Projektseminar „Sustainable University“ erhält Auszeichnung der Deutschen UNESCO-Kommission

Tuesday, 04. October 2011 um 08:24 Uhr

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat das Hildesheimer Projektseminar „Sustainable University" als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Damit gehört das Seminar zu den Initiativen, die das Anliegen der weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzen: Sie vermitteln Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln.

„Das Projektseminar ‚Sustainable University‘ der Stiftung Universität Hildesheim zeigt eindrucksvoll, wie zukunftsfähige Bildung aussehen kann. Das Votum der Jury würdigt das Projekt, weil es verständlich vermittelt, wie Menschen nachhaltig handeln“, so Prof. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees und der Jury der UN-Dekade in Deutschland. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat in Deutschland bereits über 1.300 Projekte ausgezeichnet.

Das kooperative Projektseminar des Instituts für Biologie und Chemie sowie des Instituts für Geographie der Stiftung Universität Hildesheim läuft kontinuierlich seit 2009 und wird in jedem Semester angeboten. „Ziel des Projektes ist es, eine möglichst große Anzahl Studierender unterschiedlicher Fächer und Studiengänge mit dem Thema Nachhaltigkeit bzw. nachhaltiger Entwicklung bekannt zu machen. Wir legen besonderen Wert auf innovative Hochschuldidaktik und forschungsorientiertes Lernen“, erläutert Dr. Torsten Richter. „Außerdem wollen wir die gesamte Nachhaltigkeitsbilanz der Universität positiv verändern.“

Das Projektseminar arbeitet interdisziplinär und projektorientiert. Die Lehrenden sind Mentoren der von ihnen begleiteten Projektgruppen. Jeweils im Wintersemester gibt es eine Einführung in Nachhaltigkeit, nachhaltige Entwicklung, BNE und Projektmanagement. Anschließend entwickeln die Studierenden eigenständig Projektideen zur Erfassung und Weiterentwicklung der Universität und ihrer Aktivitäten hinsichtlich Nachhaltigkeit. „Zu den Ideen zählen zum Beispiel die Ermittlung des ökologischen Fußabdrucks eines durchschnittlichen Studierenden, ein Benchmarking mit anderen Universitäten, ein Umweltgartenprojekt oder die Vorbereitung einer nutzeradressierten Energieeinsparungskampagne“, erzählt Richter. Mit Nachhaltigkeitsinitiativen anderer Universitäten besteht ein reger Erfahrungsaustausch.

Im Mai 2011 wurde ein erster Umwelt- und Nachhaltigkeitstag an der Universität vom Ökoreferat des AStA organisiert, der jährlich stattfinden soll. Am Donnerstag, 06. Oktober 2011, findet an der Stiftung Universität Hildesheim die Tagung „Hochschulen in nachhaltiger Entwicklung – neue Wege des Lernens durch Engagement" statt – die Folgeveranstaltung der AG Hochschule des Runden Tisches der UN-Dekade. Zur Eröffnung spricht Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des renommierten Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie, zum Thema „Die Macht der Studierenden für den Wandel hin zu einer nachhaltigen Hochschullandschaft".

UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014)

Nachhaltige Entwicklung funktioniert nur, wenn sich jeder für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzt. Die notwendigen Fähigkeiten dazu vermittelt Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE. Wo kaufe ich Kleidung, ohne Ausbeutung in Asien oder Afrika zu unterstützen? Wie fördern wir wirtschaftlichen Fortschritt, ohne die Umwelt zu zerstören? Das sind nur zwei der Fragen, die Bildung für nachhaltige Entwicklung beantwortet. Mit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, diese Art des Lernens in ihren Bildungssystemen zu verankern. Auf Grundlage eines einstimmigen Bundestagsbeschlusses koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission die deutschen Aktivitäten zur UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung". Sie hat ein Nationalkomitee berufen und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eine Dekade-Koordinierungsstelle eingerichtet.

Weitere Informationen unter: www.bne-portal.de/dekade-projekte