Universität Hildesheim - Meldungen - Personalportal https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim - Personalportal de-de Stiftung Universität Hildesheim Fri, 05 Jun 2020 13:47:56 +0200 Fri, 05 Jun 2020 13:47:56 +0200 TYPO3 EXT:news news-18451 Wed, 12 Feb 2020 09:24:00 +0100 Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/leitlinien-zum-umgang-mit-forschungsdaten-an-der-stiftung-universitaet-hildesheim/ Die “Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim” wurden am 05.02.2020 von der Erweiterten Hochschulleitung verabschiedet und bieten den Forschenden der SUH einen Orientierungsrahmen, der Transparenz, Klarheit und Unterstützung im Umgang mit Forschungsdaten schafft. Anlass für diese Leitlinien sind insbesondere die Anforderungen von Forschungsförderern wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung oder die Europäische Union zum Umgang mit Forschungsdaten.

Im Sinne von Open Science und Open Access fördern die neuen Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten die Transparenz von Wissenschaft und Forschung ebenso, wie die Leitlinien der Stiftung Universität Hildesheim zum Open Access-Publizieren. Zudem tragen sie dazu bei, die jüngst von 160 internationalen Universitäten unterzeichnete Sorbonne-Erklärung zum Zugang zu Forschungsdaten nach dem Prinzip FAIR (findable, accessible, interoperable, reusable) auch an der SUH zu realisieren.

Download "Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim in der Fassung vom 05.02.2020" (PDF)

 

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news-18059 Thu, 23 Jan 2020 09:24:00 +0100 Informatiker Sebastian Thrun: „Die Ausbildung hier an der Universität war weltklasse“ / Ehrendoktorwürde der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/verleihung-der-ehrendoktorwuerde-der-universitaet-hildesheim-an-informatiker-sebastian-thrun/ Professor Sebastian Thrun ist ein Pionier der selbstfahrenden Fahrzeuge und einer der weltweit anerkanntesten Forscher auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Nun kehrte der Informatiker in seine Studienstadt an die Universität Hildesheim zurück. Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ der Universität Hildesheim verleiht Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. mult. Sebastian Thrun die Ehrendoktorwürde. Sebastian Thrun sprach vor etwa 700 Studierenden, Lehrenden und Bürgerinnen und Bürger im bis auf den letzten Platz gefüllten Audimax. „Ich habe hier in der Informatik in Hildesheim eine extrem solide Ausbildung bekommen“, erinnert sich Sebastian Thrun an seine akademischen Anfänge in den 1980er Jahren an der Uni Hildesheim. „Die Ausbildung hier an der Universität war weltklasse“, so Thrun. Hier finden Sie die Reden der akademischen Feierstunde zum Nachlesen:

Dekan Prof. Dr. Klaus Schmid, Grußwort (PDF)

Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Grußwort (PDF) [folgt in Kürze]

Niedersächsischer Wissenschaftminister Björn Thümler, Grußwort (PDF)

Prof. Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme, Laudatio (PDF)

DIE REDE ZUM NACHHÖREN:
NDR Norddeutscher Rundfunk
Rede von Prof. Sebastian Thrun an der Universität Hildesheim
Video, 38 Minuten  (Video dauerhaft abrufbar)

NDR Norddeutscher Rundfunk
Nachrichtenmagazin "Hallo Niedersachsen"
Filmbeitrag, 3 Minuten, 22.01.2020
Ehrendoktorwürde für Mobilitäts-Visionär Thrun
Thrun: „Die Ausbildung hier war weltklasse"

NDR Norddeutscher Rundfunk
Nachrichten "Niedersachsen 18:00", 22.01.2020
Filmbeitrag (ab Minute 08:20) (verfügbar bis 29.01.2020)

Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ der Universität Hildesheim verleiht Professor Sebastian Thrun die Ehrendoktorwürde.

„Mit ihrem ehemaligen Studenten Professor Sebastian Thrun ehrt die Universität Hildesheim einen Visionär, der in den Bereichen Mobilität der Zukunft, Robotik und digitale Hochschulbildung seit mehr als 20 Jahren herausragende Entwicklungsimpulse setzt. Seine wissenschaftliche Arbeit ist geprägt von seiner Begeisterung für menschliches Lernen und dem Ziel, zukunftsträchtige Ideen und Technologien aus der Forschung in Wirtschaft und Gesellschaft umzusetzen“, sagt Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur.

„Die Informatikkarriere von Herrn Thrun begann an der Universität Hildesheim. Daher ist der Fachbereich 4 besonders stolz mit dieser Ehrenpromotion Prof. Dr. mult. Thrun als einen der heute international bekanntesten und renommiertesten Informatiker zu ehren“, sagt Professor Klaus Schmid, Dekan des Fachbereichs „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“.

Zur Person:

Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. mult. Sebastian Thrun

Sebastian Thrun ist der Pionier der selbstfahrenden Autos, Mitbegründer des selbstfahrenden Autos von Google (Waymo) und einer der einflussreichsten Denker in der Welt der künstlichen Intelligenz. Er ist einer der weltweit anerkanntesten Wissenschaftler in der Informatik. Durch seine Arbeiten hat er die moderne KI und den Bereich der Robotik wesentlich mitgeprägt.

Die Ehrendoktorwürde der Universität Hildesheim wird Sebastian Thrun verliehen für die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen im Fach Informatik, insbesondere in den Bereichen der Künstlichen Intelligenz und der Robotik. In diesen Gebieten zählt Sebastian Thrun zu den herausragendsten Forschern.

Seine wissenschaftlichen Arbeiten waren Grundlage einer exzellenten wissenschaftlichen Karriere, die ihn von Hildesheim über Bonn zum Massachusetts Institute of Technology (MIT) und von dort zur Leitung des renommierten Stanford AI Labs (SAIL) führten.

Sebastian Thrun hat von 1986 bis 1988 als einer der ersten Studenten Informatik an der Universität Hildesheim studiert. Mit 36 wurde er Professor für Künstliche Intelligenz an der Stanford University und entwickelte später bei Google die Technologie für selbstfahrende Autos. Der Professor leitete das Forschungslabor „Google X“, wo er die technischen Grundlagen für „Google Glass“ und „Street View“ schuf.

Thrun führt heute zwei eigene Firmen: die globale Internet-Universität „Udacity“, ein Pionier im Bereich des E-Learning, und „Kitty Hawk“, ein Start-up für autonome Flugtaxis.

Videobotschaft für Hildesheim
Interview mit Sebastian Thrun über Künstliche Intelligenz
und das Studium an der Universität Hildesheim

Lesetipp: Interview mit Sebastian Thrun
und den Hildesheimer Informatikern Maren Stadtländer
und Dr. Thorsten Schoormann
(Universitätsjournal DIE RELATION, #06, Seite 64)

Öffentlicher Festvortrag „Inventing the Future in Silicon Valley“

Akademische Feierstunde
am Mittwoch, 22. Januar 2020

Zur akademischen Feierstunde am Mittwoch, 22. Januar 2020, um 11:00 Uhr im Audimax der Universität Hildesheim lädt der Fachbereich 4 herzlich ein. Sebastian Thrun hält dann den öffentlichen Festvortrag „Inventing the Future in Silicon Valley“ (Vortrag in deutscher Sprache). Studierende, Lehrende und Bürger sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Grußworte während der Feierstunde sprechen Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Die Laudatio hält Prof. Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme vom Institut für Informatik der Universität Hildesheim.

Zuvor wird sich Professor Sebastian Thrun am Mittwochmorgen um 9:00 Uhr in das Goldene Buch der Stadt Hildesheim eintragen.

Informationsseite zur Veranstaltung am 22. Januar 2020

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news-18056 Mon, 30 Dec 2019 16:26:00 +0100 „Das Besondere am Zentrum für Digitalen Wandel ist die Interdisziplinarität“ https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/das-besondere-am-zentrum-fuer-digitalen-wandel-ist-die-interdisziplinaritaet/ Als Geschäftsführerin des Zentrums für Digitalen Wandel hat Dr. Bianca Burgfeld-Meise ihre Arbeit aufgenommen. Im Gespräch gibt die Medienwissenschaftlerin Einblicke in ihre Arbeit. Das Zentrum erarbeitet aktuell verschiedene Aktivitäten, um den Austausch und die Vernetzung an der Universität und in der Region Hildesheim im Kontext des Digitalen Wandels zu unterstützen. Im Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive.

Kontakt bei Fragen:
Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change
Geschäftsführerin Dr. Bianca Burgfeld-Meise
burgfeldmeise@uni-hildesheim.de

Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change

Interview mit Dr. Bianca Burgfeld-Meise

Frau Dr. Burgfeld-Meise, Sie sind neu an der Universität Hildesheim und arbeiten als Geschäftsführerin des Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change. Worauf freuen Sie sich?

Themen der Digitalisierung beschäftigen mich schon seit Beginn meiner wissenschaftlichen Karriere. So zum Beispiel in meiner Dissertation zur Konstruktion von Sozialität in Social Network Sites, dann im vom BMBF geförderten Digital Humanities-Projekt „Zentrum Musik – Edition – Medien“ und zuletzt im BMBF-Projekt „DigHomE Digital Home Learning Environment“. Auch in der Lehre im Arbeitsbereich Medienpädagogik und empirische Medienforschung habe ich mit den Studierenden viele Digitalisierungsphänomene besprochen, zuletzt das Verhältnis von Medien, Digitalisierung und Bildung.

Das Zentrum bietet dementsprechend für mich die Möglichkeit meine bisherigen wissenschaftlichen Erfahrungen und Expertisen einzubringen und in Abstimmung mit dem Vorstand sowie den unterschiedlichen Fachbereichen, Instituten und Einrichtungen der Universität ein Zentrum aufzubauen, welches auf Dauer Themen der Digitalisierung an der Universität verankert. Die Universität Hildesheim hat mit der Gründung des Zentrums erkannt, wie wichtig der interdisziplinäre Austausch in Digitalisierungskontexten ist. Viele Ausschreibungen aus der Forschungsförderung sehen mittlerweile fächerübergreifende Forschungskonsortien vor. Diese können sich natürlich für jede Ausschreibung ad hoc zusammenfinden, jedoch finde ich es sehr bereichernd grundsätzlich interdisziplinär verbunden zu sein und die Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Fachbereiche zu suchen und zu pflegen, um neue Sichtweisen und Blickwinkel auf Phänomene einnehmen zu können. Das hat auch enorme Vorteile bei der Identifizierung und Ausarbeitung neuer Forschungsbereiche und Forschungsförderungen. Ich habe in den ersten Tagen an der Universität durch Besuche in Instituten, Fachbereichen und Ringvorlesungen schon einige Einblicke über die facettenreiche Diskussion von Digitalisierungsthemen aus den unterschiedlichsten Disziplinen gewinnen dürfen. Ich freue mich schon sehr darauf, diese Einblicke zu vertiefen und die jeweiligen Perspektiven auf Digitalisierungsthemen näher kennenzulernen. Darüber hinaus ist es eine wunderbare Herausforderung, dieses Zentrum mit den unterschiedlichen Akteuren gemeinsam aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Als Medienwissenschaftlerin haben Sie sich mit sozialen Netzwerken befasst. Im Zentrum arbeiten technische und Geisteswissenschaften zusammen. Was ist besonders am Zentrum für Digitalen Wandel?

Das Besondere ist die Interdisziplinarität. Sehr beeindruckend ist daher für mich auch die interdisziplinäre Zusammensetzung des Vorstands und die gemeinsame, sehr produktive  Arbeit, die bislang geleistet wurde. Dabei möchte ich die Vorstandsmitglieder unterstützen und denke, da gute Anknüpfungsangebote anbieten zu können: Mein medienwissenschaftliches Studium war mit Anteilen aus der Ökonomie, Informatik und Medien- sowie Kulturwissenschaft bereits interdisziplinär ausgerichtet. Diese Interdisziplinarität hat mich auch in Projekten mit Wissenschaftlerinnen aus der Informatik, aus den Ingenieurswissenschaften, der Architektur, der Ökonomie, der Philosophie, der Psychologie und auch der Musik- und Medienwissenschaft begleitet.

Interdisziplinarität ist m. E. sehr bereichernd, aber auch kein Selbstläufer und gestaltet sich hier und da als Herausforderung. Daher soll das Zentrum mit einer Brückenfunktion diese Interdisziplinarität im Kontext des Digitalen Wandels an der Universität verankern. Dies betrifft aber nicht nur die vier verschiedenen Fachbereiche und die Institute, sondern ebenso die zentralen Einrichtungen wie die unterschiedlichen Zentren der Universität, die zentrale Wissenschaftsadministration bis hin zu den Unternehmen in der Region und ihre Bürgerinnen und Bürger. Phänomene der Digitalisierung werden in all diesen Bereichen ihre ganz besonderen Potenziale aber auch Herausforderungen mit sich bringen. Hier sind stetige Austauschprozesse, Expertisen und Strategien gefordert, um den vielfältigen Veränderungsprozesse nicht nur ausgesetzt zu sein, sondern um diese auch mitgestalten und ihnen selbstbewusst begegnen zu können.

Was gehört zum Beispiel zu Ihren Tätigkeiten in dem Forschungszentrum?

Ich denke die Schwerpunkte meiner Arbeit werden sich mit der Entwicklung des Zentrums immer mal wieder etwas verändern. Derzeit geht es erst einmal darum, den wissenschaftlichen Austausch auch digital zu unterstützen. Dazu entwickeln wir gerade mit dem Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik ein interaktives Internetportal.

Darüber hinaus erarbeiten wir gemeinsam mit dem Dezernat für Studienangelegenheiten ein Dachzertifikat mit dem Titel „Kompetenzen für den Digitalen Wandel“. Da so viele Fachbereiche und Institute spannende Lehrangebote in diesem Bereich anbieten, entwickeln wir eine Zertifikatsordnung, die die einzelnen Fachbereiche und Institute dann für Ihre Schwerpunkthemen nutzen können.

Aber auch Veranstaltungskoordination gehört mit zu meinen Tätigkeiten: der interdisziplinäre Austausch soll auch durch den persönlichen Austausch unterstützt werden: Dazu ist eine interne Tagung zum Digitalen Wandel an der Universität Hildesheim, eine Präsentations-/Leseveranstaltung sowie eine Ringvorlesung in Planung. Zudem forsche ich persönlich auch weiterhin an Digitalisierungsthemen. Derzeit bereite ich einen Aufsatz zur interdisziplinären Softwareentwicklung in den Digital Humanities und einen Vortrag zu Selbstoptimierungstechnologien im Spannungsgefüge von Kontrolle und Selbstermächtigung vor.

Welche Rolle spielt der Transfer?

Der Transfer spielt eine wichtige Rolle. Dies betrifft nicht nur die Vernetzung mit den Unternehmen in der Region, sondern ebenso zur Stadt und zum Kreis Hildesheim sowie der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Die Universität bietet durch Forschung, Verwaltung und Lehre der Stadtgesellschaft sicherlich neue Perspektiven durch Forschungsergebnisse, neue Verfahren oder Diskussionsangebote. Ebenso ist es aber gerade im Zuge des Digitalen Wandels wichtig wie Digitalisierung sich auf Arbeit, Wohnen und das gesamte soziale Leben auswirkt. Daher ist eine enge Kooperation von Universität und Stadtgesellschaft für alle Beteiligten ein großer Gewinn.

 Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-18051 Wed, 18 Dec 2019 09:38:17 +0100 Universität Hildesheim erhält Millionenförderung für Gründungsunterstützung https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/universitaet-hildesheim-erhaelt-millionenfoerderung-fuer-gruendungsunterstuetzung/ Ab 2020 erhält die Universität Hildesheim die Summe von fast 2 Mio. Euro verteilt auf vier Jahre für den Aufbau und die Etablierung einer eigenen Gründungsförderung. Eine neue „Kompetenzwerkstatt für Entrepreneurship und Transfer (KET)“ soll in Hildesheim zukünftig Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende in ihren Gründungsvorhaben professionell beraten und unterstützen. Die Entscheidung in Berlin ist gefallen – Bei einem großen Festakt in der Hauptstadt wurde Anfang Dezember 2019 bekannt gegeben, welche Projektanträge beim bundesweiten Wettbewerb EXIST-Potentiale zur Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium ausgewählt wurden.

Eine Rekordzahl von 220 Universitäten und Hochschulen hatte sich mit ihren Konzepten für Gründungsförderung beworben. Die Besten in den Schwerpunkten „Potentiale heben“, „Regional vernetzen“ und „International überzeugen“ wurden von Expertenjurys für eine Förderung aus dem mit 150 Mio. Euro dotierten Unterstützungsprogramm des Ministeriums ausgewählt.

Hinter dem Antrag steckt eine in Sachen Gründungen enorm engagierte Gruppe um  Dr. Astrid Lange, die Gründungsbeauftragte der Universität Hildesheim und Kopf des Antragsteams, der Hildesheimer Wirtschaftswissenschaftler und Projektleiter Professor Athanassios Pitsoulis sowie die Stabsstellenleiter Dr. Johanna Jobst und Markus Weißhaupt.

Das KET-Gründungslabor berät ab Frühjahr 2020 Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende bei ihren Gründungsvorhaben

Ab Projektbeginn 2020 erhält die Universität Hildesheim verteilt auf vier Jahre die Summe von fast 2 Mio. Euro für Maßnahmen, um unternehmerisches Potential zu erschließen und Gründungsnetzwerke weiterzuentwickeln. Eine neue „Kompetenzwerkstatt für Entrepreneurship und Transfer (KET)“ soll zukünftig Gründungsvorhaben von Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und vor allem Studierenden professionell beraten und unterstützen.

„Wir wollen die Potentiale, die hier in Hildesheim sind, heben. Mit der KET-Werkstatt bauen wir eine Infrastruktur für Gründungsteams auf. Ein Labor entsteht, in dem sich Gründungsteams aller Fachbereiche treffen und austauschen können und Beratung erhalten“, sagt die preisgekrönte Entrepreneurship-Forscherin Dr. Astrid Lange.

Gründungsteam der Universität Hildesheim arbeitet eng mit Partnern in der Region zusammen

Die KET wird dabei eng mit dem erfolgreichen Gründer-Ökosystem der Region Hildesheim zusammenarbeiten. Unterstützung für das Antragsteam gab es nicht nur von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und der gesamten Hochschulleitung, sondern auch vom Land. Niedersachsen übernimmt den nicht unerheblichen Eigenanteil, den die Bewerber erbringen müssen. „Ich gratuliere den Hochschulen zu ihren gelungenen Anträgen“, so Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Wir brauchen innovative Startups in Niedersachsen. Sie tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum bei und helfen uns mit ihren Innovationen, die Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels zu meistern.“

Von der Förderung profitieren nun an der Universität Hildesheim die Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende in allen Fachbereichen, denn sie können zukünftig bei Gründungsvorhaben mit professioneller Unterstützung rechnen.

Das Labor soll im Frühjahr 2020 starten. „Die Gründungsberatung muss vor Ort an der Universität sichtbar sein. Das können wir nun mit der KET realisieren. Wer die Idee hat, zu gründen, etwa als Studierender oder aus einem Forschungsprojekt, einer Dissertation oder Masterarbeit heraus – von Fachübersetzen über Bildungswissenschaften, Sozialpädagogik, Kultur und Philosophie bis zu Wirtschaft und Informatik –, kann sich an uns wenden. Wir nehmen die Gründungsideen ernst“, sagt Professor Athanassios Pitsoulis. Es gebe bereits Gründungsteams, „die in den Startlöchern stehen“.

„Wir wollen Mut machen und dabei unterstützen, Gründungsprojekte nachhaltiger und überlebensfähiger zu gestalten“, sagt Forschungsreferent Markus Weißhaupt. So können sich Gründungsinteressierte beispielsweise auf die begehrten EXIST-Gründungsstipendien bewerben.

„Wenn die Gründungsberatung vor Ort fehlt, dann wandern potentielle Gründerinnen und Gründer in andere Regionen ab. Ich habe das selbst erlebt, ich studiere in Hildesheim und habe in Hannover an drei Start-Ups mitgewirkt, weil in Hildesheim die Strukturen fehlten. Nun entwickelt sich in Hildesheim die Gründerszene und ich kann hier in der Arbeitsgruppe Entrepreneurship der Universität mitwirken“, sagt Lukas Sontheimer. Er studiert „Internationales Informationsmanagement“ und hat mit der Psychologiestudentin Rebecca Neugebauer an dem Projektantrag für die KET mitgewirkt.

Kontakt: Wer Fragen zu dem Projekt hat, erreicht Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis unter der Telefonnummer 05121 883 40642.

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news-17942 Tue, 10 Dec 2019 09:21:00 +0100 Gleichstellungszukunftskonzept der Uni Hildesheim positiv evaluiert https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/gleichstellungszukunftskonzept-der-uni-hildesheim-positiv-evaluiert/ Im Professorinnenprogramm von Bund und Ländern wurde das Zukunftskonzept der Universität Hildesheim positiv evaluiert. Ein Ziel der Universität ist es, den Frauenanteil an Professorinnen zu erhöhen. Die Universität Hildesheim gehört zu den Hochschulen, deren Gleichstellungszukunftskonzept positiv evaluiert wurde. 15 niedersächsische Hochschulen, die sich mit ihren Zukunftskonzepten zur Gleichstellung um eine Förderung in der dritten Phase des Bund-Länder-Professorinnenprogramms beworben hatten, wurden in den ersten beiden Runden durch ein externes wissenschaftliches Expertinnen- und Expertengremium positiv bewertet. Bundesweit hatten sich 182 Hochschulen beworben, davon waren 139, also 76,4 Prozent, erfolgreich. „In Niedersachsen forschen und lehren herausragende Wissenschaftlerinnen“, sagt Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Die ausgezeichneten Hochschulen – darunter die Universität Hildesheim – zeigen, „dass es sich lohnt, gemeinsam chancengerechte Strukturen für einen zukunftsfähigen Wissenschaftsbetrieb zu entwickeln“.

Die Universität Hildesheim musste in dem bundesweiten Wettbewerb belegen, dass ergriffene Gleichstellungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden. Im Zukunftskonzept heißt es: Auf Ebene der Personalstruktur hat die Universität sich zum Ziel gesetzt, langfristig auf allen Qualifikationsstufen ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Um dies zu realisieren, gilt es kurz- und mittelfristig, den Frauenanteil in wissenschaftlichen Spitzenpositionen zu erhöhen, den Frauenanteil an Nachwuchswissenschaftler_innen zu steigern und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern (Themen sind diesbezüglich: Teilzeitarbeit, Befristung von Arbeitsverträgen, Höhe des Lehrdeputats) sowie Geschlechterstereotype abzubauen, um sich ausgeglichenen Frauen- und Männeranteilen in den einzelnen Studiengängen anzunähern.

„In die Entwicklung des Gleichstellungszukunftskonzeptes haben zahlreiche  Mitglieder der Universität viel Arbeit investiert. Viele haben sich mit großem Engagement beteiligt und so zu dem Erfolg beigetragen“, sagt Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim.

Aus den frei werdenden Mitteln kann die Universität Gleichstellungsmaßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln

Die Universität Hildesheim hat nun die Möglichkeit, für bis Ende 2020 neu berufene Professorinnen eine anteilige Finanzierung in Höhe von bis zu 123.000 Euro pro Professorin jährlich für fünf Jahre zu erhalten (insgesamt 1 230 000 Euro). Aus den frei werdenden Mitteln kann die Universität wiederum Gleichstellungsmaßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln.

„Jetzt haben wir die Chance, zwei Regelprofessuren geltend zu machen. Wir müssen nun Professorinnen in Bewerbungsverfahren berufen, um vom Bund eine 50%-Ko-Finanzierung zu erhalten. Mit den frei werdenden Mitteln sowie zusätzlichen Mitteln des Landes sollen bereits etablierte Personalentwicklungsmaßnahmen zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses fortgesetzt und neue Maßnahmen auch zum Themenfeld Digitalisierung initiiert werden. Wir möchten zum Beispiel auch das ProKarriere-Mentoring für Studentinnen und Absolventinnen fortführen, um sie in ihrer beruflichen Orientierung zu begleiten und zu einer wissenschaftlichen Karriere ermutigen“, so Silvia Lange.

Auch in den vorigen Phasen des Professorinnenprogramms war die Universität Hildesheim erfolgreich

Bereits in den beiden vorangegangen Phasen des Professorinnenprogramms 2007 bis 2012 sowie 2012 bis 2017 war die Universität Hildesheim erfolgreich mit zunächst zwei und dann drei Professuren.

Aktuell (Stand 01.12.2017) sind an niedersächsischen Hochschulen 25,8 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt (bundesweit: 24,1 Prozent). Der Frauenanteil an den Professuren an der Universität Hildesheim ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und hat sich von 32% 2007 auf 41% Ende 2018 erhöht und liegt damit weit über dem Bundesdurchschnitt.

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news-17614 Thu, 17 Oct 2019 12:53:30 +0200 Juniorprofessor für Vegetationsökologie und Naturschutz: Antrittsvorlesung von Johannes Metz https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/juniorprofessor-fuer-vegetationsoekologie-und-naturschutz-antrittsvorlesung-von-johannes-metz/ Pflanzen sind die lebende Grundlage der Ökosysteme der Erde. Der Ökologe Johannes Metz erforscht die Artenvielfalt. Er forscht und lehrt als Juniorprofessor für Vegetationsökologie und Naturschutz an der Universität Hildesheim Lesetipp: Ein Interview mit Johannes Metz
lesen Sie im Universitätsjournal DIE RELATION
„Wir verlieren auf der Erde Arten – und zwar rasant“

Als Juniorprofessor für Vegetationsökologie und Naturschutz forscht und lehrt Johannes Metz seit November 2018 am Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim. Metz befasst sich mit Artenvielfalt, mit Veränderungen in der Gemeinschaftsstruktur und dem Vorkommen von Arten.

Pflanzen sind die lebende Grundlage der Ökosysteme der Erde. Warum eigentlich? Und was geschieht, wenn diese Grundlage unter veränderte Bedingungen gerät? In seiner Antrittsvorlesung schlägt Johannes Metz einen Bogen von der Bedeutung der Pflanzen allgemein hin zu zwei speziellen Aspekten seiner eigenen Forschung. Der erste Fokus wird dabei auf Ökosystemen des Nahen Ostens liegen. Dort bietet ein starker, natürlicher Klimagradient außergewöhnlich gute Bedingungen, um das Anpassungspotential von Pflanzen an verschiedene Klimate zu untersuchen – aber auch dessen Grenzen. Der zweite Fokus behandelt Auswirkungen von Umweltveränderungen auf regionale Vegetation. Am Beispiel heimischer Orchideen wird Johannes Metz erläutern, dass in Zeiten des Klimawandels der großflächige Schutz naturnaher Habitate unverzichtbar für den Erhalt von Biodiversität ist.

Wie Pflanzen zu einem funktionierenden Ökosystem beitragen

Der Ökologe untersucht in seiner Forschung zum Beispiel, wie Pflanzen zu einem funktionierenden Ökosystem beitragen und wie unverzichtbar deren Vielfalt ist.

„Wir haben auf der Erde noch nicht alle Arten beschrieben. Aber das ist ein gesichertes Faktum: Leider verlieren wir Arten auf der Erde, und zwar rasant. Es gibt verschiedene Einflussfaktoren, die es zusammen schwieriger für die Arten machen, zu überleben: Habitate werden zerstört. Die Landwirtschaft nimmt etwa zwei Drittel der Fläche Deutschlands ein und wird immer stärker intensiviert. Das heißt, wir haben nur noch ein Drittel mehr oder weniger naturnahe Flächen. Darüber hinaus werden diese Habitate sehr stark verändert, es werden Schadstoffe eingetragen, Pestizide aus der Landwirtschaft, Abgase und Mikroplastik. Durch Eutrophierung verändern wir die Nährstoffbedingungen. Dies verändert das feine, dynamische Gleichgewicht, in dem Arten bisher in ihrem Ökosystem koexistierten. Viele Arten sind nicht angepasst an so hohe Nährstoffkonzentrationen, weil sie in den letzten Millionen von Jahren keine Stickstoff- und Phosphatdüngung erlebt haben. Und die wenigen Arten, die mit solchen hohen Konzentrationen klarkommen, dominieren diese Ökosysteme. So wachsen dann eben mehr Knaulgras und Scharfer Hahnenfuß aber kaum noch Orchideen oder Schlüsselblumen“, sagt Metz.

Johannes Metz hat Biologie und Geographie an den Universitäten Freiburg und Leipzig studiert. Er unterrichtete als Referendar die Fächer Geographie und Biologie am Carl-von-Bach Gymnasium bei Chemnitz. Seine Doktorarbeit zum Thema „The sensitivity of Eastern Mediterranean plant communities to variations in rainfall and their vulnerability to global climate change“ führte ihn an die Universitäten in Tübingen und Jerusalem. Johannes Metz war danach wissenschaftlicher Mitarbeiter für Plant Ecology & Nature Conservation in Tübingen und später in Potsdam, wo er 2018 bis zu seinem Ruf nach Hildesheim auch die Professur für Spezielle Botanik und Biodiversitätsforschug vertrat.

Antrittsvorlesung

Am Mittwoch, 23. Oktober 2019, gibt der Ökologe Einblicke in seine Forschung. Die öffentliche Antrittsvorlesung „Ökologie der Pflanzen: Die Grundlage des Lebens in der veränderten Welt“ beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal 2 am Hauptcampus der Universität Hildesheim (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim).

Kurz erklärt:

Umweltwissenschaft und Naturschutz in Hildesheim

Ein Team aus Geographie und Biologie bildet an der Universität Hildesheim Umwelt-Fachleute in den Studiengängen „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ (Master of Science) sowie „Umweltsicherung“ (Bachelor of Science) aus. Den Bachelor haben seit 2007 rund 450 Studierende studiert, den Master seit 2014 etwa 100 Studierende. Die Studentinnen und Studenten befassen sich mit der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planeten.

Absolventinnen und Absolventen arbeiten zum Beispiel in den Bereichen Umweltsicherung und Umweltkommunikation, im Natur- und Umweltschutz bei Behörden, Verbänden oder Nichtregierungsorganisationen, in Planungsbüros und in der Umweltbildung bei staatlichen und freien Trägern.

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news-17566 Mon, 14 Oct 2019 14:18:06 +0200 Semesterstart an der Universität Hildesheim: „Wir dulden weder Hass noch Feindschaft“ https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/semesterstart-an-der-universitaet-hildesheim-wir-dulden-weder-hass-noch-feindschaft/ Das neue Semester beginnt – 1650 Bachelorstudierende starten in ihr Studium. 8800 Studierende lernen derzeit an der Universität Hildesheim. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich appelliert an die Studentinnen und Studenten: „Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich zu bekunden. Lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident. Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich [PDF]

Brief des Niedersächsischen Wissenschaftsministers Björn Thümler [Deutsch, PDF] / [English, PDF]

Leitbild der Universität Hildesheim

Bericht des NDR FERNSEHENS, 14.10.2019

Tipp für Erstsemester: Konzert am 20.10.2019
Null-Euro-Tickets für Studierende an der Abendkasse
(gegen Vorlage des Studierendenausweises) [PDF]

In dieser Woche lernen die Erstsemester die Universität und die Stadt Hildesheim kennen. 1650 Bachelorstudierende starten in diesen Tagen in ihr Studium und wurden am Montag von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Bürgermeister Jörg Bredtschneider in einer Feierstunde begrüßt.

8819 Studentinnen und Studenten (Stand 14. Oktober 2019) lernen in diesem Wintersemester an der Universität Hildesheim, darunter 833 internationale Studierende. „Dass zehn Prozent unserer Studierenden aus dem Ausland stammen, zeigt: wir leben Weltoffenheit. Ohne Internationalität ist Wissenschaft nicht denkbar“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Appell des Präsidenten: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung

Der Universitätspräsident wünscht allen Studienanfängerinnen und Studienanfängern einen guten Semesterstart. „Sie haben sich für ein Studium an der Universität Hildesheim entschieden. Darüber sind wir sehr glücklich. Universität bedeutet ‚Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden‘, und in unserem Leitbild bekennen wir uns zu dieser Form von Partnerschaft. Wir wollen Sie fachlich und persönlich betreuen und fördern“, so Wolfgang-Uwe Friedrich.

Anlässlich des Anschlags in Halle, der Partnerstadt Hildesheims, hat der Präsident zur Immatrikulationsfeier Ehrengäste eingeladen. Um Solidarität zu demonstrieren, begrüßte der Präsident den Vorsitzenden des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst. „Sie sind seit vielen Jahren ein unermüdlicher Streiter für Versöhnung, für Verständigung, für Zusammenarbeit. Sie zeigen Zivilcourage, sprechen die Sprache der Vernunft und leisten damit unserer Gesellschaft einen herausragenden Dienst. Besonders ermutigend ist der jüdisch-muslimische Dialog, das Projekt „Schalom-Aleikum“, das der Zentralrat der Juden initialisiert hat und durch das die deutsche Zivilgesellschaft gestärkt wird. Sie sind uns herzlich willkommen!“ Ferner hat Präsident Friedrich, um für die Universität Hildesheim Zeugnis abzulegen und um Solidarität zu demonstrieren, als Ehrengäste die Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Gemeinde in Hildesheim, der türkisch islamischen Gemeinde Hildesheim, der Katholischen Studierendengemeinde und der Evangelischen Hochschulgemeinde eingeladen.

„Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich und vernehmlich zu bekunden: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung jeglicher Art! Liebe Studentinnen und Studenten, lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Zu unseren Regeln zählt die Beachtung der Werte, die in unserem Leitbild definiert wurden. Wer hier Diskriminierung persönlich erlebt, kann und sollte sich direkt an mich wenden.  Die Studiendekane, das Gleichstellungsbüro, das Ideen- und Beschwerdemanagement und der AStA bieten ebenfalls Beratung und Unterstützung an. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident.

„Wir beobachten eine allgemeine erschreckende Entwicklung in Deutschland, es ist die Verantwortung aller Mitglieder der Gesellschaft, jedes Einzelnen, wir sind als Menschen, als Mitglieder der Universität, als Deutsche und als Europäer, verpflichtet, dagegen aufzustehen. Wir zeigen öffentlich, dass wir Hass, Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art ablehnen und verurteilen“, so Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Was wir erlebt haben in Halle, sprengt Dimensionen. Ich bin heute hier, um etwas von Ihnen zu fordern. Sie haben die Freiheit, hier und überall in Deutschland zu studieren. Ich möchte, dass Sie als Gegenleistung für diese Freiheit, die Sie hier erleben, Mut, Zivilcourage und Toleranz zeigen. Zivilcourage bedeutet, aufzustehen, wenn man merkt, dass ein anderer bedrängt wird.“, sagt Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, in seinem Grußwort während der Immatrikulationsfeier.

Universitätspräsident Friedrich hob die bedeutsame Arbeit der Studierendenvertretung hervor, es sei wichtig, an Hochschulwahlen teilzunehmen und die Partizipationsmöglichkeiten, etwa im Studierendenparlament StuPA, im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss AStA und in den Fachschaften wahrzunehmen. Zudem ermutigte der Präsident alle Erstsemester, einen Auslandsaufenthalt in ihr Studium einzuplanen.

„Während der Dauer Ihres Studiums – sei es, ob Sie aus nah oder von weiter weg kommen – sollen Sie alle hier in Hildesheim herzlich willkommen sein“, so Bürgermeister Jörg Bredtschneider. „Hildesheim ist die kleinste Großstadt in Deutschland – da shat Vorzüge. Hildesheim bietet alles, was eine Großstadt zu bieten hat, einschließlich einer hervorragenden Universität. Aber Sie verlaufen sich bei uns nicht. Wir haben historische Ecken und Weltkulturerbestätten, Museen wie das herausragende Roemer- und Pelizaeus-Museum mit seiner ägyptischen Sammlung und das Dommuseum mit seinem Domschatz, das Theater und die Kulturfabrik Löseke. Nutzen Sie unser Angebot während Ihrer Studienzeit“, betonte der Bürgermeister die familiäre Atmosphäre in der Stadt.

833 internationale Studentinnen und Studenten lernen in Hildesheim

Im Rahmen der Immatrikulationsfeier wurde der DAAD-Preis verliehen. In diesem Jahr erhält Valeria Matteini den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für herausragende Studierende. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Die 25-jährige Valeria Matteini produziert Übertitel, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen. Die italienische Medienübersetzerin schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim ab und spezialisiert sich auf Barrierefreiheit.

833 internationale Studentinnen und Studenten sind im Wintersemester 2019/20 in Hildesheim immatrikuliert. 284 internationale Studierende beginnen im Oktober ihr Studium an der Universität Hildesheim. Die meisten Vollzeitstudierenden kommen aus der Türkei, Syrien, Indien, Pakistan, Iran und China. Insgesamt pflegt die Universität Hildesheim Austauschkooperationen mit über 190 Hochschulen in 37 Ländern. Das Team des International Office unterstützt Studierende bei der Planung und Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes.

Reem Hafez und Elena Kachanovskaya wurden im Rahmen der Immatrikulationsfeier mit je einem Rotary-Stipendium ausgezeichnet. Das Stipendium beinhaltet einmalig 1000 Euro für das Studienjahr. Die Wirtschaftsinformatikerin und die Erziehungswissenschaftlerin werden für ihre besonderen Leistungen auf dem Weg in die Wissenschaft geehrt.

Reem Hafez studiert im Bachelorstudiengang „Wirtschaftsinformatik“ seit dem Wintersemester 2018/19 an der Universität Hildesheim. Sie lebt seit vier Jahren in Deutschland. Sie hat sich für Geflüchtete als Übersetzerin etwa in der Ausländerbehörde, JobCenter und beim Arztbesuch engagiert und ist in diversen musikalischen Aktivitäten als Sängerin aktiv.

Elena Kachanovskaya studiert mit großem Einsatz den Masterstudiengang „Sozial- und Organisationspädagogik“ im 2. Semester, sie hat zuvor an der Universität Hildesheim den deutsch-russischen Doppelabschluss (Bachelor „Erziehungswissenschaft“) absolviert. Elena Kachanovskaya hat bereits an einigen Veranstaltungen des International Office teilgenommen, um internationale Studierende beim Ankommen in Hildesheim zu unterstützen.  

„Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Vizepräsident Professor Martin Schreiner.

Einführungswoche auf dem Universitätscampus

Nach der Immatrikulationsfeier erkunden die Studienanfängerinnen und Studienanfänger den Universitätscampus.

Während der Einführungswoche vom 14. bis 18. Oktober 2019 erhalten die Erstsemester Einblicke in den Studienalltag und erkunden die Universität Hildesheim: Wie kann ich die Universitätsbibliothek nutzen? Wann kontaktiere ich das Rechenzentrum? Wie finanziere ich einen Auslandsaufenthalt? Wie organisiere ich ein Studium mit Kind? Etwa 100 Tutorinnen und Tutoren, Studierende aus höheren Semestern, helfen den Erstsemestern beim Studieneinstieg und bei der Stundenplanung.

Mensa-Neubau der Universität Hildesheim im Stadtteil Marienburger Höhe

Am Hauptcampus entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität. Das erste Essen soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier etwa 8800 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

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news-17451 Mon, 23 Sep 2019 15:27:00 +0200 Mensa-Neubau der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/mensa-neubau-der-stiftung-universitaet-hildesheim/ Am Montag wurde auf der größten Baustelle der Universität Hildesheim Richtfest gefeiert: Die neue Mensa der Stiftungsuniversität bietet künftig 500 Sitzplätze. Das erste Essen in der Universitätsmensa soll 2021 serviert werden. Im Folgenden äußern sich Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich, der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler, Oberbürgermeister Ingo Meyer, Sönke Nimz vom Studentenwerk und Uni-Baudezernent Thomas Hanold zur neuen Mensa. Am Hauptcampus der Universität Hildesheim entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau wird circa 20 Millionen Euro kosten. Die Mittel stellt das Land Niedersachsen zur Verfügung. Von den circa 20 Millionen Euro übernimmt die Stiftung Universität Hildesheim rund 4,4 Millionen Euro aus Eigenmitteln. 

Der Mensa-Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität Hildesheim. „Die Baumaßnahmen der Stiftungsuniversität Hildesheim belegen eindrucksvoll die dynamische Entwicklung der Hochschule. Seitdem die Universität 2003 in die Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Stiftung überführt wurde, handelt die  Stiftungsuniversität  als Bauherrin. Heute sehen wir: es funktioniert. Wir haben die Chance ergriffen und den Kulturcampus Domäne Marienburg entwickelt, einen völlig neuen Bühler-Campus sowie das Forum am Hauptcampus gebaut. Nun entsteht der Mensa-Neubau“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Eine Mensa hat immer eine besondere Bedeutung: natürlich soll sie leere Mägen füllen und das sowohl lecker als auch günstig. Sie ist aber auch ein wichtiger Ort der Kommunikation – ein Treffpunkt, der Geselligkeit und Gedankenaustausch ermöglicht“, sagt Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Schon jetzt kann man erkennen, dass die neue Mensa ein beeindruckendes Gebäude wird. Damit erfüllt sie für die Stiftung Universität Hildesheim einen weiteren wichtigen Zweck: Mit dem Neubau und der Gestaltung der Zufahrt möchte die Stiftung Besucher auf ihren Campus lenken – das wäre ein wichtiger Imagegewinn für diese dynamische Hochschule.“

„Die neue Mensa wird die Attraktivität der Universität und damit Hildesheims als Hochschulstandort noch weiter stärken. Von ihrem erweiterten Angebot werden dabei nicht nur Studierende und Hochschulmitarbeiter, sondern ebenso Anwohnerinnen und Anwohner profitieren, denen die Mensa gleichermaßen offensteht“, sagt Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

„Wir freuen uns sehr darauf, die Studierenden bald in einem zeitgemäßen Ambiente begrüßen zu können. Mit den größeren Räumlichkeiten, gerade im Bereich der Küche, schaffen wir für unsere Mensagäste ein vielfältigeres Angebot und neue Erlebnisse, wie zum Beispiel Live-Cooking“, sagt Sönke Nimz, Geschäftsführer des Studentenwerks OstNiedersachsen.

Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich hob während des Richtfestes die gute Zusammenarbeit zwischen dem Baureferat des Wissenschaftsministeriums und dem Baudezernat der Universität hervor und dankte allen Bauschaffenden und Planern, dem Studentenwerk OstNiedersachsen, der Gemeinde der Liebfrauenkirche sowie dem Oberbürgermeister und der Kommunalpolitik für die Kooperation und den Anwohnern der Marienburger Höhe für das Verständnis.

Der Minister hob während des Richtfestes hervor, dass Hildesheim mit seinen universitären Modellbauten zu einem Hotspot des Neubaus geworden sei. Der Kulturcampus Domäne Marienburg sei beispielgebend für das, was man aus einer alten Liegenschaft machen kann. Das Forum am Hauptcampus wurde im Zeitrahmen und Kostenrahmen gebaut. Das Center for World Music sei ein Bestandteil der Schaffenskraft des Universitätspräsidenten. Die neue Mensa sei ein Hauptbestandteil der Universität und werde zu einem Treffpunkt für alle, sagte der Minister.

Die Projektleitung für den Mensa-Neubau hat Olga Schwarzkopf-Lipp vom Uni-Baudezernat inne.

Neue Uni-Mensa: 500 Sitzplätze auf zwei Etagen, 75 Meter lang und 35 Meter breit

Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

Auf der Wiesenfläche vor der heutigen Alt-Mensa entsteht ein etwa 75 Meter langes und 35 Meter breites und bis zu 16 Meter hohes neues Gebäude mit 500 Sitzplätzen, die bisherige Mensa weist nur 330 Plätze auf engem Raum auf. Die Sitzplätze in der neuen Mensa verteilen sich auf zwei Etagen: Das Obergeschoss bietet einen großen Speisesaal mit Blick über den Campus, Essens- und Aufenthaltsräumen sowie Live-Cooking, im Erdgeschoss entsteht eine Cafeteria mit einer Außenterrasse, die bei Sonnenschein zum Verweilen einlädt. Die neuen Räumlichkeiten bieten Studierenden zudem Aufenthaltsmöglichkeiten im Campusalltag.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

Das erste Essen in der neuen Mensa soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Uni-Baudezernent Thomas Hanold: „Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen“

Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen, sagt Thomas Hanold, Baudezernent der Universität Hildesheim. „Die Universität öffnet sich für den Stadtteil. Natürlich sind wir offen für alle, nicht nur für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Anwohner sind herzlich willkommen. Für den Stadtteil ist die Mensa attraktiv.“

Bei der Planung habe die Universität so weit möglich die Interessen der Anlieger berücksichtigt, die in unmittelbarer Nähe wohnen und von dem Bauprojekt besonders betroffen sind. So gilt etwa für den Lärmschutz: Die Be- und Entladung für die Hochschulgastronomie erfolgt hinter geschlossenen Türen, auch die Rückseite der Mensa ist mit Fensterbändern versehen und attraktiv gestaltet.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier über 8000 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich. Ein Anbau an die bestehende Mensa wurde geprüft, ein Erweiterungsbau ist aber funktional, gestalterisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll. In Abstimmung mit der Stadt Hildesheim und der anliegenden Liebfrauen-Kirchgemeinde konnten durch den Ankauf von Flurstücken durch die Universität die Voraussetzungen für einen Mensaneubau am Hauptcampus geschaffen werden. Im Zuge des Neubaus entstanden am Hauptcampus über 50 weitere Parkplätze, hierfür wurde der Uni-Parkplatz neben dem W-Gebäude erweitert. 

Die Treuburger Straße könnte künftig zur „Universitätsallee“ werden, so die Idee des Baudezernenten Thomas Hanold.

HINWEIS: Studierende und Beschäftigte, die Interesse am Fortgang des Neubaus haben, erreichen bei Fragen Dr. Christian Dittmann, Referent des Präsidenten, unter christian.dittmann@uni-hildesheim.de. 

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news-17455 Mon, 23 Sep 2019 15:06:00 +0200 Uni-Verwaltung: Außenstelle in der Bahnhofsallee https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/uni-verwaltung-aussenstelle-in-der-bahnhofsallee/ Das Dezernat für Finanzen und die Stabsstelle Hochschulentwicklung mit den Bereichen Controlling, Qualitätsmanagement und Green Office sind vom Hauptcampus in eine Außenstelle an der Bahnhofsallee umgezogen. Das Dezernat für Finanzen der Universität Hildesheim ist in eine neue Anmietung in die Bahnhofsallee 15/15a (31134 Hildesheim) umgezogen (3. und 4. Obergeschoss). Auch die Stabsstelle Hochschulentwicklung mit den Bereichen Controlling, Qualitätsmanagement und Green Office ist dorthin umgezogen (2. Obergeschoss).

