Umwelt und Nachhaltigkeit

Wednesday, 10. April 2013 um 14:54 Uhr

Mit aktuellen Herausforderungen im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer öffentlichen Ringvorlesung. Dazu laden die Fächer Biologie und Geographie der Universität Hildesheim ein.

Die Vortragsthemen reichen von Umweltbildung, Hunger in der Welt und Spekulation mit Land, Übertragungen von Krankheitserregern zwischen Haus- und Wildtieren, bis zur Finanzierung umweltorientierter Unternehmen und innovativen Geschäftsmodellen.

Wald ist mehr als ein Freizeit- und Erholungsraum. „Unser Wald ist ein wichtiger Klimaschützer, Rohstoffproduzent und Lebensraum für zahlreiche Arten. Um diese Funktionen des Waldes wissen allerdings immer weniger Menschen – ihre Beziehung zu dem unsere Kultur so prägenden Lebensraum ist verloren gegangen“, sagt Franz Hüsing von der Stiftung Zukunft Wald. Er stellt zum Auftakt der Ringvorlesung das Projekt „Schulwälder gegen Klimawandel“ vor. Grundstückseigentümer stellen eine unbewaldete Fläche zur Verfügung, Schülerinnen und Schüler legen einen Schulwald an.

Dr. Sabine Panzer-Krause forscht an der Universität Hildesheim im Bereich Wirtschaftsgeographie und Regionalentwicklung und spricht am 5. Juni über die Finanzierung umweltorientierter Unternehmen. „Während die Politik in Deutschland die Erneuerbaren Energien als Motor der Green Economy preist, standen bislang Fragen der Finanzierung von in diesem Sektor tätigen kleinen und mittleren Unternehmen kaum im Fokus“, sagt sie. Eine Woche später stellt Dr. Rainer Dambeck (Universität Frankfurt am Main, 12. Juni) die Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt in historischer Zeit dar: Anhand von Taunus, Odenwald und Eifel zeigt er, wie nachhaltig die spätmittelalterlich-frühneuzeitliche Landnutzung in den Mittelgebirgen war.

Am 19. Juni stehen innovative Geschäftsmodelle und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt der Vorlesung von Prof. Dr. Ralf Knackstedt (Antrittsvorlesung). Im Vortrag analysiert der Wissenschaftler, wie Methoden der Wirtschaftsinformatik zum Einsatz kommen. Er stellt Entwicklungsperspektiven vor, die in einem Forschungsprogramm gebündelt sind.

Der Mensch hat das System Erde verändert wie noch keine Spezies vor ihm. „Besonders der Ressourcenabbau und die Weiterverarbeitung wie der Abbau und die Verhüttung von Erzen haben umfangreiche Folgen für die Landschaft“, sagt Prof. Dr. Martin Sauerwein (Universität Hildesheim). Ein Beispiel seien Schwermetallbelastungen, die nicht nur lokal sondern auch regional „zu nicht-nachhaltigen Veränderungen im Landschafts- und Stoffhaushalt führen“. An drei unterschiedlichen Untersuchungsgebieten in Südsardinien zeigt der Wissenschaftler am 3. Juli, welche geoökologischen Folgen entstehen. Dabei erläutert Sauerwein, wie Schwermetalle zur Belastung von Boden, Wasser und Luft führen und welchen Weg sie bis in die Nahrungskette nehmen können.

Zum Abschluss der öffentlichen Ringvorlesung stellen Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras und Dr. Torsten Richter Strategien zum Erhalt der Biodiversität in Madagaskar vor. Die Wissenschaftler der Arbeitsgruppe „Ökologie und Umweltbildung“ an der Universität Hildesheim leiten ein dreijähriges Forschungsprojekt am Alaotra-See. Eine Junior-Forschergruppe der, darunter drei Doktoranden, entwickelt bis 2015 mit der Bevölkerung vor Ort Strategien, um die biologische Vielfalt an dem größten Süßwassersee Madagaskars zu erhalten.

Die Ringvorlesung „Umwelt und Nachhaltigkeit“ findet Mittwochs (18:15 Uhr) im Sommersemester in Hörsaal 1 am Hauptcampus der Universität Hildesheim (Marienburger Platz 22) statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.