Montag, 23. November 2020

Jede*r Deutsche kauft durchschnittlich 40-70 Kleidungsstücke pro Jahr. 90% der Kleidung, die in Deutschland gekauft wird, wird importiert. Das Problem dabei: Kleidung wird vor allem in Ländern produziert, in denen die  Arbeitsschutz- und Umweltauflagen – wenn vorhanden – nicht eingehalten werden. Die Folgen sind drastisch: 25% des weltweiten Insektizidmarktes und 10% des Pestizidmarktes entfallen auf den Baumwollanbau. Gleichzeitig werden Unmengen an Wasser verbraucht: Bis zu 26.900 m³ Wasser braucht es pro Tonne Baumwolle. Vielerorts kommt es zu Abwasserbelastungen, denn oft sind weder die Obergrenze noch die Entsorgung von Chemikalien geregelt.

Auch die Menschen, die an der Textilproduktion beteiligt sind, leiden unter unserem Konsum. Vor allem Frauen und Kinder werden zur Arbeit gezwungen und leisten stundenlange, körperliche Schwerstarbeit zu Hungerlöhnen. Der prozentuale Anteil des Lohns einer Näherin am Verkaufspreis liegt durchschnittlich zwischen 0,4 und 1%. Auch der Arbeitsplatz ist häufig nicht sicher: Es gibt kaum Schutzkleidung für den Umgang mit giftigen Stoffen. Oft sind die Produktionsstätten marode und baufällig: Am 24. April 2013 starben 1135 Menschen bei dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch. Der Zutritt war am Vortag wegen auffälliger Risse verboten worden, doch die Angestellten wurden von den Fabrikbetreiber*innen zur Arbeit gezwungen. Am 24. November 2012 starben bei einem Brand in der Tazreen-Kleiderfabrik in Bangladesch 117 Menschen, die aufgrund fehlender Notausgänge in der Fabrik eingeschlossen waren.

Genügend Gründe, um den eigenen Kleidungskonsum mal zu überdenken, oder? Mit jeder Entscheidung für oder gegen einen Kauf können wir etwas bewirken. Weil wir wissen, dass es gar nicht so einfach ist, in der Textilindustrie den Überblick zu behalten, haben wir etwas vorbereitet: In den nächsten zwei Wochen geht es auf unseren Kanälen nur um den Fairen Textilkonsum! Los geht’s heute mit dem Weg eines T-Shirts von der Baumwollplantage in den Kleiderschrank – und auch die nächsten Tage werden super spannend.

 

Dienstag, 24. November 2020

Entscheiden wir uns dafür, unsere Kleidung aus fairen Produktionskontexten einzukaufen, so stehen wir im zweiten Schritt vor der Qual der Wahl: Es gibt so viele bunte Siegel-Logos, die den Anspruch auf Fairness und Transparenz im Textilhandel auf verschiedenste Weisen deuten und ganz unterschiedliche Schwerpunkte legen. Einige davon sind bereits etabliert, andere völlig neu – in jüngster Zeit hat die Zahl an neuen Labels rasant zugenommen. Welche der Siegel- und Standardinitiativen deckt also jene Kriterien ab, die mir besonders wichtig sind? Wie finde ich mich zurecht im Siegeldschungel?

Eindeutige Empfehlungen einheitlich genutzter Siegel gibt es für die Verbraucher*innen der Textil- und Modebranche leider noch nicht, es bedarf vielmehr einer individuellen Vorabrecherche. Um diese etwas zu erleichtern, wollen wir – bevor wir morgen die konkreten Gütesiegel und Zertifikate besprechen – zunächst einen Fragenkatalog zeigen, der dabei helfen kann, die Siegel besser zu kategorisieren und einen Überblick zu verschaffen.

So ist es beispielsweise wichtig, sich vor Augen zu führen, wer das Siegel initiiert hat und welche Kontrollmechanismen damit verbunden sind. Auch können sie ganz unterschiedliche thematische Gewichtungen haben oder sich bei der Zertifizierung auf unterschiedliche Verarbeitungsschritte beziehen. Außerdem sollte immer klar zwischen Produkt- und Unternehmenssiegeln unterschieden werden: Sind nur einige Produkte zertifiziert oder hat das Label die gesamte Unternehmensphilosophie danach ausgerichtet?