Der neue Standort befindet sich in unmittelbarer Bahnhofsnähe und ist gut mit dem Stadtbus vom Hauptcampus aus (Linie 1, 4, 10) zu erreichen. Vor dem Gebäude befindet sich ein PKW-Stellplatz für Besucherinnen und Besucher.

Die Kontaktdaten der Beschäftigten haben sich nicht verändert (unter anderem Telefonnummern und E-Mail-Adressen).  Auch die Post sollte weiter an den Universitätsplatz 1 (31141 Hildesheim) adressiert werden.

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news-17426 Mon, 23 Sep 2019 15:05:00 +0200 Universität Hildesheim im Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/universitaet-hildesheim-im-bund-laender-programm-zur-foerderung-des-wissenschaftlichen-nachwuchses-erfo/ Die Universität Hildesheim hat sich erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Fünf dieser Professuren können an der Universität Hildesheim etabliert werden, und zwar in den Bereichen Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter sowie Informatikdidaktik. Die Tenure-Track-Professuren sind Teil des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Universität Hildesheim hat sich im Rahmen des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz am 12. September 2019 bekannt gab, können nun fünf dieser Professuren an der Universität Hildesheim etabliert werden. Insgesamt wurden in der zweiten Bewilligungsrunde 532 Tenure-Track-Professuren an 57 Hochschulen zur Förderung ausgewählt. Nach der Vergabe von 468 Professuren in der ersten Bewilligungsrunde 2017 erhalten damit insgesamt 75 Hochschulen eine Förderung. 

Die Tenure-Track-Professur sieht nach einer erfolgreichen Bewährungsphase den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor, sodass die beruflichen Chancen des herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchses erhöht und die Planbarkeit einer Karriere in der Wissenschaft verbessert werden. An der Universität Hildesheim bestehen damit künftig neben der Habilitation als „klassischem“ Weg, der Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe und der Tenure-Track-Professur im Wesentlichen drei Wege zur Professur. Die auf diese Stellen berufenen Professorinnen und Professoren nehmen ihre Aufgaben in Forschung und Lehre selbständig wahr.

Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter, Informatikdidaktik

Thematisch sollen die Professuren im Bereich der Digitalisierung angesiedelt werden. Wie in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim „MINERVA 2025“ festgehalten, stellt Digitalisierung neben Bildung, Kultur und Diversität ein fachbereichsübergreifendes Leitthema dar. In innovativer Weise werden zwei Bereiche miteinander verknüpft: zum einen technische Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Data Analytics, Computerlinguistik) und zum anderen gesellschaftliche Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Verwaltung und Demokratieentwicklung, soziale Dienste). Der Bereich Digitalisierung dient damit zur weiteren Profilschärfung der Universität Hildesheim. Gleichzeitig werden Forschung, Lehre und Transfer in einem für die Zukunft äußerst relevanten Themenfeld strategisch gestärkt. 

Im Einzelnen beantragte die Universität Hildesheim die folgenden Tenure-Track-Professuren in dem Bund-Länder-Programm: 

  • Professur für Digitales Lehren und Lernen im Unterricht

  • Professur für Ethnomusicology

  • Professur für Digitale Geisteswissenschaften

  • Professur für Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter

  • Professur für Informatikdidaktik

Die Professuren sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben und im Sommersemester 2020 besetzt werden. Die Universität Hildesheim erhält für die Einrichtung der fünf Tenure-Track-Professuren rund 3,5 Millionen Euro. 

Das Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses läuft von 2017 bis 2032. Dafür stellt der Bund bis zu eine Milliarde Euro bereit. Zugleich sagten die Länder zu, die Zahl der unbefristet beschäftigten Professorinnen und Professoren an den antragsberechtigten Hochschulen dauerhaft um 1.000 zu erhöhen. Mit der Etablierung der Tenure-Track-Professur als international bekanntem und akzeptiertem Karriereweg soll nicht zuletzt die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems insgesamt erhöht werden.

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news-17130 Fri, 12 Jul 2019 11:41:00 +0200 Ohne Leidenschaft geht gar nichts: Kulturpolitikprofessor Wolfgang Schneider https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/kulturpolitikprofessor-wolfgang-schneider/ Professor Wolfgang Schneider, Gründungsdirektor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und seit 1997 Deutschlands erster und bisher einziger ordentlicher Universitätsprofessor für Kulturpolitik, hat die kulturpolitische Forschung in der Bundesrepublik geprägt. Nun wurde der Wissenschaftler feierlich verabschiedet. Zur Verabschiedung sprachen auf dem Kulturcampus Forschungskolleginnen und Forschungskollegen unter anderem aus Beirut, Sōka, Maiduguri, Cape Coast und Casablanca. Hier lesen Sie ein ausführliches Interview mit dem Professor. Lesen Sie hier die Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich
anlässlich der Verabschiedung von Prof. Dr. Wolfgang Schneider (PDF)

Lesetipp: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 12.07.2019, Interview von Martina Prante, „Ohne Leidenschaft geht gar nichts / Deutschlands Mann für die Kulturpolitik: Wolfgang Schneider verlässt nach 22 Jahren die Domäne Marienburg / Ein Sensibelchen mit Durchsetzungsvermögen“

Lesetipp: Wochenzeitung Kehrwieder, 13.07.2019, Interview von Björn Stöckemann, „Die Kultur lebt auch auf dem Lande“ (Artikel online lesen, Seite 5, www.e-pages.dk/kehrwieder/195/)

 

„Wolfgang Schneider verbindet theoretisches Wissen mit kultureller Praxis, wissenschaftliche Kompetenz mit Politikberatung und kulturpolitischem Kommentar. Zu den 22 außerordentlich ertragreichen Jahren in Forschung und Lehre, Transfer und Kooperation und nicht zuletzt im Bereich der Internationalisierung zählte auch eine sehr erfolgreiche Teambildung. Die Schaffung der Professur für Kulturpolitik und die Einrichtung des Instituts für Kulturpolitik zählt zu den wichtigen Strukturentscheidungen der Universität Hildesheim. Beides gilt es auch in Zukunft zu bewahren.“

Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim

„It is beautiful to see so many colleagues from around the world today in Hildesheim. Wolfgang Schneider is a travelling salesman in culture, er ist ein Handelsreisender in Sachen Kultur. Er bringt etwas mit – seine Neugier und Menschenfreundlichkeit und den Willen, zusammenzuarbeiten und ist ein leidenschaftlicher Forscher.“ 

Prof. Dr. Stefan Krankenhagen, Dekan des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“

„Professor Wolfgang Schneider is opening invisible doors. I remember the moment I received a letter from Germany, he accepted me as a research candidate. Since then, many doors opened for me. I learned from him to encourage my students: Think how you can make your plans possible!“ 

Dr. Yuki Akino, Dokkyo University, Sōka, Japan

„Wir danken Ihnen für Ihre Zugewandtheit, den Respekt und die Wertschätzung.“ 

Dr. Katharina Schröck, Doktorandin

„We have worked together since 2008. The list of projects is long. We started with an exchange on theatre and media, then we designed a master program in Casablanca. We want to continue working together!“ 

Prof. Dr. Abdelkader Gonegai, Université Hassan II, Casablanca, Marokko

„He is moving forward – never standing still! Wolfgang Schneider is active in the academic sphere, but he has always tried to build bridges between theory and practice. He has always rolled up his sleeves and got actively involved.“

Prof. Dr. Susanne Keuchel, Präsidentin des Deutschen Kulturrats

„I witnessed him bringing people together – he is always home, wherever he is in the world. “

Dr. Helena Nassif, Al Mawred al Thaqafy, Beirut, Libanon

 

„Es braucht Leute, die mit Kenntnis immer wieder darauf beharren, dass Kultur nicht ‚nice to have‘ ist. Professor Wolfgang Schneider gelingt in Hildesheim eine anwendungsbezogene Betrachtung von Kultur, er bringt sein Wissen ein in die Stadt. In Hildesheim erkennen wir die positiven Effekte von kultureller Teilhabe und Bildung für unsere Gesellschaft an. Seine Erkenntnisse hat der regional und international geschätzte Wissenschaftler kontinuierlich in die Gesellschaft eingebracht. Hildesheim ist eine Stadt der Bildung und Kultur. Wolfgang Schneider macht darauf aufmerksam: Unsere Stadt möge das kreative Potential der Studierenden stärker nutzen. Im Namen der Stadt Hildesheim möchte ich ganz herzlich danken.“

Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim

„Wir danken Ihnen für die grandiose Betreuung mit Herz.“ 

Dr. Aron Weigl, Doktorand

„Auf Wiedersehen. Hamba Kakuhle. Farewell. We wish you all the best in your journey. And remember, Wolfgang, you are loved.“

Doktorandinnen und Doktoranden der University of Maiduguri, Nigeria, und University of Cape Coast, Ghana, in einem Abschiedslied

Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Ein Gespräch mit Professor Wolfgang Schneider, Gründungsdirektor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und seit 1997 Deutschlands erster und bisher einziger ordentlicher Universitätsprofessor für Kulturpolitik.

Herr Professor Schneider, ich erwische Sie gerade mitten bei der Arbeit.

Wir haben diese Woche unsere „Summer School“ des Masterstudiengangs „Cultural Policy and Cultural Management“ angesiedelt an der Université Hassan II in Casablanca in Marokko, da sind wir die Partneruniversität, zusammen mit der zivilgesellschaftlichen Organisation „Al Mawred Al Thaqafy“, die in Beirut sitzt und ein Netzwerk der Kulturpolitik in der arabischen Region ist. Professorin Birgit Mandel und ich sind Mitglieder des „steering committee“, das heißt wir haben uns um das Curriculum gekümmert und waren auch schon dort und haben unterrichtet. Die Studentinnen  und Studenten kommen aus verschiedenen arabischen Ländern.

Es ist der erste Masterstudiengang dieser Art in dieser Weltregion. Der Master in Casablanca ist eine Art Schwesterstudiengang der Hildesheimer Kulturwissenschaften?

Es geht darum, in der arabischen Region „capacity building“ im Bereich Kulturpolitik und Kulturmanagement zu entwickeln, damit wir nicht vom globalen Norden aus mit Workshops im globalen Süden aufschlagen, sondern dass hier das Feld der Kulturlandschaft von den Menschen vor Ort selbst organisiert wird und dass insbesondere in der Wissenschaft, also der Kulturpolitikforschung, eine neu Generation von Kulturpolitikakteuren heranwächst.

Herr Professor Schneider, Sie haben die kulturpolitische Forschung in der Bundesrepublik über Jahrzehnte geprägt. Am 12. Juli 2019 wurden Sie im Hohen Haus auf dem Kulturcampus feierlich verabschiedet. Mit welchem Gefühl verlassen Sie den Campus?

Naja, es ist nicht ganz leicht, loszulassen. Aber andererseits gehört es zur Verantwortung dazu, nicht nur das Wissen zu generieren, Erfahrungen auszutauschen und Diskurse zu führen, sondern es ist auch meine Verantwortung, zur richtigen Zeit Platz zu machen, damit auch in diesem Wissenschaftsbereich nicht nur ein Wechsel, sondern auch ein Wandel möglich ist.

Welche Bedeutung hat die kulturpolitische Forschung für die Gesellschaft?

Als ich 1997 anfing, gab es natürlich auch schon Kulturpolitik und das Wort wurde nicht in Hildesheim erfunden, aber erfunden haben wir tatsächlich ein Curriculum, erfunden haben wir tatsächlich Lehrmethoden, die in diesem Bereich einerseits die Theorie aus der Politikwissenschaft berücksichtigt und andererseits auf unserem Ansatz fußt, in den Künsten zu lernen, – das ist ja die Idee der Hildesheimer Kulturwissenschaften, die Theorie und Praxis miteinander zu kombinieren. Wir haben für die Kulturpolitikforschung in Deutschland dadurch einen Akzent gesetzt. Wir stellen fest, dass insbesondere in den letzten Jahren Literatur an vielen Stellen in diesem kleinen Fach veröffentlicht wurde und Thema im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist, das es die Kulturpolitikforschung braucht.

Sie haben in den 22 Jahren an der Universität Hildesheim 50 Doktorandinnen und Doktoranden promoviert, Sie haben über 50 verschiedene Seminare gegeben, über 500 Diplomarbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten betreut, 50 Bücher geschrieben und herausgegeben – all diese Arbeit, und das gehe ich auf das Spannungsverhältnis von Theorie und Praxis ein, ist etwas, was nicht nur für den Bücherschrank gedacht ist, sondern wirksam wird. Was haben Sie mit Ihrem Team und den Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern angestoßen?

Eine der Referenzquellen für Kulturpolitik in Deutschland ist der Bericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages, wo hier in Hildesheim viele Texte, ich möchte fast behaupten ein Fünftel der 500 Seiten, entstanden ist. Ich war als sachverständiges Mitglied Berichterstatter für Theaterpolitik, Kulturelle Bildung und Soziokultur. Das ist eine Form von Politikberatung gewesen, die sehr konkret eingewirkt hat in die Diskurse. Wir haben dafür gesorgt, dass es diese kulturpolitische Referenzquelle gibt, die in Deutschland auch nach zehn Jahren noch Bestand hat. Wir bemühen uns am Institut für Kulturpolitik stets darum, Desiderate aufzuspüren, es ist kein Zufall, dass ich eine Studienreihe  zur Auswärtigen Kulturpolitik angeboten bekommen habe beim renommierten Springer-Verlag in Wiesbaden. Da gab es hier und da Selbstdarstellungen, aber eine kritische Reflexion dessen, was in dem Feld der Kulturdiplomatie und des Kulturaustausches geschieht, das fehlte bislang. Ein drittes Beispiel: Wir bemühen uns, nicht nur die klassische Kulturpolitik der Kulturinstitutionen im urbanen Raum zu beforschen, sondern untersuchen gleichberechtigt Kultur im ländlichen Raum, das „Weißbuch für Breitenkultur“ ist ein Standardwerk, das darauf hinweist, dass es eine Kultur gibt zwischen Rathaus, Schule und Kirche in den kleinen Dörfern und dort Tausende von Gruppierungen selbstorganisiert, meistens ehrenamtlich, ihr kulturelles Leben gestalten.

Ihr Interesse galt in all diesen Jahren auch der Umgebung, Sie blicken in die Welt, aber haben Hildesheim und den Landkreis stets im Blick.

Naja, mein Einstieg hier in der Stadt war das „Kulturhandbuch Hildesheim“, in dem ich mit Studentinnen und Studenten 228 Einrichtungen, Institutionen und Vereine identifiziert habe, die hier in der Region aktiv Kulturarbeit betreiben. Das war der Ausgangspunkt darüber nachzudenken, welche Kulturpolitik braucht die Region. Wir mischen uns ein mit öffentlichen Vorträgen in der Stadt, haben während des 1200jährigen Jubiläums der Stadt diskutiert und begleiten den Bewerbungsprozess für die Kulturhauptstadt Europas 2025 wissenschaftlich. Da sind wir natürlich einerseits Lokalpatrioten, aber andererseits den anderen sieben Mitbewerbern verpflichtet und das ist ein Format, welches generell die Frage aufwirft: Braucht es so etwas wie eine Kulturentwicklungsplanung und wie viel Perspektive ist in diesem Feld in der Kommunalpolitik vorhanden?

Im Mittelpunkt der Hildesheimer Kulturwissenschaften, ob in Musik, Theater, Medien oder Philosophie und Literatur, stehen seit 40 Jahren die Künste und die Vernetzung von theoretischer und praktischer Arbeit. Prägt diese Nähe, dieser wuchs der Forschung aus den Künsten heraus auch die kulturpolitische Forschung?

Dass es überhaupt einen Lehrstuhl für Kulturpolitik gibt hier in Hildesheim, war eine konzertierte Aktion der künstlerischen Fächer. Es war Konsens, dass es etwas zwischen diesen Instituten geben muss: Kulturpolitik, Kulturmanegement und Kulturelle Bildung wurden als Gegenstandsbereiche konstituiert. Wir hätten nie und nimmer diese erfolgreiche Arbeit machen können, wenn wir das nicht immer auch in der Auseinandersetzung mit den Künsten und in den Kulturwissenschaften betrieben hätten. Kulturpolitik ist zwar ein eigenes Fach, so kann ich doch nach 22 Jahren selbstbewusst behaupten, aber es ist integriert in einen Kontext und das sind die Gesellschaftspolitik und die Künste. Wir sind breit aufgestellt, mischen uns immer auch ein in die Debatten um die Theaterkunst, Museumspolitik oder in die Debatten über „Kultur für alle“.

Zur Verabschiedung sprechen in Hildesheim auch Forschungskolleginnen und Kollegen unter anderem aus Beirut, Libanon; Sōka, Japan; Casablanca, Marokko; Maiduguri, Nigeria and Cape Coast, Ghana. Sie haben stets die internationalen Kooperationen gepflegt und mit Ihrem Team am Institut für Kulturpolitik ausgebaut. Welche Bedeutung hat diese internationale Zusammenarbeit, gerade in der heutigen Zeit?

Naja, wir leben in einer Welt. Und das muss man in Deutschland hie und da noch lernen, wir sind nicht die Insel der Glückseligen sondern haben im globalen Kontext eine historische Rolle, die man nie vergessen darf. Das ist gerade jetzt wieder in der postkolonialen Debatte relevant – wem gehören die Artefakte, die in Museen ausgestellt werden, und die aus Zusammenhängen nach Deutschland gekommen sind, die keineswegs legal waren und aus Zeiten rühren, in denen der Ruf Deutschlands außerordentlich problematisch ist? Wir haben es in internationalen Kontexten immer damit zu tun, dass wir als sogenannte Exportnation wirtschaftliche Interessen haben, die begleitet werden müssen durch den kulturellen Austausch. Wir haben es als Vertreter einer Demokratie auch damit zu tun, uns um Menschenrechte zu kümmern, insbesondere um das Recht auf Kunst und Kultur, auf Teilnahme und Teilhabe. Das führt zwangsläufig dazu, dass wir das mit unseren Kolleginnen und Kollegen in der Welt diskutieren. Dass die UNESCO dies honoriert hat mit der zweimaligen Verleihung des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ ist eine große Ehre und war auch immer ein Auftrag – und den nehmen wir wahr an der Universität Hildesheim. Ich schätze die Weltgewandtheit des Präsidenten Professor Wolfgang-Uwe Friedrich sehr. Ich hinterlasse am Institut ein gut bestelltes Feld von internationalen Beziehungen und Austausch, da wünsche ich mir zukünftig mehr. Ich wünsche mir, dass wir auf dem Campus noch internationaler werden, dass wir auch mehrere Sprachen sprechen. Aber immerhin haben wir einen bilateralen Masterstudiengang in Kulturvermittlung mit Marseille, den Masterstudiengang mit Casablanca, die DAAD-Graduate School mit Maiduguri und Cape Coast in Westafrika und hundert Beziehungen über Erasmus. Ich hoffe, das zukünftig noch mehr Studentinnen und Studenten aus der Welt nach Hildesheim kommen. 

In Ihrer Forschung beschäftigen Sie sich zum Beispiel mit der Frage, wie Künstlerinnen und Künstler politische Umbrüche prägen. Sie sagten einmal, während des Weltkongresses der Kulturpolitikforschung in Hildesheim, als 450 Fachleute aus 70 Ländern auf dem Kulturcampus tagten: Künstlerinnen und Künstler können Seismografen von Krisen sein, andererseits auch Sprachrohr. Was meinen Sie damit, was zeigen Ihre Forschungsergebnisse zur Analyse von Kunst und Kultur in Krisenzeiten?

Wir haben es erlebt im „Arabischen Frühling“ , dass Künstlerinnen und Künstler das Wort ergriffen haben für die Gesellschaft, dass sie Musik gemacht, getanzt, und Theater gespielt haben, dass Filme produziert und Graffitis gesprayt wurden, die dazu beigetragen haben, zu thematisieren, was in der Gesellschaft nicht richtig läuft. Wir wissen, das „freedom of expression“ ein großes Gut ist, bei uns Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes: Die Kunst ist frei. Das heißt diesen Freiraum muss Politik gewähren, damit nicht nur in Krisenzeiten Künstlerinnen und Künstler ihren Beitrag leisten, um in die Gesellschaft zu wirken und aufmerksam zu machen auf das, was schief läuft, und durchaus Visionen eines friedlichen Zusammenlebens zu entwickeln. Künstlerinnen und Künstler sind ein wesentlicher Bestandteil von gesellschaftlicher Entwicklung. 

Sie haben mit Ihrem Team um Dr. Daniel Gad das Netzwerk „Arts Rights Justice“ etabliert, arbeiten mit Künstlern, Kulturmanagerinnen, Menschenrechtlerinnen und Rechtsanwälten unter anderem aus Tadschikistan, Nigeria, Argentinien, Libyen, Simbabwe, Iran, Türkei, Ägypten, Indien, Japan, Schweden, Syrien, Brasilien, Afghanistan, Jemen und Bangladesch zusammen, und haben eine umfassende online zugängliche auf Kunstfreiheit und Künstlerschutz ausgerichtete Bibliothek (www.arj-library.de).  

Wir haben in den letzten Jahren erlebt, dass es Länder gibt, in denen keineswegs diese Freiheit gewährt wird. Im Gegenteil: Wir wissen von Journalistinnen und Journalisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Künstlerinnen und Künstlern, dass sie verfolgt und inhaftiert werden, dass es Zensur gibt, dass man ihnen mit dem Tode droht, dass sie flüchten müssen. Es ist zunächst eine humanitäre Notsituation, aber auch eine Frage an die Kulturpolitik: Was kann zum Beispiel eine Künstlerresidenz leisten, als Schutzraum? Und was braucht es an nationalen und internationalen Instrumenten, um da einzugreifen, zu helfen und dies zukünftig zu vermeiden und Mechanismen zu entwickeln, die tatsächlich so etwas sind wie seismografische Erkenntnisse, die zum Handeln führen müssen. Wissenschaft hat eine Verantwortung, die Gefährdung der Freiheitsrechte zu beforschen und ihre Außerkraftsetzung anzuprangern.

Sie sind in Mainz geboren. Verraten Sie uns, warum haben Sie sich vor 22 Jahren für Hildesheim als Ort Ihrer Forschung und Lehre entschieden? Und waren Sie hier, in Hildesheim, zufrieden?

Also, ich sage immer: Ich war beruflicher Niedersachse und bin bekennender Hesse, tatsächlich in Mainz geboren. Das macht es mir hier nicht so einfach, weil der dortige Humor doch schon auch gewöhnungsbedürftig ist für die Mitmenschen rund um Hildesheim. Ich wurde berufen und ich bin nach wie vor dankbar denen, die mich hier hergeholt haben, besonders Hajo Kurzenberger. Ich muss zugeben, ich hatte vorher noch nicht viel von Hildesheim gehört. Ich werde Hildesheim als einfacher Professor für Kulturpolitik auch in Zukunft als wesentlichen Ort meiner Biografie sehen, weil ich hier mit Menschen zusammen kommen durfte, die mich immer wieder angeregt haben und die permanente Beschäftigung mit jungen Menschen hat mich glaube ich auch dahingehend geprägt, dass ich immer wieder versuche, neu zu denken und mit einer kritischen Distanz in unserer Welt Fragen zu stellen, statt nur einfache Antworten zu geben. 

Und wie geht es nun weiter? Was wünschen Sie den Kolleginnen und Kollegen in Hildesheim? Werden Sie den Kontakt nach Hildesheim halten?

Naja sicher! Ich habe den UNESCO-Lehrstuhl noch bis zum Jahr 2020, ich werde noch drei Forschungsprojekte zu Ende bringen und habe bis Ende des Jahres noch zwölf Masterarbeiten zu betreuen und ich nehme 20 Doktorandinnen und Doktoranden mit, die alle in den nächsten Jahren erfolgreich promoviert werden wollen. Das ist doch völlig klar! Ich wünsche mir, dass der Präsident und das Präsidiums und der kulturwissenschaftliche Fachbereich, so wie sie bisher mich unterstützt haben, auch meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin und die Zukunft des Instituts für Kulturpolitik auf dem Weg zur Internationalisierung unterstützen, aber auch die Arbeitsbedingungen, die nicht immer nur durch Befristungen sich ausdrücken – da darf gerne mehr investiert werden. Ich werde mich weiterhin mit der internationalen Kulturpolitik beschäftigen und mit dem anderen Pendant, der Kulturarbeit auf dem Lande, insbesondere mit den Transformationsprozessen von Heimatmuseen, mit der Rolle von Büchereien in kleineren Kommunen in Zeiten der Digitalisierung und mit der Rolle der Akteure, die vor Ort Kultur gestalten jenseits der institutionalisierten Hochkultur.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person:

Fortwährender Einsatz für den Erhalt der kulturellen Vielfalt und für kulturelle Bildung: Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Mit seiner Arbeit leistet der Hildesheimer Professor Wolfgang Schneider seit 1997 einen fortwährenden Beitrag zum Erhalt der kulturellen Vielfalt, für kulturelle Bildung sowie für die Wertschätzung von Künstlerinnen und Künstlern. Schneider forscht und lehrt seit über 20 Jahren als Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim unter anderem in den Bereichen Kulturpolitik, Kulturförderung, Kulturelle Bildung, Kommunale Kulturpolitik, Auswärtige Kulturpolitik sowie Kulturpolitik für Kinder und Theaterpolitik. Er wird am 12. Juli 2019 in einer Feierstunde am Kulturcampus in Hildesheim verabschiedet. 

Für seine besonderen Verdienste wurde der Kulturwissenschaftler Professor Wolfgang Schneider mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt. Mit der Ehrung wurden die besonderen Verdienste des Hildesheimer Kulturpolitikforschers für die Gesellschaft gewürdigt, hierzu zählen sein herausragender Einsatz für kulturelle Bildung und kulturelle Vielfalt, für das Kinderrecht auf Teilhabe an Kunst und Kultur, für die Wertschätzung und Förderung der Künstlerinnen und Künstler in Deutschland und für den internationalen Austausch. 

Wolfgang Schneider wurde am 12. Juli 1954 in Mainz geboren. Nach dem Studium und der Promotion am Institut für Jugendbuchforschung in Frankfurt gründete er 1989 das Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland, entwickelte den Deutschen Kindertheaterpreis und den Deutschen Jugendtheaterpreis. 1997 gründete er das Institut für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim. In Hildesheim setzte sich Schneider für die Schaffung der deutschlandweit einzigen Professur für Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters (seit 2011) ein. Seit zwei Jahrzehnten ist Wolfgang Schneider Vorsitzender des Netzwerks der Kinder- und Jugendtheater. Von 2003 bis 2007 wirkte er in der Enquete Kommission „Kultur in Deutschland“ mit. Seit 2012 ist er Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“. In seiner Forschung befasst sich der Wissenschaftler unter anderem mit der Frage, wie Künstlerinnen und Künstler politische Umbrüche prägen und analysiert Kunst und Kultur in Krisenzeiten.

Mit der Universität in Aix und Marseille wurde 2003 das Doppeldiplom in „Kulturvermittlung/Médiation Culturelle de l’Art“ eingerichtet. Der internationale Studiengang wird seit 2011 als Doppelmaster angeboten. Parallel dazu erfolgte der Aufbau einer internationalen Bachelor-Studienvariante „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“. Zusammen mit Daniel Gad und Birgit Mandel beriet Schneider die marokkanische Universität Hassan II in Casablanca beim Aufbau des ersten panarabischen Masterstudiengangs „Cultural Policy and Management“.

Als  Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs war Wolfgang Schneider unter anderem verantwortlich für die Gestaltung des Kulturcampus und die Gestaltung des Bologna-Prozesses – von Diplom auf Bachelor und Master. Der Kern ist, dass im Mittelpunkt der Kulturwissenschaften die Künste stehen, die Vernetzung von Theorie und Praxis, und dass es ein Spinnen in einem Netzwerk ist, das die Studierenden befähigt, im Arbeitsmarkt anzukommen.

Die Einrichtung einer eigenen Universitätsprofessur mit der Denomination „Kulturpolitik“ geht zurück auf Diskussionen in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Zu den Initiatoren zählten die Theaterwissenschaftler Hajo Kurzenberger und Hartwin Gromes. Im Jahr 1994 wurde die Professur ausgeschrieben. Mit Wirkung zum 1. März 1997 wurde die erste Universitätsprofessur für Kulturpolitik in Deutschland besetzt.

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news-17105 Thu, 04 Jul 2019 07:50:00 +0200 90. Geburtstag: Politikwissenschaftler Professor Gottfried Leder https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/90-geburtstag-politikwissenschaftler-professor-gottfried-leder/ Professor Dr. em. Gottfried Leder, ein geistreicher Beobachter des politischen Zeitgeschehens und Begründer der Politischen Wissenschaft in Hildesheim, wird 90 Jahre alt. Der Hildesheimer Politikwissenschaftler hat am 4. Juli 2019 Geburtstag. LESETIPP: Einen weiteren Artikel über Professor Gottfried Leder lesen Sie auch in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 4. Juli 2019.

Gottfried Leder wurde am 4. Juli 1929 in Berlin geboren. Nach Evakuierung und der Flucht aus Oberschlesien gelangte er im Frühjahr 1945 nach Niedersachsen und legte 1948 das Abitur in Peine ab. Anschließend studierte er von 1949 bis 1955 an der Georg-August-Universität in Göttingen Rechts- und Staatswissenschaften.

1955 promovierte er bei Rudolf Smend, einem der bedeutenden Staatsrechtslehrer der Weimarer Jahre und der Nachkriegszeit, zum Doctor juris. Mit seiner Dissertation „Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen“ betrat Leder zu diesem Zeitpunkt juristisches und politisches Neuland. In das Jahr der Promotion fiel der Beitritt der Bundesrepublik zur NATO und das Wehrpflichtgesetz wurde erst im Folgejahr vom Bundestag beschlossen. Gewissen und Widerspruch haben den Wissenschaftler fortan immer sehr beschäftigt. 1960 bis 1961 war er im Bundespräsidialamt in Bonn im Referententeam des Persönlichen Büros des Bundespräsidenten.

Wegbereiter der Politischen Wissenschaft in Hildesheim

Leder war der Wegbereiter der Politischen Wissenschaft in Hildesheim. Er begründete als erster Lehrstuhlinhaber im Oktober 1961 das Fach Politische Wissenschaft an der damaligen Pädagogischen Hochschule Alfeld.

1970 kam Leder mit 20 Kollegen aus Alfeld nach Hildesheim, wo er die Politikwissenschaft an der Hochschule und später Universität Hildesheim prägte. Leder gehörte mit der Berufung 1961 als der Jüngste zum Kreis der Hochschullehrer, die das Fach in Niedersachsen als Grundwissenschaft aufgebaut und in die Lehramtsausbildung integriert haben. In zahlreichen Funktionen, unter anderem als Mitglied des Senats, hat er tatkräftig an der Weiterentwicklung von der Pädagogischen Hochschule zur selbstständigen Wissenschaftlichen Hochschule und schließlich zur Universität beigetragen.

Forschung zu Gewissen und Widerspruch

Als Hochschullehrer bemühte sich Leder bis zu seiner Pension 1991 stets um Fairness und Gerechtigkeit und förderte die Einübung präzisen Denkens und die Fähigkeit zur Begründung von Positionen.

Neben der Forschung und Lehre hat Gottfried Leder vielfältige gesellschaftspolitische Aufgaben wahrgenommen, etwa im Niedersächsischen Landesausschuss für Erwachsenenbildung und im Beirat des Niedersächsischen Landesinstituts für Lehrerfortbildung und Lehrerweiterbildung und war Mitglied des Beirats für Fragen der Inneren Führung beim Bundesministerium für Verteidigung.

Er engagierte sich zudem in zahlreichen kirchlichen Gremien. Über 30 Jahre gehörte er dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an, wo er Mitglied mehrerer Arbeitsgruppen und Kommissionen war. 1999 wurde der Politologe mit der Bistumsmedaille, der höchsten Auszeichnung des Bistums, geehrt. Anfang der 1970er Jahre hat er an der Würzburger Synode, der gemeinsamen Synode der deutschen Bistümer, teilgenommen.

2019 ist jüngst im LIT-Verlag das Buch „Bei Unrecht: Widerspruch!“ von Gottfried Leder erschienen.

Im Gespräch

Interview mit Professor Dr. em. Gottfried Leder

Herr Professor Leder, Sie sind Begründer der Wissenschaft der Politik in Hildesheim. Was bedeutet es, die Politikwissenschaft als eine Grundwissenschaft aufzubauen?

Die Politische Wissenschaft als Fach gab es damals an den Pädagogischen Hochschulen überhaupt noch nicht. Die Kultusministerkonferenz entschied damals Ende der 1950er Jahre, an jeder der acht Pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen einen Lehrstuhl zu errichten, weil das erste Mal die NPD als Partei einen gewaltigen Schub bei den Landtagswahlen gemacht hat. Da wurde beschlossen: Wir müssen die Gegenwehr gegen diese Rechtsbewegung bei der Jugend anfangen – das wiederholt sich alles in der Geschichte. Und wenn man bei der Jugend anfangen möchte, muss man bei den Lehrerinnen und Lehrern anfangen. Und auf diese Weise wurde in allen pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen das Fach der politischen Wissenschaft eingerichtet, in den vier größeren 1960, und in den kleineren 1961. Es gab aber nicht genug Leute für diese Lehrstühle, die habilitiert waren. Den Hochschulen wurde gesagt: Schaut euch um, wenn ihr jemanden kennt, der promoviert und geeignet ist, dann ladet ihn in die Hochschulen ein und macht Check-Seminare.

Sie waren 32. Das trauten Sie sich zu?

Ich war damals noch im Bundespräsidialamt in Bonn. Ich war 32 Jahre jung und stellte mich in Alfeld vor. So ist es gewesen. Ich stand in zwei anderen Hochschulen auch noch auf der Dreier-Liste der möglichen Kandidaten. Ich wurde dann ernannt und war zunächst allein, als Assistent bot sich ein Lehrer an. Ich begann bei Null. Was ich als Bestand in Alfeld vorfand war eine Weimarer Verfassung und das Grundgesetz und 3000 D-Mark als Startkapital für den Aufbau einer Abteilung Politikwissenschaft in der kleinen Hochschulbibliothek. Ich traf auf eine wahnsinnig freundliche Kollegenschaft, die sich halb umbrachte, um mir zu helfen und zwischendurch fragte, was das eigentlich ist, was ich in der Politikwissenschaft mache. Wir waren 20 Dozenten in Alfeld.

Was haben Sie Ihren Alfelder Kollegen und Ihrer Kollegin denn geantwortet, was ist Politikwissenschaft?

Ich habe verdeutlicht, dass und warum die Politische Wissenschaft eine Wissenschaft ist und dass ich nicht hierher geschickt worden bin, Politik zu machen. Es ist die Wissenschaft, die den Gegenstand der Politik hat und alles, was politisch ist, ist ihr Objekt. Politische Wissenschaft treibt also keine Politik, sondern analysiert sie. Was nicht ausschließt, erstens, dass auch der Politikwissenschaftler eine politische Überzeugung hat und was die Frage aufwirft, ob Politikwissenschaft eine wertfreie Wissenschaft sein könnte. Das war in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre eine große Debatte. Der Soziologe Max Weber hat die These von der Wertfreiheit der Politikwissenschaft einerseits glühend verteidigt und andererseits gibt es in seinen Schriften Passagen, in denen er darlegt, Politik ist natürlich auch eine wertende Wissenschaft. Wenn wir von „guter" oder „schlechter" Politik reden, fangen wir schon an mit dem Urteil. Ich kann das, was andere sagen, nicht sofort mit einer Haube der politischen Überzeugung beurteilen. Zunächst einmal muss die Analyse kommen.

Herr Professor Leder, seit 28 Jahren sind Sie im Ruhestand. Ihr Interesse an Politik, an Philosophie und Zeitgeschichte ist ungebremst, auch im hohen Alter haben Sie noch einen Aufsatz über Gewissen und Gehorsam geschrieben. Nun feiern Sie Ihren 90. Geburtstag. Verraten Sie uns Ihre Lebensphilosophie, wie bleibt man so wach im Geiste und so aufmerksam?

Seien Sie mir nicht böse, aber das kann ich nicht beantworten. Wie bleibt man so wach und aufmerksam? Ich danke jeden Tag dafür, das ich's bin. Wie man dazu kommt, merkt man ja nicht. Wenn man das Glück hat, merkt man es gelegentlich, weil jemand sagt: „Der ist noch ganz fit."

Ich weiß natürlich, dass ich ein wunderbares Elternhaus, aufgeschlossen und interessiert an allem, gehabt habe und sehr jung erfahren habe, dass es auf der Welt sehr schlimme Dinge gibt. Meine Eltern waren beide absolut unbeleckt von jeder Sympathie für die Nazis. Ich bin 1929 geboren, ich war gerade vier Jahre alt, als sich die Nationalsozialisten in Deutschland 1933 mit der Machtergreifung durchsetzten. Ich erzähle Ihnen eine verbürgtes Geschehen: Wie ich fünf Jahre alt war, 1934, war ich für ein Viertel Jahr bei meinen Großeltern in Breslau. An einem Abend, ich war von meiner Patentante schon ins Bett gebracht, fingen auf einmal die Glocken an zu läuten. Ich konnte nicht schlafen, bin in das Wohnzimmer der großen bürgerlichen Wohnung und habe mich beklagt, warum die Glocken so laut läuten. Mein Großvater sagte mir: „Weißt du, der Herr von Hindenburg, der Herr Reichspräsident ist gestorben." Ich reagierte, es war eine kindliche Reaktion: „Was denn, haben Sie jetzt den alten Mann auch noch umgebracht?“ Das war am 2. August 1934. Einige Monate zuvor, im Juni, hatte Hitler einen Putsch von SA-Leuten, seiner eigenen Truppe, niedergeschlagen, indem er seinen Freund Ernst Röhm, der Chef der SA, einer der obersten Nazis, hat erschießen lassen. Meine Eltern waren sehr intensiv katholisch und aufgeschlossen, sie wussten, 1935, 1936, 1937: Das gibt Krieg und es wird furchtbar. Sie wussten von Judenverfolgungen, ihre Freunde sind noch nach England entkommen. Als Fünfjähriger und in den folgenden Jahren habe ich eine schlimme Zeit erlebt. Ich konnte damals noch nicht Zeitung lesen, nur einzelne Worte. Das prägt mein ganzes Denken. Politik ist wahnsinnig spannend, aufregend und wichtig für uns alle, Politik kann schlecht sein und gut sein.

Eine andere Situation: Ich war 30 und Referent im persönlichen Büro des Bundespräsidenten in Bonn, ich war einer von zwei Assistenten und hatte wie ich angekommen war, am ersten Tag einen Auftrag erhalten, eine Tischrede zu entwerfen für die Mitglieder des Bundesverfassungsgerichts. Vorgabe 8 Minuten. Das war ein Glücksfall. Verfassungsrecht hat mich in meinem Studium so intensiv beschäftigt. Als ich in das Arbeitszimmer des Bundespräsidenten das erste Mal hinein kam, saßen wir uns direkt gegenüber, er hatte mein Redemanuskript vor sich liegen, nahm einen grünen Stift und fing an zu lesen. Auf einmal knurrte er, und wieder knurrte er: „So kann man das doch nicht sagen." Reflexartig bat ich um Entschuldigung. Der Bundespräsident legt seinen Stift hin, guckt mich an und sagt: „Herr Leder, warum entschuldigen Sie sich denn dauernd? Sie sind hier dazu da, mir zu widersprechen. Und wenn ich es dann anders mache, ist das nicht mehr Ihre Verantwortung." Ich habe manchmal in Fällen von Meinungsverschiedenheiten mit Räten und Assistenten später zu mir innerlich gesagt: „Du weißt, die sind hier da, um dir zu widersprechen. Und wenn du es anders machst, musst du es alleine verantworten." Ich habe daher nie einen ernsten Konflikt mit einem Mitarbeiter an der Universität gehabt.

Was bedeutet Wissenschaft für Ihr Leben? Wie hat die Politikwissenschaft Ihr Leben geprägt?

Wenn ich Politik lehren will und Wissenschaft betreiben will, muss ich objektive Sachverhalte erzählen. Gewissen und Widerspruch hat mich immer sehr beschäftigt. Ich habe sehr gerne in Arbeitsgruppen gearbeitet, die aus anderen Wissenschaften stammen. Zwölf Jahre war ich Mitglied eines Gesprächskreises für wissenschaftliche Pädagogik, nahm an den Symposien teil, sprach in Münster über politische Bildung. Wie sieht ein Politikwissenschaftler politische Bildung und hält sie für notwendig? Politische Bildung hat mich immer interessiert, ich habe sie mit vielen Referaten im Jahr in Bildungsinstitutionen von Stuttgart bis Fulda betrieben. Abends hatte ich meinen Vortrag in Oldenburg mit Diskussion bis zehn Uhr, am Morgen war ich zurück in Hildesheim, um um 8:00 Uhr mein Seminar zu halten. Von zwei Operationen abgesehen war ich 7 Vorlesungstage im Laufe der 30 Jahre an der Universität krank.

Die Arbeit hat mir immer Freude gemacht. Mich hat die Leidenschaft für politische Bildung und das innere Engagement mein Leben lang angetrieben. Demokratie ist ein Wert und die Parteien haben politische Funktionen in die Bevölkerung hinein. Wenn die Parteien heute wieder in einer Schwächephase stehen – was ganz ohne Frage ist und überhaupt noch nicht überwunden –, macht man sich seine Sorgen. Man kann Mitleid oder wenigstens Sympathie für Leute empfinden, die sich bestimmte Dinge zutrauen, dazu gewählt werden und dann von der eigenen Partei Stückchen um Stückchen in die Pfanne gehauen werden.

Meine Studentinnen und Studenten haben mir gesagt, dass ich anspruchsvoll sei, aber immer fair in Prüfungen. Wenn die Studierenden zur Prüfung kamen, habe ich mich gekümmert, es war erstaunlich, wie viele so stark unter Prüfungsangst gelitten haben. Den Dank erfahre ich noch heute in Hildesheim manchmal auf der Straße, das sind wundervolle Tage.

Wie haben Sie die Universität als Student erlebt?

Ich erinnere mich an mein Studium 1949 in Göttingen, ich habe die Lehrangebote gesucht, die hingen nämlich nur in der Universität an großen Brettern. Fernsehen gab es noch nicht, im Radio wurden Lehrveranstaltungen natürlich auch nicht verkündet.Und dann musste ich erst einmal einen Kommilitonen ansprechen, der von einer Vorlesung kam. Aber die jungen Leute waren alle so eilig, ganz eigentümlich – freundlich, aber sie hatten nie Zeit. Warum? Eine große Zahl der jungen Männer hatte eine Gefangenschaft hinter sich nach dem Zweiten Weltkrieg, entweder bei den Franzosen oder bei den Amerikanern, aber kaum einer war aus Russland. Ich bin dabei gewesen, wie 1955 – zehn Jahre nach Kriegsende – im Grenzdurchgangslanger in Friedland einer der ersten Transporte von deutschen Kriegsgefangenen ankam in Bussen, in die sie in ihren Gefangenenlagern verladen worden waren, als Konrad Adenauer in Russland gewesen war und sie freigehandelt hatte. Ich habe mit anderen Studenten geholfen. Es hieß: „Die Gefangenen kommen. Wir brauchen dringend Hilfskräfte.“ Ich errinere mich, wie sie aus den Bussen aussteigen – blass, blank, abgemagert, manche mit einem Stock, manche mit einer selbstgebastelten Krücke unter dem Arm. Ich habe bis heute im Sinn, wie sie am Ende anstimmen: „Nun danket alle Gott.“ So etwas vergisst man nicht, das Schreckliche wie das Schöne.

Wenn ich Ihnen noch eine Story erzählen soll: Ich saß im Seminar „Theorie des öffentlichen Rechts“ in Göttingen bei Professor Rudolf Smend, einer der bedeutendsten Verfassungsrechtler der Weimarer und der neuen Bonner Zeit. Da saßen mit mir im Raum zwei spätere Bundesminister, ein Dritter, der später in den Bundestag ging, zwei spätere Bundesverfassunsrichter, eine spätere Richterin. Ich saß auf dem letzten Platz, Mittwochabend, 20 Uhr bis 22 Uhr. Da passierte Folgendes: Rudolf Smend hatte einen Aufsatz geschrieben über den Kernbereich seiner eigenen Theorie, die Integrationslehre, der Staat ist Integration, für das große Handbuch der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Er sagte, er wolle den Aufsatz zur Diskussion stellen: Die Integrationslehre und ihre Schwächen. Es war ein nachträgliches rücksichtsloses Urteil über sein zentrales wissenschaftliches Produkt, uns kamen die Tränen. Er saß und schwieg. Einer seiner Studenten, Wilhelm Hennis, später renommierter Professor, sagte: „Herr Professor, so schlecht, wie Sie Ihre eigene Theorie gemacht haben, ist sie ja nun wirklich nicht." Herr Smend sagte ganz ernst: „Ich bedanke mich für diesen Trost." Ich habe dauernd das große Glück gehabt, Leute dieser Kragenweite kennen zu lernen.

Dieses Interview lesen auch viele Studentinnen und Studenten. Welche Entwicklungschancen bietet eine Universität jungen Menschen?

Eine Hochschullehrerin beziehungsweise ein Hochschullehrer sollte zum Nebenberuf haben, seinen Studentinnen und Studenten immer wieder klar zu machen: Erstens, Sie müssen hier gewaltig Gas geben, sonst kann es sein, dass Sie das Studium nicht schaffen. Ich kenne nur ganz wenige Leute, die es ohne solches Gasgeben mit Lockerheit geschafft haben. Zweitens, man muss sich selber darum kümmern, das man lernt, wie man lernt und wie man zum Denken kommt – mit der Folge, dass an zwei, drei Abenden in der Woche Bude und Arbeit angesagt ist. Weil es später auch so sein wird. Ohne knallharte Arbeitsbereitschaft geht nichts. Drittens: Man muss lernen, sich in die Position des anderen hineinzuversetzen. Das hilft übrigens auch, wenn man sich auf eine Prüfung vorbereitet und vorher versucht herauszufinden, wie der Prüfer oder die Prüferin tickt, dann können einen Fragen nicht erschrecken.

Welche Aufgaben hat Wissenschaft in der Gesellschaft, wie kann die Region von der hier ansässigen Hochschule profitieren?

