Die Facebook-Revolution, die keine war?

mardi, 12. juin 2012 um 13:09 Uhr

Der Arabische Frühling in den Medien: Erfahrene Journalisten und Blogger diskutieren an der Universität Hildesheim über die Rolle des Internets und sozialer Medien in politischen Veränderungsprozessen.

Im Zuge des arabischen Frühlings 2011 erlangte das Internet, vor allem die sozialen Medien eine herausgehobene Rolle. Einige Beobachter bezeichnen den politischen Umbruch sogar als „Twitter- oder Facebook-Revolution“, wohingegen andere vor einer voreiligen Einschätzung warnen und auf weitere Faktoren des politischen Wandels verweisen. Seither erleben wir in Politik, Medien und Wissenschaft eine lebhafte Debatte darüber, was Web 2.0-Medien in Bezug auf politische Veränderungsprozessen tatsächlich bewirken können und welchen Stellenwert dabei die klassischen Medien haben.

Diese Frage greift die Ringvorlesung „Demokratie und Internet“ des Faches Politikwissenschaft im Rahmen der Podiumsdiskussion „Der Arabische Frühling in den Medien“ am Mittwoch, 13. Juni, ab 18:00 Uhr c.t. im Hörsaal 2 (Hauptcampus) auf.

Unter der Moderation von Prof. Dr. Marianne Kneuer diskutieren die Fernsehjournalistin und Bloggerin Katrin Sandmann („Sandmann Blog“), der Journalist und Blogger Loay Mudhoon von der Deutschen Welle (Internetmagazin „Qantara“) sowie Bloggerin und Jemen-Expertin Mareike Transfeld (Twitter: „ProjectYemen“).

Die Ringvorlesung ist Teil des Forschungs- und Lehrschwerpunkts Politik und Internet, der am Institut für Sozialwissenschaften der Stiftung Universität Hildesheim aufgebaut wird.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion:

Katrin Sandmann arbeitete über 15 Jahre als Redakteurin, Reporterin und Korrespondentin unter anderem für die Nachrichtenprogramme Sat.1 und N24. 1999 berichtete sie mehrere Wochen aus dem Kosovo über den Einmarsch der NATO-Truppen. Im selben Jahr zog sie als Korrespondentin in den Nahen Osten, lebte in Jerusalem und Amman und bereiste die Nachbarländer Syrien, den Libanon und Ägypten. Über den Irak-Krieg und seine Folgen berichtete sie noch bis 2005 in akuter Gefahrenlage. Ihre Irak-Berichterstattung brachte Sandmann eine Nominierung als beste deutsche Fernsehjournalistin ein. Bis 2010 war sie Leiterin Reportage/Reporter bei N24 in Berlin. Die Schwerpunkte ihrer Berichterstattung lagen seitdem im Iran sowie den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt (Artikel über Katrin Sandmann: "Berufsrisiko Tod. Vom Leben als Krisenreporterin", Der Tagesspiegel).

Loay Mudhoon, Deutsche Welle, Politik- und Islamwissenschaftler, beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Nahen und Mittleren Osten im Kontext der internationalen Politik. Journalistisch ist Mudhoon verantwortlich für das Internetmagazin „Qantara.de - Dialog mit der islamischen Welt“, das über Themen aus dem europäisch-islamischen Kontext berichtet. Er ist Lehrbeauftragter am Institut für Internationale Politik und Außenpolitik und am Orientalischen Seminar der Universität zu Köln. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem: Geopolitik im Nahen und Mittleren Osten im Kontext der internationalen Politik, Politischer Diskurs im arabischen Raum, Arabischer Mediendiskurs, Reformdenken im zeitgenössischen Islam, Islamdialog und Integration der Muslime in Deutschland, Deutsch-arabische Beziehungen, Islam und Rechtsstaatlichkeit. Seit 2007 ist Loay Mudhoon Redakteur der Deutschen Welle.

Mareike Transfeld ist Bloggerin und Jemen-Expertin, geboren 1985, Studium an der Universität Erlangen-Nürnberg mit der Fächerverbindung Politikwissenschaft, Islamwissenschaft und Neuere und Neueste Geschichte. Auslandsaufenthalte unter anderem in Tunesien und Jemen. Sie forscht über den Jemen, Regimelegitimität und Autoritarismus.


Tahrir-Platz in Kairo am 8. Februar 2011, Foto: mona 2011 Creative Commons-Lizenz

Tahrir-Platz in Kairo am 8. Februar 2011, Foto: mona 2011 Creative Commons-Lizenz Tahrir-Platz in Kairo am 8. Februar 2011, Foto: mona 2011 Creative Commons-Lizenz