Kooperationspartner*innen entwickeln Algorithmus zur Verteilung von Geflüchteten

mardi, 08. juin 2021 um 15:03 Uhr

In einem von der Stiftung Mercator geförderten Kooperationsprojekt der Stiftung Universität Hildesheim und der Universität Erlangen-Nürnberg, gemeinsam mit Bundesländern und Kommunen, entwickeln Wissenschaftler*innen einen Algorithmus, der die Verteilung von Geflüchteten auf die Kommunen verbessern soll. „Wir begleiten diesen Prozess zudem wissenschaftlich, um hieraus weiterführende Erkenntnisse für Forschung und Praxis ableiten zu können“, sagt Dr. Danielle Gluns, Leiterin der Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik der Universität Hildesheim.

Die Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik wurde im Jahr 2019 am Institut für Sozialwissenschaften und dem Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim eingerichtet. „Ziel ist, den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis im Bereich der Migrationspolitik zu verbessern“, erläutert Gluns die grundlegenden Aufgaben. Die Stelle ist Teil der Migration Policy Research Group von Prof. Dr. Hannes Schammann.

In lokalen, regionalen und nationalen Kooperationen mit Politik und Praxis entwickelt das Team um Danielle Gluns gemeinsame Veranstaltungen und Projekte. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden so aufbereitet, „dass sie für Praktiker*innen eine effektive Hilfestellung bieten können“, sagt Gluns. „Andererseits sollen unsere Aktivitäten dazu dienen, Impulse aus der Praxis aufzugreifen und in die Wissenschaft einzuspeisen, um praxisrelevante Forschung im Bereich der Migrationspolitik voranzutreiben.“ Das Projekt zur Verteilung von Schutzsuchenden ist eines von drei drittmittelfinanzierten Projekten, die derzeit an der Forschungs- und Transferstelle umgesetzt werden.

Integration und Teilhabe: Gemeinsame Arbeit mit unterschiedlichen Partner*innen

Am 14.06. findet das Auftakttreffen des Projekts „Match’In. Pilotprojekt zur Verteilung von Schutzsuchenden mit Hilfe eines algorithmengestützten Matching-Verfahrens“  statt. Das Treffen ist sehr wichtig, um gemeinsam mit den verschiedenen am Projekt beteiligten Partner*innen konkrete Zielsetzungen und die nächsten Schritte festzulegen. Die Partner*innen sind zentral für das Gelingen des Projekts: neben den Kolleg*innen der Universität Erlangen-Nürnberg (Forschungsbereich Migration, Flucht und Integration von Frau Prof. Dr. Petra Bendel) sind das insbesondere die teilnehmenden Bundesländer. Gemeinsam mit Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie ggf. einem weiteren Bundesland werden im Projekt Indikatoren entwickelt, die für die Integration vor Ort relevant sind. Dazu zählen einerseits die Voraussetzungen der Schutzsuchenden und andererseits die Voraussetzungen der aufnehmenden Kommunen. Diese werden durch einen Algorithmus abgeglichen und die Konstellation mit den bestmöglichen Integrationsvoraussetzungen ermittelt („Matching“).

Da hierfür eine Software entwickelt werden soll, die den Abgleich vornimmt, kooperiert die Forschungs- und Transferstelle mit der Arbeitsgruppe Software Systems Engineering am Institut für Informatik der Universität Hildesheim unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Schmid. Im Rahmen des dreijährigen Projekts wird dieser Algorithmus anschließend direkt in der Praxis in drei bis fünf Kommunen pro Bundesland erprobt und auf Basis der Erkenntnisse weiterentwickelt. Die Pilotkommunen werden derzeit von den Ländern ausgewählt.

Zum Abschluss des Projekts werden die Ergebnisse ausgewertet und es wird analysiert, inwiefern sich ein solcher Algorithmus für die Verteilung von Schutzsuchenden auch in anderen Bundesländern oder auf Bundes- oder EU-Ebene, eignet.

Das Projekt wird am 08.07. im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt (s.u.). Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Veranstaltungshinweis:

ZBI Mini Lectures 2021: Lost in Translation? Die Arbeit der Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik (öffentlich]

  • Wann: 8. Juli 2021, 12:15 Uhr bis 12:45 Uhr
  • Wo: DIGITAL, Zoom Meeting-ID: 957 5166 7665, Kenncode: 072021
  • Referentin: Dr. Danielle Gluns und Felix Maas, Institut für Sozialwissenschaften/Migration Policy Research Group
  • Thema des Kurzvortrags: Lost in Translation? Die Arbeit der Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik

Kurzinfo: Das Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) lädt in der digitalen Veranstaltungsreihe „ZBI Mini Lextures 2021“ zu Kurzvorträgen ein, in denen Wissenschaftler*innen aktuelle Einblicke in die Forschungs- und Transferprojekte der Focal Points des Zentrums für Bildungsintegration geben. Interessierte sind herzlich eingeladen.

 

Ansprechpartnerin: Dr. Danielle Gluns, danielle.gluns(at)uni-hildesheim.de

Ansprechpartner für die Arbeitsgruppe Software Systems Engeneering: Dr. Christian Sauer, sauer(at)sse.uni-hildesheim.de

 

 


Dr. Danielle Gluns, Leiterin der Forschungs- und Transferstelle Migrationspolitik der Universität Hildesheim, und Mitarbeiter Felix Maas sind Ansprechpartner*in für das Projekt. Fotos: Picture People Münster / Picture People Berlin

Dr. Christian Sauer ist Ansprechpartner der AG SSE für das Match'In-Projekt. Foto: privat

Grafik: Danielle Gluns

Visualisierung: Danielle Gluns