Ich schätze die Bemühungen um den Wissenstransfer der heutigen Hildesheimer Universitätsprofessorinnen und Universitätsprofessoren, dazu zählen etwa die öffentlichen Europagespräche von Professor Michael Gehler und Ringvorlesungen der Universität Hildesheim. Da wird etwas Reizvolles geboten. Ich habe einige Referate von Professorin Marianne Kneuer gehört, sie kann für jeden der anfängt, als Wissenschaftler zu arbeiten, nur Vorbild sein, ich bewundere das. Man muss sehen, dass die Bürger hier herkommen auf den Campus, man muss sie einladen. Und dann kommen sie ja offenbar.

Die Hochschule, der akademische Bereich, ist nicht außerhalb dieser Welt, sondern ein Teil und muss sich selber integrieren. Eine Universität, die sich abkapselt, wird nie richtig in der Mitte dieser Stadt ankommen. Das Wachstum der Universität Hildesheim ist nicht unwesentlich in den letzten Jahren von Professor Wolfgang-Uwe Friedrich bewirkt worden und hat ohne Fragen in Hinblick auf kulturelle und wirtschaftliche Aspekte Bedeutung für Hildesheim. Etwa 11 % von Hildesheims gut 100.000 Einwohnern sind heute Studentinnen und Studenten, 1970 waren es 400 Studierende, 2019 sind es allein an der Universität etwa 8500. Und wenn Hildesheim sich nun darum bewirbt, Europäische Kulturhauptstadt zu werden, dann wird alles das, was vom gegenwärtigen Präsidenten geschaffen wurde dazu beitragen, dass Hildesheim sicher mit dem hervorragenden Ruf der Universität gestiegene Chancen hat.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-17086 Mon, 01 Jul 2019 08:39:00 +0200 Herausragende akademische Leistungen: Torben Windler, Candy Walter und Carolin Funke https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/herausragende-akademische-leistungen-torben-windler-carolin-funke-und-candy-walter/ Die Universitätsgesellschaft Hildesheim verleiht drei Preise für herausragende akademische Leistungen. Geehrt werden der Informatiker Torben Windler, die Kulturwissenschaftlerin Carolin Funke und der Mathematiker Candy Walter für ihre Bachelorarbeit, Masterarbeit und Promotion. Die Förderpreise sind mit jeweils 500 Euro dotiert „Die Preise sind eine besondere Auszeichnung der Universität für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Sie sollen zudem Studierende und wissenschaftlichen Nachwuchs motivieren“, sagt Heinz-Werner Ernst, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Hildesheim, anlässlich der Preisverleihung im Forum am Hauptcampus. Die Qualität begeisterte ihn, und erstaunt habe ihn die Nähe der Forschungsarbeiten zur realen Welt.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • Bachelor: Torben Windler | Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ |  Bachelorarbeit „Electricity Price Forecasting in the Context of Production Planning“ | Gutachter: Jan Busse

  • Master: Carolin Funke | Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ | Masterarbeit „Narrative Zwischenräume. Die Bedeutung der Bild-Text-Interdependenz in Bilderbuchgesprächen am Beispiel des Bilderbuches „Garmans Straße“ von Stian Hole. Eine qualitativ-empirische Studie.“ | Gutachterin Prof. Dr. Bettina Uhlig, Gutachter Jan Schönfelder

  • Dissertation: Candy Walter | Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ | Dissertation „Statistische Untersuchungen Planen – Eine empirische Untersuchung zur Planung und Durchführung statistischer Untersuchungen von Lernenden aus 9ten und 10ten Schuljahrgängen“ | Gutachterin: Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme

Nähe der Forschungsarbeiten zur realen Welt

Der Informatiker Torben Windler hat seine Arbeit im Rahmen eines Projektes umgesetzt, in dem einem Produktionsbetrieb mit hohem Energieverbrauch geholfen werden soll, die Niedrigpreisphasen des Stromlieferanten auszunutzen und das vorausschauend Wochen vorher zu planen.

Carolin Funke, gelernte Grafikerin, hat in ihrer Masterarbeit ein liebevoll gestaltetes Werk vorgelegt, das Lehrerinnen und Lehrern Hilfen gibt für das Erschließen von Bilderbüchern. Auch der Mathematiker Candy Walter wendet sich mit seiner Arbeit an Lehrerinnen und Lehrer. Mit Hilfe der Ergebnisse seiner Dissertation sollen Schülerinnen und Schüler eigene Projekte besser durchführen und auswerten können.

Nominiert waren herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller Fachbereiche

Unter den insgesamt 14 Nominierten mit herausragenden Forschungsarbeiten waren junge Forscherinnen und Forscher aus allen Fachbereichen der Universität Hildesheim. Die Preis werden einmal im Jahr verliehen.

Die vier Fachbereiche hatten die Arbeiten bei der paritätisch besetzten Förderkommission des Senats eingereicht. Die ermittelte in einem aufwendigen Verfahren drei Vorschläge, die sie dem Vorstand der Universitätsgesellschaft zur Entscheidung vorlegte. Die zum Teil sehr umfangreichen Arbeiten wurden mitgereicht, um den Kommissionsvorschlag nachvollziehen zu können.

Die Universitätsgesellschaft fördert Studierende, studentische Projekte und Leistungen und unterstützt Forschung und Lehre. Die gemeinnützige Gesellschaft vereint Freunde, Ehemalige, Förderer und Angehörige der Uni und versteht sich als Bindeglied zwischen Universität und den Bürgerinnen und Bürgern der Region.

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news-16824 Wed, 12 Jun 2019 09:45:00 +0200 Am Puls der Zeit: Zwanzig Jahre Kreatives Schreiben https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/am-puls-der-zeit-zwanzig-jahre-kreatives-schreiben/ Kann man kreatives Schreiben lernen? Das Hildesheimer Literaturinstitut feiert das zwanzigjährige Bestehen des renommierten Studiengangs „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“. Mit einem Fest und einer Anthologie liefert die Schreibschule einen Rückblick und Ausblick auf die Theorie und Praxis des Kreativen und Literarischen Schreibens. Über 40 Autorinnen und Autoren beteiligen sich mit ganz frischen Themen und Texten. 20 Jahre Kreatives Schreiben: Hier geht's direkt zum Programm

In Hildesheim schreibt die nächste Generation der Autorinnen und Autoren, hier werden sie seit dem Wintersemester 1999/2000 im Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ ausgebildet. Seither ist der Studiengang zu einem erfolgreichen Ausbildungsprogramm für junge Autorinnen und Autoren geworden.

„Im englischsprachigen Raum ist das Studium des kreativen Schreibens eine Selbstverständlichkeit, weil es hellhörig macht für die Vielstimmigkeit der Gegenwart. Die Studierenden lernen, sich schreibend zur Gegenwart zu verhalten und dabei zugleich immer auch selbst zu reflektieren. Das brauchen wir heutzutage dringender denn je. Und bei vielen enstehen dabei literarische Werke, anhand derer wir unsere Zeit als Möglichkeitsraum erforschen können“, sagt Professorin Annette Pehnt, Schriftstellerin und Direktorin des Literaturinstituts.

„Der Studiengang Kreatives Schreiben zählt zu den herausragenden Profilelementen der Universität Hildesheim. Hanns-Josef Ortheil hat den Studiengang geschaffen und neben seinem eigenen schriftstellerischen Werk damit die deutsche literarische Welt sehr bereichert. Wir verdanken ihm viel!“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Zum Jubiläum erscheint die Anthologie „Institutsprosa. Zwanzig Jahre Schreibschule Hildesheim“, in der fünfunddreißig bekannte Alumni über ihre Studienzeit schreiben. Die Anthologie wird von Dirk Brall, Mariana Leky, Thomas Klupp und Katrin Zimmermann im Olms Verlag herausgegeben.

Das Hildesheimer Literaturinstitut feiert das zwanzigjährige Bestehen mit einem Jubiläumsfest am 14. Juni und 15. Juni 2019. Etwa 45 ehemalige Studentinnen und Studenten, die alle in großen Verlagen Bücher veröffentlicht haben, kommen zu dem großen Literatenfest nach Hildesheim.

Das Jubiläumsfest beginnt mit einem literarischen Abend im Literaturhaus St. Jakobi. Die Gespräche und Lesungen mit Shida Bazyar, Jo Lendle, Mariana Leky und Institutsgründer Professor Hanns-Josef Ortheil moderiert Alexander Solloch vom NDR.

Am Samstag treffen sich die Alumni, die Lehrenden und Studierenden aller jetzigen Studiengänge sowie Freunde des Instituts auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg, das Fest wurde von Literaturstudentinnen und Literaturstudenten organisiertli. Bis tief in die Nacht hinein ist dort ein facettenreiches Programm von Gesprächen, Debatten, Lesungen und Performances zu erleben, unter anderem mit Helene Bukowski, Karl W. Flender, Juan S. Guse, Alina Herbing, Sabrina Janesch, Juliana Kalnay, Florian Kessler, Leif Randt, Ronja von Rönne und Philipp Winkler. Der große Fest-Samstag mit seinen rund zwei Dutzend Veranstaltungspunkten auf der Domäne ist öffentlich und kostenfrei. Das Literaturinstitut freut sich sehr über alle Besucherinnen und Besucher.

Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim gehört neben den Instituten in Leipzig, Biel und Wien zu den einzigen Universitätsinstituten im deutschsprachigen Raum, an denen Studentinnen und Studenten in Theorie und Praxis des Kreativen und Literarischen Schreibens umfassend ausgebildet werden. Im Wintersemester 1999/2000 startete der Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“.

Studentinnen und Studenten lernen in den Studiengängen „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ (Bachelorstudium) und „Literarisches Schreiben und Lektorieren“ (Masterstudium). Sie produzieren unter anderem die Zeitschrift für junge Gegenwartsliteratur „BELLA triste“, experimentieren mit literarischen Techniken, hospitieren in Verlagen, geben Bücher heraus, befassen sich mit digitaler Medienproduktion und berichten auf dem Online-Portal litradio.net vom literarischen Geschehen. Alle drei Jahre organisieren sie „Prosanova“, das größte Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur.

Hildesheimer Schreibschule diskutiert Trends und Entwicklungen seit 1999

„Lehrende müssen sehr genau auf die ästhetischen Entwicklungen der Gegenwart achten, also darauf, was sich in den zentralen künstlerischen Gattungen jeweils so alles tut. Man muss die neuste Literatur und die Künste ingesamt sehr wach studieren und die Erkenntnisse in den Unterricht einbringen, um immer auf der Höhe der Zeit zu sein“, sagt Professor Hanns-Josef Ortheil, Gründer des Literaturinstituts und heute Seniorprofessor an der Universität Hildesheim.

„Die Hildesheimer Schreibschule hat fast alle historischen Trends und Entwicklungen seit 1999 in intensiver Weise miterlebt. Das begann schon 1999 mit der Hochzeit der Popliteratur und setzte sich dann bis zu den digitalen Kulturen der Gegenwart fort. Das waren, ästhetisch gesehen, ungeheuer wichtige Jahre, voller Umbrüche nicht nur in den Themen, sondern auch in den Methoden und Medien des Schreibens. Die Studierenden sind dabei selbst die wunderbarsten Zubringer für diese Metamorphosen, anhand ihrer Lebensläufe und dem, was sie tun und denken, könnte man eine Literaturgeschichte der Suchbewegungen von Studierenden in der Gegenwart schreiben.“

„Das alte Pächterhaus auf der Domäne Marienburg mit seinem legendären Blauen Salon ist ein Glücksfall für den Studiengang“

Ortheil fing 1990 als wissenschaftlicher Assistent in Hildesheim an. „Ich saß mit zehn Studierenden, die mit mir Kafka lesen wollten, in einem ganz kleinen Raum im Hauptgebäude. Wir hörten gar nicht mehr auf zu lesen. Aus der Kafka-Lektüre entwickelten sich erste Schreibaufgaben, denn wir wollten Kafka auch schreibend begreifen. Das war der erste Schritt in eine ganz neue Richtung. Allmählich entstand ein sehr innovativer Literaturunterricht, der nicht vom Interpretieren ausging, sondern von Leseerfahrungen, die in Texte von Lesern verwandelt wurden“, erinnert sich Hanns-Josef Ortheil an die Anfänge. „Später ist daraus die DUDEN-Reihe ‚Kreatives Schreiben‘ entstanden, in der ich zusammen mit meinen Kollegen genau dieses Programm weiterentwickelt habe.“

Das Hildesheimer Literaturinstitut hat seinen Sitz nicht zwischen Betonwänden und Straßenzügen. Die Schreibschule befindet sich auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg, einer mittelalterlichen Burganlage für den kulturwissenschaftlichen Fachbereich. „Das alte Pächterhaus auf der Domäne mit seinem legendären Blauen Salon war ein Glücksfall für den Studiengang. Wir pflegen hier die Gemeinschaft mit den anderen Fächern, arbeiten mit dem Theater, der Kunst, der Musik, den Medien und der Fotografie zusammen. Das ist eine ungeheuer anregende Konstellation, die die Studierenden sehr stark prägt“, sagt Ortheil.

„Lesen muss man trainieren, wie im Sport“

Der nächsten Studierendengeneration möchte Hanns-Josef Ortheil zweierlei mit auf den Weg geben. Es sei wichtig, die Fähigkeit beizubehalten, lange Texte zu lesen. Romane gehörten zu den stärksten Leseerlebnissen, die man haben könne, weil sie einen über mehrere Tage in andere, unbekannte Welten entführten. Zweitens aber sollte man auch nicht verlernen, kurze Texte oder Gedichte sehr langsam und genau zu lesen, häufig und immer wieder. Das sollte zu Textmeditationen anregen, an die sich freie Assoziationen und Bilder anschließen könnten. Auch dieses langsame Lesen sollte man trainieren und üben, um sich schließlich eine möglichst breite Basis von Weltliteratur geduldig zu erschließen.

Jubiläumsfest im Pächterhaus auf dem Kulturcampus

Am Samstag, 15. Juni 2019, feiert die Hildesheimer Schreibschule ihr zwanzigjähriges Jubiläum. 35 Literaturstudentinnen und Literaturstudenten planen und organisieren das große Sommerfest, zu dem über 40 bekannte Autorinnen und Autoren zurück an ihren Studienort kommen. Von 14:00 Uhr bis tief in die Nacht wird auf der Domäne Marienburg gelesen, diskutiert, performt und gefeiert.

 

Nähere Informationen zum Jubiläumsfest finden Sie online.

Wer Fragen zum Literaturfest hat, erreicht Thomas Klupp vom Literaturinstitut der Universität Hildesheim per E-Mail  (kluppt@uni-hildesheim.de).

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news-16823 Wed, 29 May 2019 16:26:00 +0200 Symphonisches Universitätsblasorchester entsteht in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/symphonisches-universitaetsblasorchester-entsteht-in-hildesheim/ Für das neue Universitätsblasorchester in Hildesheim sucht der Dirigent Volker Semmler noch Musikerinnen und Musiker, die mitwirken möchten. Bisher haben bereits 50 Mitglieder der Universität – von der Studentin bis zum Verwaltungsmitarbeiter – ihr Interesse signalisiert. „Die Stiftung Universität Hildesheim lebt von ihrem bunten und vielfältigen Angebot. Dazu gehören auch die vielen musikalischen Aktivitäten, wie zum Beispiel das symphonische Universitätsorchester. Was unserer Universität allerdings fehlt, ist ein Universitätsblasorchester“, sagt Volker Semmler. Gerade in einer Stadt wie Hildesheim, in der es eine überdurchschnittlich große Zahl an Schulen mit Bläserklassen und noch mehr Blasorchester in Stadt und Landkreis gibt, sollte auch die Universität ein solches Ensemble vorweisen können, sagt der Musiker.

Deshalb baut der Dirigtent Volker Semmler, unterstützt vom Institut für Musik und Musikwissenschaft, das „Symphonische Universitätsblasorchester Hildesheim“ auf.

„Ein großes, volles, abwechslungsreiches Orchester wäre super“

Mitmachen kann jeder, der mit der Universität Hildesheim zu tun hat, sagt Semmler, „ob Student, Doktorand, Informatikerin, Verwaltungsmitarbeiter, Sprachwissenschaftlerin oder Professorin. „Wir wollen nicht nur die Musikstudierenden, sondern Lehrenden aus allen Fachbereichen sowie Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter aus der Verwaltung ansprechen. Ein großes, volles, abwechslungsreiches Orchester wäre super. Wer also eines der üblichen im Blasorchester vertretenen Holz- oder Blechblasinstrumente spielt, kann sich genauso gerne melden wie Musiker an Schlagzeug, Perkussionsinstrumenten, E-Bass und Kontrabass.“

Für das Universitätsblasorchester sucht Volker Semmler noch Musikerinnen und Musiker, die eines der folgenden Instrumente spielen: Piccoloflöte, Querflöte, Oboe, Fagott, Klarinetten (Es, B, Alt und Bass), Saxophone (Sopran, Alt, Tenor, Bariton), Trompete, Flügelhorn, Horn (F , Es), Tenorhorn, Bariton, Euphonium, Posaune, Tuba, E-Bass, Kontrabass, Schlagzeug, Mallets (Xylophon, Glockenspiel), Perkussionsinstrumente (Cimbals, Conga, Bongo, Cabasa, Shaker, Woodblocks, Tamburin, Triangel, Chimes, TamTam und andere) und Konzertpauken. „Für das eine oder andere Stück kann man auch einmal ein Keyboard oder eine Gitarre mit einbauen. Das sind dann aber eher Ausnahmen“, sagt Semmler.

Oboe, Querflöte, Fagott, Klarinetten, Saxophone, Horn, Posaune

„Die Resonanz auf das Projekt ist wirklich toll. Bisher haben über 50 Musikerinnen und Musiker der Universität Hildesheim ihr Interesse am Universitätsblasorchester bekundet. Auch die Verteilung der Instrumente ist recht gut. Mit so einem Orchester kann man schon ein tolles Repertoire aufführen“, sagt Volker Semmler. Für ein Orchester wären 60 Personen hervorragend, deshalb sucht Volker Semmler weiterhin nach Musikerinnen und Musikern, die mitwirken möchten.

Das Ensemble soll als Projektorchester organisiert werden, um den teilweise schon recht vollen Zeitplänen der Mitwirkenden entgegenzukommen. Zum Ende der Vorlesungszeit ist ein Probenwochenende geplant, bei dem ein neues Konzertprogramm erarbeitet wird. In den Semesterferien kann dieses dann im Eigenstudium oder auch in Registerproben verfeinert werden. „Wenn dann nach der vorlesungsfreien Zeit die ersten hektischen Tage vorüber sind, werden wir an einem weiteren Probenwochenende den musikalischen Feinschliff vornehmen, um anschließend ein Konzert aufzuführen“, berichtet Volker Semmler.

Die Termine für Informationsabend, Proben und Konzert im Überblick:

  • Dienstag, 4. Juni 2019 um 18:00 Uhr im Raum Hs 27/003 (Pferdestall) am Kulturcampus, Informationsabend: Das Team um Volker Semmler stellt das das geplante Konzertprogramm vor und wird die einzelnen Register einteilen. Organisatorische Fragen werden hier geklärt. Wer an dem Blasorchester mitwirken möchte, sollte an diesem Informationsabend teilnehmen.

  • Wochenende 6./7. Juli 2019 1. Probenwochenende im Alten Musiksaal am Hauptcampus der Universität Hildesheim

  • Wochenende 19./20. Oktober 2019 2. Probenwochenende im Alten Musiksaal

  • 16. November 2019 Generalprobe im Alten Musiksaal

  • 17. November 2019 Konzert im Audimax am Hauptcampus der Universität Hildesheim

Wer Interesse hat, an dem Blasorchester mitzuwirken, kann sich bei Volker Semmler (E-Mail Blasorchester@uni-hildesheim.de) melden.

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news-16836 Mon, 27 May 2019 11:49:00 +0200 Familiengerechte Hochschule: Nachhaltige Spielzeugkisten an allen Uni-Standorten https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/familiengerechte-hochschule-nachhaltige-spielzeugkisten-an-allen-uni-standorten/ Im Rahmen der familiengerechten Hochschule bietet die Universität nachhaltige Spielzeugkisten an. Julia Witter, Koordinatorin des Green Office, und Frauke Beuter, Mitarbeiterin im „Audit familiengerechte Hochschule“ sprechen im Interview über Nachhaltigkeit und umweltbewussten Konsum. Frau Beuter, Frau Witter, im Rahmen der familiengerechten Hochschule haben das Gleichstellungsbüro und das Green Office, das Nachhaltigkeitsbüro der Universität, nachhaltiges Spielzeug zusammengestellt. Welche Idee steckt hinter dieser Zusammenarbeit?

Frauke Beuter: Auf der Begrüßungsveranstaltung für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hildesheim, die immer im Wintersemester stattfindet, hat sich das Green Office als neue Organisationseinheit an der Universität Hildesheim vorgestellt. Ich persönlich finde es ganz klasse, dass die Universität Hildesheim ein Green Office eingerichtet hat, das sich damit auseinandersetzt, wie Strukturen und Prozesse bei uns im Hause nachhaltig und umweltschonend gestaltet werden können. In unserem aktuellen Audit-Handlungsprogramm ist die Einrichtung von Spielzeugkisten für die Standorte, die nicht über einen Familienraum verfügen, vorgesehen. In dem Zuge habe ich gedacht, das möchte ich gerne zusammen mit dem Green Office realisieren. Ich bin für unsere Audit-Maßnahmen immer gerne auf der Suche nach internen Kooperatiospartner_innen und Multiplikator_innen, sodass ich die Expertise des Green Office bezüglich der Spielzeugkisten gerne nutzen wollte. Das Team dort war ebenso von der Kooperationsidee begeistert, sodass sich das Green Office dann mit dem Bestücken der Spielzeugkisten aus Nachhaltigkeitsperspektive beschäftigt hat.

Julia Witter: Wir haben uns sehr über die Kooperationsanfrage vom Audit familiengerechte Hochschule gefreut und haben uns gerne an der Auswahl des Spielzeugs beteiligt.

Was bedeutet nachhaltiges Spielzeug, was ist zum Beispiel in dem Paket enthalten?

Julia Witter: Bei der Auswahl des Spielzeugs haben wir Wert auf ökologische und soziale Kriterien gelegt: wir haben unter anderem Holzspielzeug ausgewählt, das möglichst naturbelassen und gleichzeitig langlebig ist und unter fairen Arbeitsbedingungen in Deutschland hergestellt wurde. Viele der Spielzeuge tragen das „spiel gut“-Siegel oder wurden von Ökotest mit „sehr gut“ bewertet. In der Kiste enthalten sind zum Beispiel ein Holzkugel-Greifling für Babys, Holzbausteine und ein Steckspiel für Kleinkinder, eine Stoffhülle für Luftballons, so dass diese immer wieder aufgepustet und lange verwendet werden können und für ältere Kinder ein Ringwurfspiel, Filzzwerge und Straßenmalkreide. Uns war es wichtig, dass das angebotene Spielzeug gesundheitlich unbedenklich, das heißt schadstofffrei, ist. Wir möchten mit der nachhaltigen Spielzeugkiste zeigen, dass umweltbewusster und sozialer Konsum auch beim Thema Kinderspielzeug möglich ist. Wenn Spielzeug vielseitig verwendbar und langlebig ist, wird es nicht zum Wegwerfartikel – und das ist nachhaltig.

Wer profitiert von dem neuen Angebot?

Frauke Beuter: Von dem Angebot profitieren sowohl Studierende als auch Mitarbeiter_innen, die sich die Spielzeugkisten ausleihen können, wenn sie mit ihrem Kind oder ihren Kindern auf dem jeweiligen Campus unterwegs sind.

Wo kann man die Spielzeugkisten ausleihen? An wen kann man sich wenden, wenn man Fragen hat?

Informationen zu den nachhaltigen Spielzeugkisten

Frauke Beuter: Die Spielzeugkisten sind in Sekretariaten am Bühler-Campus (Frau Lehmann, L 021 Altbau), auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg (Frau Burgemeister, Hs1/110 & Hs1/009) und am Samelson-Campus (Frau David/ Frau Falso, A 116 Spl) hinterlegt. Die genauen Bürozeiten, in denen die Spielzeugkisten ausgeliehen werden können, können dem beigefügten Flyer entnommen werden. Das Ausleihen selbst soll möglichst einfach sein, sodass sich diejenigen, die die Kiste ausleihen, in eine Ausleihliste ein- und austragen. Ein wichtiger Hinweis ist auch, dass die Kinder unter Aufsicht spielen bzw. die Eltern aus der Kiste heraussuchen, womit die Kinder altersgerecht spielen können. Die Kisten beinhalten jeweils Spielzeuge für Kinder von 0 bis 6 Jahre. Auch eine Krabbeldecke ist dabei. Wir werden die Spielzeugkisten nach jedem Semester inspizieren und auf Vollständigkeit hin überprüfen. Sollte einmal etwas kaputtgehen, kann man sich zwischenzeitlich an mich wenden. An dieser Stelle auch nochmal ein ganz herzliches Dankeschön, an die Kolleginnen der benannten Sekretariate, die sich gerne bereit erklärt haben, die Spielzeugkisten zu beherbergen.

Julia Witter: Wer weitere Informationen über nachhaltigen Konsum und Hilfe bei Kaufentscheidungen sucht, findet im Ratgeber „Nachhaltiger Warenkorb“ des Rates für Nachhaltige Entwicklung viele Anregungen.

Kontakt bei Fragen

Wer Fragen hat, erreicht die Mitarbeiterin Frauke Beuter („Audit familiengerechte Hochschule“) per E-Mail unter auditfgh@uni-hildesheim.de und telefonisch unter 05121 883 92156.

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news-16783 Wed, 15 May 2019 08:12:00 +0200 Mensa-Umfrage – Bitte beteiligen Sie sich an der Umfrage! https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/mensa-umfrage-bitte-beteiligen-sie-sich-an-der-umfrage/ Wie zufrieden sind Sie mit dem Mensa-Angebot, mit den Räumlichkeiten, dem Service? Derzeit läuft eine Online-Umfrage des Studentenwerks, das die Uni-Mensa betreibt. Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Campusstandorte können ab sofort an der Umfrage teilnehmen. Ihre Meinung ist gefragt: Mensa-Umfrage

In einer Online-Umfrage können Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hildesheim ihre Zufriedenheit mit und Kritik an dem derzeitigen Mensa-Angebot zum Ausdruck bringen.

In einer Befragung möchte das Studentenwerk OstNiedersachsen erfahren, ob Sie gerne in die Mensa gehen oder warum Sie das nicht machen. Das Studentenwerk bittet um Ihre Kritik, Ihr Lob und Ihre Verbesserungsvorschläge. „Nur wenn viele Personen mitmachen, kann sich etwas ändern“, teilt das Studentenwerk OstNiedersachsen mit, das die Uni-Mensa in Hildesheim betreibt und die Umfrage gerade gestartet hat.

Das Studentenwerk hofft nun auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in der Mensa-Umfrage mitteilen, was ihnen gefällt und was ihnen fehlt.

Neben allgemeinen Angaben zur Ernährung gibt es konkrete Fragen zur Mensa-Nutzung, etwa: An wie vielen Tagen pro Woche nehmen Sie in der Vorlesungszeit Ihr Mittagessen in der Mensa zu sich? Außerdem kann man angeben, welchen Ort man nutzt und wie man das Angebot und die Atmosphäre sowie die Qualität der Speisen erlebt.

An der Umfrage kann man auch teilnehmen, wenn man die Mensa selten oder gar nicht nutzt.

Hier geht’s direkt zur Umfrage

Unter allen studentischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlost das Studentenwerk als Dankeschön 3 Kochkurse und jeweils 10 Mensagutscheine im Wert von 10 € und 5 €.

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news-16750 Thu, 09 May 2019 17:20:26 +0200 Kunsthistorikerin Fiona McGovern: Juniorprofessorin für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/antrittsvorlesung-der-kunsthistorikerin-fiona-mcgovern/ Ausstellungen gelten als das zentrale Format des öffentlichen Zeigens und Rezipierens von Kunst. Die Kunsthistorikerin Fiona McGovern forscht zu Ausstellungsgeschichte und Ausstellungstheorie. Sie arbeitet als Juniorprofessorin für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung im kulturwissenschaftlichen Fachbereich. Fiona McGovern hat seit dem Sommersemester 2018 an der Universität Hildesheim die Juniorprofessur für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ inne.

Ausstellungen gelten als das zentrale Format des öffentlichen Zeigens und Rezipierens von Kunst und sie bedingen die Art und Weise, wie über Kunst gesprochen wird, sagt die Wissenschaftlerin. Fiona McGovern lehrt und forscht zu Themen der (künstlerischen) Ausstellungsgeschichte und Ausstellungstheorie, zu Ethiken des Kuratierens und befasst sich mit interdisziplinären Ansätzen in den Künsten seit den 1960er Jahren sowie feministischer und queerer Theorie. Ein aktueller Arbeitsschwerpunkt in ihrer Forschung liegt im Bereich der (Re-)Präsentation von gesellschaftlichen Minderheiten durch Ausstellungen und ihrer Vermittlung. In der Lehre bietet sie derzeit etwa Seminare wie „Das (ideale) Kunstmuseum“ und „Theorie der Inszenierung – Intermedialität“ gemeinsam mit der Medienwissenschaftlerin Professorin Stefanie Diekmann an. Die Seminare von Fiona McGovern sind sowohl theoretisch als auch praktisch, es gibt Seminare, die sich mit der Geschichte des Kuratierens befassen und auch Seminare, die in Museen stattfinden und in welchen Studentinnen und Studenten mit den jeweiligen Verantwortlichen hinter die Kulissen schauen.

„Die Kombination von kuratorischer Praxis und Kunstvermittlung innerhalb eines Lehrstuhls ist sehr reizvoll und absolut zeitgemäß, da beide oftmals als getrennte Bereiche betrachtet werden. Dabei ist Kuratieren per se schon eine vermittelnde Arbeit“, sagt Fiona McGovern. Das Kuratieren wie auch die Kunstvermittlung sind beides praktische Tätigkeiten, die die Juniorprofessorin in ihrer Lehre mit Theorie kombiniert. In Hildesheim möchte sie diesen doppelten Brückenschlag auch durch einen engen Austausch mit den Kunstinstitutionen und Museen vor Ort weiterführen, wie zuletzt etwa in Form der Moderation eines Künstlerinnengesprächs im Kunstverein zum Thema „The Artist and/as Curator“ oder auch durch ein gemeinsam mit Prof. Dr. Claudia Höhl vom Dommuseum geplantes Seminar zum Thema „Migration der Dinge“.

„Gerade die an der Domäne zentrale Verbindung von Theorie und Praxis ist innerhalb der deutschen Unilandschaft nach wie vor ziemlich einmalig. Es ist nicht wirklich mit einer Kunsthochschule vergleichbar, entspricht aber auch nicht der üblichen akademischen Herangehensweise an Kulturwissenschaften. Das macht diesen Ort wirklich besonders“, sagt Fiona McGovern über das kulturwissenschaftliche Studium, das in diesem Jahr im Oktober 2019 das 40jährige Jubiläum feiern wird.

Fiona McGovern hat Kunstgeschichte, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft sowie Anglistik studiert und zuvor an der Freien Universität Berlin gearbeitet. Ihre Doktorarbeit trägt den Titel „Die Kunst zu zeigen. Künstlerische Ausstellungsdisplays bei Joseph Beuys, Martin Kippenberger, Mike Kelley und Manfred Pernice“, darin untersucht sie vor allem von diesen Künstlern kuratierte Ausstellungen und deren spezifische Rhetorik.

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Fiona McGovern

Am Mittwoch, 15. Mai 2019, gibt die Kunsthistorikerin und Kuratorin Fiona McGovern Einblicke in ihre Forschung. Die öffentliche Antrittsvorlesung „Ethiken des Kuratierens. Eine Annäherung“ beginnt um 18:00 Uhr in der Aula im Hohen Haus auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg.

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news-16581 Mon, 15 Apr 2019 12:41:00 +0200 Willkommen in der Wissenschaft https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/willkommen-in-der-wissenschaft/ Die Zentrale Studienberatung begleitet Studentinnen und Studenten im ersten Studienjahr – beim Eintritt in die Welt der Wissenschaft. Studienanfängerinnen und Studienanfänger können an Kursen teilnehmen und Kompetenzen erwerben, die sie für einen erfolgreichen Studienverlauf benötigen. „Willkommen in der Wissenschaft“

Aller Anfang ist schwer, das haben die Studienberaterinnen häufig gehört und deshalb an der Universität Hildesheim das Projekt „Willkommen in der Wissenschaft“ ins Leben gerufen. Denn eine gelungene Startphase in das Studium trägt zum Studienerfolg bei.

Friederike Pagel von der Zentralen Studienberatung unterstützt Studentinnen und Studenten vor und während des Studienstarts beim Ankommen im akademischen Alltag und begleitet sie dabei, Ziele für ihr Studium zu entwickeln.

Kurse zu Zeitmanagement und Selbstorganisation, Lernstrategien und Literaturrecherche

Studienanfängerinnen und Studienanfänger können an Kursen teilnehmen und Kompetenzen erwerben, die sie für einen erfolgreichen Studienverlauf benötigen. Die Kurse reichen von Zeitmanagement bis zu Lernstrategien und Literaturrecherche. Die Workshops und Webinare helfen Studierenden dabei, das Studium von Beginn an gut zu organisieren.

„Beliebt sind Veranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben sowie zu Zeitmanagement und Selbstorganisation. Auch der Orientierungsworkshop zum Studienstart kommt gut an. Studierende aller Fachbereiche nehmen die Angebote wahr“, sagt die Projektkoordinatorin Friederike Pagel. Bisher haben über 500 Studierende in 40 Veranstaltungen an dem Projekt teilgenommen.

Über 500 Studentinnen und Studenten haben an dem Projekt bereits teilgenommen

„Wir arbeiten mit verschiedenen Akteuren der Universität zusammen“, sagt Friederike Pagel, zum Beispiel mit dem Lese- und Schreibzentrum, dem studentischen Beratungsteam „Anker-Peers“ und dem International Office.

Das Angebot „Willkommen in der Wissenschaft“ wird seit dem Start im Sommersemester 2018 sehr gut angenommen, freut sich Pagel. Sie erhält zunehmend auch Anfragen aus den Instituten. „Wir gehen dann in die Vorlesung oder in das Seminar und führen Kurzworkshops zu überfachlichen Themen durch, wie Vortragstechniken oder Organisationstools für Gruppenarbeiten.“

Das Projekt wird aus Studienqualitätsmitteln der Universität Hildesheim finanziert. Das Angebot richtet sich vor allem an Studierende aus dem 1. bis 3. Fachsemester.

Kursangebote im Sommersemester 2019 sind zum Beispiel die Workshops „Thema, Fragestellung, Zielsetzung – Auf dem Weg zur (ersten) Hausarbeit“ und „Lektüre wissenschaftlicher Texte – Wie kann ich Literatur effektiv auswählen und verstehen?“ (in Kooperation mit dem Lese- und Schreibzentrum) und der Vortrag „Studieren mit Behinderung oder chronischer Erkrankung“ (in Kooperation mit der Plattform Zukunft INKlusion, Handicampus und dem AStA, Referat Inklusion).

Kontakt

Wer Fragen zum Projekt „Willkommen in der Wissenschaft“ hat, erreicht die Projektkoordinatorin Friederike Pagel von der Zentralen Studienberatung der Universität Hildesheim unter friederike.pagel@uni-hildesheim.de.

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news-16584 Wed, 10 Apr 2019 11:43:00 +0200 Ausschreibung: Preis für herausragende Initiativen der Studentenschaft https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/ausschreibung-preis-fuer-herausragende-studentische-initiativen-1/ Das Präsidium der Universität Hildesheim lobt einen Preis für herausragende studentische Initiativen aus. Damit sollen Studentinnen und Studenten ausgezeichnet werden, die sich über das eigentliche Studium hinaus besonders engagieren. Eine Bewerbung ist bis zum 15. Mai 2019 möglich. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. An der Universität Hildesheim gibt es zahlreiche Studentinnen und Studenten, die sich über das eigentliche Studium hinaus in vielfacher Weise für die Universität, die Interessen ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen oder die Belange Dritter einsetzen.

Um das außerordentliche Engagement dieser Studierenden zu würdigen, lobt das Präsidium einen Preis für herausragende studentische Initiativen aus. Mit dem Preis sollen besonders innovative Initiativen sichtbar gemacht und dazu ermutigt werden, diese weiter zu entwickeln. Darüber hinaus soll mit dem Preis ein weiterer Beitrag zur Verwirklichung des Leitbilds der Universität Hildesheim als Studierendenuniversität geleistet werden.

Entscheidend bei der Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger sind die folgenden Kriterien: Orientierung der Initiative an aktuellen Bedarfen, dokumentierte Erfolge, Innovativität und Modellcharakter.

Studentische Initiativen, die an die Universität Hildesheim gebunden sind, können entweder durch Dritte vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben.

Im vergangenen Jahr wurden die studentische Initiativen awareness*hildesheim, das Literaturprojekt BELLA triste und die studentische Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt Fazze mit dem Preis ausgezeichnet.

Hier finden Sie die Details der Ausschreibung (PDF)

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news-16056 Mon, 28 Jan 2019 11:51:00 +0100 Nachruf – Gedenken an Prof. em. Dr. Heinz-Wilhelm Alten https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/nachruf-gedenken-an-prof-em-dr-heinz-wilhelm-alten/ Die Universität Hildesheim trauert um ihren Altrektor Prof. em. Dr. Heinz-Wilhelm Alten. Der Mathematiker war der erste Rektor der Hochschule Hildesheim, heute Universität Hildesheim. In den 1980er Jahren leitete er die Arbeitsgruppe Informatik zur Vorbereitung des Studienganges Informatik. Prof. Dr. Heinz-Wilhelm Alten ist am 27. Januar 2019 nur wenige Wochen nach seinem 90. Geburtstag in Hildesheim verstorben.

Sein 1948 begonnenes Studium der Fächer Mathematik, Physik und Chemie an der Technischen Hochschule Hannover und der University of Bristol schloss er 1954/55 mit dem ersten Staatsexamen für das Höhere Lehramt ab. Er war anschließend von 1956 bis 1961 wissenschaftlicher Assistent an der Technischen Universität Hannover, wo er 1961 bei Wilhelm Quade zum Dr. rer. nat. im Bereich Analysis/Numerik promovierte (Thema der Dissertation: „Schranken und Näherungswerte für die Nullstellen der Gegenbauerschen und Hermiteschen Funktionen erster und zweiter Art“). 1961 wurde er Oberingenieur und 1966 Oberassistent am Mathematischen Institut der TU Hannover.

1973 nahm Heinz-Wilhelm Alten einen Ruf auf eine Professur für Mathematik an der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen, Abteilung Hildesheim, an. 1979 bis 1981 war er erster Rektor der Wissenschaftlichen Hochschule Hildesheim, heute Universität Hildesheim. Als Rektor organisierte er den Aufbau der Hochschule. Unter seiner Leitung wurde eine Grundordnung erarbeitet und die Gliederung der Hochschule in Institute und Fachbereiche organisiert. 1982 bis 1985 leitete er hier auch die Arbeitsgruppe Informatik zur Vorbereitung des Diplomstudienganges Informatik. Insbesondere dank des Einsatzes von ihm und seinem Hildesheimer Kollegen Prof. Dr. Theo Kreutzkamp wurde zum Wintersemester 1984/85 in Hildesheim dieser Studiengang als damals zweiter niedersächsischer universitärer Diplomstudiengang (nach der TU Braunschweig) in Informatik eingeführt. Hildesheim gehörte damit zu den ersten 20 Universitäten der Bundesrepublik, die einen Informatik-Studiengang anboten. Zu seinen Schülern zählte der in Stanford lehrende Professor Sebastian Thrun.

In den Jahren 1986 bis 1993 war Heinz-Wilhelm Alten Dekan des Fachbereichs 4: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften. Seit 1990 leitete er die von ihm gegründete Hildesheimer Projektgruppe „Geschichte der Mathematik“, die bei Springer Heidelberg die renommierte mathematikhistorische Reihe „Vom Zählstein zum Computer“ herausgibt. Er war seit 1997 Emeritus im Institut für Mathematik und Angewandte Informatik (IMAI) der Universität Hildesheim und hier bis kurz vor seinem Tod insbesondere im Bereich der Geschichte der Mathematik durchgehend aktiv.

Als Emeritus nahm Heinz-Wilhelm Alten regelmäßig an Veranstaltungen der Universität Hildesheim teil und wirkte aktiv in der Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. mit. Auf seine Initiative hin besuchte Sebastian Thrun die Universität Hildesheim und richtete für jeweils eine/n Informatikstudierende/n einen Preis für herausragende Leistungen verbunden mit einem Studienaufenthalt im Silicon Valley ein.

„Die Universität Hildesheim, der Fachbereich 4 Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik und das Institut für Mathematik und Angewandte Informatik verlieren mit ihm einen hochgeschätzten Kollegen, der sich große Verdienste um die Mathematik und Informatik in Hildesheim erworben hat, einen begeisternden akademischen Lehrer, der ein selbstloser Förderer im besten Sinne war, und einen Menschen und Freund, der uns sehr fehlen wird“, erklärten Universitätsprofessor Klaus-Jürgen Förster und Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Heinz-Wilhelm Alten über die Gründung der Universität Hildesheim:

Heinz-Wilhelm Alten hat die Vorgeschichte, Gründung und Entwicklung der Universität Hildesheim in der Hochschulschrift „Zur Geschichte der Universität Hildesheim“ (PDF) zusammengefasst.

Über seine Amtszeit als erster Rektor der Hochschule Hildesheim von 1979 bis 1981 schreibt der Mathematiker: „In den beiden Jahren meines Rektorats wurde die junge Hochschule maßgeblich geprägt durch: Erstellung, Verabschiedung und Genehmigung einer Grundordnung und eines Organisationsplanes; Gliederung in Fachbereiche und Zentrale Einrichtungen; Errichtung von Instituten; Übernahme des wiss. Personals in die neue Personalstruktur; Planung, Konsolidierung und Ausbau neuer Studiengänge; Auseinandersetzungen mit dem Landesrechnungshof und dem Ministerium über Raumnutzung und Raumversorgung und den Aufbau von Außenbeziehungen.“

Weiter schreibt Heinz-Wilhelm Alten: „Das erste Jahr der jungen Hochschule hatte gezeigt, dass eine Fortsetzung des Status quo als weder in Fachbereiche noch in Institute gegliederte Hochschule nicht praktikabel war. Die Hochschule musste eine Struktur erhalten, also entsprechend ihrer personellen, sächlichen und räumlichen Ausstattung unter Berücksichtigung vorhandener und geplanter Fächer und Studiengänge gegliedert werden. Bei den Diskussionen hierüber prallten zwei Tendenzen aufeinander: die Professoren wünschten eine Gliederung in Institute, hätten eine Gliederung in Fachbereiche gern vermieden, weil sie die stärkere Belastung durch die dann vorgeschriebenen zusätzlichen Gremien fürchteten. Die Mitarbeiter und Studierenden hingegen bevorzugten die Gliederung in Fachbereiche, weil sie dann größere Möglichkeiten der Mitwirkung und Einflussnahme hatten. Für mich stand fest, dass eine wissenschaftliche Hochschule nur dann in Forschung, Lehre und Studium arbeits- und überlebensfähig sein würde, wenn sie sowohl in Fachbereiche als auch in Institute gegliedert wäre.“

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news-15964 Mon, 14 Jan 2019 08:21:00 +0100 Professor für Empirische Unterrichtsforschung: Christof Wecker https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/professor-fuer-empirische-unterrichtsforschung-antrittsvorlesung-von-christof-wecker/ Professor Christof Wecker untersucht, wie Lehrerinnen und Lehrer guten Unterricht gestalten können. Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich sieht in der Berufung von Professor Wecker einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Lehrerbildung: „Wir haben einen exzellenten Wissenschaftler aus Bayern gewinnen können.“ Christof Wecker hat den Ruf aufgrund des hohen Stellenwerts der Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim angenommen. „Beispielsweise sind die praktischen Studienanteile stark ausgeprägt und mit den forschungsbasierten Lehrveranstaltungen verzahnt.“ Prof. Dr. Christof Wecker forscht und lehrt am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Er wurde zum Sommersemester 2018 auf die Professur für Empirische Unterrichtsforschung berufen.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unterrichtsmethodische Handlungsformen, fächerübergreifende Kompetenzen und evidenzbasierte Praxis im Bildungsbereich. In seine Arbeit bezieht er den digitalen Wandel mit ein. Beispielsweise befasst er sich mit der Frage, wie digitale Medien im Unterricht lernförderlich eingesetzt werden können.

Christof Wecker bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. In seinen Vorlesungen und Seminaren lehrt er Unterrichtsmethodik und pädagogische Diagnostik und thematisiert die Arbeitsweisen und Ergebnisse der Lehr-Lern-Forschung und der Unterrichtsforschung. „An meine eigene Lehre stelle ich den Anspruch, dass sie höchst anwendungsrelevant und zugleich forschungsbasiert sein sollte. Ich möchte, dass zukünftige Lehrkräfte daraus Wissen ziehen können, wie sie Unterricht lernwirksam gestalten können, und dass dieses Wissen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Auch eigene Forschungsergebnisse fließen direkt in Lehrveranstaltungen ein“, so Wecker.

Um das Unterrichtsgeschehen zu erforschen, führt der Wissenschaftler Experimente im Unterrichtslabor und in Schulen durch, in denen Unterrichtsmethoden hinsichtlich ihrer Wirkungen auf Lernergebnisse verglichen werden. „Beispielsweise untersuche ich, ob Schülerinnen und Schüler Lerninhalte besser verstehen, wenn sie sich diese angeleitet durch geschickte Fragen ihrer Lehrkraft selbst erschließen“, so Wecker. „Um belastbare Antworten auf derartige Fragen zu erhalten, ist Forschung im Unterricht unabdingbar.“ Die traditionell enge Zusammenarbeit der Universität Hildesheim mit Schulen in Hildesheim und der Region im Bereich der Lehrerbildung will er daher auch im Bereich der Forschung vertiefen.