Die Begriffe “Bio”, “Natur” und “Öko” sind in der Textilindustrie nicht geschützt. Wie beurteile ich also, ob eine Marke wirklich fair und nachhaltig ist?

Durch Transparenz! Eine Marke, die nichts zu verstecken hat, kann auch alles ersichtlich darstellen. So sind beispielsweise alle Bestandteile eines Kleidungsstück angegeben: Die Herkunft und das Material des Stoffes, der Knöpfe und der Nähte. Außerdem wird dargelegt, wo, wie und womit gefärbt wurde.

Auch der Rest der Produktionskette wird ersichtlich: Wo wurden die Rohmaterialien verarbeitet? In welchen Fabriken wird produziert? Wie können dort faire Arbeitsbedingungen gewährleistet werden? Gibt es Zertifizierungen? Eine faire, nachhaltige Marke liefert die Antworten auf diese Fragen, ohne dass groß danach gesucht werden muss.

Außerdem gibt es Informationen dazu, wie sich die Kosten für die einzelnen Kleidungsstücke zusammensetzen. Dazu zählen die Materialkosten, die Löhne aller an der Produktion Beteiligten, Transport, Marketing, Gewinn der Marke, Gewinn der Fabrik, der Zwischenhandel und der Einzelhandel.

Im besten Fall legt eine Marke auch transparent dar, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Deswegen ist auch vorsichtig umzugehen mit Begriffen wie “nachhaltig”, “green” und “clean” – dieses Framing ist im Marketing gerade sehr gern gesehen, vermittelt aber eine Absolutheit, die häufig nicht garantiert werden kann. Dazu gibt es mehr am Donnerstag.

Mittwoch, 25. November 2020

Heute möchten wir einige faire Siegel für Textilien exemplarisch vorstellen, um ein wenig Ordnung in den Siegeldschungel zu bringen. Wie wir gestern schon berichtet haben, liegt der Fokus der Siegel dabei oft auf unterschiedlichen Aspekten, deshalb kann es sinnvoll sein, verschiedene Siegel miteinander zu kombinieren. Am Ende müssen Verbraucher*innen selbst abwägen, welche Punkte ihnen beim Kauf von Kleidung besonders wichtig sind.

Weitere Siegel (nicht nur aus dem textilen Bereich) sind auf der Siegelklarheit-Website der Bundesregierung oder in der dazugehörigen App zu finden. Dort sind auch die Siegel-Kriterien noch einmal aufgelistet.

Donnerstag, 26.11.2020

Greenwashing ist eine Marketingstrategie, bei der meist als ökologisch nachhaltig dargestellte Aspekte eines (textilen) Produkts sprachlich und visuell besonders hervorgehoben werden. 

Warum ist Greenwashing problematisch? 

In Bezug auf ökologische, soziale und/oder ökonomische Nachhaltigkeit mitunter kritische Aspekte des Produkts werden durch Greenwashing nicht erwähnt und sogar gezielt überdeckt. Es ist für Konsument*innen mitunter sehr schwierig, Greenwashing zu erkennen, da die Wertschöpfungsketten textiler Produkte oft komplex und zudem intransparent sind. Greenwashing zu entlarven, würde also Insider*innenwissen und aufwändige Recherche erfordern.

Wer prüft textile Produkte auf Greenwashing?

Es gibt immer mehr Akteur*innen, die auf die Aspekte der Nachhaltigkeit hin Labelchecks für textile Produkte vornehmen.

Freitag, 27.11.2020

Wahrscheinlich ist es an den meisten nicht vorbeigegangen: Der Black Friday ist da. Es ist natürlich kein Zufall, dass unsere Wochen zum Thema Faire Mode ausgerechnet jetzt stattfinden.

Ein Tag, an dem wir nur so belagert werden von verlockenden Rabatten und Supersonderangeboten, verleitet leider zu Impulskäufen und Überkonsum. Wir hoffen diese Woche gezeigt haben zu können, welche Auswirkungen starker Konsum gerade in der Textilbranche hat. Gleichzeitig möchten wir dazu aufrufen, den Black Friday zu boykottieren – lasst uns lieber bewusst kaufen, die kleinen und fairen Läden unterstützen und vor allem nutzen, was wir haben!

