Fit für den Kulturmarkt

Tuesday, 27. December 2011 um 16:08 Uhr

Ob Kunsthistoriker, Ägyptologen oder Architekten – seit 2008 sind 80 Kulturschaffende im Rahmen des Projekts „EduKult³ – Fit für den Kulturmarkt“ fortgebildet worden. Die Weiterbildungsmodule an den Zentren für lebenslanges Lernen der Stiftungsuniversität Hildesheim und der Universität Oldenburg legten für die Teilnehmer den Grundstein für eine erfolgreiche Positionierung am Arbeitsmarkt oder als Freiberufler. „Dieses bundesweit einmalige Projekt hatte das Ziel, Künstler und Kreative umfassend im Kulturmanagement zu professionalisieren", so Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka.

Die Kreativen haben sich seit dem Jahr 2008 bis Ende diesen Jahres zwischen 12 und 18 Monaten fortgebildet. Am center for lifelong learning der Stiftung Universität Hildesheim stand die Kuratorische Praxis und das Ausstellungsmanagement im Mittelpunkt. Das Gesamtvolumen des mehrjährigen Projekts beläuft sich auf rund eine Million Euro. Davon stammt die eine Hälfte aus dem EFRE-Fonds der Europäischen Union, der Niedersachsen zugewiesen ist, die andere Hälfte wurde durch die Universitäten gegenfinanziert.

Wissenschafts- und Kulturministerin Prof. Dr. Johanna Wanka sagt: „Dieses bundesweit einmalige Projekt hatte das Ziel, Künstler und Kreative umfassend und dennoch mit bedarfsorientierten Schwerpunkten im Kulturmanagement zu professionalisieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in praxisnahen Seminaren darin gestärkt, sich mit ihren Fähigkeiten besser eine berufliche Existenzgrundlage aufbauen zu können. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus EduKult³ tragen künftig Früchte in der wissenschaftlichen Weiterbildung an den beteiligten Hochschulen“, so Wanka.

Die selbstständige Kulturwissenschaftlerin Florina Limberg hebt hervor, dass sie sich handwerklich professionalisiert habe – von der Finanzplanung und Buchhaltung, dem Projekt- und Zeitmanagement, der Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Projektpräsentation. „Die Weiterbildung hat mir beim Einstieg in das freiberufliche Arbeiten und in eine solide Selbstständigkeit geholfen, vor allem die Theorie-Praxis-Verzahnung, das berufliche Netzwerk und das persönliche Coaching, welches für Freiberufler wichtig ist.“ In Hildesheim waren Kunsthistoriker, Ägyptologen, Kulturwissenschaftler, Bildende Künstler, Fotografen und Architekten vertreten. „Jahrelang habe ich als freie Mitarbeiterin in der Kunstvermittlung gearbeitet. Auch durch die praxisnahe Weiterbildung und Professionalisierung bin ich heute am Lehmbruck Museum unbefristet festangestellt“, sagt Sybille Kastner, die wie Limberg an der Stiftung Universität Hildesheim an der Weiterbildung teilnahm und sich über die neue Berufsperspektive freut. Auch gemeinsame Projekte sind entstanden, im Kunstverein Hildesheim haben Teilnehmer eine zweimonatige Ausstellung kuratiert: „No Matter. Scheitern und Kunst“ (2010).

Erstmals konnte mit der Weiterbildung in Hildesheim eine explizit auf den Beruf des Kurators vorbereitende Fortbildung angeboten werden. „Als Kurator ist man für verschiedene Vorgänge zuständig. Professionalisierung ist entscheidend, um die inhaltliche Arbeit auf ein qualitativ hochwertiges Niveau zu bringen und sich im nationalen und internationalen Markt positionieren zu können“, erklärt Anna-Lisa Bister vom center for lifelong learning der Stiftung Universität Hildesheim.