Christof Wecker hat den Ruf nach Hildesheim aufgrund des hohen Stellenwerts der Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim angenommen. „Beispielsweise sind die praktischen Studienanteile stark ausgeprägt und curricular gut in das Studium integriert, das heißt stark mit den wissenschaftlich orientierten und forschungsbasierten Lehrveranstaltungen verzahnt.“ Die breit vertretenen Fachdidaktiken bieten ihm für seine Forschung ein anregendes Umfeld und vielfältige Kooperationsmöglichkeiten.

Präsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich sieht in der Berufung von Professor Wecker einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Lehrerbildung: „Wir haben einen exzellenten Wissenschaftler aus Bayern gewinnen können, der mit der empirischen Unterrichtsforschung einen zentralen Bestandteil des Lehramtsstudiums abdeckt.“

Christof Wecker ist 41 Jahre alt, geboren in Fürstenfeldbruck, und hat Erziehungswissenschaft, Philosophie und Allgemeine Rhetorik in München, Tübingen und Oxford studiert. Es folgten Promotion und Habilitation an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der venia legendi für Pädagogik und Pädagogische Psychologie. Vor seinem Wechsel nach Hildesheim hatte er den Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Passau inne. Seit 1. April 2018 ist er Professor für Empirische Unterrichtsforschung an der Universität Hildesheim.

Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Unterrichtsforschung hat, erreicht Prof. Dr. Christof Wecker unter empirische-unterrichtsforschung@uni-hildesheim.de.

Lesetipp:

Interview: Was passiert im Unterricht?
Der Unterrichtsforscher Christof Wecker erklärt,
welche Rolle Zeit, Störungen, Medien, das Üben
und Sitznachbarn im Unterrichtsverlauf spielen.
Universitätsjournal DIE RELATION, Ausgabe #4, S. 32

Antrittsvorlesung

In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung stellt sich der Unterrichtsforscher am Mittwoch, 16. Januar 2019, den Universitätsangehörigen und Bürgern vor und gibt Einblicke in seine Forschung. Die Veranstaltung mit dem Titel „Wozu taugt eine fachunabhängige Unterrichtsforschung?“ beginnt am Mittwoch, 16. Januar 2019, um 18:00 Uhr im Forum am Hauptcampus der Universität Hildesheim.

In seinem Vortrag erläutert Wecker exemplarische Grundformen unterrichtsmethodischen Handelns, deren Beitrag zum Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern und das Zusammenspiel zwischen Fachdidaktiken und empirischer Unterrichtsforschung bei ihrer Erforschung.

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news-15962 Wed, 09 Jan 2019 16:45:32 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung, Service und Nachhaltigkeit https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-service-und-nachhaltigkeit/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, den Biologen Dr. Stefan Flohr und das Team des Sachgebiets „Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel“ des Dezernats für Finanzen für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und Service aus. Zudem verleiht das Green Office den Nachhaltigkeitspreis an die Umweltstudentin Jenny Dreblow und den IMIT-Absolventen Sebastian Pape.

Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich gab im Rahmen des Neujahrsempfangs aktuelle Zahlen bekannt: 91 Professorinnen und Professoren, 447 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 265 Personen in Technik und Verwaltung sind derzeit an der Stiftungsuniversität Hildesheim tätig. 8333 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim.

Professorinnen und Professoren, die 2018 ihr Amt in Hildesheim antraten, bearbeiten zum Beispiel die Bereiche Transmediale Übersetzung, Kirchengeschichte, Mathematikdidaktik, Empirische Unterrichtsforschung, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Migrationspolitik, Biowissenschaften des Sports, Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung, Musiksoziologie und Popular Music Studies, Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie, Gender und Bildungskulturen, Vegetationsökologie und Naturschutz sowie Bildungssoziologie.

Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • Preis für hervorragende Forschung: Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer
  • Preis für hervorragende Lehre: Biologe Dr. Stefan Flohr
  • Preis für hervorragende Serviceleistungen: Team des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen
  • Nachhaltigkeitspreis für Umweltstudentin Jenny Dreblow und Informatikstudent Sebastian Pape

Im Folgenden stellen wir die Preisträgerinnen und Preisträger ausführlich vor.

Preis für hervorragende Forschung: Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer

Auf Vorschlag der Dekane und des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung zeichnet die Universität Hildesheim Prof. Dr. Marianne Kneuer für ihre hervorragende Forschung aus.

Seit 2011 forscht und lehrt die Wissenschaftlerin am Institut für Sozialwissenschaften. Die Forschungsschwerpunkte von Marianne Kneuer liegen im Bereich der vergleichenden Politikforschung, der Demokratieforschung und der Forschungen zur Rolle digitaler Medien für die Politik.

Die Politikwissenschaftlerin hat an der Universität Hildesheim seit 2012 den bundesweit viel beachteten Forschungsbereich „Internet und Politik“ aufgebaut. Sie untersucht zusammen mit ihrem Team die Auswirkungen der Digitalisierung auf politische Strukturen, Prozesse und Akteure sowie staatliches Handeln in Demokratien und Autokratien. Sie erforscht Themen wie Politik im Netz, e-governement und e-participation intensiv und publiziert international. Seit 2018 ist sie eine Gründungsdirektorin des neu gegründeten „Zentrums für Digitalen Wandel – Center for Digital Change“ an der Universität Hildesheim.

„Welche Bedeutung der Digitalisierung für gesellschaftliche Transformationsprozesse und die Politik zukommt, hat Marianne Kneuer früh wissenschaftlich in den Blick genommen, lange bevor die Digitalisierung in aller Munde war. Ebenfalls früh hat sie sich der Erforschung von Autokratien und totalitären Systemen zugewandt und danach gefragt, welche Rolle digitale Medien sowohl für Demokratisierungsprozesse in autokratischen Systemen als auch für die Kontrolle der Bürger durch den Staat einnehmen“, so Vizepräsidentin Prof. Dr. Meike Baader in ihrer Laudatio. „Sie forscht international, ist teamorientiert und äußerst kollegial. Sie arbeitet zu gesellschaftlich höchst relevanten Themen, die uns alle angehen und für unser Zusammenleben von Bedeutung sind“, unterstreicht Meike Baader. Zudem kommuniziere die Wissesnchaftlerin ihre Forschungsergebnisse in die Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit.

Vor ihrer Tätigkeit in Hildesheim war Marianne Kneuer Lehrstuhlvertreterin an den Universitäten Darmstadt, Hagen und Erfurt. 2005 hat sie an der Universität Eichstätt habilitiert mit einer Arbeit zur „Europäischen Union als externer Akteur bei Demokratisierungsprozessen“, nachdem sie Forschungsstipendiatin der DFG war. Promoviert wurde sie 1991 an der Universität Bonn. Marianne Kneuer war Referentin im Planungsstab des Bundespräsidenten Roman Herzog von 1994 bis 1999 in Bonn. Seit 2018 ist sie Präsidentin der International Political Science Association (IPSA), der sie seit 2016 als erste Vizepräsidentin vorsaß.

Preis für hervorragende Lehre: Biologe Dr. Stefan Flohr

Auf Vorschlag einer Jury unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten für Lehre und Studium wird der Preis für hervorragende Lehre an den Biologen Dr. Stefan Flohr vom Institut für Biologie und Chemie vergeben.

Für den Preis für hervorragende Lehre wurden insgesamt 78 Vorschläge eingereicht, Studentinnen und Studenten nominierten insgesamt 51 Lehrende für den Preis. „Studierende reichen die Vorschläge für den Lehrpreis ein“, sagt Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander.

Seit 2007 forscht und lehrt Dr. Stefan Flohr an der Universität Hildesheim und gibt sein Wissen in der Anthropologie, Anatomie, Humanbiologie und Paläoanthropologie sowie Bioarchäologie an Studentinnen und Studenten weiter. Er war mehrere Jahr als Landesanthropologe in Thüringen tätig.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter wird für seine hervorragende Lehre in den Seminaren „Bioarchäologie und Paläoökologie II“ und „Funktionelle Anatomie des Bewegungsapparates“ ausgezeichnet. In seiner Lehre fördert er forschendes und problemorientiertes Lernen und wendet innovative Prüfungsmethoden an.

Die Lehre sei „immer anspruchsvoll, interessant und geprägt von einer angenehm lockeren Atmosphäre“, so die Lehramtsstudentin Xenia Dalke in ihrer Laudatio. „Die Lehrveranstaltung Bioarchäologie war unterteilt in fachlichen Input und ein eigenes Projekt. Es ist einfach viel interessanter, wenn man sich selbst durch die vielen Skelette hier im Keller der Universität wühlen darf und eigenständig seine Forschung betreibt, als wenn man nur Wissen trocken vorgetragen bekommt. Dazu kommen noch die geballte fachliche Expertise und Erfahrung, die uns geboten wurde. Man vergisst als Studierender manchmal, wie viel Forschung und Arbeit unsere Dozierenden neben der Lehre leisten. Somit wurden wir Studierenden, die am Anfang gerade einmal einen Schädel von einem Oberschenkelknochen unterscheiden konnten, zu Experten in unserem Thema.“

Die Studentin Xenia Dalke befasste sich in ihrem Projekt mit X- und O-Beinen mittelalterlicher Skelette. „Dann durfte ich die Erkenntnisse auf einer wissenschaftlichen Tagung in Konstanz vorstellen. Diese Chance, ein Uniprojekt auf diese Weise weiterzuführen und im offiziellen Rahmen vorstellen zu dürfen, ist einfach unglaublich und nicht selbstverständlich. Aber hier endet unsere Reise noch nicht – der nächste Schritt ist die gemeinsame Publikation unserer Forschungsergebnisse“, sagt die Studentin.

Weitere Studierende von Stefan Flohr begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Herr Flohr hat es geschafft ein trockenes Thema grandios zu lehren, Studenten zu motivieren und für die Anatomie anzustecken! Die wöchentlichen Testate und sein Engagement haben dazu beigetragen, dass das erworbene Wissen nicht sofort verfällt, sondern im Gegenteil anders als beispielsweise bei Klausuren nachhaltig abgespeichert wurde. Die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden und Herrn Flohr war Voraussetzung und Wunsch und verlief bestens. Fragen, gerade im Bezug zur Muskulatur und deren Defekten, förderten das eigenständige Nachdenken und auch Ausprobieren von Seiten der Studenten.“

  • „In diesem Kurs wurde uns Studierenden die Möglichkeit gegeben, in einem interessanten Themengebiet eigenständig und mit ständiger Unterstützung von drei absolut kompetenten und anregenden Dozenten – Stefan Flohr, Uwe Kierdorf und Carsten Witzel – eigene Projekte zu gestalten. Man hat in der Universität selten die Möglichkeit so intensiv in ein interessantes Themengebiet einzutauchen, die Dozenten erschaffen eine freundliche, kooperative Atmosphäre und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Besonders hervorzuheben ist hier Stefan Flohr, der die Leistungen der Studierenden über das Seminar hinaus mit einer Vertiefung des Projekts würdigt und seine Freizeit und Leidenschaft dafür widmet.“

„Die Tatsache, dass ich inzwischen schon mehrfach von meinen Studierenden für den Preis nominiert wurde, ist mir im Grunde Auszeichnung genug, denn sie sind die Adressaten meiner Lehrtätigkeit. Dass nun auch die Kommission zur Vergabe des Preises dem Vorschlag der Studierenden zustimmt, ist großartig und zeigt mir, dass gute Lehre nicht immer nur eine Frage der Anwendung modernster und innovativster Methoden und Techniken sein muss, sondern dass es offenbar auch mit eher traditionellen Mitteln möglich ist, Menschen für fachwissenschaftliche Inhalte zu begeistern“, freut sich Stefan Flohr über die Auszeichnung.

Stefan Flohr wird im Sommersemester 2019 in der Weiterbildung „Hochschuldidaktik“ seine Erfahrungen teilen und mit interessierten Kolleginnen und Kollegen über exzellente Lehre sprechen.

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Team des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die sich in ganz besonderem Maße für die Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben.

Auf Vorschlag des Präsidiums wird der Preis für hervorragende Service-Leistungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen vergeben.

Zu dem Team gehören:

  • Frau Monika Sardí (Sachgebietsleiterin)
  • Frau Anja Ehlers (Studienqualitätsmittel)
  • Herr Mirco Fink (Drittmittel)
  • Frau Marika Schaper (Sondermittel)
  • Herr Marvin Freund (Drittmittel)
  • Frau Vicky-Nicoletta Erber (Drittmittel)
  • Frau Miriam Rother (Sondermittel)
  • Frau Stefanie Hankel (Drittmittel)

„Das Team hat es in herausragender Weise geschafft, die gestiegene Zahl an Projekten vorbildlich abzuarbeiten – sozusagen die Pflicht – und parallel die Unterstützung sowie Beratung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in allen Phasen der Projektbearbeitung im Sinne des Servicegedankens auszubauen. Und das ist die Kür – dort die Flexibilitätswünsche und hier die Richtlinien!  Nur wenn wir uns gemeinsam dem Ziel der Drittmitteleinwerbung verpflichtet fühlen, können wir auch weiterhin so erfolgreich sein, wie in den letzten Jahren“, so der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

„Die Auszeichnung bedeutet für das Sachgebiet Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel eine hohe Wertschätzung. Wir bedanken und freuen uns darüber, dass unser Engagement wahrgenommen und belohnt wird. Der Preis ist eine Bestätigung unseres Tuns und gleichzeitig ein Ansporn, uns in Zukunft weiterhin so einzusetzen“, so die Sachgebietsleiterin Monika Sárdi.

Green Office verleiht Nachhaltigkeitspreis an Umweltstudentin Jenny Dreblow und an IMIT-Absolvent Sebastian Pape

Mit dem Nachhaltigkeitspreis zeichnet das Green Office Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim aus, die sich in ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit nachhaltiger Entwicklung befassen. Das Nachhaltigkeitsbüro der Uni möchte damit einen Beitrag leisten, Nachhaltigkeit in den Forschungsfokus gerade des wissenschaftlichen Nachwuchses zu bringen.

Die Studentin Jenny Dreblow wird für ihre Bachelorarbeit „Nachhaltigkeit – ein interkultureller vergleich üver zugange und perspektiven belarussischer und deutscher Studierender“ im Studiengang „Umweltsicherung“ und Sebastian Pape für seine Masterarbeit „Soziale Nachhaltigkeit in Geschäftsprozessen – Entwicklung eines Pattern-basierten Ansatzes“ im Studiengang „Informationsmangement und Informationstechnologie“ ausgezeichnet.

Jenny Dreblow leiste mit ihrer Abschlussarbeit einen Beitrag zu einer interkulturellen Verständigung über Nachhaltigkeit und gibt damit wertvolle Anregungen für eine deutsch-belarussische Zusammenarbeit im Rahmen einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung, so die Begründung. „Die Auszeichnung bedeutet für mich Wertschätzung. Und Mut weiterzugehen – auch beruflich“, sagt die Preisträgerin Jenny Dreblow.

Sebastian Pape sei es mithilfe von Experteninterviews gelungen, einen Musterkatalog aus sozial nachhaltigen Geschäftsprozess-Patterns zu entwickeln, dessen Anwendung eine Integration von sozialen Nachhaltigkeitsaspekten in Geschäftsprozesse von Unternehmen fördern kann, so die Jurybegründung.

„Dank der großzügigen Unterstützung der Klimaschutzagentur Hildesheim-Peine und ihres Fördervereins können wir in diesem Jahr zwei Abschlussarbeiten mit dem Nachhaltigkeitspreis dotiert mit jeweils 500 Euro auszeichnen“, sagt Karina Schell, Mitarbeiterin des Green Office.

„Mit dem Nachhaltigkeitspreis möchten wir studentische Beiträge honorieren und herausragende Abschlussarbeiten universitätsweit bekannt machen. Die Auszeichnung soll Studierende motivieren, sich wissenschaftlich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen“, sagt Karina Schell. Die Mitarbeiterin Julia Witter ergänzt: „Mit diesem Preis betont die Universität Hildesheim den besonderen Stellenwert des fachbereichsübergreifenden Themas „Nachhaltigkeit“ in der Ausbildung der Studierenden und den Anspruch, als Universität zur Lösung dringender gesellschaftlicher Probleme beizutragen.“

Der Preis wird auch im nächsten Jahr wieder vergeben. Die Bewerbung auf den Nachhaltigkeitspreis ist bis zum 1. Dezember 2019 möglich, detaillierte Informationen finden Sie zeitnah auf der Homepage des Green Office.

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news-14672 Mon, 03 Dec 2018 19:17:00 +0100 Sprachdidaktik: Juniorprofessor Sören Ohlhus https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/sprachdidaktik-juniorprofessor-soeren-ohlhus/ Sören Ohlhus forscht und lehrt als Juniorprofessor für Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik an der Universität Hildesheim. Der Sprachwissenschaftler befasst sich mit Gesprächsforschung sowie Schreibentwicklung und untersucht Lehr-Lern-Interaktionen. Die Arbeitsschwerpunkte von Sören Ohlhus liegen in den Bereichen Gesprächsforschung, insbesondere die Untersuchung von Lehr-Lern-Interaktionen, sowie Forschung zu Diskurserwerb und Schreibentwicklung. Der Juniorprofessor untersucht unter anderem, wie sich Sprache, Gesten und die materielle Umwelt in der Kommunikation gegenseitig beeinflussen und wie dadurch Lernprozesse angestoßen werden können.

„In meinem Beruf geht es darum, die Erkenntnisse der Sprachwissenschaft für Lernprozesse im Unterricht fruchtbar zu machen. Die Strukturen der Sprache und die vielen Möglichkeiten, sie zu verwenden und über sie nachzudenken, sind dabei ein vielseitiger Lerngegenstand“, so Sören Ohlhus. „Die Sprache ist ein zentrales Medium des Lernens in allen Fächern. Und das macht die Verbindung von Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik so spannend.“

Ohlhus forscht und lehrt seit dem Sommersemester 2017 als Juniorprofessor für Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik im Institut für deutsche Sprache und Literatur in Hildesheim.

Wie kann man kommunikative Prozesse in einem Klassenraum beschreiben?

An der Universität Hildesheim gefällt ihm vor allem, „dass hier bereits viel und aus der Perspektive ganz unterschiedlicher Fächer dazu geforscht wird, was in schulischen Unterricht eigentlich konkret passiert, wie man die komplexen kommunikativen Prozesse in einem Klassenraum überhaupt erfassen und beschreiben kann. Dazu möchte ich einen Beitrag leisten“, so Ohlhus.

„Auf dieser empirischen Basis lassen sich neue Konzepte für den Unterricht entwickeln – nicht zuletzt auch in Zusammenarbeit mit angehenden Lehrerinnen und Lehrern in den eigenen Seminaren.“

„Mir wurde beim Transkribieren von Gesprächsaufnahmen klar , was es für ein Wunder ist, dass die Leute sich verstehen“

Sören Ohlhus ist 44 Jahre alt, geboren in Elmshorn, und hat Germanistik, Philosophie und Informatik an der Universität Hamburg studiert. „Ein wichtiger Moment in meiner wissenschaftlichen Karriere war, als mir beim Transkribieren von Gesprächsaufnahmen klar wurde, was es für ein Wunder ist, dass die Leute sich überhaupt verstehen. Den sich daraus ergebenden Fragen bin ich nach wie vor auf der Spur“, so Ohlhus.

Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik hat, erreicht Prof. Dr. Sören Ohlhus unter ohlhus@uni-hildesheim.de.

Antrittsvorlesung

In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung stellt sich der Sprachwissenschaftler am Mittwoch, 7. November 2018, den Universitätsangehörigen und Bürgern vor und gibt Einblicke in sein Forschungsgebiet. In seiner Antrittsvorlesung erläutert Juniorprofessor Sören Ohlhus unter anderem, wie sich Sprache, Gesten und die materielle Umwelt in der Kommunikation gegenseitig beeinflussen und wie dadurch Lernprozesse angestoßen werden können. Der Vortrag mit dem Titel „Sprachliche Zeichen und ihr Umfeld in diskursiven und fachlichen Lernprozessen“ beginnt um 18:00 Uhr am Bühler-Campus der Universität Hildesheim.

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news-15817 Thu, 29 Nov 2018 14:41:19 +0100 Entscheidung für Hildesheim: Professorin Janna Teltemann https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/entscheidung-fuer-hildesheim-professorin-janna-teltemann/ Professorin Janna Teltemann hat den Ruf der TU Dortmund abgelehnt und sich für den Universitätsstandort Hildesheim entschieden. Sie forscht und lehrt als Professorin für Bildungssoziologie an der Universität Hildesheim. Die Soziologin analysiert die Entstehung von Bildungsungleichheiten. Professorin Janna Teltemann forscht und lehrt auch künftig in den Bereichen Bildungsungleichheit, Bildungspolitik, Integration und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung in Hildesheim. Die Wissenschaftlerin hat einen Ruf nach Dortmund abgelehnt. Ein Forschungsinteresse der Soziologin liegt in der Analyse der Entstehung von Bildungsungleichheiten.

„Ich freue mich sehr, meine Arbeit in Hildesheim langfristig fortsetzen zu können. Ich hoffe, meine eigenen Projekte zur Veränderung von Bildungssystemen und den Wirkungen auf Bildungsungleichheit nun weiter voranbringen zu können. Außerdem freue ich mich darauf, die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Instituten, zum Beispiel der Erziehungswissenschaft und der Sozial- und Organisationspädagogik, ausbauen zu können", sagt Janna Teltemann.

Bereits seit 2016 arbeitete Teltemann als Juniorprofessorin für Bildungssoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Die 38-Jährige kommt gebürtig aus Lüchow-Dannenberg. Nach dem Studium der Soziologie in Bremen folgte 2012 die Promotion an der Universität Bremen. Teltemann hat sich in ihrer Dissertation mit dem Thema „Gleichheit oder Leistung? Wie Bildungssysteme, Wohlfahrtsstaatsregime und Integrationspolitiken die Schulleistungen junger Migranten beeinflussen“ befasst. Sie arbeitete als Gastwissenschaftlerin am Amsterdam Centre for Inequality Studies der Universiteit van Amsterdam, war Fellow des College for Interdisciplinary Educational Research und Gastwissenschaftlerin am Wissenschaftszentrum Berlin.

Wer sich für die Forschung im Bereich der Bildungssoziologie interessiert erreicht Prof. Dr. Janna Teltemann unter janna.teltemann@uni-hildesheim.de.

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news-15804 Mon, 26 Nov 2018 11:00:00 +0100 Forschung von Professorin Julia Rieck und Professor Boris Girnat https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/forschung-von-professorin-julia-rieck-und-professor-boris-girnat/ Wie lernen Menschen Mathematik? Wie werden Produktionsprozesse in der Wirtschaft gesteuert? Professorin Julia Rieck befasst sich in der Forschung mit Fertigungsabläufen und Ressourcenplanung. Professor Boris Girnat forscht und lehrt in der Mathematikdidaktik. Seit dem Sommersemester 2018 forscht und lehrt Prof. Dr. Julia Rieck am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Hildesheim. Die Wissenschaftlerin wurde auf die Professur für Betriebswirtschaftslehre berufen. Sie forscht in den Bereichen Produktion, Logistik, Projekt- und Ressourcenplanung sowie Transportabläufe. Sie untersucht zum Beispiel, vor welchen Herausforderungen mittelständische Spediteure, große Logistikkonzerne oder Industrie- und Handelsunternehmen stehen: Im Zeitalter der Digitalisierung muss jedes Unternehmen in der Lage sein, seine internen Systeme mit denen anderer zu koppeln.

„Da sich die Universität Hildesheim durch eine hervorragende Vernetzung mit regionalen, überregionalen und internationalen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft auszeichnet, ist Hildesheim ein idealer Ort für meine Forschung und Lehre“, sagt Rieck. Julia Rieck, geboren in Göttingen, studierte Wirtschaftsmathematik in Göttingen, Bordeaux und Hamburg. Es folgte die Promotion und Habilitation an der Technischen Universität Clausthal im Fach Betriebswirtschaftslehre.

Prof. Dr. Boris Girnat lehrt und forscht seit 2018 als Professor für Mathematik in Hildesheim und bildet in Hildesheim Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrer aus. Zuvor hat er an der PH Nordwestschweiz gearbeitet. Girnat hat Mathematik, Philosophie und Politikwissenschaft für das Höhere Lehramt an der TU Braunschweig studiert.

Der Mathematikdidaktiker Boris Girnat beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen Mathematik lernen, und entwickelt auf dieser Grundlage Hilfen für den Mathematikunterricht –  etwa Lehrmaterialien, Schulbücher oder Vorschläge für die Gestaltung der Lehrpläne.

Wie viel Anwendung braucht die Mathematik? Mit mehr Bezug zur Realität soll der Mathematikunterricht die Freude am Fach wecken. Aber mittlerweile leidet der Mathematikunterricht auch unter einem Zwang zur Anwendung. Anstatt den Bezug zum Alltag zu erzwingen, sollte sich der Mathematikunterricht in Schulen auch auf die innermathematische Welt der Zahlen, Terme und Figuren einlassen, sagt Professor Boris Girnat. Denn Schülerinnen und Schülern fehlt vermehrt das innermathematische Grundwissen. Selbst Studienanfänger haben Schwierigkeiten mit einfachen mathematischen Verfahren wie der Bruch- und Prozentrechnung oder dem Dreisatz und der Termumformung. Ihnen fehlen „innermathematische Routinetechniken“.

Antrittsvorlesungen

Die Universität Hildesheim lädt zu zwei Antrittsvorlesungen ein: Professorin Julia Rieck spricht über optimale Fertigungsabläufe, Prozesse und Transporte und die „Lösungsfindung mit Methoden des Operations Research“. Thema des Vortrages von Professor Boris Girnat ist die Forschung in der Mathematikdidaktik. Der Mathematiker nimmt die Zuhörer mit auf einen Streifzug durch aktuelle Projekte. Die beiden öffentlichen Antrittsvorlesungen finden am Mittwoch, 21. November 2018, im Hörsaal 4 im Forum am Hauptcampus der Universität Hildesheim statt.

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news-14704 Fri, 02 Nov 2018 18:28:00 +0100 Sekretärinnen der Präsidien der niedersächsischen Hochschulen tagen in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/sekretaerinnen-der-praesidien-der-niedersaechsischen-hochschulen-tagen-in-hildesheim/ Einmal im Jahr treffen sich die Sekretärinnen der Präsidien der niedersächsischen Hochschulen zur Weiterbildung. In dieser Woche tagten Sekretärinnen der Technischen Universität Clausthal, der Universität Osnabrück, der Hochschule Osnabrück, der Hochschule Hannover, der Universität Oldenburg und der Universität Hildesheim am Hauptcampus in Hildesheim. „Die regelmäßigen Workshops für Sekretärinnen der Präsidien bieten eine Gelegenheit, die einzelnen Universitäten und Hochschulen kennen zu lernen, sich mit aktuellen, berufsrelevanten Themen auseinander zu setzen sowie einen kollegialen Erfahrungsaustausch zu pflegen“, sagt Gundula Sperling, Referentin für Fort- und Weiterbildung in Hildesheim. Während der Weiterbildung in Hildesheim haben sich die Sekretärinnen mit Übungen und Trainingsmethoden zur Stärkung von Konzentration und Gedächtnis befasst.

Die jährliche Fortbildung der Sekretärinnen der Präsidien der niedersächsischen Hochschulen findet seit 2000 statt. 2001 gründete Dorothee Lessmann-Willeke die Geschäftsstelle „Hochschulübergreifende Weiterbildung“ an der Medizinischen Hochschule Hannover und integrierte den „Workshop für Sekretärinnen der Präsidien“ seither regelmäßig in das Programmangebot.

Die Sekretärinnen treffen jedes Jahr an wechselnden Universitätsstandorten, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Einige Kolleginnen kennen sich seit nunmehr 18 Jahren und es herrscht eine vertraute und sehr angenehme Atmosphäre bei den jährlichen Treffen.

Die Universität Hildesheim war bereits 2002 und 2011 Gastgeberin des Workshops. „In diesem Jahr gab es allerdings einen ganz besonderen Anlass für diese Gastgeberinnen-Rolle: Iris Ehlers, die das Sekretariat des Hauptberuflichen Vizepräsidenten der Stiftung Universität Hildesheim leitet, und Dorothee Lessmann-Willeke, Geschäftsführerin der Hochschulübergreifenden Weiterbildung HÜW, verabschiedeten sich aus der Runde. Beide gehen im Frühjahr nächsten Jahres in den wohlverdienten Ruhestand“, berichtet Gundula Sperling.

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news-15614 Mon, 15 Oct 2018 18:37:00 +0200 „Ein Leben mit der Wissenschaft“: Semesterstart an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/ein-leben-mit-der-wissenschaft-semesterstart-an-der-universitaet-hildesheim/ Das neue Semester beginnt – 1591 Bachelorstudierende und 677 Masterstudierende starten in ihr Studium. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich appelliert an die Studentinnen und Studenten, Verantwortung für unsere Demokratie wahrzunehmen, hellhörig zu werden und nicht wegzuschauen, wenn extremistische Umtriebe sich entfalten. Brief des Niedersächsischen Wissenschaftsministers an die Studienanfängerinnen und Studienanfänger [PDF]

Leitbild der Universität Hildesheim

In dieser Woche lernen die Erstsemester die Universität und die Stadt Hildesheim kennen. 1591 Bachelorstudierende starten in diesen Tagen in ihr Studium und wurden am Montag von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Oberbürgermeister Ingo Meyer in einer Feierstunde begrüßt. 8598 Studentinnen und Studenten (Stand 15. Oktober 2018) lernen in diesem Wintersemester an der Universität Hildesheim. 71 % der Studierenden sind weiblich, 28% männlich. 677 Studierende beginnen ihr Masterstudium in Hildesheim.

91 Professorinnen und Professoren und 447 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, also insgesamt knapp 550 Personen, betreuen die Hildesheimer Studentinnen und Studenten wissenschaftlich.

„Das Wachstum erfüllt uns einerseits mit Freude, weil es eine Bestätigung unserer Arbeit ist, andererseits auch mit Sorge, weil wir sowohl personell als auch räumlich an Grenzen gelangen“, so Professor Friedrich. Der Universitätspräsident wünscht allen Studienanfängerinnen und Studienanfängern einen guten Semesterstart.

Appell des Präsidenten: Bildung durch Wissenschaft und Verantwortung für unsere Demokratie

Der Präsident gibt allen Studienanfängerinnen und Studienanfängern zwei Botschaften mit auf ihren Weg: Es gibt einen wesentlichen Auftrag für eine Universität, nämlich Bildung durch Wissenschaft, wie der Konstanzer Philosoph Jürgen Mittelstraß es formuliert.

„Ich möchte Sie ermuntern zu schauen, welche Lehrveranstaltungen und Vorlesungen an der Universität Hildesheim und in der Stadt angeboten werden, die Sie interessieren könnten. Denn Sie beginnen heute einen neuen Lebensabschnitt – dieser Lebensabschnitt ist gekennzeichnet durch ein Leben mit der Wissenschaft. Sie werden Veranstaltungen besuchen und sich fragen, warum muss ich das – brauche ich das später für meinen Beruf? Ihre Persönlichkeit braucht das. Es ist eine einmalige Chance, diese Phase in Ihrem Leben zu nutzen und über den Tellerrand hinauszuschauen“, so Friedrich.

Die zweite Botschaft des Universitätspräsidenten an die Studentinnen und Studenten ist sehr ernst  und ergibt sich aus dem Leitbild der Universität Hildesheim, in dem Grundsätze definiert wurden. Dort heißt es:

„Lehrende und Studierende der Universität bekennen sich zum Verantwortungsprinzip. Verantwortung bedeutet für uns die Verpflichtung, sich an der Qualität von Lehre und Forschung, am sorgfältigen Umgang mit politischer Teilhabe und an unserem Engagement für die Entwicklung der Universität messen zu lassen.“

Im Lichte des Grundgesetzes ist die politische Teilhabe zu verstehen als „Beteiligung an der Gestaltung unserer Demokratie“, so Friedrichs Appell an die Studienanfängerinnen und Studienanfänger für die Wahrnehmung der politischen Verantwortung für unsere Demokratie. „Schauen Sie nicht weg, wenn Menschen diskriminiert werden, wenn Formen des Extremismus und rechtsextremistische Positionen sich entfalten, werden Sie hellhörig und machen Sie andere aufmerksam, wo Dinge bei uns falsch laufen.“

Umwelt, Psychologie, Informatik und Lehramtsstudium stark nachgefragt

Besonders begehrt sind neben dem Lehramt wie auch in den Vorjahren der Bachelorstudiengang „Psychologie“ sowie der Masterstudiengang „Psychologie“. Der Masterstudiengang „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ verzeichnet ebenfalls eine hohe Nachfrage. Auf 107 Bachelorstudienplätze in der Psychologie gingen 999 Bewerbungen ein.

Die Universität Hildesheim verzeichnet eine überwältigende Nachfrage in der Informatik mit 1900 Bewerbungen aus der ganzen Welt für einen Masterstudienplatz im Bereich „Data Analytics“. Hildesheim hat das größte englischsprachige Masterprogramm in Deutschland mit derzeit 120 Studentinnen und Studenten aus mehr als 25 Ländern. Seit 2016 bildet die Universität Hildesheim die Datenanalysten aus. Die ersten Absolventinnen und Absolventen verlassen im Herbst die Universität.

Während der Einführungswoche vom 15. bis 19. Oktober 2018 erhalten die Studienanfängerinnen und Studienanfänger Einblicke in den Studienalltag und erkunden die Universität: Wie kann ich die Universitätsbibliothek nutzen? Wann kontaktiere ich das Rechenzentrum? Wie finanziere ich einen Auslandsaufenthalt? Wie organisiere ich ein Studium mit Kind? Etwa 100 Tutorinnen und Tutoren, Studierende aus höheren Semestern, helfen den Erstsemestern beim Studieneinstieg und bei der Stundenplanung.

703 internationale Studentinnen und Studenten lernen in Hildesheim

Im Rahmen der Immatrikulationsfeier wurde der DAAD-Preis verliehen. In diesem Jahr erhält Sergio Andres Hernández Garrido den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für herausragende Studierende. Der Übersetzungswissenschaftler schließt derzeit sein Masterstudium „Medientext und Medienübersetzen“ an der Universität Hildesheim ab. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

„Ich habe das Gefühl, dass das, was ich lerne, einen Sinn hat“
Interview mit dem DAAD-Preisträger

703 internationale Studentinnen und Studenten sind im Wintersemester 2018/19 in Hildesheim immatrikuliert. 191 internationale Studierende beginnen im Oktober ihr Studium an der Universität Hildesheim. Die meisten Studentinnen und Studenten kommen aus der Türkei, Pakistan, Indien, China, Ägypten und Syrien.

Sajedeh Khabaz Ghazian und Jean Paul Turatsinze wurden im Rahmen der Immatrikulationsfeier mit je einem Rotary-Stipendium ausgezeichnet. Das Stipendium beinhaltet einmalig 1000 Euro. Die Lehramtsstudentin und der Informatikstudent werden für ihre besonderen Leistungen auf dem Weg in die Wissenschaft geehrt. Beide sind ohne Verwandte nach Deutschland gekommen und haben sich in den letzten Jahren sehr darum bemüht, in kurzer Zeit die deutsche Sprache so gut zu erlernen, dass sie jetzt ein Studium in Hildesheim aufnehmen können.

Neue Studiengänge: „Wirtschaft Plus“,  „Barrierefreie Kommunikation“ und „Soziale Dienste“

An der Universität Hildesheim nehmen im Wintersemester 2018/19 erstmals Studentinnen und Studenten in den neuen Studiengängen „Barrierefreie Kommunikation“ (Masterstudium), „Wirtschaft Plus“ (Bachelorstudium) und „Soziale Dienste“ (berufsintegrierende dualer Masterstudiengang) ihr Studium auf.

Mensa-Neubau der Universität Hildesheim im Stadtteil Marienburger Höhe

Am Hauptcampus entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität.

Seit Mai 2018 laufen die Tiefbauarbeiten. Nun erfolgt im Oktober 2018 der Rohbau. Das erste Essen soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, Aufenthaltsflächen entstehen. Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen, sagt Baudezernent Thomas Hanold.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier über 8500 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich.

101 Erstsemestertutorinnen und Erstsemestertutoren helfen beim Einstieg in den Studienalltag

„Ganz ruhig bleiben“, rät Josefine allen Studienanfängern. „Wir Tutorinnen und Tutoren beantworten Fragen rund um den Studienalltag. Es ist alles nicht so wild, wie es zunächst aussieht. Es gibt genug Ansprechpartner in der Universität – sprecht uns an.“

Josefine studiert „Philosophie-Künste-Medien“ im 5. Semester auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim und gehört zu den 101 Erstsemestertutoren, die beim Einstieg in den Studienalltag weiterhelfen. „Auch über das Jahr hinweg beantworten wir Fragen: Wie kann ich die Universitätsbibliothek Hildesheim nutzen? Wann kontaktiere ich das Rechenzentrum? Wie finanziere ich einen Auslandsaufenthalt? Wie organisiere ich ein Studium mit Kind?“

Josefine hat mit 101 weiteren Studierenden in 2 1/2 Stunden die etwa 2000 Ersti-Taschen gepackt. In der Tasche findet ihr Informationen zu Angeboten an der Universität, zu Partneruniversitäten im Ausland oder zur Musik- und Theaterszene in Hildesheim – und einen praktischen Locher der Studienberatung.

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news-15339 Mon, 15 Oct 2018 08:04:00 +0200 Anfahrt zur Universität: Parken am Hauptcampus https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/anfahrt-zur-universitaet-parken-am-hauptcampus/ Wer mit dem Auto zum Hauptcampus anreist, wird dringend gebeten, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen und die zur Verfügung stehenden Parkplätze vor der Sportanlage Marienburger Höhe zu nutzen. Von dort ist die Universität zu Fuß in vier Minuten zu erreichen. Die Parkplätze stehen kostenfrei zur Verfügung. Rettungswege oder Zufahrtsstraßen durch unsachgemäßes Parken zu blockieren, ist verantwortungslos und fahrlässig. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Anwohner. Mit dem Semesterticket können Studierende die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, die Busse der Linie 1 und 4 halten vor der Uni. Viele ältere Bürgerinnen und Bürger sowie Familien und Berufstätige wohnen im umliegenden Stadtgebiet des Hauptcampus. Wer mit dem Auto zum Hauptcampus anreist, wird gebeten, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen und auch die zur Verfügung stehenden Parkplätze vor der Sportanlage Marienburger Höhe zu nutzen. Von dort ist die Universität zu Fuß in vier Minuten zu erreichen. Die Parkplätze stehen kostenfrei zur Verfügung (Anfahrtskizze Parkplätze PDF).

„Die Parkplätze vor der Bezirkssportanlage können kostenfrei genutzt werden, in etwa vier Minuten können Studierende und Lehrende so zu Fuß die Uni erreichen. Ich möchte Sie bitten, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen", sagt Thomas Hanold, Baudezernent der Stiftungsuniversität Hildesheim.

„Leider wird zu wenig Gebrauch gemacht von den freien Parkplätzen wenige Meter vom Hauptcampus entfernt bei der Bezirkssportanlage. Stattdessen werden Parkmöglichkeiten im Wohngebiet hinter der Universität genutzt. Einfahrten zum Alten- und Pflegeheim, die unbedingt für Krankenwagen und Feuerwehr freigehalten werden müssen, werden häufig blockiert. Dadurch werden Leben gefährdet. Vor privaten Garageneinfahrten wird wild geparkt. Das alles sind nicht nur Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, es ist auch ein besonders rücksichtsloses Verhalten gegenüber den Anwohnern. Ich bitte alle Mitglieder der Universität eindringlich, auf die Nachbarschaft Rücksicht zu nehmen und nur ausgewiesene Parkplätze zu nutzen“, so der Appell des Universitätspräsidenten Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. Die Stadt Hildesheim führt verstärkt Kontrollen durch und verteilt „Knöllchen“.

Am Hauptcampus gibt es zudem Fahrradstellflächen vor der Universitätsbibliothek, am Forum und am Audimax. Die Busse der Linie 1 und 4 halten unmittelbar vor der Hochschule (Haltestelle „Universität") und können kostenfrei mit dem Semesterticket genutzt werden.

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news-15656 Fri, 12 Oct 2018 21:16:00 +0200 Einblicke für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Wer macht was in der Uni? https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/einblicke-fuer-neue-mitarbeiterinnen-und-mitarbeiter-wer-macht-was-in-der-uni/ Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 25. Oktober 2018 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden. Wer macht eigentlich was in der Universität? Bei welchen Fragen hilft das Team aus dem Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, der Universitätsbibliothek oder dem Rechenzentrum weiter? Wie kann ich das Dezernat für Finanzen erreichen? Und wann kontaktiere ich den Forschungsreferenten, den Mitarbeiter aus dem Fundraising und die Gleichstellungsbeauftragte?

Die Universität lädt am Donnerstag, 25. Oktober 2018, von 11:00 bis 13:00 Uhr zu einer Begrüßungsveranstaltung in das Foyer des Verwaltungsgebäudes am Hauptcampus ein. Führungskräfte aus der Verwaltung, den Stabsstellen und den zentralen Einrichtungen stellen ihren Tätigkeitsbereich in zweiminütigen Kurzvorträgen vor.

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind herzlich eingeladen im Anschluss daran im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag zu stellen. Eingeladen wurden 126 neue oder zurückkehrende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 ihre Tätigkeit (wieder) an der Universität Hildesheim aufgenommen haben.

Das Präsidium, das Gleichstellungsbüro und die Referentin für Fort- und Weiterbildung der Universität Hildesheim Gundula Sperling bringen mit der Begrüßungsveranstaltung neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Verantwortlichen aus der Verwaltung und den Einrichtungen zusammen.

„Warum ich an der Mitarbeiterbegrüßung teilnehme? Als jemand, der neu in der Stadt Hildesheim ist, erhalte ich Einblicke in Strukturen der Universität“

Moritz Steinhauer ist seit einem Jahr wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Warum er an der Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim teilnimmt, begründet der Kulturwissenschaftler so:

„Die Auftaktveranstaltung hat es mir ermöglicht, als jemand, der neu in der Stadt und der Universität Hildesheim angekommen ist, erste Einblicke in die Strukturen der Universität zu erlangen und die Gesichter zu den Namen kennenzulernen, welche man sonst nur auf Webseiten und Infomaterialien ließt. So habe ich mich bei der Auftaktveranstaltung direkt über die Weiterbildungsmöglichkeiten informiert, Kontakte zum International Office und der Pressestelle geknüpft und mir vom Baudezernenten die Lage auf der – damals gerade erst wieder hochwasserfreien – Domäne Marienburg schildern lassen. Auch bot die Veranstaltung die Möglichkeit, Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen der Universität kennenzulernen und sich auszutauschen, sodass meinen Start in die Arbeit an der Universität bereichert wurde.“

„Dank der Mitarbeiterbegrüßung kann ich mit den zahlreichen Namen an der Universität nun auch Gesichter, Stimmen und Persönlichkeiten verknüpfen“

Professor Jörg Bölling ist seit Anfang des Jahres Professor für Kirchengeschichte am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. Hier begründet der Theologe und Historiker, warum er neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Forschung, Lehre und Verwaltung die Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim weiterempfiehlt:

„Die Begrüßungsveranstaltung war für mich gleich in dreifacher Hinsicht ein großer Gewinn: Zunächst habe ich einen guten Überblick über zentrale Einrichtungen erhalten und dabei mit zahlreichen bekannten Namen nun auch Gesichter, Stimmen und Persönlichkeiten verknüpfen können. Dann folgten in lockerer, und doch anregender Atmosphäre einzelne Gespräche, bei denen ich auch konkrete Fragen stellen und Kontakte knüpfen konnte, etwa zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universitätsbibliothek oder des Gleichstellungsbüros (zu Fragen der Kinderbetreuung). Schließlich gibt es auch nicht planbare, immer wieder neue Langzeitwirkungen: rein zufällige Begegnungen auf dem Campus, in der Mensa und im Café – Situationen, in denen man ohne Einführungsveranstaltung wohl achtlos aneinander vorbeigelaufen wäre.“

Wie kann ich an der Veranstaltung teilnehmen?

An alle neuen und zurückkehrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde eine persönliche Einladung, mit der Bitte sich anzumelden, verschickt. Bei Fragen können Sie sich an Gundula Sperling (E-Mail sperling@uni-hildesheim.de) wenden.

Wer macht was? Weitere Informationen

Vom Dezernat für Studienangelegenheiten über das Friend- und Fundraising bis zum Qualitätsmanagement – wer einen Überblick über die vielen Einrichtungen und Aufgabenbereiche an der Universität Hildesheim erhalten möchte, findet online eine Übersicht über die zentrale Verwaltung, zentrale Einrichtungen, Gremien, Fachbereiche, Forschungszentren und Stabsstellen.

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news-15479 Mon, 01 Oct 2018 17:51:00 +0200 Wissenschaftsminister: Hildesheimer Lehrerausbildung ist bedeutsam für Schulentwicklung in Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/wissenschaftsminister-hildesheimer-lehrerausbildung-ist-bedeutsam-fuer-schulentwicklung-in-niedersac/ Minister Björn Thümler sprach mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Studierenden über die Entwicklung der Stiftungsuniversität und das Studium im Lehramt sowie im Bereich „Data Analytics“. Zudem besuchte er das Center for World Music. Der Niedersächsische Wissenschaftsminister unterstrich während seines Antrittsbesuchs an der Universität Hildesheim die Bedeutung der Hildesheimer Lehrerausbildung für Niedersachsen. Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler informierte sich während seines Antrittsbesuchs in dieser Woche (20. September 2018) an der Universität Hildesheim über die Entwicklung der Hochschule.

Der Minister sprach mit Präsidiumsmitgliedern, mit  Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, auch aus dem akademischen Mittelbau, mit studentischen Vertreterinnen und Vertretern des AStA und des Studierendenparlaments und mit Studierenden über die Entwicklung der Universität Hildesheim, das Studium und die Mitwirkung in hochschulinternen Gremien.

„Minister Thümler erkannte die Notwendigkeit einer Erhöhung unserer Grundfinanzierung an, um unsere Leistungsfähigkeit auch für die Zukunft zu sichern“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Herausforderungen in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung

Als Mitglieder des Senats für die Gruppe der Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hildesheim berichteten Dr. Torsten Richter und Jonas Ringler dem Minister von den anspruchsvollen Aufgaben ihrer Kolleginnen und Kollegen in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung.