Fair Friday statt Black Friday

Um dazu einen Anreiz zu schaffen, haben wir uns richtig ins Zeug gelegt: Unsere studentische Mitarbeiterin Nina hat Stoffreste upgecyclet und daraus ist diese schöne Maske entstanden. Wer also Lust auf ein neues “Kleidungsstück” hat, das ressourcenschonend entstanden ist, kann bis zum 4. Dezember an dem Gewinnspiel auf Facebook oder Instagram teilnehmen.

Samstag, 28.11.2020

Zum Wochenende möchten wir passend zu unseren Themenwochen ein paar Dokus empfehlen:

Der Klassiker "The true cost" zeigt sehr eindrücklich, wo unsere Kleidung herkommt. Er beleuchtet die Schicksale von Produzent*innen im globalen Süden, die den Preis für unseren Fast Fashion-Konsum zahlen müssen. https://www.youtube.com/watch?v=nxhCpLzreCw

In der knapp zwanzigminütigen Kurzdoku “Fair Fashion ist möglich: Menschenrechte sichern, Umwelt schützen!” des Vereins TransFair e.V. (die deutsche Mitgliedsorganisation von Fairtrade International) beschreiben verschiedene Akteur*innen der textilen Wertschöpfungslette, wie Produktion und Handel von Fair Fashion durch gute Zusammenarbeit und klar definierte soziale und ökologische Standards möglich gemacht wird.
https://youtu.be/NJ4k2Iq1mC8

Die TED-Ed-Doku “The life cycle of a t-shirt” fasst in nur 6 Minuten den Weg zusammen, den ein durchschnittliches T-Shirt von der Baumwollplantage bis in unseren Kleiderschrank zurücklegt. Hierbei werden nicht nur die einzelnen Etappen des Produktionsprozesses detailliert erklärt, sondern auch die gesamte Wertschöpfungskette wird in Bezug auf Ressourcenverbrauch und Nachhaltigkeit kritisch beleuchtet. https://www.youtube.com/watch?v=BiSYoeqb_VY&t=9s
 

 

Montag, 30.11.2020

Heute starten wir in die zweite Hälfte unserer digitalen Themenwochen Faire Mode. In dieser Woche möchten wir nochmal einen genaueren Blick auf Konsum und Mode werfen:

Dafür haben wir für eine Pyramide des nachhaltigen Konsums illustriert. Jeden Tag möchten wir nun ein oder zwei Stufen der Pyramide betrachten und Handlungsempfehlungen mit auf den Weg geben.

Dabei bildet die Basis der Pyramide die nachhaltigste Lösung ab  und darüber folgen Alternativen, geordnet nach ihrer Nachhaltigkeit. So kann bei jedem Produkt, das konsumiert werden soll, die Pyramide zur Hilfe genommen werden.

Beginnen möchten wir heute mit der Basis "Nutze, was du hast", denn das nachhaltigste Produkt ist immer noch das nicht produzierte.

Deshalb möchten wir dazu anregen, jeden Kauf kritisch zu hinterfragen und zunächst einmal zu überlegen, ob das Produkt wirklich gebraucht wird oder ob es nicht vielleicht sogar etwas ähnliches zuhause bereits gibt.

Oft finden sich in einem überfüllten Kleiderschrank beim Aufräumen noch Lieblingsteile, die vielleicht schon in Vergessenheit geraten sind. Wenn ein Kleidungsstück, so wie es ist, nicht mehr gefällt oder seinen Zweck nicht mehr so recht erfüllt, stellen wir in den nächsten Tagen Ideen zum Upcyceln oder Reparieren vor.

Dienstag, 01.12.2020

Jede*r Deutsche kauft durchschnittlich 40-70 Kleidungsstücke im Jahr und trägt sie nur noch halb so lange wie vor 15 Jahren. Niedrige Preise verleiten zum Überkonsum. Nach kurzer Zeit  gefallen die Klamotten nicht mehr und auch die Qualität lässt schnell nach. Dadurch wirft jede*r Deutsche jährlich 4,7 Kilogramm Kleidung weg. Dabei lassen sich viele Teile durch Reparaturen noch retten oder durch kreative Eingriffe umgestalten! 

