Schwerpunkte und Interessen

Für die Konzeption und Umsetzung von Informationssystemen in Unternehmen und Verwaltungen bilden Repräsentationen des Gestaltungsgegenstands in Form von Modellen eine wichtige Grundlage. Anhand von Modellen können sich unterschiedliche Disziplinen (z.B. die Betriebswirtschaft und die Informatik, aber auch die Rechtswissenschaft und die Politik) gemeinsam über aktuelle bzw. zukünftige Sachverhalte diskutieren und ihr gegenseitiges Verständnis sicherstellen. Daher macht die Abteilung ISUM die Modellierung von Systemen zu einem wesentlichen Betrachtungsgegenstand ihrer Forschung. Da der Nutzen der Strukturierungsleistung, die mit der Modellierung einhergeht, nicht auf die Informationssystemgestaltung beschränkt ist, sondern vielen Gestaltungsbereichen in Unternehmen und Verwaltungen zu Gute kommt, weitet die Abteilung ISUM das Betrachtungsfeld aus und widmet sich weiteren Formen der Unternehmensmodellierung z.B. auch der Konstruktion von Geschäftsmodellen, der Spezifikation von Kompetenzmodellen und der Veranschaulichung juristischer Sachverhalte mit Hilfe von Rechtsvisualisierungen.

Zentrale Fragen, die mit der Unternehmensmodellierung verbunden sind, lauten:

  • Für welche Anwendungsfälle sollten welche Modellierungstechniken mit ihren speziellen Vor- und Nachteilen eingesetzt werden?
  • Wie lassen sich bestehende Modellierungstechniken zu passgenauen Ansätzen kombinieren, an spezifische Ansätze anpassen oder für veränderte Anforderungen von Grund auf neu entwickeln?
  • Wie werden Modellierungstechniken mit Hilfe von Metamodellen beschrieben?
  • Mit welchen Forschungsmethoden und auf Basis welcher Theorien kann zur rigorosen Evaluation von Modellierungstechniken beigetragen werden?
  • Wie lassen sich Softwarewerkzeuge gestalten, die zur Wirtschaftlichkeit der Modellierung beitragen?
  • Wie kann über Modelle betriebswirtschaftliches Wissen expliziert werden, dass in unterschiedlichen Anwendungskontexten mittels Referenzmodellen effizient und effektiv wiederverwendet werden kann?

Die Unternehmensmodellierung bildet eine wesentliche methodische Grundlage für die speziellen Forschungsbereiche der Abteilung und fungiert damit als eine Klammer zwischen den inhaltlichen Schwerpunkten:

  • Im Schwerpunkt Nachhaltigkeit bilden Unternehmensmodelle die Grundlage über Gestaltungsoptionen in Unternehmen und Verwaltungen vor dem Hintergrund der ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Ziele der Nachhaltigkeit zu reflektieren.
  • Modelle bilden auch die methodische Basis für das Service Systems Engineering, das die ingenieursmäßige Konzeption von Produkten auf das Feld der Dienstleistungen überträgt.
  • Die Entwicklung von domänenspezifischen Modellierungstechniken mit Hilfe computerlinguistischer Ansätze bildet einen wesentlichen Forschungsgegenstand im Schwerpunkt „Computerlinguistische Textanalyse in der WI“.
  • Methodische Grundlagen der Modellierung sind auch für die Erstellung von Visualisierungen relevant, mit denen das Wissensmanagement im Forschungsschwerpunkt „Navi“ unterstützt werden kann.
  • Der Einsatz von Prozessmodellen bildet aktuell einen wesentlichen Untersuchungsgegenstand bei der Konzeption einer systemischen Organisationsberatung.

(Digitale) Werkzeuge und Methoden für die Entwicklung, Analyse und Reflektion nachhaltiger Geschäftsmodelle.

Entwicklung von ganzheitlichen Methoden zur effizienten Planung und Umsetzung von Produkt-Service Systemen.

Verfahren für die Identifikation von Konzepten und Mustern in Texten, zur  Erstellung von Modellen sowie zur Ableitung von Gestaltungsempfehlungen.

Digitale Plattformen, Software und computergestützte Prozesse zur Unterstützung von Forschungsprojekten.

Entwicklung von Werkzeugen und Methoden für die systemische Prozessberatung von Organisationen.