Eine besondere Herausforderung sei es, den eigenen hohen Ansprüchen an eine qualitative Lehre gerecht zu werden und gleichzeitig exzellente Forschung zu betreiben. Auch die zunehmende Heterogenität der Studierenden unter anderem hinsichtlich ihres Alters, ihrer Herkunft, ihrer Vorerfahrungen und ihrer familiären Situation gehe mit zusätzlichen Anforderungen an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität einher. Die Mittelbauvertreter stellen zum Beispiel einen zunehmenden Beratungsbedarf der Studierenden fest.

Gleichzeitig arbeite die Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen mit der Hochschulleitung und den zuständigen Stellen in der Hochschulverwaltung daran, diese Herausforderungen zu meistern. Beispielhaft verwiesen die Mittelbauvertreter auf gemeinsam mit der Hochschulleitung initiierte und wiederholt durchgeführte Erhebungen zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus. Senat, Präsidium und Stiftungsrat haben zudem die Leitlinien „Wissenschaft als Beruf attraktiv machen – Gute und faire Beschäftigungsbedingungen für den akademischen Mittelbau“ beschlossen.

Vom Minister danach gefragt zeigten die Vertreter auf, auf welche Weise die Politik die Arbeit von Lehrenden und Forschenden unterstützen könne: Durch eine dauerhafte Erhöhung der Grundfinanzierung könnte das Lehrdeputat vieler wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von in der Regel zehn Semesterwochenstunden gesenkt werden. Dies trage dazu bei, die wissenschaftliche Forschung zu intensivieren – bei gleichbleibender Qualität der Lehre sowie von Beratung und Service.

Die vom akademischen Mittelbau angesprochenen Herausforderungen decken sich auch mit den Schilderungen der Studierenden. Der Präsident wird das Gespräch mit den Studierenden fortsetzen und dabei die von den Studierenden eingebrachten Themen im Studienalltag besonders in den Blick nehmen. Das Präsidium hat die beim Antrittsbesuch des Ministers anwesenden Studierenden zu einem Gespräch eingeladen.

Hildesheimer Lehrerausbildung bedeutsam für Schulentwicklung in Niedersachsen

Der Minister informierte sich über die Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim. „Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Schulen im Land ausreichend mit hervorragend qualifizierten Lehrkräften zu versorgen und möglichst viele junge Menschen für ein Lehramtsstudium zu begeistern“, betonte Thümler. „Die Universität Hildesheim hat zum Wintersemester 2014/15 als eine von insgesamt sieben niedersächsischen Hochschulen das innovative Konzept zur Lehrerausbildung an Grundschulen sowie an Haupt- und Realschulen (GHR 300) eingeführt. Mit dem neuen Konzept können die Studierenden erheblich besser auf die Anforderungen des Vorbereitungsdienstes und des Berufslebens vorbereitet werden. Umso mehr freue ich mich, dass wir die bisherigen Programmittel für GHR 300 ab diesem Jahr verstetigen konnten und die Universitäten die Studiegänge dauerhaft qualitätsgesichert anbieten können.“

Die Universität Hildesheim bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Etwa 2500 Studierende sind derzeit im Lehramt eingeschrieben. Die frühe Unterrichtspraxis ist ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung.

Zentrum für Digitalen Wandel entsteht in Hildesheim

Der Minister informierte sich über die Schwerpunkte in Forschung und Lehre. Die Universität Hildesheim hat sich darauf verständigt, die Digitalisierung als eines von vier Leitthemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in ihre Entwicklungsplanung aufzunehmen, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Zu den ersten Maßnahmen zählt die Gründung des „Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“. Der Gründungsvorstand besteht aus dem Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt, dem Computerlinguisten Professor Ulrich Heid und der Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich mit der Grundstruktur, der Komplexität sowie den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Im Zentrum versammeln sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachdisziplinen – von Computerlinguistik über Politikwissenschaft und Unterrichtsforschung bis Softwareentwicklung und maschinellem Lernen.

Studium im Bereich „Data Analytics“: 1900 Bewerbungen aus der ganzen Welt

Gemeinsam mit den Studierenden Eya Boumaiza (Tunesien), Mofassir Ul Islam Arif (Pakistan) und Torben Windler (Deutschland) stellte Informatikprofessor Lars Schmidt-Thieme das englischsprachige Masterprogramm „Data Analytics“ vor. Die Universität Hildesheim verzeichnet eine überwältigende Nachfrage mit etwa 1900 Bewerbungen aus der ganzen Welt für dieses Programm. In dem Masterprogramm sind etwa 120 Studentinnen und Studenten aus mehr als 25 Ländern eingeschrieben: Die erste Generation der Studentinnen und Studenten kommt unter anderem aus Afghanistan, Ägypten, Brasilien, China, Deutschland, Indien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Simbabwe und den USA.

„Wir haben ein weltweites Einzugsgebiet, die Nachfrage ist gigantisch, sowohl seitens der Unternehmen als auch der internationalen Studierenden“, so Professor Schmidt-Thieme. Die ersten Absolventinnen und Absolventen beenden im Herbst erfolgreich ihr Studium und arbeiten mit regionalen Unternehmen zusammen.

Professor Lars Schmidt-Thieme und die Studierenden zeigten eindrucksvoll die Leistungen im Bereich Data Analytics in Forschung und Lehre. Dennoch wird „Data Analytics“ im Wissenschaftsministerium formal als eine Studienvariante des Masterstudiengangs „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ geführt und nicht als eigenständiger Masterstudiengang. Ein Umstand, der sich gerade mit Blick auf die hohe internationale Reputation der Hildesheimer Data Science schnellstmöglich ändern sollte, so Schmidt-Thieme.

Denn das Interesse der internationalen wissenschaftlichen Community sowie der Wirtschaft an der Hildesheimer Data Science ist hoch und wächst beständig an: Professor Schmidt-Thieme und die Studierenden berichteten von zahlreichen Kooperationen und Projekten mit Hochschulen und Unternehmen, regional sowie weltweit. Entsprechend soll der Bereich „Data Science“ in Hildesheim weiter ausgebaut werden. Professor Schmidt-Thieme zeigte dem Wissenschaftsminister auf, wie mit einer weiteren Professur in diesem Bereich auch ein englischsprachiges Bachelorprogramm angeboten werden könnte.

„Die Digitalisierung ist das Thema unserer Zeit – hierfür relevante Studienangebote sind vor diesem Hintergrund von großer Bedeutung. Mit ihrem englischsprachigen Angebot leistet die Universität Hildesheim zudem einen wichtigen Beitrag zur Interntionalisierung“, sagt Minister Thümler über die Arbeit der Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Erhalt von Kulturerbe: „Musiktraditionen bewahren und zugänglich machen"

Der Wissenschaftsminister informierte sich in Hildesheim über die Arbeit des Center for World Music. „Als einziges musikethnologisches Forschungszentrum Deutschlands, das an eine Universität angegliedert ist, leistet das Center for World Music einen wichtigen Beitrag für Integration und Bildung. Gleichzeitig fördert es die kulturelle und musikalische Vielfalt in der Region. Durch die Sammlung einzigartiger Tondokumente, Musikinstrumente und Schriften werden Musiktraditionen bewahrt und zugänglich gemacht. Mit diesem Aufgabenspektrum verfügt das Center über ein einzigartiges Profil in Europa", sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler.

Das Hildesheimer Forschungsinstitut bewahrt bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musikschaffens, setzt sich in der Forschung für den Erhalt der Vielfalt musikalischer Äußerungen ein und macht seine Sammlungen zugänglich.

„Die Sammlungen gehören der Allgemeinheit. Es ist nicht richtig, wenn Universitätssammlungen im Keller liegen. Wir begreifen den Transfer in die Gesellschaft als Kernaufgabe des Center for World Music. Wir wollen mit unserer Arbeit in die Gesellschaft hineinwirken und Begegnungen, Respekt und Anerkennung durch Musik fördern“, sagt der Musikethnologe Professor Raimund Vogels.

Die Hildesheimer Sammlung mit über 6.000 Musikinstrumenten und etwa 50.000 Tonträgern gehört zu einer der größten Sammlungen dieser Art in Europa. In einem lokalen Verbund führen das Center for World Music und das Roemer- und Pelizaeus-Museum derzeit ethnologische und musikethnologische Sammlungsbestände zusammen. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt „Wissensspeicher Musik“ leistet einen Beitrag zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes. Das Center for World Music sichert und digitalisiert mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und Partnern vor Ort Musikarchive im Ausland, etwa in Iran, Ägypten und Nigeria – auch diese Tonaufnahmen machen die Wissenschaftler zugänglich.

Seit 2011 bildet die Universität Hildesheim in einem Masterstudiengang Berufstätige fort, die die musikalische Vielfalt in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren aufgreifen und mit den Sammlungen arbeiten. Sijia Li, eine der Masterstudentinnen, holte eines der Instrumente aus den Vitrinen und spielte auf der Guzheng. Sie ist auch als Dozentin tätig und unterrichtet Studierende im Spiel auf dem traditionellen chinesischen Instrument.

Professor Raimund Vogels und Dr. Michael Fuhr erläuterten dem Minister die internationale Bedeutung des Center for World Music. Sie stellten zum Beispiel die Arbeit der Graduiertenschule vor, die bis 2020 vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wird. 18 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nigeria und Ghana befassen sich seit einem Jahr mit der Frage, welche Rolle Musik, Theater oder Literatur beim Wiederaufbau von Gemeinschaften nach Konflikten spielen.

Sabour Moradi überreichte dem Minister abschließend das Saiteninstrument Setar, das der 51-jährige Instrumentenbauer in der Werkstatt im Forschungsinstitut der Universität Hildesheim gebaut hat. Moradi wird im Sonderprogramm „Artist in Residence“ vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert, er arbeitet mit dem Roemer- und Pelizaeus Museum und dem Center for World Music zusammen.

Bauprojekte: Mensa-Neubau der Universität Hildesheim im Stadtteil Marienburger Höhe

Der Minister informierte sich außerdem über die Bauprojekte der Universität Hildesheim. Am Hauptcampus entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität.

Seit Mai 2018 laufen die Tiefbauarbeiten. Dann kommt der Rohbau, der Baubeginn ist für Oktober 2018 geplant. Das erste Essen soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

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news-15341 Mon, 03 Sep 2018 07:52:00 +0200 Familiengerechte Hochschule: Vereinbarkeit von Studium, Beruf, Familie https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/familiengerechte-hochschule-vereinbarkeit-von-studium-beruf-familie/ Zum vierten Mal erhält die Universität Hildesheim das Zertifikat „familiengerechte hochschule“. Damit verpflichtet sich die Universität, familiengerechte Arbeits- und Studienbedingungen zu schaffen. Die Universität Hildesheim wurde nach der erfolgreichen Auditierung seit 2008 erneut mit dem Zertifikat „familiengerechte Hochschule“ ausgezeichnet. Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Studium, Beruf, Pflege und Familie werden regelmäßig begutachtet und weiterentwickelt.

Alle drei Jahre evaluieren externe Prüferinnen und Prüfer die Maßnahmen zur familiengerechten Hochschule. Eine Prüferin der Beruf und Familie GmbH führte im Frühjahr 2018 an der Universität einen Workshop zum Thema familiengerechte Hochschulkultur durch, um zu erfassen, inwieweit die familiengerechten Arbeits- und Studienbedingungen im Alltag angekommen sind. Hochschulmitglieder – darunter Professorinnen und Professoren,  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Technik und Verwaltung, Führungskräfte, Studentinnen und Studenten, die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Silvia Lange und Dr. Matthias Kreysing als hauptberuflicher Vizepräsident sowie Projektleiter der „familiengerechten Hochschule“ – haben sich an dem Re-Auditerungsprozess beteiligt und Ideen und Verbesserungsvorschläge eingebracht.

„Die Ergebnisse der Diskussion sind in ein Handlungsprogramm eingeflossen und haben uns dabei geholfen, die Maßnahmen auf die Rückmeldungen und Bedarfe im Hause abzustimmen“, sagt Frauke Beuter, Mitarbeiterin des „audit familiengerechte hochschule“ im Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim.

Mit dem Erwerb des Zertifikats verpflichtet sich die Universität dazu, familienfreundliche Arbeits- und Studienbedingungen zu entwickeln

„Der Auditierungsprozess hilft uns, die kontinuierlichen Anstrengungen der Universität in diesem Bereich immer wieder neu zu fokussieren“, sagt Vizepräsident Matthias Kreysing. Die Universität Hildesheim habe sich mit dem Erwerb des Zertifikats „audit familiengerechte hochschule“ dazu verpflichtet, die Vereinbarkeit von Studium beziehungsweise Beruf und Familie für alle Mitglieder der Hochschule zu gewährleisten und familienfreundliche Arbeits- und Studienbedingungen zu entwickeln.

Zu den geplanten Maßnahmen für die kommenden drei Jahre gehören unter anderem die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der bereits vorhanden Maßnahmen, etwa des Familienraums, der flexiblen Kinderbetreuung und der familiengerechten Infrastruktur an den verschiedenen Universitätsstandorten sowie eine Erhebung zu den aktuellen Betreuungsbedarfen der Hochschulangehörigen. Zudem sollen Führungskräfte an der weiteren Ausgestaltung einer Hochschulkultur stärker beteiligt werden, da sie Schlüsselpersonen im organisationalen Wandel sind. Familien- und Pflegeaufgaben sollen keinen Nachteil für Studium und Karriere bringen. Zudem soll geprüft werden, welche weiteren Formen flexiblen Arbeitens als Erweiterung des bestehenden Konzepts der alternierenden Telearbeit umgesetzt werden können.

„Kita Rasselbande“ und flexible Kinderbetreuung „Flexi“ – Universität und Studentenwerk kooperieren

Im Bereich der Kinderbetreuung kooperiert die Universität Hildesheim mit dem Studentenwerk. Kinder von Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können die „Kita Rasselbande“ besuchen; 70% der Plätze werden an Studierende vergeben, 30% der Plätze werden an nicht studierende Eltern vergeben. Betreuungsplätze werden über ein zentrales Vergabeverfahren in der Online-Betreuungsbörse der Stadt Hildesheim zugeteilt. Außerdem können Studierende und Bedienstete die flexible Betreuung für ihre Kinder („Flexi“) nutzen, wenn es einmal im Terminplan eng wird (Informationen online).

Ein Familienraum am Hauptcampus steht allen Beschäftigten und Studierenden mit ihren Kindern zur Verfügung und kann zum Ruhen, Schlafen, Stillen, Essen und Arbeiten genutzt werden. Gemeinsam mit Studentinnen und Studenten hat das Gleichstellungsbüro den Raum mit Spielmöglichkeiten ausgestattet. Ein Schreibtisch mit Internetzugang, Fläschchenwärmer und Wickeltisch sind vorhanden. Das Sportinstitut bietet gemeinsam mit Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten ein Kindersportprogramm an.

Weitere Informationen zur familiengerechten Hochschule

Informationen über das Audit familiengerechte Hochschule an der Universität Hildesheim und das aktuelle Handlungsprogramm ab 2018 können Sie online auf der Seite des Gleichstellungsbüros einsehen. Bei Fragen ist Frauke Beuter gerne erreichbar (auditfgh[at]uni-hildesheim.de, 05121 883 92156).

Aktuelles Handlungsprogramm ab 2018 [PDF]

Aktuelles Kurzporträt mit umgesetzten und geplanten Maßnahmen ab 2018 [PDF]

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news-15195 Thu, 16 Aug 2018 19:26:00 +0200 Physik: Fast lichtschnell durch Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/physik-fast-lichtschnell-durch-hildesheim/ Wie wäre es, wenn wir uns fast so schnell wie das Licht durch Hildesheim bewegen? Mit Computersimulationen erweitern Physikerinnen und Physiker der Universität Hildesheim unseren Erfahrungsraum. Ein Gespräch mit Professorin Ute Kraus über physikalische Phänomene und Aufgaben der Physikdidaktik. Etwa 2000 Schülerinnen und Schüler aus  Hildesheim und der Region haben sich seit 2009 im Schülerlabor „Raumzeitwerkstatt" der Universität Hildesheim mit der Relativitätstheorie auseinandergesetzt. „Die Relativitätstheorie ist abstrakt, deshalb nutzen wir Modelle und Computersimulationen“, sagt Physikprofessorin Ute Kraus. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Physik entwickeln die Modelle und Simulationen gemeinsam mit Studentinnen und Studenten. Für einen relativistischen Flugsimulator bauen sie Hildesheim in einer virtuellen Welt nach – der Marktplatz ist bereits fertig.

Seit einem Jahr ist nun im Schülerlabor der Flugsimulator im Einsatz, den der Doktorand Stephan Preiß und der Physiker Dr. Corvin Zahn gemeinsam mit Studierenden aufgebaut haben: Ein Raumschiff steht im Keller des Universitätscampus. Man sitzt in der Mitte am Steuerpult, um einen herum sind Bildschirmflächen, die ein 270 Grad-Blickfeld ermöglichen. Dann geht die Reise los – fast lichtschnell bewegt man sich durch Hildesheim und kann Einsteins Relativitätstheorie mit eigenen Sinnen erfahren: Wie wäre es, wenn wir uns mit fast Lichtgeschwindigkeit durch Hildesheim bewegten? Die Physiker können auch Dinge, die eigentlich weit weg sind, nah heran holen, zum Beispiel Schwarze Löcher oder Pulsare. Mit den Computersimulationen kann der Erfahrungsraum erweitert werden. Die Physiker möchten Jugendliche verblüffen und für Physik begeistern.

Prof. Dr. Ute Kraus forscht und lehrt seit zehn Jahren als Professorin für Physik und ihre Didaktik am Institut für Physik der Universität Hildesheim. Zu ihren Forschungsgebieten zählen die Astrophysik und die Didaktik der Relativitätstheorie sowie relativistische Visualisierungen.

Im Interview spricht Ute Kraus über die Arbeit in der Hildesheimer „Raumzeitwerkstatt“ und die Bedeutung der fachlichen Qualifikation von Physiklehrerinnen und Physiklehrern.

Interview mit der Physikerin Prof. Dr. Ute Kraus

Sie haben in Hildesheim die „Raumzeitwerkstatt“ aufgebaut, ein Schülerlabor, das Schulklassen aus Hildesheim und der Region besuchen. Wie ist die „Raumzeitwerkstatt“ organisiert?

Seit 2009 besuchen Schulklassen das Schülerlabor des Instituts für Physik, unsere „Raumzeitwerkstatt“. Das Schülerlabor ist in die Lehre an der Universität eingebettet. Jedes Semester findet ein fachdidaktisches Seminar mit Unterrichtspraxis statt. Im Rahmen dieses Seminars betreuen Physikstudentinnen und Physikstudenten die Schülerinnen und Schüler im Schülerlabor. Das Schülerlabor ist nie fertig – die Studierenden entwickeln immer neue Stationen im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten, erproben und verbessern diese – dann stellen wir das Material, wenn es richtig gut ist, online sowie auf Fortbildungen Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung.

Wie arbeiten Sie im Schülerlabor?

Schauen wir uns zum Beispiel einmal das Äquivalenzprinzip an – alle Körper fallen gleich schnell. Wir beginnen in der Raumzeitwerkstatt mit einfachen Fallexperimenten: ein Medizinball und ein Tennisball werden auf gleicher Höhe gehalten. Dann fragen wir die Schüler: Wenn ich die beiden Bälle gleichzeitig loslasse, welcher Ball kommt zuerst unten an? Fast alle sagen: klar, der Medizinball! Tatsächlich erreichen der Medizinball und der Tennisball aber gleichzeitig den Boden. Das ist eine grundlegende Erkenntnis über Schwerkraft: Die Fallbewegung hängt nicht von der Masse des Objekts ab. Das ist ein Fundament der allgemeinen Relativitätstheorie – von da aus arbeiten wir uns weiter vor. Nach dem Fallexperiment kommen weitere Experimente, Modelle und Konstruktionen zum Einsatz, die schließlich einen Bogen spannen vom einfachen Fallexperiment bis hin zur Lichtablenkung im Schwerefeld. Die Themen sind zwar kompliziert, die Jugendlichen sind aber sehr aufgeschlossen und haben keine Berührungsängste vor neuen physikalischen Phänomenen.

„Wir nutzen Computersimulationen, um Phänomene in den Alltag zu bringen, die eigentlich weit weg von uns sind“

Wie erklären Sie Schülerinnen und Schülern in der „Raumzeitwerkstatt“ die Relativitätstheorie anschaulich und zugleich fachlich fundiert?

Die Relativitätstheorie ist schwierig, weil sie abstrakt ist und zur Alltagserfahrung nicht passt. Wir können diese Alltagserfahrung auch nicht bieten, aber wir können sie simulieren. Das heißt, wir arbeiten mit Computersimulationen, mit denen wir die Erfahrungsmöglichkeiten erweitern. Angenommen, wir könnten mit annähernder Lichtgeschwindigkeit durch Hildesheim fliegen – was würden wir sehen? In der Praxis können wir diese Erfahrung nicht machen, in der Simulation schon. Wir nutzen Computersimulationen auch, um Phänomene in den Alltag zu bringen, die eigentlich weit weg von uns sind – wir fliegen zu Schwarzen Löchern und schauen uns dort um. Und wir arbeiten zweitens mit Modellen. Dabei muss man wissen: Die allgemeine Relativitätstheorie ist eine Theorie der Gravitation. Ihre zentrale Aussage ist: Gravitation ist Geometrie. Geometrie kann man schön veranschaulichen. Jeder kann sich Dreiecke und Vierecke, eine gekrümmte Fläche und eine ebene Fläche vorstellen. Wir haben ein geometrisches Vorstellungsvermögen – aber das müssen wir jetzt erweitern, weil wir zum Verständnis der Relativitätstheorie gekrümmte Räume statt Flächen sowie Raumzeiten benötigen. So kommen wir im Schülerlabor ohne Rechnungen aus, in den Modellen steckt aber die ganze komplexe Theorie.

Selbst manchen Erwachsenen fehlt das physikalische Verständnis – was erleben Sie in der Raumzeitwerkstatt, wie ernsthaft und intensiv setzen sich Jugendliche mit Physik auseinander?

Die Jugendlichen sind sehr interessiert – über vier Stunden mit einer kurzen Pause dazwischen arbeiten sie sehr konzentriert im Schülerlabor. Die Themen sprechen die Jugendlichen sehr an – wie expandiert das Universum, was ist ein Schwarzes Loch und was  ist ein Wurmloch?  Wir versuchen an vielen unserer Stationen, die Jugendlichen zum Staunen zu bringen. Sie erleben im Flugsimulator und in Experimenten Dinge, die sie nicht erwartet haben. Das ist unser Einstieg. Dann zeigen die Jugendlichen Offenheit und sind bereit für eine Erklärung. Wir möchten, dass Physik und die Beschäftigung mit anspruchsvollen Themen ihnen Freude macht – deshalb sausen die Jugendlichen im Simulator – in unserer „Cave“ – durch Hildesheim.

„Wir haben eine Art Raumschiff am Universitätscampus aufgebaut“

Auf welcher Theorie basiert der Flugsimulator?

Auf der speziellen Relativitätstheorie. Wir haben eine Art Raumschiff am Universitätscampus aufgebaut, mit dem man fast lichtschnell durch Hildesheim fliegen und Einsteins Relativitätstheorie mit eigenen Sinnen erfahren kann. Man sitzt in einem Raumschiff mit Joystick inmitten einer großen kegelförmigen Leinwand, um einen herum sind Bildschirmflächen, die ein 270 Grad-Blickfeld ermöglichen. Den Flugsimulator entwickelt  der Doktorand Stephan Preiß. Wir haben unter Beteiligung von Studierenden als virtuelle Welt einen Teil von Hildesheim im Computer modelliert. Der Simulator simuliert was wir sehen würden, wenn wir fast so schnell wären wie das Licht. Man erkennt, dass die Umgebung verzerrt aussieht, man sieht Wölbungen und Verlängerungen in die Tiefe. Wenn man beschleunigt, hat man den Eindruck, alles rutscht von einem weg.  Mit der Simulation kann man auch Phänomene zeigen, die wirklich in der Astronomie beobachtet werden, etwa die „überlichtschnellen Quasar-Jets“. Quasare sind leuchtkräftige Quellen in den Zentren von Galaxien, die Jets ausstoßen. Man kann messen, wie weit die Quasare weg sind und wie schnell sich die Jets über den Himmel bewegen – wenn man das tut, kommt man zu dem Ergebnis, dass die Jets Überlichtgeschwindigkeit haben. Nun besagt aber die spezielle Relativitätstheorie,  dass sich kein Objekt schneller als Licht bewegen kann – das ist also ein Widerspruch. Das Problem kann man als optische Täuschung entlarven; der Jet ist in Wirklichkeit doch nur fast so schnell wie das Licht. Diese optischen Täuschungen sind in unseren Simulationen auch zu sehen. Mit den Prinzipien, die die Jugendlichen in der Simulation erfahren, können sie also echte astronomische Probleme verstehen. Was uns gefällt ist, wenn wir den Schülern etwas zeigen können, was sie verblüfft. Aus dieser Neugierde wächst die Motivation, sich ernsthaft mit den anspruchsvollen physikalischen Phänomenen zu befassen.

Welche Bedeutung hat in der Physikdidaktik der Einsatz von digitalen Technologien, etwa Computersimulationen? Sehen Sie im digitalen Wandel für die Physikdidaktik Chancen?

Physik ist eine computeraffine Wissenschaft und ich erstelle  seit 25 Jahren Computersimulationen mit didaktischen Zielen. Der digitale Wandel, der jetzt verstärkt diskutiert wird, ist in der Physik schon lange da. Was wir aber heute bemerken, ist, dass Schulen besser ausgerüstet werden und das ist ein großer Vorteil. Computersimulationen setzen wir zur Erfahrungserweiterung ein, aber Computer ersetzen reale Erfahrungen nicht. Wir kombinieren Modelle, die man in der Hand hält, greifen und begreifen kann, mit  Computermodellen. Der Computer liefert uns zusätzliche Möglichkeiten, die wir mit  Pappmodellen nicht haben; wenn es komplexer wird, gehen wir deshalb zum Rechner über. Wir untersuchen in der Forschung, wie Schüler an Modellen lernen können, wie der Übergang von den Pappmodellen zum Computer gestaltet werden kann und ob sich das Verständnis gleich gut entwickelt. Wir setzen, vor allem für jüngere Schüler, sehr auf die Anschauung, weniger auf abstrakte Ideen.

Was fasziniert Sie an physikalischen Phänomenen und Theorien, etwa der Relativitätstheorie von Einstein?

Ich mag an der Physik die mathematische Naturbeschreibung. Ich finde es beeindruckend, wie mit sehr wenigen Grundannahmen eine Vielzahl an Phänomenen beschrieben werden kann. Die Schüler sehen bei uns im Schülerlabor nur die Modelle und die Veranschaulichung, aber wir Lehrenden im Hintergrund sehen auch die Theorie. Hinter den Modellen und Visualisierungen steckt die volle Theorie: wir wählen geeignete Parameter aus und lösen die Gleichungen, zumeist numerisch. Dieser theoretische Teil macht mir auch viel Freude.

„Zunächst nutzte ich die Visualisierungen nur zur Kontrolle der Datenkolonnen. Dann habe ich festgestellt, dass Bilder viel erklären und Neugierde beim Betrachter wecken“

Wie sind Sie zur Physik gekommen?

Ich komme aus der theoretischen Physik, habe in der theoretischen Astrophysik promoviert und Modellrechnungen zu Röntgenpulsaren – Neutronensterne, die Röntgenstrahlen aussenden – erstellt. Da kam die Relativitätstheorie ins Spiel, denn ich musste das Modell so berechnen, das alle relativistischen Effekte berücksichtigt sind. Dann habe ich angefangen, Bilder und Filme zu rechnen. Erst einmal zur Kontrolle, weil man am Bild oft leichter sieht, ob ein Ergebnis plausibel ist, als wenn man Datenkolonnen anschaut. Dann habe ich festgestellt, dass die Bilder schön sind, viel erklären und Neugierde bei Betrachtern hervorrufen. So kam ich zur Vermittlung physikalischer Phänomene.

Seit zehn Jahren forschen und lehren Sie als Professorin für Physik und ihre Didaktik an der Universität in Hildesheim und bilden Physiklehrerinnen und Physiklehrer aus. Was geben Sie den künftigen Lehrern mit auf den Weg?

Die Freude am Fach ist wichtig. Das ist aber etwas, was bei jedem Lehrer aus dem Inneren heraus kommen muss. Was mir sehr wichtig ist, ist die Fachausbildung. Eine unserer wichtigen Aufgaben  ist es, Studentinnen und Studenten darin zu begleiten, eine physikalische Denkweise zu entwickeln. Fachwissen, insbesondere Grundlagenwissen, wird später kaum mehr in Fortbildungen angeboten, da überwiegt die Fachdidaktik. Ich würde mir wünschen, dass die Fachwissenschaft mehr Raum in der Lehrerausbildung erhält. Mit der Reform „GHR 300“ und der Verlängerung des Lehramtsstudiums wurde der fachliche Anteil leider nicht erhöht, das bedauere ich.

„Mechanik, Quantentheorie, Atomphysik – die Fachwissenschaft sollte mehr Raum in der Lehrerausbildung erhalten“

Mit welchen physikalischen Grundlagen beschäftigen sich die Studentinnen und Studenten?

Die Studieninhalte reichen von Mechanik, Wärme und Elektrizität über Optik und Magnetismus bis zu Relativitätstheorie, Quantentheorie, Atomphysik und Kernphysik. Das ist der Standard. Aber der Zeitraum für die Fachausbildung ist knapp. Die größte Schwierigkeit ist, die richtige Auswahl zu treffen – es gibt Stellen, wo das Weglassen weh tut.

Mit den „Einsteintagen“ erreichen Sie seit vielen Jahren Lehrerinnen und Lehrer aus der Region – welches Ziel verfolgen Sie mit dieser Lehrerfortbildung?

Wir entwickeln am Institut Lehrmaterial und erproben die Modelle und Experimente in der „Raumzeitwerkstatt“ – diese Entwicklungen möchten wir an die Schulen weitergeben. In Lehrerfortbildungen in Hildesheim und bundesweit stellen wir unsere Ergebnisse vor. Zudem geben wir über unsere Webseite (www.tempolimit-lichtgeschwindigkeit.de) seit vielen Jahren  Materialien weiter, die für den Unterricht frei zugänglich sind – Arbeitsblätter, Konstruktionsvorlagen, Anleitungen für den Modellbau.

Sie organisieren aktuell eine internationale Konferenz zur Vermittlung der Relativitätstheorie.

Gemeinsam mit Corvin Zahn bereite ich aktuell ein internationales englischsprachiges einwöchiges Seminar vor, gefördert von der Heraeus-Stiftung. Die Vortragenden kommen aus vielen Ländern –  unter anderem aus Australien, Südkorea, USA,  Norwegen und Deutschland. Im Februar 2019 werden im Physikzentrum in Bad Honnef Physikdidaktiker, Physiker und Schulpraktiker diskutieren, wie man die Relativitätstheorie in der Schule und an der Universität lehren kann.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Veranstaltungstipp: Am Samstag, 18. August 2018, spricht der Hildesheimer Physiker Dr. Corvin Zahn über Einsteins Relativitätstheorie. Nach dem Vortrag können Sie sich im Flugsimulator mit Rundumprojektionsleinwand am Institut für Physik fast so schnell wie das Licht durch Hildesheim bewegen. [Details zur Veranstaltung]

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news-15171 Mon, 06 Aug 2018 07:15:00 +0200 Zahlentheorie: Interview mit Mathematikprofessor Jürgen Sander https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/zahlentheorie-interview-mit-mathematikprofessor-juergen-sander/ Aus der Forschung: Mit den Eigenschaften der ganzen Zahlen befasst sich eine Arbeitsgruppe um Professor Jürgen Sander. Die Zahlentheorie sei faszinierend, da sie „Methoden aus fast allen anderen mathematischen Disziplinen verwendet und innerhalb der Mathematik extrem gut vernetzt ist“. Im Interview verrät der Hildesheimer Mathematiker, wie Forscher zu mathematischen Entdeckungen gelangen. Prof. Dr. Jürgen Sander forscht und lehrt seit 2009 am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim. Dort leitet er die Abteilung Algebra und Zahlentheorie. Seit 2013 ist Jürgen Sander auch Vizepräsident für Lehre und Studium, was seine Zeit zur Forschung merklich einschränkt.

Zu seinen Forschungsgebieten zählen seit seinem Studium die Elementare und Analytische Zahlentheorie mit Arbeiten zu diversen Fragestellungen aus diesen und verwandten Disziplinen. Einen langjährigen Schwerpunkt bildete dabei das Problem der Primfaktorisierung von Binomialkoeffizienten. In den letzten 15 Jahren hat er sich intensiv der Algebraischen Graphentheorie gewidmet, die ein Bindeglied zwischen Graphentheorie, Algebra und Zahlentheorie bildet.

Im Interview spricht Jürgen Sander über bedeutende mathematische Künstler wie den Bonner Professor Peter Scholze, der in diesem Jahr für seine tiefliegenden Einsichten in der arithmetischen Geometrie mit der Fields-Medaille, dem Nobelpreis für Mathematik, ausgezeichnet wurde. Zudem spricht Sander über seit vielen Jahrhunderten ungelöste Probleme der Zahlentheorie, über die Unterstützung des akademischen Nachwuchs und die Bedeutung von Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrern.

Interview mit dem Mathematiker Prof. Dr. Jürgen Sander

Der Bonner Professor Peter Scholze wurde aktuell für herausragende Entdeckungen in der Mathematik mit der Fields-Medaille, dem „Nobelpreis für Mathematik“, ausgezeichnet. Er arbeitet in der arithmetischen Geometrie. Sie sind Zahlentheoretiker – freut es Sie, dass ein Kollege aus einer Teildisziplin der Zahlentheorie diese hohe Anerkennung erhält?

Jürgen Sander: Es freut mich insofern, als es mein langjähriges Forschungsgebiet für einen Moment in den Fokus einer interessierten Öffentlichkeit rückt – wie es in den 1980ern geschah, als Gerd Faltings nach bedeutenden Fortschritten auf dem Weg zum Beweis der Großen Fermat’schen Vermutung als erster und bislang einziger Deutscher mit der Fields-Medaille ausgezeichnet wurde, oder ein weiteres Mal um die Jahrtausendwende, als Andrew Wiles die über 300 Jahre offene Fragestellung von Fermat schließlich vollständig klären konnte.

Unerfreulich – wie häufig bei Presseberichten über herausragende mathematische Ereignisse – ist jedoch die Art der Berichterstattung über Peter Scholze. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung titelte in einem Artikel auf der ersten Seite: „Der Superrechner“. Das ist despektierlich und vor allem völlig unangemessen. Dem Preisträger in erster Linie bemerkenswerte Rechenfähigkeiten zu attestieren wäre vergleichbar damit, den Pianisten Lang Lang als „Supertonleiternspieler“ zu loben. So wie einfache Fingerübungen selbstverständlich die Basis virtuosen Klavierspiels sind, so ist eine gewisse Rechenfähigkeit Grundlage jeglicher Beschäftigung mit Mathematik, aber Scholze hat die Fields-Medaille für seine grandiosen Einsichten in tiefliegende mathematische Zusammenhänge, die auf seinem ungewöhnlichen Ideenreichtum und bemerkenswerter Kreativität fußen, erhalten. Eine Überschrift wie etwa „Ein bedeutender mathematischer Künstler“ hätte mir gut gefallen.

Weil auch viele Nichtmathematiker dieses Interview lesen – können Sie einmal beschreiben, was Sie an der Welt der Zahlen fasziniert?

Zahlentheorie ist eine der (wenigen) mathematischen Disziplinen, in denen einfach zu formulierende, auch mathematischen Laien zugängliche Fragen schwer oder bislang gar nicht zu beantworten sind. Zwei solche Beispiele aus der Welt der Primzahlen 2, 3, 5, 7, 11, 13, 17, …  sind die Goldbach-Vermutung, wonach sich jede der geraden Zahlen 6,8,10,12,14,16, …  als Summe von zwei ungeraden Primzahlen ergibt (6 = 3+3, 8 = 5+3, 10 = 5+5 =7+3, 12= 7+5, …), und die Primzahlzwillingsvermutung, gemäß der es unendlich viele Primzahlzwillinge, also Primzahlen mit Differenz 2 (wie zum Beispiel die Paare 3,5 oder 5,7 oder 11,13), gibt. Beide Probleme sind viele Jahrhunderte alt und bisher ungelöst. Weiterhin fasziniert mich an der Zahlentheorie, dass sie Methoden aus fast allen anderen mathematischen Disziplinen verwendet, also innerhalb der Mathematik extrem gut vernetzt ist. Dies belegen schon die Namen von Teildisziplinen wie algebraische Zahlentheorie, analytische Zahlentheorie oder probabilistische Zahlentheorie, Geometrie der Zahlen oder auch die arithmetische Geometrie, das Hauptforschungsgebiet von Peter Scholze.

„Mathematik erfordert eine hohe Frustrationstoleranz – das Erfolgskriterium ist ein korrekter Beweis“

Sie befassen sich in der Forschung mit den Eigenschaften der ganzen Zahlen. Wie sind Sie denn zur Zahlentheorie gekommen?

Das geschah eher zufällig, oder besser gesagt aufgrund der Persönlichkeit meines ersten Zahlentheorie-Professors. Die bereits oben genannte enge Verzahnung der Zahlentheorie innerhalb der Mathematik hat dann wesentlich zu einer dauerhaften Faszination beigetragen.

Wie läuft Ihr Alltag in der Forschung als Zahlentheoretiker ab, wie gelangen Sie zu Erkenntnissen und Entdeckungen? Arbeiten Sie mit Stift und Papier, mit Berechnungen am Computer oder Beobachtungen des Alltags?

Es gibt verschiedene Arten von Entdeckungen. Einerseits existieren in der mathematischen Fachliteratur unfassbar viele offene, teilweise jahrzehnte- oder gar jahrhundertealte Fragestellungen, von denen manche aufgrund ihrer Konsequenzen von der Fachwelt als besonders wichtig erachtet werden. Meist gibt es dazu numerisches – heutzutage natürlich computerbasiertes – Datenmaterial, was gewisse Vermutungen nahelegt. Am Beweis solcher Vermutungen versuchen sich oft – und leider meist vergeblich – viele Mathematikerinnen und Mathematiker. Unter solchen Problemen finden sich auch manche, die in  Anwendungsgebieten wie zum Beispiel Physik oder Wirtschaftswissenschaften ihren Ursprung hatten. Während die Jahrtausende zurückliegenden Anfänge der Mathematik nahezu ausschließlich auf Alltagsbeobachtungen basierten, spielen solche heute eine eher geringe Rolle.

Andererseits werfen selbst erarbeitete Antworten auf mathematische Fragen in aller Regel Folgeprobleme auf, denen ich mich dann so lange widme, bis sie geklärt sind oder bis ich es leid bin – Mathematik erfordert eine hohe Frustrationstoleranz, und das Erfolgskriterium ist gnadenlos und ausschließlich ein korrekter Beweis. Es interessiert in der Regel niemanden, was man dafür alles vergeblich versucht hat.

Wie die meisten Mathematikerinnen und Mathematiker arbeite ich mit Stift und Papier, wobei das Notierte in erster Linie als Gedankenstütze für die im Kopf entstandenen Argumentationslinien dient. Exemplarische Beispielberechnungen, um den Phänomenen und Strukturen auf die Spur zu kommen, müssen wir heute nicht mehr von Hand durchführen. Die durch die Verwendung von Computern und Algebra-Systemen gesparte Zeit verbringen wir damit, uns darüber zu ärgern, dass die Rechenmaschine nicht tut was wir möchten. Im Ernst: Der seit einigen Jahrzehnten mögliche Einsatz von extrem effizienten Rechenhilfen hat die Entwicklung der Mathematik und insbesondere die mancher Gebiete wie zum Beispiel der Graphentheorie enorm beflügelt.

„Mathematik ist auch eine Geisteswissenschaft“

Unternehmen Zahlentheoretiker vor allem geistige Ausflüge? Wie greifbar sind die Phänomene, mit denen Sie sich beschäftigen?

Mathematik gilt vielen als Naturwissenschaft insofern, als sie immer schon Phänomene unserer physikalischen Welt zu beschreiben und die dahinter stehenden Gesetzmäßigkeiten zu entdecken versucht hat. Andererseits ist die wesentliche Tätigkeit von Mathematikerinnen und Mathematikern das Beweisen. Wir können aber um Beispiel die Kepler’schen Gesetze der Himmelsmechanik nicht beweisen, da wir die Axiome unseres Universums nicht kennen. Die Mathematik behilft sich damit, dass sie ihre Axiome eigenmächtig festsetzt (und hofft, dass diese die Grundprinzipien des Universums widerspiegeln, aber anderenfalls hätten die Mathematikerinnen und Mathematiker auch kein Problem!). Insofern ist Mathematik definitiv (auch) eine Geisteswissenschaft – seelenverwandt mit der Philosophie. Mein Philosophie-Professor aus Studententagen resümierte einmal: „Philosophie und Mathematik sind eng verwandt. Der Unterschied ist: Philosophie beschäftigt sich mit höchst bedeutsamen Fragen des Lebens, kann aber nichts beweisen. Die Mathematik beweist all ihre Erkenntnisse, aber niemanden interessieren die bewiesenen Aussagen.“

Ich sehe mich eher als Vertreter der geisteswissenschaftlichen Fraktion. Gleichwohl sind die Phänomene für mich greifbar, allerdings auf einem höheren Abstraktionsniveau. Unabhängig davon ist Mathematik seit Jahrtausenden extrem erfolgreich als Zulieferer für diverse andere Wissenschaften, also Hilfswissenschaft auch zum effizienten Lösen von „Alltagsproblemen“.

Die mathematische Theoriebildung sollte also nicht an der unmittelbaren Anwendbarkeit gemessen werden?

Ich halte es für unklug, Wissenschaft zu sehr anhand der kurzfristigen Anwendbarkeit und damit meist mit wirtschaftlichen Maßstäben zu messen. Dass Mathematikerinnen und Mathematiker dies können, haben sie immer wieder nachgewiesen. Ein antikes Beispiel ist Thales, dem nachgesagt wird, die Nutzlosigkeit der Philosophie, zu der nach damaliger Ansicht auch Mathematik und Astronomie zählten, folgendermaßen widerlegt zu haben:  Seine Sternenbeobachtung versprach eine reiche Olivenernte.  Noch im Winter mietete er ohne Konkurrenz für geringes Geld alle Ölpressen in Milet und Chios. Als dann  ein hoher Bedarf an Ölpressen entstand, vermietete er sie zu seinen Bedingungen und erwarb großen Reichtum. Jüngere Beispiele für zunächst „nutzlos“ erscheinende mathematische Erkenntnisse sind solche der Gruppentheorie in der Algebra oder der Primzahltheorie. Beide erwiesen sich erst nach langer Zeit als „anwendbar“, sogenannte Quantengruppen zum Beispiel als Instrument der Quantentheorie und Primzahlen als effektive Bausteine in der modernen Krytographie. Anwendbarkeit ist also ein relativer Begriff.

Der mit der Fields-Medaille ausgezeichnete Bonner Professor ist erst 30 Jahre alt. Wie erleben Sie in Hildesheim den akademischen mathematischen Nachwuchs?

Natürlich lassen sich unsere Lehramtsstudierenden für das Schulfach Mathematik an Grund-, Haupt- und Realschulen hinsichtlich ihrer fachmathematischen Fähigkeiten nicht mit einem Mathematiker messen, dessen Ausbildung ausschließlich dazu diente, ihn zumindest in einigen Gebieten an die aktuelle Forschung der Fachwissenschaft heranzuführen. Wir vom Institut für Mathematik und angewandte Informatik – und zwar unabhängig davon, ob wir stärker fachdidaktisch oder fachmathematisch sozialisiert wurden – sind uns gleichwohl darin einig, dass gutes Unterrichten von Mathematik schon ab der 1. Klasse einer Grundschule eine solide fachmathematische Grundausbildung voraussetzt, die in ihrem Verständnis (auch des Grundrechnens) erheblich mehr Tiefe aufweist, als in der Schule vermittelt werden kann. Es ist zu fragen, warum viele Schülerinnen und Schüler Mathematikunterricht als uninteressant, formelhaft und unverständlich erleben, was bei vielen Erwachsenen eine mulmige, angstbesetzte bis komplett negative Erinnerung zurücklässt. Die Persönlichkeit von Lehrkräften, die erwiesenermaßen der größte Einflussfaktor auf den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern ist, kann sich sicherlich nur dann vorteilhaft entfalten, wenn die Lehrperson eine große fachliche Souveränität ausstrahlt. Fraglos kommen noch viele weitere Eigenschaften und Qualitäten hinzu. Leider haben viele unserer Mathematik-Studierenden in ihrer Schulzeit selbst negative Erfahrungen mit Mathematik gemacht. Sie davon zu überzeugen, dass Mathematik interessant, kreativ und nützlich ist, ist manchmal nicht so einfach.

Was untersuchen Sie und Ihre Doktorandinnen und Doktoranden zum Beispiel aktuell in Hildesheim – welchem Problem sind Sie auf der Spur?

Meine beiden letzten Doktoranden haben 2016 bzw. 2017 mit fachmathematischen Themen promoviert, die sich auf wenigen Zeilen ohne mathematische Fachterminologie (inkl. Formeln) nicht adäquat darstellen lassen (siehe das Interview mit dem Zahlentheoretiker Jan-Hendrik de Wiljes). Vor wenigen Wochen hat meine aktuelle Doktorandin Melissa Windler eine Dissertation beim Fachbereich 4 eingereicht, die der Frage nachgeht, ob andere als die aktuell gemäß niedersächsischem Kerncurriculum an Grundschulen vermittelte Mathematik (konkret: Graphentheorie) vielleicht besser geeignet sein könnte, Kindern mathematisches Denken – und nicht nur Rechnen – zu vermitteln und ihre diesbezügliche Motivation zu erhalten oder gar zu erhöhen. Der Fragestellung entsprechend hat die Arbeit starke Bezüge zur pädagogischen Psychologie unter Verwendung quantitativ empirischer Methoden, was für einen „reinen“ Mathematiker, der im Grunde nur eine Methode (Beweisen!) kennt, durchaus eine Herausforderung darstellt. Nach meiner Einschätzung ist allgemein die Frage, ob diejenigen mathematischen Gebiete, die in unterschiedlichen Klassenstufen oder auch zu Beginn eines jeden Mathematikstudiums traditionell im Vordergrund stehen, tatsächlich jeweils die geeignetsten zum Lernen mathematischer Denk- und Arbeitsweisen sind.

