Entwicklung des Instituts für Geographie seit 2008

Durch die Berufung von PD Dr. Martin Sauerwein 2008 auf die „Universitätsprofessur für Geographie (Physische Geographie/Geoökologie) und ihre Didaktik“ und die Übernahme der Institutsleitung konnte der Ausbau des Instituts hinsichtlich der Personalausstattung, der Gelände- und Laborausstattung sowie der Studieninhalte und neuer Studiengänge erfolgen

Personal

Nachdem bis 2008 das Institut nur über zwei Planstellen verfügte, gibt es seit April 2016 neben der "Professur für Geographie (Physische Geographie/Geoökologie) und ihre Didaktik"  die Juniorprofessur "Angewandte Geoökologie", die mit Dr. André Kirchner besetzt wurde. Hinzu kommen zur Zeit fünf wissenschaftliche Mitarbeiter_innen, eine chemisch-technische Assistentin, eine Sekretärin, fünf Doktorand_innen sowie studentische Tutoren und Hilfskräfte und mehrere Lehrbeauftragte in Fachwissenschaft und Fachdidaktik. Mit dieser Ausstattung ist in Hildesheim erstmals die Lehrabdeckung einer modernen, umweltorientierten Geographie möglich. Neben der Tätigkeit in der Lehre haben die Mitarbeiterstellen auch das Ziel der wissenschaftlichen Weiterqualifikation (Promotion bzw. Habilitation). Seit 2008 konnten neue Lehrbeauftragte sowohl in der Fachwissenschaft als auch in der Fachdidaktik gewonnen werden.

Infrastruktur

Mit dem Neuaufbau seit 2008 sind vier Schwerpunkte zu verzeichnen:

  • Der Ausbau zu einer modernen physisch-geographischen Geländeausstattung (Umweltmedien Boden/Wasser/Luft),
  • der Aufbau einer geoökologischen Laborausstattung (Boden-/Wasseranalytik, Sedimentologie),
  • der Aufbau von GIS-Arbeitsplätzen,
  • der Aufbau eines Methodenlabors für die empirische Sozialforschung.

Alle vier Bereiche dienen sowohl der qualifizierten Lehre auf einem hohen Ausbildungsniveau als auch der Bearbeitung von drittmittelgeförderten Forschungsprojekten. Die studentischen Abschlussarbeiten sind eng an die laufenden Forschungsaktivitäten angebunden.

Die Laborausstattung und Labornutzung erfolgt kosteneffizient gemeinsam mit dem Institut für Biologie und Chemie, zumal die Geographie gemeinsam mit diesen Fächern die Studiengänge B.Sc. „Umweltsicherung“ und M.Sc. „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ trägt.

Lehre

Geographie kann im polyvalenten Bachelor-Studiengang als Studienvariante für Real- und Hauptschule, als Bezugsfach für Sachunterricht und als Hauptfach in der Studienvariante „Umweltsicherung“ studiert werden. Dabei wurden 2008/2009 die Studieninhalte den Ansprüchen der modernen Geographie (Stärkung der Methodenausbildung, Gelände- und Laborkompetenz) angepasst. Seit 2011 kann Geographie auch als Hauptfach im Master-Studium „Umweltwissenschaft und Naturschutz“ (auslaufend) bzw. "Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung" (ab WS 2014/15) gewählt werden. 2009 wurden Erasmus-Kooperationen  mit den Universitäten Salzburg (Österreich), Sassari (Sardinien/Italien) und Poznan (Polen) geschlossen, die sowohl den Studierenden- als auch den Dozentenaustausch im Fokus haben. Studienleistungen, die an den ausländischen Universitäten erbracht werden, werden in Hildesheim anerkannt. Seit dem WS 2008/09 werden die Studierenden der ersten Semester durch studentische Tutoren begleitet. Außerdem verfügt das Institut seitdem über mehrere studentische PC-Arbeitsplätze (inkl. GIS-, Statistik-Software), die jederzeit genutzt werden können.

Die Geographie initiiert und beteiligt sich aktiv an umweltorientierten Ringvorlesungen (z.B. Managing the Planet, Mensch und Umwelt, Umwelt und Nachhaltigkeit) und interdisziplinären Lehrveranstaltungen (z.B. Sustainable University). Im Wintersemester finden fachdidaktische Ringvorlesungen zum Thema „MINT unterrichten“ statt, im Sommersemester das interdisziplinäre Masterseminar "Bildung für nachhaltige Entwicklung für Lehramtsstudierende".

Neuerdings finden in jedem Semester Treffen mit der Fachschaft sowie eine Institutsvollversammlung mit allen Studierenden statt, wo z.B. die Verwendung der Studiengebühren und Probleme rund um den Studienalltag diskutiert werden.

Forschung

Im Institut für Geographie  werden sowohl physisch-geographische/geoökologische als auch humangeographische Forschungsprojekte bearbeitet. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Themen der Nachhaltigkeitsforschung.

I. Geoökologie

Diese Vertiefungsrichtung vermittelt den Studierenden umfangreiche Kenntnisse der Forschungsansätze und Methoden, die für Untersuchungen im Rahmen angewandter geoökologischer Fragestellungen benötigt werden.

Im Bereich der Physischen Geographie steht im Rahmen der angewandten Geoökologie die Landschaftsforschung im Mittelpunkt des Interesses. Dabei wird bei einer ganzheitlichen Betrachtung der Fokus auf die abiotischen, insbesondere anthropogen überprägten Landschaftsfaktoren gelegt. Das Wirkungsgefüge von Ursachen, Ausmaß und Folgen der Entwicklung von Landschaften steht dabei im Zentrum. Ein methodischer Schwerpunkt ist die Verwendung und Anwendung von Geographischen Informationssystemen (GIS), um neben geostatistisch korrekten qualitativen Aussagen auch zu quantitativen Flächenaussagen kommen zu können. Themen sind Stadt- und Landschaftsökologie, Bodenkunde, Boden- und Gewässerschutz, Geoarchäologie, Geomatik/GIS.

II. Humangeographie

In der Humangeographie konzentriert sich die Forschung auf Themen der nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung. Besonderes Augenmerk wird auf wirtschaftsgeographische Fragestellungen, insbesondere auf die Themen "Sustainable Entrepreneurship" im Rahmen der Gründungsforschung und "Unternehmerische Organisations- bzw. Netzwerkforschung" gelegt. Grundlage ist eine relationale Perspektive, bei der die Akteure im Mittelpunkt der Analyse stehen. Hierzu werden sowohl qualitative als auch quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung angewendet. Ebenso kommen Geographische Informationssysteme zum Einsatz.

Die Forschung erfolgt neben der Finanzierung aus dem Institutshaushalt zunehmend über Drittmittelprojekte, wobei besonders auf den Anwendungsbezug Wert gelegt wird.