In unserer Pyramide für nachhaltigen Konsum ist das Reparieren – nach dem Nutzen der Sachen, die man schon hat – am nachhaltigsten.  Viele Schäden an Kleidung lassen sich tatsächlich ganz schnell selbst und ohne viele Materialien beheben: Mit Nadel und Faden lassen sich Knöpfe wieder annähen, kleine Löcher stopfen oder Nähte wiederherstellen. Im Internet gibt es unzählige Anleitungen. Und oftmals macht es sogar Spaß, sich selbst an die Reparatur zu setzen und zu lernen, wie es geht. Ansonsten gibt es überall kleine Nähereien, Schneidereien und Schuhmacher*innen, die Lieblingsstücke für wenig Geld reparieren. 

Auch Upcycling ist eine tolle Methode.Dabei werden kaputte oder aussortierte Dinge so umgestaltet, dass etwas Neues entsteht. Das funktioniert natürlich auch für Kleidung! Inspirationen dazu findet man überall im Internet. Im Frühjahr haben wir Upcycling-Videos veröffentlicht. Zu finden sind sie auf unserer Homepage. Heute gibt’s auf Social Media ein weiteres: Passend zu den kalten Tagen upcyclen wir einen alten Wollpullover. Viel Spaß! 

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Zugegeben: Kleidungsstücke selber machen klingt erstmal nach ganz schön viel Aufwand. Aber auch das Selbermachen schont Ressourcen, wie in der Pyramide des nahchaltigen Konsums zu sehen ist. Klar, es nimmt mehr Zeit in Anspruch als ein schneller Gang ins Geschäft. Aber Selbermachen macht auch oft mehr Spaß. Außerdem ist es eine tolle Beschäftigung, wenn kalte Wintermonate und Pandemie aufeinandertreffen. Wir haben hier ein paar Ideen gesammelt. Und konkrete Anleitungen sind überall im Internet zu finden.

Am wenigsten Material wird zum Stricken und Häkeln benötigt: Gebraucht werden die entsprechenden Nadeln und die Wolle. Wolle ist ein umstrittenes Material, vor dem Kauf sollte man sich mit der Herkunft auseinandersetzen – einen interessanten Artikel dazu haben wir bei Instagram verlinkt. Mit Nadeln und Wolle lassen sich Mützen, Stirnbänder, Schals oder Socken häkeln oder stricken. Auch Pulswärmer und Handschuhe sind leicht hergestellt. Wer viel Zeit und Muße hat, kann sich auch an einen Pullover wagen. Das sind übrigens alles auch schöne Weihnachtsgeschenke.

Nähen kann ein bisschen anspruchsvoller sein – gerade bei größeren Ideen ist man oft auf eine Nähmaschine angewiesen. Eine geliehene oder gebrauchte Maschine kann eine gute Alternative zum Neukauf sein. Eine weitere Anlaufstelle dazu ist das Hildesheimer Faserwerk: Zu bestimmten Zeiten kann dort die offene Nähwerkstatt für eigene Projekte genutzt werden. Dann sind der Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt: Selbst designte T-Shirts, Kleider, Hemden oder Hosen – alles ist möglich. 

 

Mittwoch, 02.12.2020

[Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung]

Wir möchten heute @fairomoda vorstellen: Die Osnabrücker Studentin Lesley hat das Projekt an der Universität Osnabrück entwickelt. Auf dem Campus entsteht ein Kleiderverleih, der ähnlich wie eine Bibliothek funktioniert. Gleichzeitig soll es dort Beratung, praktische Workshops und wissenschaftliche Vorträge geben.

Lust, ein ähnliches Projekt an der Universität Hildesheim zu entwickeln? Unser Beratungsangebot “Your Goal – Your Action” kann dabei unterstützen. Auch Lesley kann mit ihrer Erfahrung weiterhelfen und freut sich über einen Austausch. Außerdem beantwortet sie in den Kommentaren unter unserem Instagram-Beitrag gerne Fragen.