Ich weiß nicht, wie leicht es die Fachdisziplin Mathematik hat – aber die Konkurrenz in den Anwendungsbereichen ist groß. Wie unterstützen Sie junge Mathematikerinnen und Mathematiker, damit diese am Ball bleiben und der Mathematik nicht eines Tages den Rücken kehren?

In Zeiten, in denen ein immer höherer Prozentanteil an Schulabsolventinnen und Schulabsolventen wie auch Berufstätigen an die Hochschulen strömt, können bei weitem nicht alle als Forscherinnen oder Forscher tätig bleiben. Es ist richtig, dass heute Universitäten weniger „Bildungstempel“ und deutlich mehr Wirtschaftsunternehmen als früher sind. Das hängt mit einer ständigen Steigerung der Qualifikationsansprüche an Arbeitskräfte in allen Berufsfeldern und somit einer Akademisierung vieler ehemaliger Lehrberufe zusammen. Unter diesem Gesichtspunkt sehe ich Anwendungsbereiche in keinster Weise als Konkurrenz zur Mathematik, sondern als Tätigkeitsfelder, in denen systematisches Denken und Analysieren helfen, die dort auftretenden Herausforderungen zu meistern. Dies bedeutet also keineswegs eine Abkehr von der Mathematik. Es ist für mich auch überhaupt nicht verwunderlich, dass Mathematikerinnen und Mathematiker in fast allen Berufsfeldern begehrte Arbeitskräfte sind, ein Blick in die Bildungslebensläufe der Vorstände führender DAX-Unternehmen wird vielleicht manche(n) überraschen.

„Mathematikerinnen und Mathematiker sollten sich an der Diskussion über guten Unterricht aus fachlicher Perspektive beteiligen“

Das Institut für Mathematik und Angewandte Informatik bildet Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Welche Bedeutung hat für Sie als Mathematiker die Lehrerausbildung?

Die Zeiten, in denen die (Gymnasial-)Lehrerbildung an vielen – insbesondere technischen – Universitäten als lästige Pflicht betrachtet wurde, liegt in Deutschland noch nicht lange zurück. Unter zahlreichen meiner Kolleginnen und Kollegen aus der Mathematik war die Klage über die ständig sinkenden mathematischen Kompetenzen von Erstsemestern laut, aber mein Einwand, dass wir Fachmathematikerinnen und Fachmathematiker uns dann vielleicht stärker um die zukünftigen Lehrkräfte kümmern sollten, verhallte meist wirkungslos. Die traditionell außerordentlich hohen Abbrecherquoten wurden wie eine Naturkonstante hingenommen.

Ich habe stets versucht, an den Universitäten, an denen ich gearbeitet habe, auch spezielle Vorlesungen für Lehramtsstudierende anzubieten – und dies aus reinem Egoismus in der Hoffnung auf bessere Lehrkräfte und letztlich bessere Mathematikstudierende. Meine Aufforderung an meine Fachkolleginnen und Fachkollegen, das Feld der Schulmathematik nicht allein der Didaktik zu überlassen, sondern sich an der Diskussion über guten Unterricht auch aus fachlicher Perspektive zu beteiligen, war nur in Einzelfällen erfolgreich.

Inzwischen sind wir auf einem besseren Weg, viele Didaktikerinnen und Didaktiker teilen mittlerweile die Einschätzung, dass solide fachmathematische Basiskenntnisse einer gewissen Breite und hinreichenden Tiefe die Voraussetzung für guten Mathematikunterricht sind. Erst damit ist es möglich, sich sinnvoll Gedanken über Lehren und Lernen zu machen, was angesichts der jüngeren vielfältigen Entwicklungen der Bildungswissenschaften wie der Kognitionswissenschaften enorme zusätzliche Qualifizierung erfordert.

Kurz gesagt: Lehrer ist der wichtigste Beruf einer Gesellschaft.  Na gut, Ärztinnen und Ärzte finde ich manchmal auch ganz nützlich.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-15024 Fri, 13 Jul 2018 10:19:00 +0200 Universitätsprofessor für Kirchengeschichte: Jörg Bölling https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/universitaetsprofessor-fuer-kirchengeschichte-joerg-boelling/ Jörg Bölling forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Kirchengeschichte an der Universität Hildesheim. Zu den Forschungsgebieten des promovierten Historikers und Theologen zählen unter anderem die Ökumene in Mittelalter und Früher Neuzeit, das Papsttum und die Kirchenreformen. Seit Januar 2018 forscht und lehrt Prof. Dr. Dr. Jörg Bölling am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. In der Forschung befasst sich Jörg Bölling mit dem Papsttum, den Heiligen und den Kirchenreformen.

Aktuell erforscht der Theologe und Historiker unter anderem die Ökumene in Mittelalter und Früher Neuzeit. „Im Verbund mit anderen Expertinnen und Experten möchte ich Reformversuche aufspüren, die für gegenwärtige Fragen im Dialog von evangelischer, orthodoxer und katholischer Theologie wieder von Relevanz werden könnten.“ Daneben laufen Projekte zum Papsttum, zu einzelnen Heiligen und zur Hildesheimer Bistumsgeschichte.

Aufbau des „Hildesheimer Glossars lateinischer theologischer Fachbegriffe“

Soeben fertiggstellt hat der Professor das „Hildesheimer Glossar lateinischer theologischer Fachbegriffe“, das „online über die Universitätsbibliothek verfügbar gemacht werden soll. Ursprung und Erweiterungen dieses Glossars stammen unter anderem aus studentischen Protokollen zu meinen Lehrveranstaltungen“, so Bölling. Neben der Kirchengeschichte sind auch die systematische Theologie (Dr. Ulrike Wick-Alda) und die theologische Ethik (Prof. Dr. Alexander Merkl) am Glossar beteiligt.

Darin enthalten sind Wörter und Ausdrücke wie „missio canonica“ (das bedeutet „kirchliche Entsendung“, Beauftragung für den Religionsunterricht an Schulen) und „Nostra aetate“ („In unserer Zeit“, Anfangsworte eines zentralen Konzilsdokuments zum interreligiösen Dialog).

„Die Lateinkenntnisse gehen gesamtgesellschaftlich zurück. Durch die digitalen Technologien wird ein schneller, ortsunabhängiger und zuverlässiger Zugriff auf zentrale lateinische Ausdrücke eröffnet, der einen eigenständigen Umgang mit theologischen Quellen und Dokumenten ermöglicht“, sagt Jörg Bölling. Langfristig soll in Hildesheim ein Online-Wörterbuch lateinischer theologischer Grundbegriffe entstehen – mit Verknüpfungen zu weiteren digital verfügbaren Dokumenten und Hilfsmitteln.

„Die Lateinkenntnisse gehen gesamtgesellschaftlich zurück“

Die Berufung auf die Professur für Kirchengeschichte in Hildesheim sieht Jörg Bölling als Chance: „Als Stadt und Bischofssitz spielt Hildesheim seit jeher eine große Rolle. An der Universität fasziniert mich die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Personen, Fächern und Fachbereichen – eine Folge kurzer Wege, aber auch unverkennbar erprobter Kooperationen kompetenter Persönlichkeiten. Das gilt gerade auch für die beiden theologischen Institute. Noch während meiner Tätigkeit als Professur-Vertreter meinte eine auswärtige Gutachterin zu mir, Hildesheim sei die aufstrebende junge Universität Niedersachsens. Ohne zu zögern habe ich daher ein Alternativangebot abgelehnt und den Ruf an die Innerste angenommen“, so Bölling.

Jörg Bölling bildet Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Katholische Theologie für Grund-, Haupt- und Realschulen in Hildesheim aus und für das Gymnasium in Hannover.

„Als Stadt und Bischofssitz spielt Hildesheim seit jeher eine große Rolle“

Jörg Bölling ist 1974 in Coesfeld im westlichen Münsterland geboren. In Münster wurde er zum Kirchenmusiker ausgebildet. Auf sein Studium der Fächer katholische Theologie, Geschichte, Latein und Pädagogik (Lehramt für Sekundarstufe I und II, Staatsexamen 1999), im zweiten Studiengang auch Musikwissenschaft und historische Hilfswissenschaften, in Münster und Venedig, folgten Stipendien in Münster, Trient, Mailand und Rom, 2004 dann die Promotion in Geschichte (Dr. phil., Universität Münster), 2010 in Kirchengeschichte (Dr. theol., Universität Bochum) und 2013 die Habilitation für Mittlere und Neuere Geschichte sowie Historische Hilfswissenschaften (Universität Göttingen).

Anschließend vertrat Bölling Professuren an den Universitäten Wuppertal, Göttingen und Hildesheim, hier auch mit Lehre in Hannover für die Lehramtsausbildung sowie für das Fach Religionswissenschaft. Wegweisend für die Forschung waren unter anderem  ein Forschungsstipendium am Deutschen Historischen Institut in Rom und der regelmäßige Aufenthalt am Römischen Institut der Görres-Gesellschaft von 2000 bis 2017, wo er unter anderem als Organist und Kantor der deutschen Kirche am Vatikan tätig sein durfte.

Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Kirchengeschichte hat, erreicht Prof. Dr. Dr. Jörg Bölling unter boelling[at]uni-hildesheim.de.

Antrittsvorlesung

Am Mittwoch, 4. Juli 2018, hält Professor Jörg Bölling seine öffentliche Antrittsvorlesung und gibt Einblicke in seine Forschung. Der Vortrag mit dem Titel „Brannte uns nicht das Herz? Kirchengeschichte als historische und theologische Disziplin“ beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal 4 (Forum am Uni-Hauptcampus, Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). In der Antrittsvorlesung stellt sich der Wissenschaftler den Hildesheimer Universitätsangehörigen und Bürgern vor. Dabei erläutert er unter anderem, welche Bedeutung der Kirchengeschichte in dreierlei Hinsicht zukommt: in der allgemeinen Geschichte, in der Theologie und in der interdisziplinären Forschung und Lehre.

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news-14860 Thu, 14 Jun 2018 08:27:00 +0200 Juniorprofessorin für Bildungssoziologie: Janna Teltemann https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/juniorprofessorin-fuer-bildungssoziologie-janna-teltemann/ Janna Teltemann forscht und lehrt als Juniorprofessorin für Bildungssoziologie an der Universität Hildesheim. Die Soziologin analysiert die Entstehung von Bildungsungleichheiten. Janna Teltemann forscht und lehrt seit 2016 als Juniorprofessorin für Bildungssoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Ein Forschungsinteresse der Soziologin liegt in der Analyse der Entstehung von Bildungsungleichheiten.

Die Entstehung von Bildungsungleichheit erforschen

Juniorprofessorin Janna Teltemann forscht in den Bereichen Bildungsungleichheit, Bildungspolitik, Migration, Integration, empirische Stadtforschung und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung. Die 37-Jährige kommt gebürtig aus Lüchow-Dannenberg. Nach dem Studium der Soziologie in Bremen folgte 2012 die Promotion an der Universität Bremen. Teltemann hat sich in ihrer Dissertation mit dem Thema „Gleichheit oder Leistung? Wie Bildungssysteme, Wohlfahrtsstaatsregime und Integrationspolitiken die Schulleistungen junger Migranten beeinflussen“ befasst. Teltemann arbeitete als Gastwissenschaftlerin am Amsterdam Centre for Inequality Studies der Universiteit van Amsterdam, war Fellow des College for Interdisciplinary Educational Research und Gastwissenschaftlerin am Wissenschaftszentrum Berlin.

Austausch mit anderen Fachdisziplinen in Hildesheim

„Als Nachwuchswissenschaftlerin freue ich mich, in Hildesheim die Möglichkeit zum eigenständigen Forschen und Lehren zu bekommen. Besonders reizvoll finde ich den Austausch mit anderen Disziplinen, der an einer kleineren Universität wie Hildesheim viel besser möglich ist“, sagt Teltemann.

Die Soziologin arbeitet viel mit Schulleistungsstudien. Internationale Vergleichsstudien wie „PISA“ sind oft nur eine Momentaufnahme. Wie kann man diese Querschnittstudien in eine Langzeitbeobachtung überführen, um zu untersuchen, wie etwa die Gliederung der Schulsysteme mit dem Grad der Chancengleichheit in einem Land zusammenhängt? „Im Hörsaal arbeite ich mit vielen Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten zusammen. Ich möchte sie für soziologisches Denken begeistern und ihnen für ihre künftige Tätigkeit im Klassenzimmer Grundlagenwissen über die Entstehung von Ungleichheiten im Schulsystem vermitteln.“ Denn, sagt Teltemann, ein grundlegendes Prinzip unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens sei, dass „alle die gleichen Chancen haben, alle gesellschaftlichen Positionen zu erreichen“. Herkunft, Geschlecht oder sozialer Status sollten keinen Einfluss auf Teilhabemöglichkeiten haben. Ein Hauptinteresse der Bildungssoziologie liegt darin, zu zeigen, inwieweit diese Forderung erfüllt oder nicht erfüllt wird, und welche Gründe dafür ausschlaggebend sind.

Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Bildungssoziologie hat, erreicht Prof. Dr. Janna Teltemann unter janna.teltemann[at]uni-hildesheim.de.

Antrittsvorlesung

Am Mittwoch, 13. Juni 2018, hält Professorin Janna Teltemann ihre öffentliche Antrittsvorlesung und gibt Einblicke in ihre Forschung. Der Vortrag mit dem Titel „Zum Verhältnis von Bildungsstandards und Bildungsgerechtigkeit“ beginnt um 18:00 Uhr im Hörsaal 4 (Forum am Uni-Hauptcampus, Universitätsplatz 1 in Hildesheim).

In der Antrittsvorlesung stellt sich die Wissenschaftlerin den Hildesheimer Universitätsangehörigen und Bürgern vor und gibt Einblicke in ihr Forschungsgebiet. Dabei erläutert sie unter anderem, wie regelmäßige, landesweite Leistungskontrollen an Schulen helfen können, die Kopplung von Schulerfolg und sozialem Hintergrund abzuschwächen. Auch Leistungsunterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ihne Migrationshintergrund können auf diese Weise verringert werden. Dabei kommt es jedoch auf die Art der Leistungskontrolle an, so Teltemann.

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news-14791 Thu, 17 May 2018 10:51:41 +0200 „Förderung ist ein Ansporn für gute wissenschaftliche Praxis“ https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/foerderung-ist-ein-ansporn-fuer-gute-wissenschaftliche-praxis/ Die Universität unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs und fördert wissenschaftliche Leistungen und Erfolge. Noch bis zum 30. Mai 2018 können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fachbereich „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ bewerben. Der Fachbereich 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim. Diese Art der Förderung gibt es nun zum dritten Mal. Die ersten Förderperioden fand im Wintersemester 2016/17 sowie 2017/18 statt, von der bisher 20 Personen profitieren konnten. Bis zum 30. Mai 2018 können sich jetzt wieder alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem „Mittelbau“ des Fachbereichs 1 bewerben.

Die Arbeitsgruppe „Mittelvergabe“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. „Mit der Förderung möchten wir wissenschaftliche Leistungen und Erfolge sichtbar machen und einen Anreiz für gute wissenschaftliche Praxis bieten“, sagt Sandra Koch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft und in der AG aktiv.

Gefördert werden zum Beispiel wissenschaftliche Publikationen, etwa die Veröffentlichung der Dissertation, Habilitation oder einer Monographie sowie wissenschaftliche Vorträge. Außerdem besteht die Möglichkeit, finanzielle Mittel für innovative und unkonventionelle Forschungsideen oder für innovative Lehr-Lern-Formate zu erhalten, um die Umsetzung dieser Ideen zu unterstützen. Die Kommission tagt zweimal im Jahr, die Frist für die Einreichung der Anträge ist der 30. Mai oder der 30. November.

Jetzt einen Antrag einreichen!

Nachgefragt bei Timo Habedank (Sportwissenschaft) und Sabrina Volk (Sozial- und Organisationspädagogik)

Sabrina Volk und Timo Habedank werden aufgrund ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen und Lehre gefördert. Volk diskutiert in ihrer Dissertation Elternratgeber systematisch unter der Perspektive von Wissensordnungen, um so den Transfer von Wissen zwischen fachlich-öffentlichen und privaten Erziehungs- und Bildungsdiskursen zu untersuchen. Habedank befasst sich in seiner Forschung mit pädagogischen und psychologischen Konstrukten im Nachwuchsleistungssport. Der Sportwissenschaftler erhält die Förderung für die Entwicklung eines neuen universitären Lehr- und Lernkonzeptes, welches auf Grundlage einer Exkursion Theorie und Praxis miteinander verzahnt.

Interview mit Timo Habedank

Mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich aktuell, was untersuchen Sie,was wollen Sie herausfinden und warum ist das wichtig?

In meiner Dissertation befasse ich mich mit Resilienz und Nachwuchsleistungssport. Außerdem habe ich das Lehr-Lern-Konzept „Exkursion Hüttentrekking“ entwickelt; mit Studierenden untersuche ich vor allem das psycho-physische Wohlbefinden nach und durch Bergwandern, insbesondere befasse ich mich mit dem Stressausgleich und der Stressbewältigung durch Bergwandern, aber auch mit der Aufzeichnung und Messung von Leistungsparametern wie beispielsweise Laktat in Abgleich mit dem Höhenprofil der erwanderten Strecken.

Der Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften unterstützt in einem Förderprogramm gezielt den „wissenschaftlichen Mittelbau“. Wie haben Sie die Förderung genutzt, was konnten Sie damit umsetzen?

Die Fördermittel haben es mir ermöglicht, ein innovatives Lehr-Lern-Konzept fortzusetzen und dafür eine Reihe an Anschaffungen für die Weiterentwicklung der theoretisch-praktisch verzahnten Lehre zu tätigen. Ich habe zum Beispiel Fachbücher beschafft, die sich speziell mit Bergsport auseinandersetzen sowie eine Pulsuhr mit barometrischer Höhenaufzeichnung, die die Studierenden zusammen mit einem mobilen Laktatmessgerät nun für ihre Forschungsprojekte nutzen können.

Ist die Förderung auch ein Signal, eine Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen?

Natürlich ist die Förderung eine Anerkennung, gerade für innovative und unkonventionelle Lehrkonzepte. Sie hilft auch dabei, das Konzept der Exkursion noch weiter zu schärfen, Anreize mittels neuer Gerätschaften für die Studierenden zu schaffen und so einen Ansporn für gute wissenschaftliche Praxis zu bieten.

Empfehlen Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich auch für das Programm zu bewerben?

Auf jeden Fall! Es ist toll, dass das Geld dem Mittelbau des Fachbereichs 1 direkt zur Verfügung gestellt wird. Die Antragstellung ist unkompliziert und die verschiedenen Förderungsmöglichkeiten sind vielfältig.

Interview mit Sandra Volk

Wie nutzen Sie die Förderung des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften?

Die Förderungsumme hat mir die zügige Veröffentlichung meiner Dissertationsschrift „Elternratgeber der Weimarer Republik. Wissensordnungen über Familienerziehung zwischen zwei Weltkriegen“ ermöglicht.

Ist die Förderung auch ein Signal, eine Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen?

Ja, gerade die Arbeit an einer Dissertation findet ja in der Regel im Verborgenen statt und die Veröffentlichung ist häufig mit nicht unerheblichen Kosten verbunden, weswegen ich mich über die Förderung sehr gefreut und diese durchaus als Anerkennung meiner Leistung verstanden habe.

Empfehlen Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich auch für das Programm zu bewerben?

Unbedingt! Es ist ein unkompliziertes Vorgehen ohne große bürokratische Hürden.

Mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich aktuell, was untersuchen Sie,was wollen Sie herausfinden und warum ist das wichtig?

Aktuell bin ich in erster Linie mit der Organisation des berufsintegrierenden Dualen Masters „Soziale Dienste“ befasst, der am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik zum Wintersemester 2018/2019 starten soll. Da es sich hier um den ersten universitären dualen Masterstudiengang in diesem Fach handelt, verbinden wir mit diesem einen hohen Anspruch im Bereich der Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-14032 Mon, 30 Apr 2018 08:27:00 +0200 Jubiläum: 10 Jahre Lese- und Schreibzentrum an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/jubilaeum-10-jahre-lese-und-schreibzentrum-an-der-universitaet-hildesheim/ Ein Team um Professorin Irene Pieper unterstützt seit zehn Jahren Studierende aller Fachbereiche beim wissenschaftlichen Arbeiten. Das Lese- und Schreibzentrum der Universität Hildesheim feiert sein zehnjähriges Bestehen. Die Universität richtet eine Jubiläumstagung zu aktuellen Fragen des Lesens und Schreibens aus. Den hochschulöffentlichen Festvortrag hält der renommierte Linguist Professor Konrad Ehlich. Hier geht's zum Programm der Jubiläumstagung

In diesem Jahr feiert das Lese- und Schreibzentrum der Universität Hildesheim sein zehnjähriges Bestehen. Die Universität richtet am 4. Mai 2018 eine Tagung zu aktuellen Fragen des Lesens und Schreibens in Lehre, Forschung und Beratung aus.

Den hochschulöffentlichen Festvortrag „Wissenschaftlich schreiben. Lernen durch Lesen“ hält der Linguist Professor Konrad Ehlich vom Institut für deutsche und niederländische Philologie der Freien Universität Berlin. Zum Auftakt findet am Donnerstag, 3. Mai 2018, um 18:30 Uhr eine Lesung mit der bekannten Autorin Daniela Danz im Rahmen des Literarischen Salons statt. Daniela Danz liest aus dem Roman „Lange Fluchten“, diese Veranstaltung ist öffentlich.

Die Tagung bietet Gelegenheiten zum Austausch über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven des akademischen Lesens und Schreibens, auch angesichts der tiefgreifenden Wandlungsprozesse in der gegenwärtigen Studien- und Wissenschaftskultur – etwa durch die fortschreitende Internationalisierung und Digitalisierung des Studiums sowie die zunehmende Diversität der Studentinnen und Studenten. Was bedeutet etwa die zunehmende Mehrsprachigkeit an Universitäten für eine diversitätssensible Lese- und Schreibdidaktik? Wie verändern sich Lese- und Schreibprozesse im Zeitalter der Digitalisierung und wie kann man diesen Veränderungen begegnen?

Das akademische Lesen und Schreiben stehe im Zuge der Digitalisierung vor Herausforderungen, sagt Professorin Irene Pieper. „Alltägliche Lese- und Schreibpraktiken haben neue Formen angenommen und vor allem an Tempo gewonnen“, so die Literaturwissenschaftlerin vom Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim. „Ändern sich dadurch zum Beispiel die Lesegewohnheiten gegenüber längeren Texten? Wie steht es um Toleranz gegenüber hoch verdichteten Texten, wenn wir uns durch Informationswelten bewegen, die aus der Kürze und dem Hyperlink heraus leben? Komplexe Texte schreibend zu verarbeiten, war schon immer herausfordernd. Was sich da gegenwärtig tut, übersehen wir noch gar nicht. Es scheint jedenfalls derzeit besonders wichtig, Schreib- und Lesegelegenheiten zu suchen und zu pflegen, die auch geeignet sind, einen langen Atem zu entwickeln und zu kultivieren“, sagt Irene Pieper.

Die Hildesheimer Psychologieprofessorin Renate Soellner spricht auf der Tagung über das wissenschaftliche Arbeiten in der Psychologie. Dr. Wiebke von Bernstorff und Dr. Kerstin Böhm vom Institut für deutsche Sprache und Literatur diskutieren über das Thema „Sprecht! Lest! Schreibt! Möglichkeiten des Lesens und Schreibens in der universitären Lehre“. Über die digitale Leseszene spricht der Literaturwissenschaftler Dr. Guido Graf. Über das Problem, die Fremdsprache Theologie zu beherrschen, diskutiert Theologieprofessorin Christina Kalloch.

An der Tagung können Studierende und Lehrende aller Fachbereiche kostenfrei teilnehmen. Die Konferenz „Wissen schaffen. Lesen und Schreiben im Gespräch“ findet am 4. Mai 2018 am Bühler-Campus, dem Sprachencampus der Universität Hildesheim, statt (Lübecker Str. 1, 31141 Hildesheim).  Die Lesung mit Daniela Danz findet in der Leselounge der Universitätsbibliothek (Universitätsplatz 1) statt,

Veranstaltet wird die Konferenz von Prof. Dr. Irene Pieper, Dr. Ulrike Bohle, Denise Reimann, M.A. und dem Team des Lese- und Schreibzentrums der Universität Hildesheim.

Kurz erklärt

Lese- und Schreibzentrum

Das Team des Lese- und Schreibzentrums am Bühler-Campus unterstützt Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche mit Beratung, Workshops und Schreibgruppen. Studentische Lese- und Schreibberaterinnen und Schreibberater helfen mit Feedback und Tipps zu Lese- und Schreibtechniken. Studierende können einfach zu den Sprechzeiten kommen oder einen Termin vereinbaren. Mit dem Literarischen Salon leistet das Lese- und Schreibzentrum gemeinsam mit dem Institut für deutsche Sprache und Literatur einen Beitrag zum literarischen Leben der Universität und der Stadt.

Anmeldung: Teilnahme an der Tagung

Für Angehörige der Universität Hildesheim ist die Tagung kostenfrei. Die Veranstalter bitten um verbindliche Anmeldung bis spätestens zum 24. April 2018 (Anmeldeformular online). Bei Fragen zur Tagung ist Denise Reimann vom Institut für deutsche Sprache und Literatur erreichbar unter denise.reimann@uni-hildesheim.de.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-14665 Mon, 09 Apr 2018 13:36:05 +0200 Verpflegungssituation am Bühler-Campus https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/verpflegungssituation-am-buehler-campus/ Am Bühler-Campus wird bis voraussichtlich Ende April 2018 die Cafeteria saniert. Das Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten der Universität Hildesheim informiert hier über den Sachstand. Aufgrund eines Wasserschadens wird die Cafeteria am Bühler-Campus der Universität Hildesheim momentan saniert und kann zu Semesterbeginn nicht genutzt werden. Ersatzweise steht der studentische Arbeitsraum (Raum L 064) als Verpflegungsraum zur Verfügung, zusätzlich werden im Flurbereich Bistro-Tische und Stühle angeordnet.

Das Studentenwerk fährt mit dem Bistrowagen den Bühler-Campus täglich wie folgt an:

  • 08:45 bis 09:30 Uhr – Zwischenverpflegung
  • 11:45 bis 12:45 Uhr – Mittagsverpflegung, Zwischenverpflegung

Ein provisorischer Betrieb der Cafeteria am Bühler-Campus wird voraussichtlich ab dem 30. April 2018 wieder möglich sein. Die am Samelson-Campus ansässigen Institute werden gebeten sich entweder am Bistrowagen am Bühler-Campus oder an der Mensa am Uni-Hauptcampus zu verpflegen.

Bei Rückfragen erreichen Sie Dipl.-Ing. (FH) Olga Schwarzkopf-Lipp vom Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten telefonisch unter 05121 883 91438.

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news-14649 Thu, 05 Apr 2018 08:38:29 +0200 Öffentliche Ringvorlesung „Digitaler Wandel und Sicherheit“ https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/oeffentliche-ringvorlesung-digitaler-wandel-und-sicherheit/ Im Sommersemester befassen sich Fachleute an der Uni Hildesheim mit Aspekten der Sicherheit im digitalen Wandel. Von April bis Juli 2018 lädt die Universität zur öffentlichen Ringvorlesung „Digitaler Wandel und Sicherheit“ ein. Einmal wöchentlich geben Expertinnen und Experten Einblicke in aktuelle Entwicklungen in den Bereichen IT-Sicherheit, IT-Grundschutz, IT-Recht, IT-Datenschutz, IT-Compliance und IT-Forensik. Die Universität Hildesheim veranstaltet im Sommersemester 2018 eine öffentliche Ringvorlesung zur Sichterheit im digitalen Wandel. Die Universität hat Experten unter anderem aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung eingeladen, ihre jeweilige Sicht auf das Thema vorzustellen.

Die Referentinnen und Referenten befassen sich unter anderem mit technischen Lösungen zur Gewährleistung von Sicherheit, mit Handlungsvorschriften und Beeinflussungen auf die technischen Instrumente in Organisationen sowie mit rechtlichen Vorschriften und dem notwendigen gesellschaftlichen Bewusstsein für Sicherheitsfragen im digitalen Wandel. Dabei setzen sich die Vorträge mit der Rolle von Unternehmen, Konsumenten, Arbeitnehmern und Verwaltungen auseinander. Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer sind zur kostenfreien Vorlesungsreihe eingeladen.

Den Eröffnungsvortrag „Cybersecurity – IT-Sicherheit und was wir daraus machen“ hält am 12. April 2018 der Hildesheimer Politikwissenschaftler Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Internet und Politik. Über aktuelle Bedrohungen und Gegenmaßnahmen im digitalen Wandel spricht am 19. April 2018 Uwe Claaßen vom Niedersächsischen Verfassungsschutz. Claaßen ist „Gründer“ des Wirtschaftsschutzes im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, also von Anfang an dabei, und Leiter der Abteilung.

Am 26. April 2018 spricht der Datenschutzexperte Norbert Bornemann über die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union. Am 3. Mai 2018 referiert der IT-Forensiker Nico Müller über Möglichkeiten und Grenzen der IT-Forensik. Am 17. Mai 2018 spricht Stephan Brandes über den „Digitalen Wandel in der Praxis – erfolgreich umdenken, Herausforderungen meistern, Chancen nutzen“.

Axel Janhoff referiert am 24. Mai 2018 über das Thema „Sichere Identitäten und vertrauenswürdige Dienste für die digitale Wirtschaft in der EU“ und geht auf die EU-Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt (eIDAS) ein. Die Rechtsanwältin Eva-Christine Backhaus diskutiert am 31. Mai 2018 über das Thema „Digitale Arbeitswelt – Was ist rechtlich zu beachten?“. Lukas Grundwald befasst sich mit IT-Sicherheit und spricht am 7. Juni 2018 über Angriffe auf Cloud-Infrastrukturen und wie man sich davor schützen kann. Frank Wuttke, Geschäftsführer der Compra GmbH, erläutert am 14. Juni 2018, was bei Softwareentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung zu beachten ist. Mit Informationssicherheit und Schutz für Unternehmen befasst sich Kai Viehmeier am 21. Juni 2018 in seinem Vortrag „IT-Security und Digitalisierung – Der VdS Quick-Check für sichere KMUs“. Jens Heidland befasst sich am 28. Juni 2018 mit dem Thema „Informationssicherheit – Eckpfeiler der digitalen Sicherheit“. Am 5. Juli 2018 diskutieren Laura Weidner, Matthäus Niedworok und Vladislav Jartsev über „Datenschutz am Beispiel Versicherungswirtschaft“. Die Vorlesungsreihe endet am 12. Juli 2018 mit einem Vortrag von Frank Knischewski Leiter des Arbeitskreises Cybersecurity bei Hannover IT e.V. über „Cyberangriffe und IT-Sicherheit im Wandel“.

Die Vorlesungsreihe findet jeweils am Donnerstag von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr im Hörsaal 2 der Universität Hildesheim (Hauptcampus Universitätsplatz 1) statt. Die Veranstalter hoffen während der gesamten Reihe auf einen engen Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und interessierten Bürgern.

Die Ringvorlesung wird durch die Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. gefördert. Veranstalter der Ringvorlesung sind Axel Janhoff und Professor Ralf Knackstedt vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Hildesheim.

Programm der Ringvorlesung [PDF]

Programm im Überblick: Öffentliche Ringvorlesung „Digitaler Wandel und Sicherheit“

Vorlesungsreihe an der Uni Hildesheim von 12. April 2018 bis 12. Juli 2018

Donnerstag, 12. April 2018
Cybersecurity – IT-Sicherheit und was wir daraus machen
Wolf J. Schünemann, Universität Hildesheim

Donnerstag, 19. April 2018
Digitaler Wandel – Aktuelle Bedrohungen und Gegenmaßnahmen
Uwe Claaßen, Niedersächsischer Verfassungsschutz
[Hinweis: Jörg Peine-Paulsen sollte den Vortrag halten, ist aber leider kurzfristig verhindert]

Donnerstag, 26. April 2018
EU-DSGVO – Fakten und Handlungsfelder
Norbert Bornemann, Contor Management GmbH

Donnerstag, 03. Mai 2018
IT-Forensik – Möglichkeiten und Grenzen
Nico Müller, Digifors GmbH

Donnerstag, 17. Mai 2018
Digitaler Wandel in der Praxis – Erfolgreich umdenken, Herausforderungen meistern, Chancen nutzen
Stephan Brandes, CKC Group

Donnerstag, 24. Mai 2018 [KEIN VORTRAG / DER VORTRAG ENTFÄLLT AUFGRUND DER EXKURSIONSWOCHE]
eIDAS – Sicher Identitäten und vertrauenswürdige Dienste für die digitale Wirtschaft in der EU
Axel Janhoff, DAkkS Fachexperte

Donnerstag, 31. Mai 2018
Digitale Arbeitswelt – Was ist rechtlich zu beachten?
Eva-Christine Backhaus, Rechtsanwältin LEX-it

Donnerstag, 07. Juni 2018
Wolkenbruch 2.0: Angriffe auf Cloud-Infrastrukturen – Wie kann man sich schützen?
Lukas Grundwald, DN Systems Enterprise Internet Solutions GmbH

Donnerstag, 14. Juni 2018
Softwareentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung – Was ist zu beachten?
Frank Wuttke, Compra GmbH

Donnerstag, 21. Juni 2018
IT-Security und Digitalisierung – Der VdS Quick-Check für sichere KMUs
Kai Viehmeier, Kai Viehmeier CONSULTING GmbH

Donnerstag, 28. Juni 2018
Informationssicherheit – Eckpfeiler der digitalen Sicherheit
Jens Heidland, Contechnet Ltd.

Donnerstag, 05. Juli 2018
Damoklesschwert des Digitalen Wandels – Datenschutz am Beispiel Versicherungswirtschaft
Laura Weidner, Matthäus Niedworok, Vladislav Jartsev, KPMG AG

Donnerstag, 12. Juli 2018
Digitaler Wandel – Cyberangriffe und IT-Sicherheit im Wandel
Frank Knischewski, Hannover IT e.V.

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news-13592 Thu, 27 Jul 2017 14:12:00 +0200 Green Office: Wie wir Ressourcen im Uni-Alltag schonen können https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/green-office/ Am Hauptcampus feilt ein Team des „Green Office“ an Wegen, das Hochschulleben und die Universität Hildesheim nachhaltiger zu gestalten. Wer steckt dahinter? Ein Gespräch mit der Biologin Karina Schell, der Umweltstudentin Ester Vogt und dem Psychologiestudenten Simon Böning. Seit 2016 gibt es an der Universität Hildesheim ein Nachhaltigkeitsbüro. Was machen Sie im Green Office?

Karina Schell: Ich leite das Green Office der Uni Hildesheim. Wir setzen uns dafür ein, Nachhaltigkeit im universitären Alltag sichtbar zu machen und zu fördern. Unser neues Forschungsjournal ist ein gutes Beispiel dafür. Ich habe Biologie studiert und war im Natur- und Klimaschutz tätig, aber betrachte Nachhaltigkeit nicht nur aus biologischer Perspektive. Wir arbeiten im Green Office sehr interdisziplinär.

Simon Böning: Im Green Office arbeite ich im Bereich „Netzwerk“: Es wird schon viel gemacht, die Universität ist auf einem guten Weg in Richtung Nachhaltigkeit. Wir möchten diesen Weg unterstützen und nehmen uns als Schnittstelle für nachhaltiges Engagement wahr. Wir freuen uns über jede Unterstützung; Bei Interesse bin ich Ansprechpartner für Freiwillige, die diesen Prozess mitgestalten wollen. Auf Plattformen wie Facebook kann man unsere Projekte verfolgen und sich auf dem Laufenden halten. Ich habe übrigens Sozial- und Organisationspädagogik studiert und studiere nun Psychologie an der Universität Hildesheim.

Ester Vogt: Im Green Office habe ich zusammen mit Saskia Dröge am neuen Forschungsjournal mitgewirkt [Forschungsjournal online lesen]. Aktuell arbeite ich zusammen mit dem Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten an einem Mitarbeiterguide, der den effizienten Umgang mit Ressourcen im Büroalltag erleichtert. Und ich konzipiere eine Kampagne, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende dazu ermutigen soll „Treppe statt Fahrstuhl“ zu nutzen. Mit motivierenden Sprüchen möchten wir das Zu-Fuß-Gehen fördern. Ich studiere „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ im Masterstudium.

Wie einfach ist es, eine Universität nachhaltiger zu gestalten und wo setzen Sie in Hildesheim an?

Karina Schell: Als wissenschaftliche Mitarbeiterin trage ich nachhaltige Entwicklung als Querschnittsthema an die Studierenden heran. Dieses Semester gebe ich ein Seminar zu der Frage: Wie fair, nachhaltig und zukunftsfähig ist Hildesheim und was bedeuten die UN-Nachhaltigkeitsziele im lokalen Kontext?

Ester Vogt: In Zusammenarbeit mit dem AStA, dem Studentenwerk und einer Projektgruppe aus dem Seminar „Sustainable University“ setzen wir uns dafür ein, Müll durch Pappbecher zu vermeiden und stattdessen Mehrwegbecher zu nutzen. Seit Juni ist ein biologisch-abbaubarer Mehrwegbecher bei uns im Green Office und dem Asta-Büro erhältlich.

Wie können Sie denn die Menschen in der Uni zu mehr Nachhaltigkeit bewegen?

Simon Böning: Wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist, sieht man oft, was alles noch passieren muss, und man strebt eine Utopie an. Dann geht häufig verloren, was man alles schon erreicht hat. Ich glaube, es ist wichtig zu zeigen, was schon passiert und wie Ressourcen geschont werden können. Wir möchten das Machbare aufzeigen und weitere Menschen motivieren, auch ihren Teil beizutragen. Wir haben gerade eine Mitfahrgruppe für unsere Uni ins Leben gerufen. Wir möchten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende für Fahrgemeinschaften zusammenbringen und so gleichzeitig  das Autoaufkommen reduzieren.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Jetzt mitwirken: Mitfahrnetzwerk der Uni

Kurz erklärt

Mitten auf dem Campus: Green Office der Universität Hildesheim

Am Hauptcampus feilt das interdisziplinäre Team des Green Office an Wegen, um das Campusleben und die Universität Hildesheim nachhaltiger zu gestalten. In diesen Prozess sollen möglichst alle Universitätsangehörige eingebunden werden – Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Green Office dient dabei als Schnittstelle, um gemeinsam Ideen und Projekte umzusetzen. Das Team setzt bei den Menschen auf dem Campus an. „Wir haben auf unserem Planeten beschränkte Ressourcen. Also müssen wir mit jenen, die wir im Moment auf der Erde haben, schonend umgehen. Unser Auftrag als Universität ist, bei allen Studierenden und Beschäftigten anzusetzen: Wie können wir nachhaltig, energie- und ressourcenschonend leben und agieren, um auch künftigen Generationen deren Zukunft nicht zu verbauen?“, so Geographieprofessor Martin Sauerwein

Das Team des Green Office besteht aus einer Koordinatorin und sechs Studierenden aus den Studienbereichen Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation, der Psychologie und dem Studiengang „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“.

In diesem Semester hat das Green Office die erste Ausgabe des „Forschungsjournals Nachhaltigkeit“ herausgeben. Die Publikation gibt einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen [online lesen].

Das Team des Green Office organisiert viele Projekte und Aktionen, die zum Umdenken motivieren und berät in Sachen Nachhaltigkeit. Wer zum Beispiel eine Tagung organisiert, kann das Green Office für Informationen zu Verpflegung mit regionalen und ressourcenschonenden Produkten ansprechen. Wer sich theoretisch mit Nachhaltigkeit befassen möchte, kann eine wissenschaftliche Projektarbeit am Green Office planen. Die Universität Hildesheim kann so zu einem Lernort werden, „an dem Nachhaltigkeit beforscht, gelebt und diskutiert wird“. 

Tipps für einen nachhaltigen Uni-Alltag

  • Mehrweg statt Einweg – selbstmitgebrachte Becher für die Kaffeepause in der Unimensa/Cafeteria befüllen lassen oder Becher der Mensa gegen Pfand leihen

  • Lieber Kalorien als Strom verbrennen:  Treppen statt Fahrstühle nutzen

  • Doppelseitiges Ausdrucken und Kopieren

  • Wege zur Uni: Fahrrad und Bus statt Auto

  • Gemeinsam Fahren: Fahrgemeinschaften nutzen (hier geht es zum Mitfahrnetzwerk)

  • Weiterbilden: Zertifikat „Nachhaltigkeit und Bildung“

  • Mehr Tipps im „Green-Guide”

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news-11957 Wed, 17 May 2017 20:26:00 +0200 Erziehungs- und Sozialwissenschaften: Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/erziehungs/ Die Uni unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs und fördert wissenschaftliche Leistungen und Erfolge. Noch bis zum 31. Mai 2017 können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fachbereich „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ bewerben. Der Fachbereich 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim. Diese Art der Förderung gibt es nun zum zweiten Mal. Die erste Förderperiode fand im Wintersemester 2016/17 statt, von der bisher vier Personen profitieren konnten. Bis zum 31. Mai 2017 können sich jetzt wieder alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem „Mittelbau“ des Fachbereichs 1 bewerben.

Die Arbeitsgruppe „Mittelvergabe“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. „Mit der Förderung möchten wir wissenschaftliche Leistungen und Erfolge sichtbar machen und einen Anreiz für gute wissenschaftliche Praxis bieten“, sagt Sandra Koch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft und in der AG aktiv.

Gefördert werden zum Beispiel wissenschaftliche Publikationen, etwa die Veröffentlichung der Dissertation, Habilitation oder einer Monographie sowie wissenschaftliche Vorträge. Außerdem besteht die Möglichkeit, finanzielle Mittel für innovative und unkonventionelle Forschungsideen oder für innovative Lehr-Lern-Formate zu erhalten, um die Umsetzung dieser Ideen zu unterstützen. Die Kommission tagt zweimal im Jahr, die Frist für die Einreichung der Anträge ist der 31. Mai oder der 30. November.

Jetzt Antrag einreichen

Nachgefragt bei Wiebke Hiemesch (Erziehungswissenschaft) und Markus Germar (Psychologie)

Dr. Markus Germar und Dr. Wiebke Hiemesch werden aufgrund ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen gefördert. Hiemesch dokumentiert in ihrer Dissertation die Kindheit in nationalsozialistischen Zwangslagern und wie Kinder diese Zeit überlebt haben. Sie recherchiert und schreibt, damit Lebens- und Leidensgeschichten nicht vergessen werden. Germar untersucht in seiner Forschung, wie die Meinung, die Entscheidungen oder das Verhalten eines Menschen durch andere Menschen beeinflusst werden.

Der Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften unterstützt in einem Förderprogramm gezielt den „wissenschaftlichen Mittelbau“. Wie haben Sie die Förderung genutzt, was konnten Sie damit umsetzen?

Hiemesch: Mit den Fördergeldern des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften wurde die Veröffentlichung meiner Dissertationsschrift „Kinder im Konzentrationslager Ravensbrück" unterstützt. Das Manuskript wurde für die Schriftenreihe „Beiträge zur Historischen Bildungsforschung“ (Hrsg. Meike Sophia Baader, Rudolf W. Keck, Elke Kleinau und Karin Priem) des Böhlau Verlags angenommen. Eine solch renommierte und einschlägige Schriftenreihe ermöglicht es in meinem Themengebiet besonders gut, dass die vorliegenden Ergebnisse für ein interdisziplinäres Fachpublikum sichtbar und verfügbar sind. Aber die Publikation ist dann auch mit hohen Kosten verbunden, sodass auch ich auf Fördergelder angewiesen war.

Germar: Ich habe durch die Fördersumme nun die Möglichkeit sowohl an einem Kongress als auch an einem wichtigen Workshop teilzunehmen. Beides wird mir helfen, in der Postdoc-Phase mein wissenschaftliches Profil zu schärfen und meine Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Ist die Förderung auch ein Signal, eine Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen?

Hiemesch: Die wissenschaftliche Arbeit findet zumeist im Verborgenen statt und erfährt erst durch ihre Publikation oder durch Vorträge Gehör. Angesichts der unsicheren Beschäftigungsverhältnisse des Mittelbaus kann es ein echtes Problem darstellen, die Publikation der Dissertationsschrift zu finanzieren. Die Förderung ist in jedem Fall eine Anerkennung der Leistung, möglicherweise wird es durch sie auch erst möglich, dass die eigene Forschung in der Scientific Community sichtbar wird, weil Publikationen und aufwendige Forschungs- und Vortragsreisen finanziert werden können.

Germar: Die Förderung ist definitiv eine Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen. Ich habe mich über die Förderung und über die Anerkennung durch meine Kolleginnen und Kollegen im Fachbereich 1 sowie durch die Universität sehr gefreut.

Empfehlen Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich auch für das Programm zu bewerben?

Hiemesch: Ja, ich kann die Bewerbung empfehlen. Es ist ein unkompliziertes Vorgehen, denn eine Kurzzusammenfassung des Projekts, des Artikels oder der Dissertation hat man meist ohnehin vorliegen.

Germar: Auf jeden Fall. Es handelt sich um ein Förderprogramm „vom Mittelbau für den Mittelbau“. Die Fördermöglichkeiten sind flexibel, die Beantragung unbürokratisch. Außerdem lässt sich mit 1000€ sehr viel machen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-13371 Thu, 04 May 2017 08:43:00 +0200 Alltag im Uni-Sekretariat: kommunizieren und koordinieren https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/alltag-im-uni-sekretariat-kommunizieren-und-koordinieren/ Kommunizieren, organisieren und koordinieren gehören zum Alltag im Institutssekretariat, zählt Helga Burgemeister die Tätigkeiten auf. Sie arbeitet seit 25 Jahren als Sekretärin am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Eine Ausstellung macht ab heute auf den Arbeitsalltag und die Arbeitsbelastung von Sekretärinnen und Sekretären aufmerksam. Kommunizieren, organisieren und koordinieren gehören zum Alltag im Institutssekretariat, zählt Helga Burgemeister die Tätigkeiten auf. Sie arbeitet seit 25 Jahren als Sekretärin am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim, seit 11 Jahren auch am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft. Helga Burgemeister ist eine von derzeit 52 Sekretärinnen und Sekretäre an der Hildesheimer Universität. Bis 2015 waren in den Sekretariaten ausschließlich Frauen beschäftigt, inzwischen auch ein Sekretär. Rund zwei Drittel von ihnen haben einen Arbeitsplatz in Instituten oder Dekanaten, 15 % in den Dezernaten oder der Universitätsleitung und 19 % in sonstigen zentralen Einrichtungen wie zum Beispiel dem Rechenzentrum oder dem Fundraising. Ihr Tätigkeitsspektrum ist vielfältig und reicht von der Kostenerfassung über Abstimmungen mit dem Lehrpersonal bis zur Protokollführung.

