Barrierefreie Kommunikation: Studentin Laura Marmit ausgezeichnet

Monday, 31. August 2020 um 09:29 Uhr

Laura Marmit studiert an der Universität Hildesheim im Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“. Für ihr wissenschaftliches Poster zu ihrem Forschungsprojekt, in dem sie sich mit Untertiteln für die Zielgruppe prälingual Gehörloser beschäftigt, wurde die Masterstudentin während einer internationalen Konferenz zu Barrierefreier Kommunikation in der Schweiz ausgezeichnet.

Laura Marmit studiert an der Universität Hildesheim im Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“.

Laura Marmit studiert an der Universität Hildesheim im zweiten Semester im Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“. Die 25-Jährige hat zuvor ihr Bachelorstudium am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz absolviert und ein besonderes Interesse für den Bereich „Untertitelung für Hörgeschädigte“ entwickelt.

Für ihr wissenschaftliches Poster zu ihrem Forschungsprojekt, in dem sie sich mit Untertiteln eigens für die Zielgruppe prälingual Gehörloser beschäftigt, wurde die Masterstudentin während der 3. Schweizer Konferenz zur Barrierefreien Kommunikation, die in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie digital stattfand, mit dem „BfC 2020 Best Poster Award“ ausgezeichnet.

„Ich beschäftige mich speziell mit den besonderen Rezeptionsbedingungen prälingual, also von Geburt an, Gehörloser. Da diese, je nach Erstsprache und Art der Beschulung, oftmals Schwierigkeiten mit der Schriftsprache haben, weil sie eine Art Fremdsprache für die Betroffenen darstellt, hatte ich im Rahmen meiner Bachelorarbeit zum Thema ‚Integrierte Titel in Leichter Sprache für prälingual Gehörlose – ein Schritt in Richtung Zielgruppenspezifizierung in der Filmuntertitelung?‘ die Ambition, Untertitel zu erstellen.“

Diese Untertitel sollten, so erläutert Laura Marmit, sprachlich an die Bedarfe der Zielgruppe angepasst sein und als Zusatzangebot zu den herkömmlichen „Untertiteln für Hörgeschädigte“ bereitgestellt werden können.

Im nächsten Schritt sollen die Untertitel in einer Studie von der Zielgruppe evaluiert werden

„Im Zuge dessen habe ich erstmals vom Konzept der Leichten Sprache sowie der Forschungsstelle Leichte Sprache an der Universität Hildesheim erfahren. Bereits von Prof. Dr. Ursula Bredel und Prof. Dr. Christiane Maaß empfohlen, schien auch mir Leichte Sprache ein geeignetes Mittel, Text – in meinem Fall Untertitel –Menschen mit prälingualer Gehörlosigkeit verständlicher zu machen. Zusätzlich lag es mir am Herzen, auch mit Blick auf die Platzierung und Gestaltung der Untertitel ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen“, so Laura Marmit. Die Studentin hat das Konzept der „Integrierten Titel“ nach Fox angewandt, bei dem die Titel nicht am unteren Bildrand, sondern dynamisch innerhalb des Bildes in Sprechernähe platziert werden, was dem Betrachter beziehungsweise der Betrachterin unter anderem eine schnellere Sprecheridentifizierung ermöglicht.

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit hat die Studentin versuchsweise integrierte Titel in Leichter Sprache für prälingual Gehörlose erstellt. In einem weiteren Schritt plant sie, innerhalb ihres Projekts im Masterstudium in Hildesheim, die erstellten Titel anhand einer Studie von der Zielgruppe evaluieren zu lassen sowie die sprachliche Rezeption der Titel durch die Zielgruppe anhand eines Eyetrackers zu untersuchen.