Donnerstag, 03.12.2020

Warum Kleider tauschen? 

Kleidungsstücke, die nicht mehr angezogen werden, finden durchs Tauschen ein neues Zuhause und landen nicht einfach im Müll.

Wie funktionieren Kleidertauschaktionen?

Kleidertauschaktionen setzen meist ein faires “Geben und Nehmen” voraus: So viel, wie die Teilnehmenden an gut erhaltenen und gewaschenen Kleidungsstücken in den Tauschkreislauf geben, dürfen sie auch wieder nehmen.

Wo und von wem wird’s organisiert? 

Kleidertauschaktionen in Nähe sind oft über Gruppen auf sozialen Netzwerken zu finden.

Im kleinerem Rahmen lassen sich auch private Kleidertauschpartys veranstalten, z. B. kontaktlos mit Freund*innen. Natürlich alles im Rahmen der jeweils gültigen Corona-Kontaktbeschränkungen.

Größere Kleidertauschaktionen sind aktuell aus hygienischen Gesichtspunkten problematisch. Außerhalb von Corona-Zeiten können aber z. B. die von Greenpeace betriebene Plattform @kleiderTausch.de, der “Stoffwechsel”-Kleidertausch in Hildesheim sowie Kleidertausch-Aktionen des Green Office gute analoge Optionen sein.

Auch in Corona-Zeiten gibt es digitale Möglichkeiten, lokal und unter Berücksichtigung der Hygienebestimmungen zu tauschen, ohne dass die Kleidung verschickt werden müsste, z. B. über Telegram-Gruppen oder Instagram-Posts.

Freitag, 04.12.2020

Mit Blick auf die Pyramide des Nachhaltigen Konsums belegt der Kauf von Kleidung die obersten und damit die am wenigsten nachhaltigen Konsum-Stufen. Wir empfehlen, den Kauf von Kleidung erst dann in Erwägung zu ziehen, wenn es nicht die Möglichkeit gibt, Altes zu reparieren, etwas selbst herzustellen, es zu leihen oder zu tauschen. 

Vor allem der Kauf von gebrauchter Kleidung ist in dem Fall ein sehr guter Kompromiss. Denn Second-Hand-Ware hat nicht nur aufgrund der langfristigen Nutzung eine viel bessere Öko-Bilanz, sondern ist indirekt auch fairer als konventionelle Neuware: Wer gebrauchte Kleidung kauft, vermeidet die Unterstützung der Fast-Fashion-Industrie. Um die Recherche etwas zu erleichtern, haben wir auf Instagram und Facebook eine kleine Übersicht mit einigen Adressen aus der Region zusammengestellt, bei denen gebrauchte Kleidung gekauft werden kann. Schöner Nebeneffekt: Meistens kommt der Second-Hand-Kauf auch dem eigenen Portemonnaie zugute!

Die Pyramide zeigt einige ressourcenschonende Alternativen auf, die den Kauf von neuer Kleidung im besten Fall überflüssig machen. Wenn diese allerdings nicht möglich sind, bleibt in einigen Fällen nur der Neukauf. Er stellt die Spitze der Pyramide dar, weil er als am wenigsten nachhaltig gilt.

Aber auch dabei gibt es einige Möglichkeiten, den eigenen Konsum nachhaltiger und fairer zu gestalten – beispielsweise indem regionale, ökologisch und fair hergestellte Produkte mit langer Lebenszeit bevorzugt werden. Wir empfehlen, eine möglichst bedachte Entscheidung beim Kleiderkauf zu treffen und Aspekte der Nachhaltigkeit und der Fairness durch die Produktwahl zu berücksichtigen. Denn wer ab und an Möglichkeiten findet, Altes zu reparieren, etwas selbst herzustellen, es zu leihen, zu tauschen oder gebraucht zu kaufen, wird vielleicht auch etwas Geld übrig haben, um Produkte aus zertifizierter Produktion zu kaufen. So können wir zu einem Wandel hin zu mehr Gerechtigkeit und Transparenz in der Textilbranche beitragen.