Während die Zahl der Studierenden in den Jahren 2010 bis 2015 um 33 % wuchs und die Zahl der Professorinnen und Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich anstieg, erhöhte sich der Anteil des Verwaltungspersonals nur um 11 %.

Das Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim möchte mit einer Ausstellung auf den Arbeitsalltag und die Arbeitsbelastung von Sekretärinnen und Sekretären aufmerksam machen. „Ohne ihr permanentes Wirken im Hintergrund würden weder die Verwaltung noch die Institute im Wissenschaftsbetrieb funktionieren“, sagt Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte an der Universität Hildesheim. „Dabei hat sich ihr Berufsbild in den letzten 30 Jahren total gewandelt. Aus den ehemaligen Schreibkräften wurden Expertinnen und Experten des universitären Verwaltungsapparates, die hohen und komplexen Arbeitsanforderungen genügen müssen. Vergütung und Anerkennung der Sekretariatstätigkeiten hat in der Regel nicht mit den gestiegenen Anforderungen Schritt gehalten.“ „Sekretär_innen sehen sich oft mit vielen Aufgaben gleichzeitig und mit Termindruck konfrontiert“, ergänzt Karin Burg, Dekanatssekretärin im Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation.

Die Ausstellung ist kostenfrei und für alle Interessierten zugänglich. Die Ausstellung wird am Donnerstag, 4. Mai 2017, um 10:00 Uhr am Uni-Hauptcampus (Gebäude I) eröffnet. Mitglieder der Universität sind auch herzlich zu einer hochschulöffentlichen Podiumsdiskussion am 10. Mai eingeladen.

Wanderausstellung „Mit Schirm, Charme und Methode – Arbeitsplatz Hochschulbüro“

  • 04. – 17. Mai 2017 am Hauptcampus der Stiftung Universität Hildesheim
  • 19. – 29. Mai 2017 am Bühler Campus der Stiftung Universität Hildesheim
  • Veranstalter ist das Gleichstellungsbüro der Stiftung Universität Hildesheim

Wer Fragen zu der Ausstellung hat, kann sich an Dr. Silvia Lange (E-Mail: langes@uni-hildesheim.de) und Karin Burg (E-Mail: dekanat2@uni-hildesheim.de) wenden.

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news-13209 Sat, 01 Apr 2017 16:05:13 +0200 Gemeinsam lesen: Uni Hildesheim startet Aktion „Eine Uni – ein Buch" https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/gemeinsam-lesen-uni-hildesheim-startet-aktion-eine-uni-ein-buch/ Dabei sein und mitlesen: Im April startet an der Universität Hildesheim die Aktion „Eine Uni – ein Buch". Aus der Lektüre des Buches „Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation" soll ein neues Buch entstehen. „Gemeinsam mit allen Universitätsangehörigen möchten wir das Buch von Michel Serres lesen, daraus Fragen entwickeln und diskutieren", sagt Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung. Alle Hochschulen in Deutschland waren eingeladen, ein Buch zu bestimmen, über das ein Semester lang geredet und debattiert werden soll. Die Universität Hildesheim hat beim Wettbewerb „Eine Uni – ein Buch" gewonnen. Hildesheim gehört zu den zehn ausgewählten Hochschulen. Die Aktion ist ein gemeinsames Programm des Stifterverbandes und der Klaus Tschira Stiftung in Kooperation mit DIE ZEIT.

„Gemeinsam mit allen Universitätsangehörigen möchten wir das Buch von Michel Serres 'Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation' lesen, daraus Fragen entwickeln und diskutieren", sagt Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung. Nun werden Leiterinnen und Leiter von Lesegruppen gesucht. Diese erhalten ein Freiexemplar des Buches. Wer Interesse hat, eine solche Lesegruppe zu gründen, ist herzlich eingeladen zur Einführungsveranstaltung am Mittwoch, 5. April 2017, um 17:00 Uhr s.t. in die Universitätsbibliothek (Raum B107, 1. Stock). An dem Tag stellt Guido Graf, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft, auch ein Social-Reading-Tool vor, um online über das Buch zu diskutieren.

Die 2012 erschienene „Liebeserklärung an die vernetzte Generation" des 86-jährigen französischen Philosophen Michel Serres ist ein sehr hoffnungsvolles Buch, das viele aktuelle gesellschaftlich relevante Themen im Kontext der Digitalisierung des Bildungssystems sowie der Arbeits- und Erlebniswelt anspricht. Fern von jeder technikfeindlichen Kulturkritik fordert Serres die junge und ältere Generation auf, ihre Chance zu nutzen und alles neu zu erfinden: die Gesellschaft, das Bildungssystem – und sich selbst.

Die Auseinandersetzung mit dem Buch startet an der Stiftungsuniversität Hildesheim im April 2017 auf der hochschulweiten Social-Reading-Plattform „Lectory". Es schließen sich Ringvorlesungen über digitale Lebenswelten an. An diversen Universitätsorten werden Freiexemplare ausgelegt und laden zum Kommentieren ein. Das Buch wird in der Leselounge der Universitätsbibliothek, im Lese- und Schreibzentrum und an dem von Studierenden organisierten Campustag thematisiert. In Interviews sprechen Angehörige der Universität über ihre Leseerfahrungen – von der Studentin und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter über die Sekretärin und den Haustechniker bis zur Dekanin und dem Präsidenten.

Aus der Leseaktion in Hildesheim soll ein neues Buch entstehen, das im Universitätsverlag in Kooperation mit dem Georg Olms Verlag Hildesheim erscheinen soll. Einen guten Überblick über das Vorhaben in Hildesheim gibt dieses zweiminütige Video. Weitere Informationen findet man auf der Aktionsseite.

Wer an der Aktion mitwirken möchte und Fragen hat, kann sich an Dr. Guido Graf und Prof. Dr. Martin Schreiner wenden (Email: martin.schreiner@uni-hildesheim.de und guido.graf@uni-hildesheim.de).

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news-12939 Fri, 27 Jan 2017 14:36:00 +0100 Politikwissenschaft: Juniorprofessor für Politik und Internet https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/politikwissenschaft-juniorprofessor-fuer-politik-und-internet/ Neu an der Universität Hildesheim: Wolf Schünemann forscht zu Internetregulierung, Cybersicherheit und politischer Online-Kommunikation. Der Politikwissenschaftler hat in Hildesheim die Juniorprofessur für Politik und Internet inne. Wolf Schünemann hat seit Herbst 2016 an der Universität Hildesheim die Juniorprofessur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik und Internet inne.

Er lehrt und forscht zu Themen der Internationalen Beziehungen, der europäischen Integration und seit einigen Jahren auch zur Netzpolitik. Arbeitsschwerpunkte in der Forschung sind unter anderem Cybersicherheit, Internetregulierung, Datenschutz, Netzneutralität sowie EU-Referenden. Der Politikwissenschaftler hat zuvor an den Universitäten Heidelberg und Koblenz-Landau gearbeitet. In seiner Forschung befasst sich Schünemann mit der internationalen politischen Gestaltung, der Verrechtlichung und Nutzung des Internets und den entstehenden Konflikten zwischen transnationalen, grenzüberschreitenden Ansprüchen der Internetentwicklung und strukturellen nationalen Hemmnissen.

Forschungsfragen betreffen zum Beispiel die Politik im Netz: Wie verändern sich politische Kommunikation und Wahlkämpfe im digitalen Zeitalter? Wolf Schünemann untersucht das Diskursverhalten in sozialen Netzwerken, etwa im anstehenden Bundestags- und Landtagswahlkampf in Niedersachsen. „Allerdings werden der Hype und die Verunsicherung über die Rolle von Twitter und anderen sozialen Medien im Wahlkampf (siehe Trump 2016) vergehen, das wird Normalität. Überhaupt wird man in vielen Bereichen die Zwei-Welten-Logik – online/offline – aufgeben müssen“, so Schünemann.

Was bleibt, sind die drängenden Fragen der Politik für das Netz: Kann man das Internet regieren, kontrollieren? Wie kann und muss die Regulierung aussehen? Die Antworten sind von den Wertvorstellungen in den einzelnen Gesellschaften abhängig. „Ein halbes Jahrhundert nach den Anfängen des Internets, das mittlerweile zu einem Massenmedium geworden und aus dem Alltag nicht wegzudenken ist, entsteht aus der anfänglichen Euphorie ein kritischeres Bewusstsein, einschließlich zunehmender Forderungen nach politischer Regulierung“, sagt Schünemann.

Öffentliche Antrittsvorlesung

  • Thema der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Wolf Jürgen Schünemann: „Nation und Netz. Politikwissenschaftliche Annäherungen an eine beharrliche Gemeinschaftsform“
  • Wann? Mittwoch, 1. Februar 2017, 18:00 Uhr c.t.
  • Wo? Hörsaal 4, im Forum der Universität Hildesheim, Universitätsplatz 1

In seiner Antrittsvorlesung an der Universität Hildesheim geht Wolf Schünemann auf grundlegende Fragen der gesellschaftspolitischen Gestaltung des digitalen Zeitalters ein. Der Juniorprofessor erläutert, inwiefern die Entwicklung des Internets mit Blick auf das Politische ihr zentrales Versprechen eingelöst hat, zu einer „Transnationalisierung“ beizutragen, also den Nationalstaat tendenziell zu überwinden.

Der Hildesheimer Politikwissenschaftler analysiert, wie im World Wide Web über globale Themen diskutiert wird (etwa Klimapolitik und Internetregulierung).  „Außerdem schaue ich auf die globalen Regulierungen, die das technische Funktionieren des Internets überhaupt ermöglichen. Wie etwa kommt es zu einer weltweit verbindlichen Zuweisung von IP-Adressen und Domain-Namen – etwa Uni Hildesheim und die IP-Adressen der zugehörigen Server?“, so Schünemann.

Im letzten Teil der Antrittsvorlesung analysiert der Politikwissenschaftler staatliche Regulierungsanstrengungen: Wie wird die Regulierung von Internetinhalten in Demokratien und Autokratien betrieben? „Blicken wir auf Autokratien, so beobachten wir häufig politisch motivierte Zensur. Aber auch in den Demokratien, nicht zuletzt in Deutschland, sind vermehrt Forderungen zu hören, Internetinhalte stärker zu überwachen und Anbieter zu verpflichten, Inhalte gezielt entfernen zu lassen.“ Wolf Schünemann geht auf die aktuelle Debatte über „Fake News“ und Cyberangriffe im bevorstehenden Bundestagswahlkampf sowie Landtagswahlkamp ein. Der Vortrag ist öffentlich, interessierte Bürger sind herzlich eingeladen, mit dem Professor ins Gespräch zu kommen.

Politikwissenschaftler Wolf Schünemann über Fakten in Wahlkämpfen:

„Der Faktenchecker hatte es in Wahlkämpfen schon immer schwer, weil das Wahlkampfgeschehen zum Zeitpunkt des Checks meist schon über ihn hinweggegangen ist. Faktische und andere Informationen, die in Wahlkämpfen zirkulieren, machen Wirklichkeiten aus. Wahrheit und Vernunft werden und wurden allenfalls prozedural hergestellt. Ihnen muss also im stets fortlaufenden Wechselspiel von Argument und Gegenargument für eine gewisse Dauer Geltung verschafft werden. Hierzu – und das ist der für mich entscheidende Punkt – brauchen wir Räume der Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit. Die digitalen Medien, die hochgradig fragmentierte Informations- und Kommunikationskanäle bieten, führen zu einer Zergliederung und Auflösung dieser Räume. Hier sehe ich ein gravierendes Problem für die demokratische Öffentlichkeit durch digitale Medien. Das demokratische Versprechen des Internets ist mit der Überwindung der Gatekeeper – klassischerweise Redakteure und Journalisten, die darüber entscheiden, was publiziert wird – zur politischen Öffentlichkeit verbunden. Mit der Abschaffung der Gatekeeper lösen sich auch die ‚Plätze‘ des Meinungsaustauschs und der Wahrheits- und Willensbildung auf.“

Hildesheimer Forschungsfokus „Politik und Internet“

Wer sich mit den Auswirkungen des Internets auf die Gesellschaft und den Verflechtungen zwischen World Wide Web und Politik befasst, landet früher oder später in Hildesheim. An der Universität hat Professorin Marianne Kneuer seit 2011 den Forschungsschwerpunkt „Politik und Internet“ aufgebaut. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen etwa, welche Rolle soziale Medien in Protestbewegungen spielen und wie Regierungen ihre Verwaltung effektiver gestalten oder ihre Bürger stärker in Partizipationsprozesse einbeziehen. Entstanden ist etwa das Buch „Soziale Medien und Protestbewegungen“ von Marianne Kneuer und Saskia Richter. Ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt widmet sich derzeit Strategien autoritärer Regime.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

Am Mittwoch, 1. Februar 2017, gibt der Politikwissenschaftler Einblicke in seine Forschung.

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news-12547 Wed, 18 Jan 2017 14:01:00 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung und Service https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/ausgezeichne-1/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet die Literaturwissenschaftlerin Prof. Irene Pieper, die Übersetzungswissenschaftlerin Isabel Rink und den Psychologen Ryan Hackländer sowie den Systemadministrator Florian Störig für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und im Wissenschaftsmanagement aus. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Preis für hervorragende Forschung: Prof. Dr. Irene Pieper

Die Universität Hildesheim zeichnet Professorin Irene Pieper für ihre hervorragende Forschung aus. Seit 2007 forscht und lehrt Irene Pieper als Professorin für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik am Institut für deutsche Sprache und Literatur. Die Professorin befasst sich zum Beispiel mit der Lesesozialisation von Schülern und Schülerinnen aller Schulformen und dem Spannungsverhältnis zwischen fachlichem Wissen und literarischem Verstehen. Eines ihrer derzeitigen Projekte, das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, widmet sich dem literarischen Verstehen im Umgang mit Metaphorik.

Was reizt Jugendliche am Lesen? Welche Rolle spielt das Lesen im Spektrum ihrer Mediennutzung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Irene Pieper in einer aktuellen Studie. Die Literaturwissenschaftlerin untersucht, welchen Platz Literatur im Deutschunterricht und in der Freizeit einnimmt. Die Beschäftigung mit Literatur, ihr Stellenwert im Deutschunterricht sowie die Orientierungen der Lehrerinnen und Lehrer stehen selten im Zentrum der Forschung. Bisher ist wenig untersucht, welche Erfahrungen die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Literatur in der Schule machen, inwiefern Jugendliche mit ihren persönlichen Leseinteressen das Unterrichtshandeln der Lehrkräfte beeinflussen und umgekehrt. „Unterrichtsnahe Forschung zu diesem Bereich fehlt im deutschsprachigen Raum weitgehend, obwohl er für die Entwicklung von Lesemotivation und Lesekompetenz eine zentrale Rolle spielt", sagt Professorin Pieper. In dem Forschungsprojekt, das vom Land Niedersachsen im Rahmen von „Pro Niedersachsen“ gefördert wird, kombiniert die Professorin qualitative und quantitative Zugänge. So werden in den kommenden Monaten Lehrerinnen und Lehrer von etwa 60 achten Klassen aus den Schulformen Gymnasium, Real-, Haupt- und Gesamtschule sowie deren etwa 1200 Schülerinnen und Schüler befragt.

„Frau Pieper ist wissenschaftlich ausgesprochen vernetzt. So hat sie bereits ein europäisches Projekt zum Thema ‚Literary Framework for Teachers in Secondary Education‘ durchgeführt und ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzende der ‚International Association for Research in L1 Education (languages, literatures, literacies)‘, ARLE, die ihren Sitz in Hildesheim hat“, sagt Vizepräsidentin Prof. Dr. Renate Soellner in ihrer Laudatio. Seit 2011 leitet Irene Pieper das Promotionskolleg Unterrichtsforschung. Seit 2012 ist sie Mitherausgeberin der wichtigsten Zeitschrift der Deutschdidaktik, „Didaktik Deutsch“. „Neben der Forschung engagiert sie sich auch für das Erlernen von Schreibkompetenzen bei Studienanfängerinnen und Studienanfängern. Sie gründete 2008 und leitet bis heute das Lese- und Schreibzentrum. Aktuell arbeitet sie an der Entwicklung einer elektronischen Plattform für die Einübung in wissenschaftliches Lesen und Schreiben“, hebt Renate Soellner hervor. „Ich freue mich sehr über dieses Zeichen der Anerkennung“, so Irene Pieper. Sie wolle „interdisziplinäre Forschungsräume weiter ausbauen“.

Preis für hervorragende Lehre: Übersetzungswissenschaftlerin Isabel Rink und Psychologe Ryan Hackländer

Ein Rekord – 85 Vorschläge für den Preis für hervorragende Lehre gingen bei der Universität ein. „Nach dem grandiosen Erfolg der Maßnahmen, die unser Qualitätsmanager Torsten Bergt vor einem Jahr vorgeschlagen und umgesetzt hatte, um mehr Studierende zu bewegen, ihre Lehrenden für den Preis für hervorragende Lehre zu nominieren, konnte die Zahl der Anträge noch einmal deutlich gesteigert werden“, freut sich Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. Eine Jury – bestehend aus der Studiendekanin des Fachbereichs 1, dem Studiendekan des Fachbereichs 2 und zwei Studierendenvertretern der Fachbereiche 3 und 4 – hat entschieden, den Preis an zwei Lehrende zu vergeben: Der  Preis geht an Isabel Rink vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation sowie Ryan Hackländer vom Institut für Psychologie.

Isabel Rink wird für ihre hervorragende Lehre im praxisnahen Seminar „Kommunikation und Orientierung von Menschen mit Sinnesbehinderungen“ ausgezeichnet. Die Übersetzungswissenschaftlerin hat Studierende an die Regeln der Leichten Sprache herangeführt – und begeistert. Vizepräsident Sander würdigt ihr „außergewöhnliches Engagement auf einem Gebiet höchster gesellschaftlicher Relevanz“. Die Studierenden haben theoretische Regeln in der Praxis angewendet, Übersetzungen wurden vom NDR veröffentlicht. Die Arbeit mit dem NDR habe den Studierenden „die realen Bedingungen des Übersetzungsmarktes nahe gebracht“.

Isabel Rink studierte „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ in Hildesheim und an der Universidad de Murcia/Spanien. Nach dem Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ begann sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation. Sie ist Geschäftsführerin der Forschungsstelle Leichte Sprache und koordiniert gleichzeitig das Promotionskolleg Unterrichtsforschung. Isabel Rink hat eine Reihe von Publikationen zum Thema Leichte Sprache – etwa ihre Masterarbeit „Nachteilsausgleich im Bereich Hörschädigung: Zur Übersetzung von Mathematikarbeiten in Leichte Sprache“ – veröffentlicht und promoviert bei Prof. Dr. Christiane Maaß zum Thema „Barrierefreie Rechtskommunikation. Zur Übersetzung juristischer Inhalte in Leichte Sprache am Beispiel des Pilotprojekts ‚Leichte Sprache in der Niedersächsischen Justiz‘“.

Seit zweieinhalb Jahren lehrt Ryan Hackländer als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Uni Hildesheim. Zuvor lebte der US-Amerikaner in Kentucky, wo er als Doktorand am Department of Cognitive and Brain Sciences der University of Louisville promovierte. Für seine Hildesheimer Lehrveranstaltungen „Psychology of Olfaction” und „Projektband Allgemeine Psychologie: The Efficacy of Podcasts as Supplemental Learning Material” wird er nun ausgezeichnet. In Hildesheim bietet Ryan Hackländer für Masterstudierende im Lehramt ein Projektband mit Experimenten zum Gedächtnis an. Er hält seine Lehrveranstaltungen in englischer Sprache.

„Sehr abwechslungsreich, praxisorientiert, spielerisch lernend – Ryan Hackländer ist einfach ein sehr engagierter Dozent, der motiviert, montags früh um 8 Uhr in die Uni zu fahren“, sagen die Studentinnen Katharina Klabunde und Amira Sultan über ihren Dozenten. Er rege zu „kreativem und kritischem Denken“ an und verwende eine Bandbreite an Lehr- und Prüfungsmethoden. Ryan Hackländer sagt, er wolle in seinen Seminaren Studentinnen und Studenten ermutigen, Fragen zu stellen. Er selber profitiere in seiner Forschung sehr von den Diskussionen mit den Studierenden. „Die Studentinnen und Studenten bringen sich mit neuen Ideen ein, sind engagiert.“

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Systemadministrator Florian Störig

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, „die sich in ganz besonderem Maße für unsere Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben“, sagt der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

Der diesjährige Preisträger ist Florian Störig. Als Mitarbeiter im Rechenzentrum ist er für die Datenverarbeitung im Bereich der Uni-Verwaltung zuständig. „Für Ihr herausragendes Engagement, Ihre Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit gepaart mit Ihrer guten Laune möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken“, so Vizepräsident Kreysing in seiner Laudatio. „Seit unserem ersten Zusammentreffen habe ich Herrn Störig immer als kompetenten und lösungsorientierten Mitarbeiter erlebt, der sich mit seiner Aufgabe und unserer Universität über die Maßen identifiziert", ergänzt Matthias Kreysing.

Florian Störig sagt, die Arbeit in der Universität bereite ihm große Freude. Besonders bedankt er sich für die gute Zusammenarbeit bei dem Leiter des Rechenzentrums Dr. Dietmar Fox. Florian Störig hat 2002 seine Ausbildung zum Fachinformatiker mit dem Schwerpunkt Systemintegration im Rechenzentrum der Universität Hildesheim begonnen und diese 2005 erfolgreich abgeschlossen. Seitdem ist er als Mitarbeiter in der Uni-Verwaltung tätig. Darüber hinaus hat er sich von 2006 bis 2015 als Schwerbehindertenvertreter der Universität Hildesheim sowie vier Jahre im Uni-Personalrat engagiert.

Neujahrsempfang

Die Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen wurden im Rahmen des diesjährigen Neujahrsempfangs verliehen.

Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich warb während des Neujahrsempfangs der Universität Hildesheim für ein gutes Miteinander. „Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben“, zitierte er Humboldt. „Man kann mit Sorge in die Zukunft blicken. Die Meinungsfreiheit bedeutet aber nicht, dass rassistische Parolen verbreitet werden dürfen.“ Friedrich hob hervor, dass das Grundgesetz die Grundlage für den Alltag und den Umgang miteinander bildet. Er verweist auf das Leitbild der Universität.

499 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie 227 Personen in der Verwaltung, in der Bibliothek und in der Technik sind derzeit an der Stiftungsuniversität tätig. 7930 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim. Die Universität werde in den kommenden Monaten ihre Entwicklungsplanung fortschreiben. „Im Zentrum unserer Arbeit steht die Wissenschaft – Forschung und Lehre. Wie können wir die Universität als forschende und lehrende Einrichtung voranbringen? Aus diesen Fragen ergeben sich Konsequenzen für das Studium“, so Friedrich. „Wir können nicht weiter wachsen, was die Anzahl der Studierenden betrifft. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen mehr Zeit für ihre Forschung und auch für Beratung und Betreuung von Studierenden. Allerdings sollten wir unser Studienangebot weiter entwickeln. Wir haben die Erziehungswissenschaften und Psychologie gestärkt. Ich freue mich sehr, dass in der Informatik u.a. mit Data Analytics die Entwicklung weiter sehr dynamisch verläuft.“

Universitätspräsident Friedrich zeigte sich sehr erfreut, dass erneut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Rufe an andere Universitäten abgelehnt und sich für den Universitätsstandort Hildesheim entschieden haben. So habe Vera Volkmann, seit 2012 als Juniorprofessorin am Institut für Sportwissenschaft tätig, einen Ruf nach Kiel abgelehnt und tritt nun eine Professur für Sportwissenschaft in Hildesheim an.

Erstmals hat die Universität Hildesheim einen Seniorprofessor: Wolfgang Christian Schneider lehrt in der Philosophie und Bildenden Kunst im Bereich der Geistes- und Kulturgeschichte. Das Wissen, welches er über jahrelange Forschung angesammelt hat, möchte er teilen. „Alle Dinge sind miteinander verflochten“, sagt Schneider. Wenn er in einem Kunst-Seminar über den italienischen Bildhauer Michelangelo spricht, taucht auch die Lyrik auf. Er befasst sich mit den Fragen, wie Menschen dichten, malen, Architektur entwerfen. Er trage gerne den Titel „Seniorprofessor“ und sieht diesen als Ergänzung zu den bestehenden Juniorprofessuren. „Ich möchte Erfahrungen zurückgeben“, sagt Schneider. „Ich freue mich auf meine kommenden Lehrveranstaltungen in Hildesheim, wir beschäftigen uns mit Naturphilosophie.“

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Fachbereich 2 Fachbereich 3 Deutsche Sprache Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Leichte Sprache Fachbereich 4 Rechenzentrum Personalportal Studierendenportal
news-12917 Mon, 16 Jan 2017 10:06:00 +0100 Lehramt, Kultur, Sprachen, IT: Infotage für Studieninteressierte https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/lehramt-kultur-sprachen-it-infotage-fuer-studieninteressierte/ Infotage am 31. Januar und 1. Februar 2017 an der Universität Hildesheim: Wer Fragen rund um das Studium hat, kann sich an das Team der Zentralen Studienberatung wenden. Während der Infotage geben Lehrende Einblicke in das Studium, Studentinnen und Studenten beantworten Fragen rund um den Uni-Alltag. Den passenden Studiengang und Studienort zu finden ist oftmals eine Herausforderung für Studieninteressierte. Die Zentrale Studienberatung der Universität Hildesheim bietet daher im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung „Studieren auf der Höhe“ am 31. Januar und 1. Februar 2017 gezielt Unterstützung.

Zum Programm gehören Veranstaltungen der Lehrenden (beispielsweise zum Thema Lehramtsstudium) sowie Workshops von Studentinnen und Studenten zu Fragen rund um das Studium. Während der Infotage erhalten Studieninteressierte detaillierte Informationen zum Bewerbungsverfahren, vielfältige Einblicke in den Hochschulalltag und in die Besonderheiten des Studienangebots der Universität Hildesheim.

Am Dienstag, 31. Januar 2017, dreht sich auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg alles um die kulturwissenschaftlichen Studiengänge der Universität Hildesheim. Neben der Vorstellung von Studieninhalten erhalten Studieninteressierte hier wichtige Informationen rund um die künstlerische Eignungsprüfung. Wer in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung arbeiten möchte, sollte den Infotag auf dem Kulturcampus nicht verpassen. Studieninteressierte können zum Beispiel an Lehrveranstaltungen teilnehmen - an der Einführung von Professor Jens Roselt in die „Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft“, an einem Seminar von Professorin Stefanie Diekmann zur Frage „Was wir unter Feminismus verstehen“, an einer Übung zur musikalischen Analyse des Dozenten Ulrich Bartels oder an einem Seminar von Professor Simon Roloff über „Kleine Formen“ im Kulturjournalismus. Der Kulutr-Infotag beginnt um 09:15 Uhr mit einer Begrüßung den Dekan des Fachbereichs, jeweils um 09:30, 12:30 und 16:00 Uhr zeigen Studierende den Campus, zwischen 10:00 bis 14:00 Uhr können Studieninteressierte in ausgewählte Lehrveranstaltungen hineinschnuppern.

Am Mittwoch, 1. Februar 2017, stehen ab 14:30 Uhr das Lehramtsstudium und die weiteren Studienangebote aus den Erziehungs-, Informations- und Naturwissenschaften im Mittelpunkt. Interessierte können außerdem gemeinsam mit Studentinnen und Studenten den Campus erkunden und Fragen rund um das Studium klären. Zum Abschluss erhalten sie wichtige Informationen zur Bewerbung um einen Studienplatz.

Lehramt, Psychologie, Informatik, Umwelt, Sprachen: Infotage für Studieninteressierte

Das gesamte Programm der Infotage ist im Internet zu finden. Wer Fragen zu den Infotagen hat kann sich an Britta Lehradt von der Zentralen Studienberatung wenden (Telefon 05121.883-92212, E-Mail: lehradt@uni-hildesheim.de). Die Infotage richten sich an alle Studieninteressierten.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Personalportal Studierendenportal
news-12663 Mon, 28 Nov 2016 10:59:00 +0100 Uni mitgestalten: Mitarbeit in Gremien https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/uni-mitgestalten-mitarbeit-in-gremien/ Wahlvorschläge für die Gremien der Universität einreichen: Noch bis zum Freitag, 2. Dezember 2016, können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Wissenschaft und Verwaltung sowie Studierende Wahlvorschläge einreichen. Die Gremienwahlen finden im Januar 2017 an drei Campus-Standorten statt. Sie halten die Universität am Laufen: universitäre Gremien. Ohne die Wissenschaftler_innen, Studierende und Mitarbeiter_innen der Universität, die sich hier aktiv mit Zeit und Ideen einbringen und so die Universität Hildesheim mitgestalten, würden diese Gremien nicht funktionieren. Im Senat beschließen sie zum Beispiel Ordnungen, die Entwicklungsplanung der Hochschule und sind an Berufungsverfahren für Professorinnen oder Professoren beteiligt, nehmen Stellung zur Entwicklung von Studiengängen und zum Wirtschaftsplan. In den Fachbereichsräten entscheiden sie über Angelegenheiten der Forschung und Lehre, beschließen Studien- und Prüfungsordnungen des jeweiligen Fachbereichs.

Nun stehen Neuwahlen an. Gewählt werden die Vertreterinnen und Vertreter der Hochschullehrergruppe, der Mitarbeitergruppe, der MTV-Gruppe sowie der Studierendengruppe im Senat und in den Fachbereichsräten. Außerdem wählen die Studierenden das Studierendenparlament neu. Die Amtszeit beträgt für Studierende ein Jahr und für alle übrigen zwei Jahre.

Wahlvorschläge können noch bis Freitag, 2. Dezember 2016 (12.00 Uhr Ausschlussfrist), beim Beauftragten des Wahlleiters, Henning Buitkamp, Justitiar an der Universität Hildesheim, eingereicht werden. Aus dem in der Telefonzentrale und im AStA-Büro ausliegenden Wählerverzeichnis geht hervor, wer wählen darf.

Die Gremienwahlen finden vom 17. bis 19. Januar 2017 jeweils von 09:45 Uhr bis 16:00 Uhr statt. Es gibt drei Wahlräume: Die Fachbereiche 1 und 4 sowie die sonstigen wahlberechtigten Mitglieder aller Gruppen wählen am Hauptcampus, Fachbereich 2 auf der Domäne Marienburg und Fachbereich 3 am Bühler-Campus. Wer nicht persönlich vor Ort sein kann, kann bis zum 10. Januar 2017 Briefwahlunterlagen beantragen.

Vordrucke für die Wahlvorschläge können online heruntergeladen werden.

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news-12610 Fri, 04 Nov 2016 19:13:00 +0100 Einblicke – Wer macht was? Willkommen in der Universität https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/einblicke-wer-macht-was-willkommen-in-der-universitaet/ Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 10. November 2016 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden. Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 10. November 2016 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden.

Wer macht eigentlich was in der Universität? Bei welchen Fragen hilft das Team aus dem Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, der Universitätsbibliothek oder dem Rechenzentrum weiter? Und wann kontaktiere ich die Mitarbeiterin aus der Hochschulplanung, den Forschungsreferenten und die Gleichstellungsbeauftragte?

Statt lediglich online aufzulisten, wer für welche Aufgaben zuständig ist, bringen das Präsidium, das Gleichstellungsbüro und die Referentin für Fort- und Weiterbildung der Universität Hildesheim neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Verantwortlichen aus der Verwaltung und den Einrichtungen zusammen. Die Universität lädt am Donnerstag, 10. November 2016, ab 11:00 Uhr zu einer Begrüßungsveranstaltung in das Verwaltungsgebäude ein. Das Angebot findet bereits zum dritten Mal statt. Führungskräfte aus der Verwaltung, den Stabsstellen und den zentralen Einrichtungen stellen ihren Tätigkeitsbereich in einem zweiminütigen Kurzvortrag vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind herzlich eingeladen im Anschluss daran im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loszuwerden.

„Über die Willkommens-Veranstaltung für die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen wir den persönlichen Austausch mit der Verwaltung stärken. Hinter den E-Mail-Adressen und Telefonnummern befinden sich immer Menschen. Diese auch kennenzulernen, hilft der Kommunikation", sagt Matthias Kreysing, hauptberuflicher Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen.

Insgesamt haben 112 neue oder zurückkehrende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  seit Oktober 2015 ihre Tätigkeit an der Universität aufgenommen oder starten derzeit in ihren Berufsalltag. Mittlerweile arbeiten an der Universität 726  hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wissenschaft und Verwaltung.

Wie kann ich an der Veranstaltung teilnehmen?

An alle neuen und zurückkehrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde eine persönliche Einladung, mit der Bitte sich anzumelden, verschickt. Bei Fragen können Sie sich an Gundula Sperling (E-Mail sperling@uni-hildesheim.de) wenden.

Wer macht was? Weitere Informationen

Vom Dezernat für Studienangelegenheiten über das Friend- und Fundraising bis zum Qualitätsmanagement – wer einen Überblick über die vielen Einrichtungen und Aufgabenbereiche an der Universität Hildesheim erhalten möchte, findet online eine Übersicht über die zentrale Verwaltung, zentrale Einrichtungen, Gremien, Fachbereiche, Forschungszentren und Stabsstellen.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Personalportal
news-12447 Mon, 26 Sep 2016 14:00:00 +0200 Universitätsgesellschaft ehrt Forscher und Musik-Dozenten https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/universitaets/ Die Universitätsgesellschaft Hildesheim verleiht ihre Preise für besonderes Engagement und herausragende Leistung: Kristian Folta-Schoofs, Professor für Psychologie, und die Musik-Dozenten Jan Hellwig und Willfried Beck tragen zu einer „offenen Bildungslandschaft“ bei. „Mit den Preisen möchten wir Aufmerksamkeit schaffen für Personen aus der Universität, die mit ihren kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen unsere Stadt bereichern“, sagt Dr. Rainer Hermeling, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft. Professor Kristian Folta-Schoofs und die Dozenten Jan Hellwig und Willfried Beck „bauen täglich Brücken zwischen Universität und Stadt Hildesheim“. Der Preis ist mit jeweils 1000 Euro dotiert. Die Stadt Hildesheim könne „stolz sein auf ihre Uni und auf die Menschen, die hier arbeiten, lehren, forschen“, so Hermeling. „Wir möchten mit dem Preis wertschätzen und sichtbar machen, was Lehrende und Studierende für die Stadt Hildesheim leisten.“

Die Universitätsgesellschaft trägt dazu bei, dass Bürgerinnen und Bürger mit Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch kommen. Der Verein fördert Projekte und Leistungen von Studierenden und unterstützt Forschung und Lehre. So wurde in diesem Jahr zum Beispiel ein Konzert von Studierenden am Center for World Music unterstützt. Außerdem lädt die Universitätsgesellschaft zu öffentlichen Vorträgen ein – Physikprofessorin Ute Kraus hat etwa neulich über die Relativitätstheorie und ihre Arbeit in der „Raumzeitwerkstatt" gesprochen. In diesem Uni-Labor erklärt eine Arbeitsgruppe Kindern und Jugendlichen die Relativitätstheorie und visualisiert physikalische Erkenntnisse in Computersimulationen und Experimenten. „An der Universität findet faszinierende Forschung statt, wir möchten dazu beitragen, dass die Hildesheimer Öffentlichkeit mit Wissenschaftlern ins Gespräch kommt“, so Hermeling. Wer Fragen zur Universitätsgesellschaft Hildesheim hat, kann sich an Dr. Rainer Hermeling wenden.

Wer sind die diesjährigen Preisträger?

Hier erhalten Sie einen Einblick in die Arbeit von:

  • Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs
  • Jan Hellwig und Willfried Beck

Forschungserkenntnisse aus dem Neurolabor landen in der Stadt

Die Universitätsgesellschaft Hildesheim zeichnet Professor Kristian Folta-Schoofs für sein „besonderes Engagement und seine herausragende Leistung zur Gestaltung einer offenen Bildungsgesellschaft zwischen Universität und Öffentlichkeit“ aus.

Kristian Folta-Schoofs forscht und lehrt seit 2008 an der Universität Hildesheim, zunächst als Juniorprofessor, seit 2013 als Universitätsprofessor für Neurodidaktik. Am Institut für Psychologie hat der Wissenschaftler die Arbeitsgruppe „Neurodidaktik“ aufgebaut und beschäftigt sich in der Forschung und Lehre mit der Informationsverarbeitung des menschlichen Gehirns und mit Lernumgebungen. Mit seinem Team trägt Folta-Schoofs Forschungserkenntnisse in die Stadt und in die Öffentlichkeit. So arbeitet er seit 2015 mit dem Medizinischen Dienst der Diakonie Himmelsthür im Projekt „Training von EEG-basiertem Neurofeedback zur Verbesserung der Teilhabe von schwerstbehinderten Kindern und Jugendlichen“ zusammen.

„Wir schulen Studentinnen und Studenten in EEG-Neurofeedback-Techniken, bevor sie mit dauerbeatmeten und schwerstbehinderten Kindern im Haus Arche der Diakonie Himmelsthür diese Techniken in geeigneter Weise trainieren. Auf diese Weise können wir eine gedankenbasierte einfache Kommunikation, zum Beispiel zur Schmerzmitteilung, herstellen“, erläutert Kristian Folta-Schoofs. „Die Erfahrungen im Projekt dienen der kontinuierlichen technischen Weiterentwicklung eines EEG-basierten Neurofeedbacksystems, das an die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit schwersten Behinderungen angepasst ist.“

Bei Neurofeedback handelt es sich um eine Methode, „bei der wir neurale Ableitungen, meist Elektroenzephalografie, kurz EEG, nutzen, um etwas zu steuern“, sagt Dr. Jasmin Kizilirmak, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe „Neurodidaktik“. So könne man auf diesem Wege Personen beibringen, einen Cursor auf einem Bildschirm zu steuern oder einen Heißluftballon auf und ab fliegen zu lassen. „Wir messen Hirnströme, über die wir dem Probanden in Echtzeit Feedback geben. Wir zeigen ihnen in der Regel eine Animation auf einem Bildschirm, die mit einem bestimmten EEG-Maß gekoppelt ist und sich entsprechend bewegt. Alle Probanden entdecken in der Regel für sich selbst Methoden, wie sie dies bewerkstelligen. Viele können es nicht einmal in Worte fassen. Es handelt sich meist um einen unbewussten Lernvorgang. Mit anderen Worten: Die Probanden können dann zwar mit der Zeit bewusst den Heißluftballon steuern, aber nicht immer genau sagen, wie sie das bewerkstelligen“, sagt Jasmin Kizilirmak.

Die technische Weiterentwicklung erfolgt in Kooperation mit dem Unternehmen Meditech Electronic, das das Projekt finanziell und technisch unterstützt. Zudem arbeiten die Wissenschaftler mit einem Team des „MedAppLab“ der Medizinischen Hochschule Hannover zusammen. „Das Team aus Hannover entwickelt eine technische Lösung für das Einlesen und Auswerten unserer EEG-Daten in und durch ein Smartphone, über das dann später die Rückmeldung der Gedanken erfolgen soll“, sagt Folta-Schoofs.

„Gute Erinnerungen schaffen“ – Uraufführungen am laufenden Band, seit 20 Jahren

Sie musizieren mit Intensität, statt an der Oberfläche zu kratzen: Junge Musikerinnen und Musiker aus der Universität begeistern Hildesheimer Bürger seit 20 Jahren mit Konzerten, mitten in der Stadt. Die beiden Musikdozenten Jan Hellwig und Willfried Beck schaffen den Rahmen für dieses immerwährende Experiment. Für ihre Arbeit werden die beiden Dozenten mit dem Preis der Universitätsgesellschaft Hildesheim ausgezeichnet.

Mit dem Preis zeichnet die Universitätsgesellschaft „das besondere Engagement" der beiden Dozenten und ihre „herausragende Leistung zur Gestaltung einer offenen Bildungslandschaft zwischen Universität und Öffentlichkeit" aus.

Seit 20 Jahren organisieren Jan Hellwig und Willfried Beck vom Musik-Institut der Universität Hildesheim Konzertreihen, jeweils unterstützt von Studententeams, zum Beispiel die Reihe „Bühne frei!“ und das „Wandelkonzert“. „Wir gehen raus in die Stadt, um unser Repertoire an den verschiedenen Weltkultorten den Bürgern und Gästen der Stadt Hildesheim zu präsentieren. Es kann ja nicht sein, dass die jungen Musikerinnen und Musiker nur für die Prüfung an unserem Institut üben“, sagt Jan Hellwig.

„Wir wollen jeweils etwas Einzigartiges schaffen, jede Veranstaltung ist daher quasi eine Premiere. Es entstehen Unikate für die Stadt. Die Konzerte sind ein Weg, um Verbindungen in die Stadt zu schaffen“, ergänzt Willfried Beck. Die Spielorte sind besonders, zum Beispiel die Konzerte im Weltkulturerbe Dom und Michaelis sowie im Roemer- und Pelizaeus-Museum – die Institutionen unterstützen das Uni-Langzeitprojekt mit Offenheit und Vertrauen in die Ideen der jungen Musiker. „Man kann Ort und Zeit vergessen, wenn man den Klängen der Vortragenden lauscht. Im Museum haben wir unter Absprache einen großen Freiraum, und Support vom Wachmann bis zur Direktorin, das ist genial. Wir dürfen den Flügel vor Ort nutzen, uns mit Aktionen in den verschiedenen Museumsbereichen bewegen“, berichtet Hellwig. Die Musikerinnen und Musiker reisen auch zu Konzerten nach Alfeld, nach Gronau, nach Sarstedt. Musik kann auch dort sein, „wo man sie nicht vermutet, wir haben auch in Filialen der Sparkassen gespielt, dann kommt jemand herein und möchte eigentlich nur Geld abheben und stolpert über unsere Klänge“, erinnert sich Beck.

Hellwig ist seit 1989, Beck seit 1984 an der Universität, „jetzt im 64. Semester“, lacht Willfried Beck. „Musik bedeutet, etwas zusammen zu schaffen. Sowohl mit Studierenden als auch mit den Kollegen erlebe ich eine sehr haltbare Zusammenarbeit. Von den Studierenden kommt das Frische, von uns Dozenten kommt das Konstante“, sagt der Instrumentallehrer für Saxophon.

Warum die Musikdozenten seit Jahrzehnten solche Konzertreihen mit Studierenden organisieren? Willfried Beck beschreibt das Anliegen so: „Die Konzerte sind eine Form, um die Leistung der Studierenden sichtbar zu machen und das Glück der Musik zu teilen. Und für die Studierenden selbst ist ein Konzert ein Weg, um sich zu prüfen. Das setzt voraus, dass man sich auch wirklich einbringt.“

Die Studentinnen und Studenten zeigen, welches Spektrum mit einzelnen Instrumenten möglich sei. Wer Konzerte organisiert, der könne „immer wieder Pionier sein, muss aber auch die Baustellen erkennen“, sagt Jan Hellwig. „Ich finde es cool, wenn man sich immer wieder neuen Herausforderungen stellt. Die Studentinnen und Studenten begeistern mich einfach.“ Und so entstehen in jedem Semester Uraufführungen. Mit ihren Seminaren möchten die beiden Dozenten „gute Erinnerungen schaffen“, sowohl für die Zuhörer, als auch für die beteiligten Musiker. Hellwig erinnert sich an ein Experiment in einer alten Scheune in Bodenburg (bekannt als „Bullenstall“, heute als Kunstgebäude im Schlosshof Bodenburg), drei Tage habe man dort gewohnt, geprobt, Stücke von Pink Floyd aufgeführt. Musik, sagt Hellwig, könne Aufbruchstimmung erzeugen. „Man kann Emotion zeigen, dabei kann man auch mal Scheitern, aber man kann auch besondere Momente zu schaffen. In dem Moment, wo etwas entsteht, wird es verletzbar. Manchmal entstehen Momente, die verzaubern. Und dann wieder muss man die Entzauberung, das Scheitern aushalten; hinterfragen, was man mit Leidenschaft tut. Jede Musik, auch Unterhaltung, braucht einen ernsthaften Künstler, eine ernsthafte Auseinandersetzung.“

Jedes Semester sei vollkommen neu, sagt Jan Hellwig. „Die Konstellation der Studentinnen und Studenten ist entscheidend. Wir machen kein Malen-nach-Zahlen. Die Ideen, die man hat sind der Motor. Das Ausprobierenkönnen ist wichtig. Und trotzdem wissen wir mit jedem Semesterbeginn: Das, was wir tun, bringen wir in die Realität, in die Gesellschaft. Wir wollen die Leidenschaft, die in der Musik entsteht, transportieren. Wir möchten auch Grenzen verschieben, im positiven Sinne: Ich werde zum Beispiel keine Obertöne wahrnehmen und damit spielen, wenn ich nicht mit Ihnen experimentiert habe.  Ich brauche jemanden, der mich auf verrückte Art verzaubern kann, neugierig machen kann. Computer sind dazu nicht geeignet, sie machen alles richtig. Das Exakte ist Musik ja gerade nicht. Musiker ziehen und verlängern auch mal Tonhöhen und Tonlängen. – Ein Verbiegen der Zeit für zum Beispiel Harmonien und Melodieverlauf.“

Hellwig unterstreicht die Bedeutung von Musiklehrerinnen und Musiklehrern, er selbst hatte einen tollen Klavierlehrer, „er hat die Autonomie in Gang gebracht, die man als Musiker und auch als Mensch haben sollte“. Nach Stationen in Hannover, Triest, Stuttgart und Jerusalem unterrichtet Hellwig seit 1989 an der Uni in Hildesheim. Die Stärke der Ausbildung in Hildesheim sei die Kombination aus Theorie und praktischem Tun. „Man kann dem Charakter der jungen Menschen folgen und sie bestärken. Es gibt auch Institutionen, die Talente kaputt machen.“ Studierende aus den Musikwissenschaften haben extra Ensembles gegründet, entdecken in solchen Konzertprojekten neue Konstellationen und die Stärken der anderen Kommilitonen. Eine Absolventin arbeitet im Jugendsymphonie-Orchester, eine leitet ein Künstlerbüro, ein anderer hat ein professionelles Jazz-Quintett gegründet.

