dem Schulhof. „Ich erfahre, was zum Schulalltag gehört. Ich fühle mich in meinem Berufswunsch bestätigt." Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim