Kulturwissenschaftliche Thementage „Körper der Zukunft?“

mercredi, 21. avril 2021 um 07:19 Uhr

Der Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation beschäftigt sich im diesjährigen Projektsemester unter dem Titel „Große Erwartungen“ mit dem Thema „Zukünfte“. Im Rahmen des Projektsemesters lädt ein Seminar-Team von Prof. Dr. Johannes Ismaiel-Wendt zu den ersten Thementagen unter der Überschrift „Körper der Zukunft?“ ein. Los geht es mit einer digitalen Diskussion und Music Session am Freitag, 23. April 2021.

Johannes Ismaiel-Wendt forscht und lehrt am Institut für Musik und Musikwissenschaft. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Projektsemester Große Erwartungen – Umgang mit Digitalität

„Große Erwartungen“ ist von April bis Juli 2021 das zentrale wissenschaftlich-künstlerische Arbeitsthema des gesamten Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ der Universität Hildesheim.

„Eine der aktuellen Erwartungen, die sich den Kulturwissenschaften stellen, ist sicherlich der Umgang mit Digitalität und demnach die Frage nach den Veränderungen in der auf geteilte Präsenz angelegten ‚Grundordnung‘ der universitären Lehre“, sagt Dekan Prof. Dr. Stefan Krankenhagen.

„Zukunft ist ein brisanter diskursiver Verhandlungsraum“

Parallel zum Projektsemester fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur ein Transferprojekt im Programm „Zukunftsdiskurse“. In den nächsten Wochen bis Juli finden diverse Veranstaltungen mit Gästen aus Kunst, Kultur, Religion, Politik und Medien statt – offen für die Stadtgesellschaft und alle Interessierten, online und in Formaten wie beispielsweise ein Stadtspaziergang (Ende Mai).

„Zukunft ist ein brisanter diskursiver Verhandlungsraum, das lassen uns die kämpferischen Debatten um Prognosehoheiten in den letzten Monaten noch einmal ganz deutlich spüren. In den Kultur- und Geisteswissenschaften und in den Künsten gibt es Expertise in Bezug auf Zukünfte“, sagt der Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Johannes Ismaiel-Wendt. „Versprechen, Utopien und Bedrohungsszenarien haben eine Jahrtausende alte Kultur- und Religionsgeschichte. Die Auseinandersetzung mit Hoffnung und Besorgnis ist Thema unzähliger künstlerischer und medialer Produktionen.“

Im Rahmen der Thementage „Körper der Zukunft?“ diskutieren Studierende und Lehrende mit Expert*innen aus Kunst, Kulturinstitutionen, Wissenschaft und Handwerk. „Wie werden die Körper der Zukunft aussehen? Wie darf er aussehen, damit wir keine Angst vor Cyborgs in den menschlichen Reihen bekommen? Welche Rollen werden zukünftig künstliche Intelligenzen einnehmen? Welche Zukunftsvisionen sind vielleicht längst Gegenwart und wie altbacken sind eigentlich viele aktuelle Visionen und Verheißungen? Welchen Herausforderungen wird sich der Kulturbereich stellen (müssen)?“, fragen Johannes Ismaiel-Wendt und das studentische Team.

„Große Erwartungen“ – Thementage „Körper der Zukunft“ starten

Über „Cyborgs, Dis_Abled und andere Normale. Kunst und Kultur von allen für alle?“ diskutieren am Freitag, 23. April 2021, ab 17:00 Uhr unter anderem der Psychologe und Musiker Betrolt Meyer, der Orthopädietechniker Frank Meyer, das Uni-Ensemble für Electronic Dance Music „something that runs“, der Sound Artist Sebastian Kunas, die Tänzerin und Kulturwissenschaftlerin Tanja Erhart, der TfN-Intendant Oliver Graf und Clara Maria Scheim, Inklusionsbeauftragte des Theaters für Niedersachsen. „Sie alle werden in diesem Rahmen über Potenziale, Zugänge und Be_hinderungen sprechen. Und wir werden auch, über Gespräche hinausweisend, künstlerische Praxis erleben“, so Johannes Ismaiel-Wendt.

Am Freitag, 7. Mai 2021, ab 18:00 Uhr folgt ein öffentliches Online-Watch-Together mit Anna Pillinger (WU Wien), Nora Brünger (Kuratorin/ Kunstverein Hildesheim) und Olivia Hyunsin Kim (Performerin/ Choreografin) über Künstliche Intelligenz und Gender in den Künsten. In dieser digitalen Veranstaltung dekonstruieren die Expert*innen zum Beispiel Szenen aus Filmen, in denen Robotern und Technologien Geschlechterrollen zugeschrieben werden. Sie präsentieren zudem alternative Ansätze aus ihrer eigenen Praxis.

Die beiden Veranstaltungen finden im digitalen Raum statt. Diese und weitere Veranstaltungen finden Sie online unter dem folgenden Link: www.uni-hildesheim.de/kulturpraxis/grosse-erwartungen.

Projektsemester des Fachbereichs Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation

Einblicke in das Projektsemester des Fachbereichs Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation erhalten Interessierte im Blog „Kulturpraxis“. Auf dem Instagram-Kanal der Uni Hildesheim (

www.instagram.com/unihildesheim/

) begleiten die Studentinnen Anna und Moira das Projektsemester des Fachbereichs 2 über die gesamte Laufzeit hinweg mit regelmäßigen Beiträgen in Wort, Bild und Video.

Lesen Sie ein Interview von Kehrwieder-Redakteur Kilian Schwartz mit Prof. Dr. Johannes Ismaiel-Wendt in der Wochenzeitung Kehrwieder vom 10.04.2021 (Seite 7).

Zur Person: Prof. Dr. Johannes Ismaiel-Wendt

Seit 2012 forscht und lehrt Prof. Dr. Johannes Ismaiel-Wendt mit dem Schwerpunkt Musiksoziologie und Popular Music an der Universität Hildesheim. Der Kultur- und Musikwissenschaftler befasst sich mit Musik und Musiktechnologie als Speicher und Generatoren von kulturellem Wissen.

Ismaiel-Wendt studierte Kulturwissenschaft, Soziologie und Musikwissenschaft an der Uni Bremen. Er promovierte mit der Arbeit „tracks’n’treks. Postkoloniale Musik und Postkoloniale Analyse“ (2010). Er schreibt und lehrt über ästhetische Strategien in Electronic Dance Music, Hip-Hop und über Musik- und Audiotechnologien mit besonderem Fokus auf Fragen kultureller Repräsentation und Rassismus. Johannes Ismaiel-Wendt ist staatlich anerkannter Erzieher und arbeitete in kulturpädagogischen Projekten. Zwei Jahre arbeitete er am Haus der Kulturen der Welt in Berlin in den Projekten „Translating HipHop“ und „Global Prayers“. Er ist Mitbegründer des Kollektivs ARK, das seit 2018 in verschiedenen Museen und Ausstellungskontexten post-repräsentative Sound-Installationen und Sound Lectures verwirklicht.


Morgen. Fotografie von Sarah Potrafke am Berghain in Berlin.