Musik, sagt Hellwig, sei „das Momentane, das entsteht und dann wieder vergeht“, ein Beziehungsgeflecht zwischen Zeit, Raum und Klang. Mitten in Hildesheim. Seit über 20 Jahren. Man muss die Klänge nur hören, aufsuchen, wahrnehmen.

Tipp: Wer erfahren möchte, wann die nächsten Konzerte stattfinden, kann eine E-Mail schreiben an: info@buehnefrei.net.

Preisverleihung im Center for World Music

Die öffentliche Preisverleihung findet am Mittwoch, 28. September 2016, im Center for World Music der Universität Hildesheim statt. Die Musikerin und Hildesheimer Musikstudentin Min Chen begleitet die Feierstunde musikalisch. Interessierte Lehrende und Studierende sowie Bürger aus der Stadt sind herzlich eingeladen.

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news-12235 Sat, 30 Jul 2016 19:10:00 +0200 Ministerin: „Uni Hildesheim leistet wichtigen Beitrag für Verständigung“ https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/ministerin-uni-hildesheim-leistet-wichtigen-beitrag-fuer-verstaendigung/ „Die Universität Hildesheim leistet mit ihren Projekten zu Spracherwerb und musikalischer Bildung einen wichtigen Beitrag für Verständigung und Austausch“, so die Niedersächsische Wissenschaftsministerin anlässlich ihres Besuches an der Hildesheimer Universität. „Sprachförderung, Bildungsangebote und kulturelle Teilhabe sind entscheidend für die Integration von Zugewanderten. Die Universität Hildesheim leistet mit ihren Projekten zu  Spracherwerb und musikalischer Bildung einen wichtigen Beitrag für Verständigung und Austausch. Die drei Projekte, die ich mir heute angesehen habe, sind herausragende Beispiele dafür, dass Integration, Teilhabe und Diversität an der Universität Hildesheim gelebt und als gesamtuniversitäre Aufgabe definiert werden. Mein Dank gilt den engagierten Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Studierenden, die in ihren Bereichen daran arbeiten, dass der gesellschaftliche Wandel positiv gestaltet wird“, sagte die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić anlässlich ihres Besuches an der Universität Hildesheim.

Die Ministerin hat in dieser Woche die Universität Hildesheim besucht, um sich über den Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung" zu informieren. Darüber hinaus informierte sie sich über die Qualifizierung von Geflüchteten, die ein Studium aufnehmen möchten. Außerdem sprach die Ministerin mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich Mehrsprachigkeit über aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung.

Musikalische Wege: Aus der Not heraus den Gesang entdeckt

„Mit Musik kann man etwas bewegen, was man mit Worten nicht erreichen kann“, sagte Tinatin Tsereteli. Als Zehnjährige kam sie mit ihrer Familie in einer Flüchtlingsunterkunft in Deutschland an, da in Georgien ein Bürgerkrieg ausbrach. „Wenn ich allein war, bin ich eingetaucht in meine Musikwelt. In Georgien hatte ich Klavier- und Geigenunterricht. Die Musikwelt meiner Kindheit war sehr vielfältig. In Deutschland hatte ich kein Instrument, eine völlige Leere, wir hatten ein Zimmer für die ganze Familie. Aus meiner Not heraus habe ich den Gesang für mich entdeckt.“ Nach dem Abitur hat sie Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim und anschließend im Weiterbildungsstudiengang „musik.welt" studiert. Die Sängerin und Musikpädagogin kombiniert die musikalische mit der sprachlichen Bildung in Kitas und Grundschulen. „Die Kinder wollen lernen und alles wie ein Schwamm aufsaugen, wir müssen ihnen nur die Chance geben“, sagt Tsereteli.

Über Bildungschancen sprach auch Abbass Anoor. „Ich bin in Darfur aufgewachsen. Ich wollte zur Schule gehen, aber ich durfte nicht. Ich wollte nicht als Kuhhirt enden und rannte mehrfach ohne Erfolg von zu Hause weg, bis es mir mit 13 Jahren gelang. Ich wollte in die Schule gehen. Erst mit 20 Jahren lernte ich richtig, Texte und meinen Namen zu schreiben.“ 25 Jahre später spricht Anoor vier Sprachen: Arabisch, Französisch, Englisch und Deutsch. Er ist ein bekannter Rapper aus dem Sudan und musste wegen seiner kritischen Liedtexte das Land verlassen. In seinen Texten spricht der Musiker und Dichter trotz einer positiven Grundeinstellung auch die Probleme seines Landes an. „Ich kann mich durch Musik am besten ausdrücken, was ich fühle, was ich auf den Straßen gesehen habe zu der Zeit, als ich noch im Sudan war.“

Heute studiert der Rapper Musik an der Universität Hildesheim. „Die universitäre Sprache ist etwas schwierig für mich, der Weg von Frankfurt nach Hildesheim ist zeit- und kostenaufwändig“, sagt der 43-Jährige. „Aber für mich ist das Studium eine große Chance. Wirklich, eine große Chance. Ich lerne viele neue Dinge über Musik, Geschichte und kulturelle Diversität. Ich lerne ein neues Instrument, jetzt spiele ich E-Bass. Die Leute an der Universität sind sehr hilfreich, auch in anderen Lebensbereichen. Das Center for World Music hat mir eine Chance, eine neue Familie gegeben. Mein Dank gilt Professor Raimund Vogels und Morena Piro – ich habe zum Glück diesen Ort gefunden. Jetzt habe ich eine zweite Heimat – hier in Deutschland.“

Seit 2011 bildet das Center for World Music der Universität Hildesheim Berufstätige aus, die Musik in ihrem Arbeitsumfeld aufgreifen – zum Beispiel in Kitas, Schulen, Stadtteilen, Flüchtlingsunterkünften und Jugendzentren. „Das Wissenschaftsministerium hat den Studiengang musik.welt ermöglicht. Die Stiftung Niedersachsen fördert diese Arbeit, dafür bedanken wir uns sehr“, sagte Universitätspräsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich. Ohne die Unterstützung der Stiftung Niedersachsen könnten die Studentinnen und Studenten nicht an der Universität Hildesheim lernen, da viele den Betrag für ein berufsbegleitendes Studium nicht finanzieren könnten. Insgesamt erhalten 20 Studierende jeweils ein Stipendium. Eine wichtige Landesstiftung habe die Bedeutung von Musik und kultureller Diversität in der Gesellschaft erkannt und handelt entsprechend, so der Musikethnologe und Direktor des Hildesheimer Forschungszentrums, Professor Raimund Vogels. Dadurch konnten in Hildesheim Strukturen aufgebaut werden, um Bildungswege von Menschen, von denen viele ihre Bildungsabschlüsse im Ausland (etwa Georgien, Kamerun, Marokko, Russland, Sudan, Iran, Irak, China, Mongolei) erworben haben, zu fördern und gleichzeitig ihre vielfältigen Erfahrungen anzuerkennen.

Universität begleitet Wege in das Studium – Ministerin: „Sie sind Pioniere“

Während Tinatin Tsereteli und Abbass Anoor den Übergang in das Studium bereits geschafft haben, sind einige junge Erwachsene mitten auf ihrem Weg an die Universität. Die Wissenschaftsministerin sprach mit jungen Erwachsenen aus Syrien, Ruanda und dem Iran, die sich derzeit in einem sechsmonatigen Intensivsprachkurs auf ein Studium vorbereiten. Sie gaben Einblicke in ihren Lebensweg und erklärten, welche Chancen, aber auch Schwierigkeiten sie erleben.

Seit Frühjahr 2015 begleitet die Universität Hildesheim Studieninteressierte mit Fluchterfahrung auf ihrem Weg ins Studium. Derzeit nehmen 15 junge Erwachsene an einem Intensivsprachkurs und einer Studienvorbereitung teil. „Wir begleiten Studierende auf ihrem Weg an die Universität. Die Studienvorbereitung umfasst eine individuelle Beratung zu Themen wie Bewerbung, Finanzierung und Stundenplangestaltung. Wie orientiere ich mich auf dem Campus, wie nutze ich die Bibliothek und das Rechenzentrum? Außerdem gehören Veranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten, Treffen mit Studierenden und Ausflüge dazu“, sagte Anna-Maria Pulm, Mitarbeiterin im International Office der Uni Hildesheim.

„Ich persönlich habe einen Plan, Schritt für Schritt“, berichtete der 24-jährige Majed. Seit eineinhalb Jahren lebt er in Deutschland. „Erst muss ich die deutsche Sprache besser sprechen und schreiben. Ich möchte gut in der Sprache sein. Dann möchte ich mein Informatikstudium abschließen und einen Beruf finden. Ich konnte mein Studium in Aleppo in Syrien nicht fortsetzen, Ich habe viel Zeit verloren und möchte endlich wieder lernen. Ich habe zufällig über eine Freundin von dem Intensivsprachkurs in Hildesheim erfahren – das ist ein großes Glück. Das Uni-Angebot ist selten, ich kenne viele Freunde, die keinen Sprachkurs machen und sich nicht auf ein Studium vorbereiten können. Ich mache mir aber Sorgen, wie ich mein Studium finanzieren kann.“

Auch Nareen, Sajadeh und Ahlam möchten ihr Studium fortsetzen. Als Nareen vor eineinhalb Jahren in Hildesheim ankam, war der Wunsch groß, wieder zu lernen. „Wegen des Krieges in Syrien konnte ich mein Mathematikstudium nicht fortsetzen“, so die 24-Jährige. „Am Anfang war es einfach mit der Sprache, ich habe eine B1-Prüfung abgeschlossen. Dann gab es eine lange Pause – und nun habe ich endlich den Sprachkurs an der Universität gefunden. Man muss sich bemühen, um sein Ziel zu erreichen.“ Sajadeh bereitet sich derzeit auf das Lehramtsstudium vor, ein zweimonatiges Praktikum an einer Grundschule in Hannover habe ihren Berufswunsch bestätigt. An einer iranischen Universität hat die 31-Jährige Englisch und Literatur studiert. Dann habe sie viel Zeit verloren. Nun möchte sie „unbedingt weiterstudieren“. Täglich fährt sie vier Stunden durch Niedersachsen, um an dem Sprachkurs in Hildesheim teilzunehmen. Auch Ahlam hat „viel gewartet“, um ihren Bildungsweg fortsetzen zu können. „Das Schwierige ist die Sprache. Ich habe viel alleine gelernt und habe mir die Sprache selbst beigebracht. Ich habe nach einem Sprachkurs gesucht. Viele Schulen haben mir gesagt: Nein, du kannst nicht studieren. Dann habe ich diesen Intensivsprachkurs der Universität Hildesheim gefunden, ich bereite mich jetzt auf mein Studium vor. Es ist eine tolle Gelegenheit. Wir lernen gemeinsam und wir diskutieren in der Gruppe“, sagt die 24-jährige Ahlam. Sie lebt seit zweieinhalb Jahren in Deutschland.

„Sie sind Pioniere, sie haben jetzt angefangen, ihren Bildungsweg an der Universität fortzusetzen. Ich wünsche Ihnen alles Gute“, sagte die Niedersächsische Wissenschaftsministerin zu den jungen Erwachsenen.

Mehrsprachigkeit: Maßnahmen sollten auf Forschungserkenntnissen aufbauen

Es sei wichtig, so Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache, aktuelle Bildungsmaßnahmen auf Erkenntnissen aus der Forschung aufzubauen. Derzeit tagen etwa 40 Promovenden sowie Professorinnen und Professoren aus den USA, dem Irak, Schweden, Island, Italien, England und Deutschland an der Universität Hildesheim. Darunter Koryphäen wie die Linguisten Professor Konrad Ehlich, Professorin Rita Franceschini und Professorin Aneta Pavlenko.

„Es gibt viele Personen, die aktuell beim Spracherwerb helfen möchten. Damit wir jetzt nicht in eine Phase kommen, in der sich viele Personen engagieren, dann aber merken, dass sie nicht weiterkommen oder an Widerstände stoßen, braucht es eine Professionalisierung von Lehrpersonen, die in verschiedenen Altersstufen unterrichten können – für Kinder, Jugendliche, Erwachsene – und Personen, die sich auch mit Traumata befassen“, sagte die Schweizer Professorin Rita Franceschini, die an der Freien Universität Bozen in Südtirol, Italien, forscht und lehrt.

„Wir müssen die gesamte Lernbiografie eines mehrsprachigen Kindes betrachten, und können ein Kind nicht allein auf Sprache oder Migrationshintergrund reduzieren. Eine interdisziplinäre Perspektive ist wichtig. Jeder Lerner bewegt sich innerhalb eines soziokulturellen Umfeldes, bringt eine bestimmte Persönlichkeit, bestimmte kognitive Fähigkeiten und psychologische Bewältigungsstrategien mit“, sagte Professorin Kristin Kersten. Die Hildesheimer Sprachwissenschaftlerin untersucht derzeit in zwei Forschungsprojekten gemeinsam mit Psychologen, wie Kinder mehrsprachig lernen. An bilingualen Schulen und Kindertagesstätten dokumentiert das Forscherteam zurzeit, wie der Spracherwerb funktioniert und wie Lehrer diese Lernprozesse begleiten und bilinguale Programme implementieren [mehr Infos zur Studie 1 und Studie 2]. Die Projekte werden im Rahmen der Programme „PRO Niedersachsen“ und „VW Vorab“ gefördert.

Wie können Lehrerinnen und Lehrer den Spracherwerb begleiten? „Es sollte Plattformen geben, um sich über gelungene Maßnahmen auszutauschen. Jede Person lehrt für sich alleine. In einem ‚Center for meetings‘ könnten sich Lehrer treffen und ihr Wissen und Materialien teilen: Was funktioniert gut? Das ist sehr simpel, aber effektiv“, kommentierte Professorin Aneta Pavlenko von der Universität Philadelphia, USA. Sie ist selbst in einem Flüchtlingscamp aufgewachsen und hatte in den 90er Jahren Englisch in einer Flüchtlingsunterkunft in Italien unterrichtet. Solch ein Austausch sollte sowohl online wie auch offline, im persönlichen Gespräch, möglich sein. „Lehrer sollten sowohl gelungene Materialien und Stundenplanungen teilen als auch ihre Erfahrungen, wenn etwas nicht klappt", so Professorin Pavlenko.

„Der Bedarf an abgesichertem Wissen zu Fragen der Migration und Integration ist groß“, so Elke Montanari. Daher fördert die Universität den wissenschaftlichen Nachwuchs.

An der internationalen „Summer School: Multilingualism and Diversity Education" sind das Zentrum für Bildungsintegration, das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung, das Institut für deutsche Sprache und Literatur, das Institut für englische Sprache und Literatur sowie das Institut für Interkulturelle Kommunikation beteiligt.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 3 Deutsche Sprache Englische Sprache Interkulturelle Kommunikation Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Center for World Music Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Flüchtlinge Lehrerbildung Personalportal
news-12046 Fri, 08 Jul 2016 09:10:00 +0200 Interview: Stiftungsuniversität https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/interview-stiftungsuniversitaet/ Der Landesrechnungshof kritisiert das Modell der Stiftungsuniversitäten. Seit ihrer Einrichtung vor 14 Jahren hätten sie kaum ihre Finanzausstattung durch Zustiftungen verbessert. Das Stiftungsmodell auf die Finanzen zu reduzieren, sei einseitig, entgegnet Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich. Seit 2003 ist die Universität Hildesheim eine Stiftungsuniversität. Damit verbunden sind mehr Gestaltungsspielräume: Die Stiftungshochschule erhielt vom Gesetzgeber die Dienstherren- und die Bauherreneigenschaft sowie das Berufungsrecht. Ein Beispiel ist der Neubau am Hauptcampus. „Wir bauen ohne das Staatliche Baumanagement. Das Forum am Universitätsplatz 1 haben wir innerhalb des Zeitrahmens und mit Unterschreitung des Kostenrahmens gebaut“, sagt Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich in einem Interview mit der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung.

Darin reagiert Friedrich auf Kritik des Landesrechnungshofs Niedersachsen. Dieser kritisiert in seinem aktuellen Jahresbericht das Modell der Stiftungshochschulen in Niedersachsen („Stiftungshochschulen – ein Irrweg?“). Seit 14 Jahren hätten sie ihre Finanzausstattung durch Zustiftungen von Privatpersonen nicht in nennenswertem Umfang verbessert. „Diese Kritik besteht zu Recht, wir haben kaum Stiftungskapital aufgebaut. Ich habe übrigens beim Festakt 2002 vor übertriebenen Erwartungen gewarnt und einen Präsidenten der Harvard Universität zitiert: Für ein solches Projekt braucht man 100 Jahre. In Deutschland wohl eher noch länger“, argumentiert Friedrich. „Wir haben uns stark auf Stiftungsprofessuren konzentriert und zehn in Hildesheim eingeworben. Damit liegen wir in Niedersachsen an der Spitze. Diese Stiftungsprofessuren haben wir für neue profilbildende Bereiche eingesetzt: Informatik, Psychologie, Sport und Gesundheit.“

Der Landesrechnungshof konzentriere sich in seiner Bewertung einseitig auf die Finanzen, nenne aber nicht die vielen Vorteile und Ziele des Stiftungsmodells. „Dazu zählt die schnelle Handlungskompetenz im Wettbewerb. Wir waren in der Lage, Kollegen hier zu halten, weil sie die Arbeitsbedingungen an unserer Stiftungsuniversität für besser halten. Es zählen zu den Zielen die Dienstherreneigenschaft und das Berufungsrecht. Der damalige Minister Oppermann übertrug es uns, damit Verfahren nicht wie üblich 18 Monate dauern, sondern nur sechs Monate“, so Universitätspräsident Friedrich.

Interview

Hier geht's zum ganzen Interview (PDF) mit dem Universitätspräsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich (Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 04.06.2016)

Mehr erfahren: Entwicklung der Stiftungsuniversität Hildesheim

Im aktuellen Uni-Journal äußert sich Dr. Uwe Thomas über die Entwicklung der Stiftungsuniversität. Welche Aufgaben hat der Stiftungsrat? Wie geht die Universität mit der Grundfinanzierung um? Wie wirkt die Universität in die Stadt hinein? Uwe Thomas ist seit 2015 Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Universität Hildesheim. Außerdem erläutert Dr. Matthias Kreysing in einem ausführlichen Beitrag die finanzielle Entwicklung der Universität. Kreysing ist als hauptberuflicher Vizepräsident an der Universität Hildesheim für Finanzen und Personal zuständig. Hier geht's zum Uni-Journal (Frühjahr 2016, PDF).

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Personal Personalportal Präsident Stiftungsuniversität
news-11961 Thu, 09 Jun 2016 15:52:00 +0200 Neu im Amt: Uwe Thomas https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/neu-im-amt/ Im Interview gibt Dr. Uwe Thomas, seit 2015 Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Universität Hildesheim, Einblicke in die Arbeit. Welche Gestaltungsspielräume kann die Universität nutzen? Welche Aufgaben hat der Stiftungsrat? Wie geht die Universität mit der Grundfinanzierung um? Wie wirkt die Universität in die Stadt hinein? Seit 2003 ist die Universität Hildesheim eine Stiftungsuniversität. Damit verbunden sind mehr Gestaltungsspielräume. Die Stiftungshochschule erhielt vom Gesetzgeber die Dienstherren- und die Bauherreneigenschaft sowie das Berufungsrecht. „Die Stiftungsuniversität hat seit ihrer Gründung bemerkenswerte Erfolge erzielt. Die Entwicklung der Studierendenzahl, der aktuelle Fächerkanon, die Position der Stiftung Universität Hildesheim unter den niedersächsischen Hochschulen sowie die hohe Anerkennung seitens des Landes, aber auch der Ausbau der baulichen Infrastruktur sind eindrucksvolle Belege hierfür“, sagt Dr. Uwe Thomas, Vorsitzender des Stiftungsrates. „Ich kann also festhalten, dass ich ein gut bestelltes Haus angetroffen habe. In meiner bisherigen Tätigkeit im Stiftungsrat, dem ich seit über zwei Jahren angehöre, konnte ich mich davon immer wieder überzeugen. Nachdem ich mit der Übernahme des Vorsitzes im Stiftungsrat das nachhaltige Vertrauen dieses Gremiums erfahren durfte, freue ich mich, den Weg der Universität in Anknüpfung an das Erreichte noch kraftvoller mitgestalten zu dürfen.“

Seit 1989 arbeitet Thomas bei BOSCH, seit 2013 ist er Vorsitzender von BOSCH Automotive Aftermarket. Seit 2015 ist Dr. Uwe Thomas Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Universität Hildesheim. „Ich lebe seit zehn Jahren in Hildesheim und sehe, wie wichtig es ist, dass die Universität gut in der Stadt verankert ist. Es gibt Städte, auch kleinere, die mit Stolz erleben, dass Wissenschaft vor Ort ist. Wir sollten uns deshalb immer wieder fragen, welche Bezugspunkte zwischen Stadt und Uni entstehen können.“

Lesen Sie das aktuelle Interview mit dem neuen Vorsitzenden des Stiftungsrates (Uni-Journal Frühjahr 2016) (PDF)

Im aktuellen Uni-Journal lesen Sie auch einen Beitrag über die finanzielle Entwicklung der Universität von Dr. Matthias Kreysing. Kreysing ist als hauptberuflicher Vizepräsident an der Universität Hildesheim für Finanzen und Personal zuständig.

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Personalportal
news-11960 Thu, 09 Jun 2016 10:09:00 +0200 Neu an der Uni: Von Chemiedidaktik bis zu Sozialphilosophie https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/neu-an-der-uni-von-chemiedidaktik-bis-zu-sozialphilosophie/ Was machen Sie gerade? Ankommen! Und dann geht es schon los mit der Lehre und Forschung. Isa Lange traf frisch ernannte Professorinnen und Professoren – im Labor, im Büro, auf dem Campus. Ein Rundgang. Zwischen Essigsäure, Methylorange und Indigo-Lösung taucht Jürgen Menthe auf. Der Professor arbeitet im Bereich Chemiedidaktik und chemische Forschung. An diesem Morgen sind auch die Doktorandin Jasmin Jaeger und der Postdoc Jan Maichrowski im Uni-Labor. Die Hildesheimer Arbeitsgruppe untersucht derzeit das Wasser der Innerste: Der Fluss war stark schwermetallbelastet aufgrund des Bergbaus im Harz. Mittlerweile ist das Blei sedimentiert und im Boden eingelagert. Werden durch bestimmte Stoffe, die in Abwässern enthalten sind, die Giftstoffe wieder freigesetzt und gelangen auf Weiden und in den Nahrungskreislauf? Um für Chemie zu begeistern, setzt Professor Menthe in der Lehrerausbildung an. An der Universität bildet der 44-Jährige Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. „Interesse für chemische Prozesse zu wecken ist möglich, wenn ich an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen andocke. Warum schwimmt Eis? Warum rosten Autos heute kaum noch?“ Um eine Idee davon zu entwickeln, was Chemie auszeichnet, „muss man Chemie machen, riechen, mit Stoffen und Geräten umgehen“. Jürgen Menthe und seine Studierenden laden daher Schulen aus der Region zu „Schülerlaboren“ in die Uni ein. „Jugendliche in Bewegung zu bringen geht ganz gut. Die große Kunst des Unterrichtens ist, Ergebnisse und Erkenntnisse auch festzuhalten.“

Janna Teltemann richtet ihr Büro in der 4. Etage am Hauptcampus ein und bereitet sich auf die ersten
Vorlesungen an der Universität Hildesheim vor. Die 35-Jährige ist Juniorprofessorin für Bildungssoziologie. „Als Nachwuchswissenschaftlerin freue ich mich, in Hildesheim die Möglichkeit zum eigenständigen Forschen und Lehren zu bekommen und hoffentlich auch eine Perspektive auf eine dauerhafte Tätigkeit aufbauen zu können“, sagt Teltemann. Die Soziologin arbeitet viel mit Schulleistungsstudien. Internationale Vergleichsstudien wie „PISA“ sind oft nur eine Momentaufnahme. Wie kann man diese Querschnittstudien in eine Langzeitbeobachtung überführen, um zu untersuchen, wie etwa die Gliederung der Schulsysteme mit dem Grad der Chancengleichheit in einem Land zusammenhängt? „Im Hörsaal erwarten mich in der Lehre viele Lehramtsstudierende. Ich möchte siefür soziologisches Denken begeistern und ihnen für ihre künftige Tätigkeit im Klassenzimmer wichtiges Grundlagenwissen über die Entstehung von Ungleichheiten im Schulsystem vermitteln.“ Denn, sagt Teltemann, ein grundlegendes Prinzip unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens sei, dass „alle die gleichen Chancen haben, alle gesellschaftlichen Positionen zu erreichen“. Anstrengung und Fleiß sollten zählen – nicht Herkunft, Geschlecht oder sozialer Status.

Im Büro nebenan arbeitet Professor David Salomon. Der Politikwissenschaftler forscht über den Zustand der Demokratie. „Ich arbeite gerade an der Frage, wie politische Bildung – innerhalb und außerhalb der Schule – auf die Tendenz einer schleichenden Entdemokratisierung reagiert.“ Sein erstes Seminar als Gastprofessor an der Uni in Hildesheim dreht sich um die Art und Weise, wie Kinder politische Weltbilder konstruieren und politische Erfahrungen sammeln. Kinder, sagt Salomon, „sind keine außerpolitischen oder vorgesellschaftlichen Wesen. Auch die Kleinsten haben Interessen und machen sich ein Bild von der Welt. Sie sammeln immer wieder politische Erfahrungen.“

Nächste Station: Radfahrt zum Kulturcampus Domäne Marienburg. Auf der mittelalterlichen Burganlage befassen sich etwa 1100 Studierende praktisch (etwa auf der Bühne im Burgtheater) und theoretisch (im Seminarraum) mit Theater, Medien, Musik, Kunst, Philosophie und Literatur. Hier lehrt Andreas Hetzel. Auch er richtet gerade sein Büro ein, auf der einen Seite des Gebäudes blickt man auf Hühner, eine Weide mit Pferden, das Flüsschen Innerste. Auf der anderen Seite geht es raus auf den Campus.
Der Professor für Sozialphilosophie beschäftigt sich in seiner Forschung mit Vertrauen, Macht, Anerkennung, Liebe und Angst, Hass, dem Scheitern des Sozialen. „Praktische Philosophie hat mit Alltag zu tun und ist auf Handlung bezogen und bedeutet auch kritische Zeitgenossenschaft", sagt der 51-Jährige.

Zurück zum Universitätsplatz, 4. Etage im Neubau: Professorin Carola Iller greift zu einem Stapel Briefe. Handgeschrieben. „Die Briefe dokumentieren, was den Gasthörern bedeutet, dass sie hier in Hildesheim mit 50 oder 80 Jahren studieren können.“ Eine ältere Dame hat etwa ein selbst gebundenes Literaturheft produziert und an die Uni geschickt. Nach der Schule endet Lernen nicht, sagt die 49-jährige Professorin für Weiterbildung. Nach der Kita und Schulzeit stehen noch etwa drei Viertel der Lebenszeit bevor, wenn man von einem Lebensalter von etwa 80 Jahren ausgeht. Am Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung befasst sich die Erziehungswissenschaftlerin auch mit dem Schulalltag: Wie können Lehrerinnen und Lehrer, die mitten im Beruf stehen, Weiterbildung in ihren Arbeitsalltag integrieren? „Ein Lehramtsstudium reicht nicht aus, um bis zur Rente eine gute Lehrerin zu sein. Das spüren wir gerade an Schulen, wenn es um den Umgang mit Vielfalt und die Reform zur inklusiven Schule geht“, so Carola Iller.

Lesen Sie die Porträts im aktuellen Uni-Journal auf Seite 1 und 2 (Frühjahr 2016) (PDF)

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news-11155 Thu, 14 Jan 2016 18:30:00 +0100 Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung und Service https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-und-service/ Bettina Uhlig untersucht, wie Kinder Bilder wahrnehmen und produzieren. Guido Graf eröffnet in seinen Seminaren „neue Wissenswelten, fordert heraus, ohne zu überfordern". Angelika Obstoj kennt die Universität aus all ihren Facetten. Die Universität Hildesheim zeichnet Graf, Uhlig und Obstoj für ihre hervorragenden Leistungen in Lehre, Forschung und im Wissenschaftsmanagement aus. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. „Universität bedeutet Gemeinschaft, wir sind eine große Familie. Wir freuen uns, dass neue Professorinnen und Professoren unser Team verstärken, unter anderem in den Bereichen Chemiedidaktik, Philosophie, Politikdidaktik und Weiterbildung“, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich in dieser Woche während des Neujahrsempfangs der Universität Hildesheim. Jedes Jahr verleiht die Universität Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Preise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert.

Die Preisträger sind:

Preis für hervorragende Forschung: Prof. Dr. Bettina Uhlig, Professorin für Kunstpädagogik

Der Preis für hervorragende Forschung geht an Prof. Dr. Bettina Uhlig vom Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft. Bettina Uhlig ist seit 2010 als Professorin für Kunstpädagogik und Didaktik der Bildenden Kunst an der Stiftung Universität Hildesheim tätig. Sie untersucht, wie Kinder Bilder wahrnehmen, produzieren und wie sich dies verändert. „Hierfür hat sie auf der Domäne ein bilddidaktisches Forschungsstudio eingerichtet. In Kooperation mit Grundschulen und Kindergärten führt sie ein Feldforschungsprojekt durch, das Aufschluss über die anthropologischen und kulturellen Grundlagen der Entwicklung von Bildlichkeit geben soll“, erläutert Vizepräsidentin Prof. Dr. Renate Soellner in ihrer Laudatio. Ihre Grundlagenforschung habe „einen hohen Anwendungsbezug“.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Kinder über spezifische Imaginationsprofile verfügen. „So gibt es Kinder, deren narrative Imagination besonders prägnant ist, andere wiederum können sich Szenisches oder technische Zusammenhänge besonders gut vorstellen. Je nach Imaginationstyp differiert die bildnerische Praxis und führt bei einer gezielten Begleitung zu entsprechend unterschiedlich großen Fortschritten in der individuellen Bildpraxis von Kindern“, erläutert Soellner. Professorin Uhlig sei „ausgesprochen vernetzt“ und ist unter anderem Mitbegründerin des Forschungsnetzwerks IMAGO. „Ihre Forschungsergebnisse fließen sowohl in die fachdidaktische Diskussion als auch in die Praxis in Kindergärten und Schulen ein. Ihre Arbeiten sind somit im besten Hildesheimer Sinne an der Schnittstelle von Theorie und Praxis angesiedelt“, sagt Renate Soellner.

So arbeitet die Professorin zum Beispiel mit dem Hildesheimer Dommuseum in der Lehrerausbildung zusammen. Lehramtsstudierende gehen gemeinsam mit Schulklassen und Kindergärten in das Museum, um über die Objekte zu sprechen. „Die Kinder und ihre Fragen sind uns wichtig", sagt Bettina Uhlig. In den vergangenen 30 Jahren ging es häufig um die Vermittlung zeitgenössischer Kunst. Wie entwickeln Kinder ein historisches Bewusstsein für die Stadt, in der sie leben? Wie kann man die für Kinder vermeintlich schwierige und ferne alte Geschichte adäquat vermitteln? Die Professorin verlegt ihre Seminare für angehende Lehrerinnen und Lehrern aus dem Hörsaal in das Museum. Die Studierenden der Universität Hildesheim sammeln wertvolle Praxiserfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem Dommuseum. „Jede Forschung braucht Resonanz, ich möchte mich bei den Kolleginnen und Kollegen für den Austausch und bei der Universitätsleitung für das positive Forschungsklima bedanken“, sagt Uhlig.

Preis für hervorragende Lehre: Dr. Guido Graf lehrt Kulturjournalismus

So viele Nominierungen wurden bisher noch nie eingereicht, freut sich Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. 69 Vorschläge von Studierenden für den Preis für hervorragende Lehre gingen bei der Universität ein.

Eine Jury – bestehend aus zwei Studierenden der Fachbereiche 1 (Nadine Federschmidt) und 2 (Simon Böker), der Studiendekanin des Fachbereichs 3 (Prof. Dr. Annette Sabban) und dem Studiendekan des Fachbereichs 4 (Prof. Dr. Klaus Schmid) – hat entschieden: Der  Preis geht an Dr. Guido Graf, der seit 2008 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft tätig ist. Er hat Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Braunschweig studiert und seine Dissertation über den Briefwechsel zwischen den Schriftstellern Arno Schmidt und Hans Wollschläger (Lehrer-/Schülerverhältnis) geschrieben. Bevor er  nach Hildesheim kam, arbeitete er als freier Journalist für Zeitungen und den Rundfunk. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Literaturvermittlung, Sound-Poetik, Social Reading, Radio, Medientheorie, Gegenwartslyrik und Übersetzung.  

Guido Graf „eröffnet in seinen Seminaren neue Wissenswelten, fordert heraus, ohne zu überfordern, er ist aufgeschlossen gegenüber Studierenden“, sagt der Student Jacob Teich über seinen Dozenten. „Guido Graf hört sich jede Idee an, gibt ihr Raum, diskutiert. Es geht ihm in der Lehre um individuelle Interessen, um Gemeinschaft, um Freiräume, in denen jeder sein Netz auswerfen kann, in denen ‚Hobbyangler‘ und ‚Profifischer‘ voneinander lernen.“ Der Dozent entgegnet auf die Laudatio: „Dass mir die Lehre so viel Spaß macht, hat vor allem etwas mit den hervorragenden Studierenden zu tun.“

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Dezernentin Dr. Angelika Obstoj

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, „die sich in ganz besonderem Maße für unsere Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben“, sagt der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

Die Preisträgerin ist Dr. Angelika Obstoj, Leiterin des Dezernats für Studienangelegenheiten. Seit 1988 arbeitet sie an der Universität Hildesheim. 1993 übernahm sie alle Sekretariats- und Verwaltungsaufgaben im Dezernat 3, Studium und Lehre, und war Ansprechpartnerin in der zentralen Studienberatung, „um Studieninteressierten im Erstkontakt Rede und Antwort zu stehen“, so Matthias Kreysing. „Ihr Engagement reichte und reicht immer noch über die ‚normalen‘ Aufgaben hinaus.“ So ist sie zum Beispiel Mitglied in der ständigen Senatskommission Lehramt (SKoLA) „und sehr aktiv in der Umsetzung eines Projekts zur Sprachlernunterstützung von Flüchtlingen, das vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium gefördert wird“.

„In der für unsere Universität besonders wichtigen Phase der Stiftungswerdung war sie Vizepräsidentin für Lehre. Sie kennt die Universität aus all ihren Facetten wie sonst kaum jemand“, sagt Vizepräsident Kreysing über die Leistungen der Uni-Dezernentin im Wissenschaftsmanagement. „Ich schätze Frau Obstoj wegen ihres hohen Organisationstalents, ihrer ausgeprägten Fähigkeit zu selbständigen und selbstbewussten Arbeiten sowie für ihre allgemein geschätzte Kooperationsbereitschaft, die immer mit einem Blick fürs Ganze kombiniert ist.“

Angelika Obstoj freut sich über den Preis für hervorragenden Service, denn „der Preis stellt eine hochschulöffentliche Würdigung meiner Arbeit an einer der Schnittstellen von Wissenschaft und Verwaltung, dem Dezernat für Studienangelegenheiten, dar". „Diese Arbeit findet zwar zumeist eher im Hintergrund statt, leistet aber gleichwohl einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der universitären Aufgaben in Lehre, Forschung und Weiterbildung. In meinem Dezernat spielt natürlich gerade auch der Service gegenüber den Studierenden eine große Rolle. Insofern ist die Ehrung für mich auch eine Anerkennung unseres Beitrages zur Umsetzung des im Leitbild der Universität formulierten Profilelements der Studierendenuniversität", so Obstoj.

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news-9898 Mon, 27 Apr 2015 15:18:00 +0200 Arbeiten mit Kind https://www.uni-hildesheim.de/fr/personal/detailansicht/artikel/arbeiten-mit-kind/ Das ist hier nach wie vor die Uni-Welt, sagt Felix Hahne. Auf dem Schreibtisch des Wissenschaftlers entdeckt man statt Familienfotos Ordner, Mappen und Computer. In der Lehre setzt er sich für eine familiengerechte Hochschule ein und nimmt auf Lebenslagen von studentischen Eltern und Alleinerziehenden Rücksicht, etwa als Praktikumsbeauftragter der IT-Studiengänge. Ein Einblicke in den Alltag des Wissenschaftlers und Familienvaters. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag als Wissenschaftler aus?

Ich habe heute einen Teil meiner Arbeitszeit dafür verwendet, mich auf die Vorlesung vorzubereiten, um 10:00 Uhr geht es um Online-Befragungen. Außerdem steht eine Übungsgruppe „Grundlagen der BWL“ an, hier stimme ich mich mit meinen studentischen Hilfskräften ab, bereite Folien vor. Dann gibt es „Verwaltungskrams“, organisatorische Dinge. Studierende fragen mich, wie sie sich zur Klausur anmelden können. Ich bereite das „Speed-Dating“ nach. Dabei kommen Unternehmen aus der Region und IT-Studierende zusammen, die einen Praktikumsplatz suchen. Die Unternehmen sind sehr unterschiedlich – vom Entwickler von Lernsoftware bis zum Großhändler für Elektronikbauteile, vom Energieversorger bis zum Informationssystemhersteller. Hier sind viele Abstimmungen mit den  Unternehmensvertretern aus Personal- und Fachabteilungen notwendig. Für unsere Studierenden ist das eine Chance, den passenden Praktikumsplatz zu finden, zum Beispiel um Studienkenntnisse rund um Programmierung und Software im Arbeitsalltag einmal anzuwenden.

In der Forschung befasse ich mich mit betriebswirtschaftlichen Informationssystemen, Marktforschung und Logistik, ich bin Mitglied der Arbeitsgruppe von Professor Klaus Ambrosi. Nehmen wir als Beispiel einmal die Befragungen: Ich untersuche, inwieweit man Online-Befragungen als Instrument der Marktforschung anwenden kann. Sie nehmen einen immer größeren Anteil unter den Befragungen an, mittlerweile etwa ein Drittel. Papierbefragungen kann man nicht eins zu eins in Online-Befragungen übertragen, man muss das mediengerecht gestalten. Die Verknüpfung von Technik und Betriebswirtschaft ist mein Gebiet.

Wie sieht denn ihr Arbeitsalltag als Familienvater aus?

Ich bin zweifacher Vater, meine Tochter ist fünf Jahre, mein Sohn eineinhalb. Dass ich Vater bin, hat sich auf mein Arbeitsleben, die Zeit, wo ich an der Universität im Büro oder Hörsaal bin, gar nicht so sehr ausgewirkt. Das ist hier nach wie vor die Uni-Welt, zu Hause ist die Zu-Hause-Welt. Manchmal sagt meine Lebensgefährtin: „Jetzt darfst du wieder zur Arbeit“. Sie beneidet mich manchmal schon um den Arbeitsalltag, sie ist derzeit komplett zu Hause. Der Unterschied ist: Zu Hause ist es viel weniger erholsam als früher, seitdem das zweite Kind da ist, bemerke ich die Belastung, in einigen Phasen bin ich weniger konzentriert – das ist der Schlafmangel bei einem kleinen Kind.

Aber ist es nicht auch sehr schön zu wissen: Da komme ich zurück, zur Familie?

Ja sicher, da freue ich mich, nicht nur ein großer, sondern auch zwei kleine Menschen begrüßen mich, wenn ich von der Arbeit komme.

Die Universität ist im audit familiengerechte Hochschule zertifiziert. Wie sieht das in Ihren Seminaren aus – achten Sie darauf, dass Kinder auch mit zur Studierendenwelt gehören?

Eindeutig – die Sensibilisierung für Problematiken und Begleitumstände, die eben kommen, wenn man Familienvater ist oder alleinerziehend ist, ist noch viel stärker da als früher. Ich bin relativ spät Familienvater geworden, mit 42 Jahren. Ich hoffe, dass ich früher nicht einmal einen blöden Spruch einem jungen Vater oder einer jungen Mutter gegenüber gemacht habe. Man kann den Alltag mit Kind erst nachvollziehen, wenn man das erlebt. Ich habe heute mehr ein offenes Ohr, höre genauer hin. Ich bin Praktikumsbeauftragter an der Universität für die IT-Studiengänge „Wirtschaftsinformatik“ und „Informationsmanagement und Informationstechnologie“. Ich habe hier einen Ermessungsspielraum, was Ausnahmegenehmigungen angeht. Normalerweise sollen all unsere Studentinnen und Studenten ihr Praktikum in einem der 30 regionalen Partnerunternehmen der Universität in Hildesheim machen. Sie erhalten in dieser Zeit wichtige Praxiseinblicke, häufig entstehen darauf aufbauend weitere Projekt- und Abschlussarbeiten oder studienbegleitend flexible Arbeitsverhältnisse. Das Praktikum umfasst zehn Wochen Vollzeit, fünf Tage die Woche in der vorlesungsfreien Zeit. Man kann hier splitten und weniger Tage pro Woche über einen längeren Zeitraum im Unternehmen verbringen. Ein Beispiel: Eine Mutter, die derzeit bei uns studiert, wohnt in Braunschweig und kann die Kinderbetreuung, das Abholen der Kinder u.ä. nicht organisieren, wenn sie das Praktikum nicht vor Ort in Braunschweig absolvieren kann. Wenn Studierende ein Vollzeitpraktikum in der Region Hildesheim nicht neben ihrem Erziehungspart schaffen, dann erhalten sie eine Ausnahmegenehmigung. Das kann ich als Vater nun deutlich besser nachvollziehen. Wir können nicht alle Studierenden mit dem gleichen Maß messen, wir haben Studierende aus dem Ausland, mit besonderer familiärer Situation oder Studierende, die die deutsche Sprache noch nicht so gut sprechen. Wir müssen Augenmaß bewahren und darauf Rücksicht nehmen, sie unterstützen in ihrem Studienweg.

Familiengerechte Hochschule ist ein großer Begriff, der im Alltag gelebt werden muss. Gremienzeiten liegen zum Beispiel in bestimmten familiengerechten Zeiträumen. An welchen Stellschrauben sollte die Universität aus Ihrer Sicht noch drehen?

Ich habe den großen Vorteil als Familienvater, ich habe einen Arbeitsplatz ohne Anwesenheitspflicht. Ich bin flexibel in meinen Randarbeitszeiten. Mein Kind ist krank, ein Sondertermin beim Kinderarzt – dann kann ich relativ einfach dies organisieren und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in meiner Arbeitsgruppe am Institut zeigen Verständnis. Auch was die Urlaubszeiten angeht. Neulich hatten wir eine Gremiensitzung, die erst um 17:00 Uhr begann und sich in die Länge zog. Um 18:50 Uhr habe ich signalisiert, ich müsse nun nach Hause – alle Sitzungsteilnehmer haben Verständnis gezeigt. Weitere Bausteine der Uni – etwa den Familienraum – nutze ich nicht, aber es ist gut zu wissen, dass es diese Angebote gibt.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Familiengerechte Hochschule

Die Universität Hildesheim hat sich nach der erfolgreichen Auditierung seit 2008 erneut für das Zertifikat familiengerechte Hochschule beworben. Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Studium, Beruf, Pflege und Familie werden regelmäßig begutachtet und weiterentwickelt. So wurde zum Beispiel ein Familienraum am Hauptcampus für Beschäftigte und Studierende mit Kindern eingerichtet, zum Ruhen, Schlafen, Stillen, Essen und Arbeiten. Gemeinsam mit Studierenden hat das Gleichstellungsbüro den Raum mit Spielmöglichkeiten ausgestattet. Ein Schreibtisch mit Internetzugang, Fläschchenwärmer und Wickeltisch sind vorhanden. Das Sportinstitut bietet mit Lehramtsstudierenden ein Kindersportprogramm an.

Alle drei Jahre evaluieren externe Prüfer die Maßnahmen zur familiengerechten Hochschule. Eine Prüferin der Beruf und Familie GmbH führt im Februar an der Universität Interviews, um zu erfassen, inwieweit die familiengerechten Arbeits- und Studienbedingungen im Alltag angekommen sind, sagt die Projektmitarbeiterin Frauke Beuter. Hochschulmitglieder können sich an dem Re-Auditerungsprozess beteiligen und Ideen und Verbesserungsvorschläge einbringen (Termine wurden via Email verschickt). Informationen über das Audit familiengerechte Hochschule an der Universität Hildesheim und die aktuellen Ziele für die Jahre 2012 bis 2015 können Interessierte online auf der Seite des Gleichstellungsbüros einsehen. Bei Fragen ist Frauke Beuter gerne erreichbar (auditfgh[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-92156).

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Studieren mit Kind: Wenn das Umfeld Verständnis zeigt, gelingt der Tag / Die Regale in der Unibiliothek sind prima zum Verstecken, meint die vierjährige Astrid. Mit Pixibuch und Pferd im Rucksack und ihrem kleinen Bruder an der Hand stapft die Tochter von Carsten Kästner durch die Universität. Ihr Papa studiert in Hildesheim Informationstechnologie. Isa Lange traf die Drei auf dem Campus. Einblicke in den Alltag als Student mit Kindern.

Deutsche Welle über Eltern an der Universität Hildesheim. Die Journalistin Anke Witt hat sich an der Uni umgehört: Die spanische Doktorantin Ana María lehrt an der Universität Hildesheim. Nebenbei arbeitet sie an ihrer Doktorarbeit. Ihre Tochter Eva ist acht Jahre alt und geht in die zweite Klasse. (Beitrag vom 09.04.2014)

Bücherstapel im Kinderwagen / „Manchmal werde ich nur als Mutter mit Kind wahrgenommen. Dabei bin ich eine ganz normale Studentin, ich will behandelt werden wie alle anderen", sagt eine Hildesheimer Studentin. Ein Einblick in den gut organisierten Alltag zwischen Krippe und Hörsaal.

Recherche: Vor welchen Herausforderungen stehen Studierende, die Angehörige pflegen? Wie gehen sie mit dem Thema um, auf welche Unterstützung greifen sie zurück? Für einen Beitrag über Studium & Pflege sucht die Pressestelle derzeit eine Studentin/einen Studenten oder eine Wissenschaftlerin. Interessierte können sich unter 05121.883-90100 oder presse@uni-hildesheim.de melden.

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