Literatur, Umwelttechnik, Bildung, digitale Lebenswelten: Öffentliche Vorlesungsreihen

Tuesday, 14. October 2014 um 15:37 Uhr

Wer in diesen Tagen den eigenen Semesterplan strickt, sollte eines nicht vergessen: Den Blick über den Tellerrand. Lehrende aus allen vier Fachbereichen laden zu öffentlichen Ringvorlesungen ein. Es geht um den Umgang mit ausgrenzenden Denkmustern und Vorurteilen im Bildungsbereich, um digitale Lebenswelten und wie soziale Medien in der Politik genutzt werden sowie um Entwicklungen in der Energieversorgung. Jeden Mittwoch kann man sich auf eine Reise in das literarische Hildesheim begeben und mehr über die Beziehung der Stadt zum literarischen Schreiben erfahren. Vier Einblicke.

Entwicklungen in der Umwelt-Technik

Mit aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen im Bereich Umwelt-Technik befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik (Prof. Dr. Helmut Lessing und Olexander Filevych) und des Instituts für Biologie und Chemie (Dr. Torsten Richter) der Universität Hildesheim. In der Ringvorlesung „Umwelt-Technik“ stellen Fachleute aus dem Bereich der Umwelttechnik den Stand der Technik und Lösungsansätze vor. Dabei geht es zum Beispiel um Energieversorgung im 21. Jahrhundert, um Wasserkraft, E-Mobilität, Photovoltaik, Energiespeicher und Windenergie. Der Klimawandel, die Belastung der Ökosysteme weltweit und die mittelfristig nicht abwendbare Krise im Bereich der fossilen Energieträger stellen extreme Herausforderungen an alle Industriegesellschaften unserer Welt dar und sind letztlich nur global zu lösen, so die Veranstalter. Der Einsatz von nachhaltigen Technologien aus den Bereichen der „Erneuerbaren Energien“ könnte – rechtzeitig umgesetzt – nachhaltig wirkungsvoll sein.

Rassismuskritische Bildung

Mit Vorurteilen und ausgrenzenden Denk- und Deutungsmustern setzen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Zentrums für Bildungsintegration der Stiftung Universität Hildesheim auseinander. Kooperationspartner sind die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und das Kultusministerium Niedersachsen. Die Ringvorlesung „Rassismuskritische Bildung in Theorie und Praxis" nimmt Theorien und Studien in den Blick, die sich mit der Geschichte und Gegenwart von Rassismen und ihrer Wirkung von der Kita bis zur Hochschule befassen, so Filiz Keküllüoğlu. Eröffnet wird die Ringvorlesung am 29. Oktober 2014 von Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Viola B. Georgi und Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Es folgen Vorlesungen über Ungleichheit, religiöse Zuschreibungen im pluralen Klassenzimmer, über den Umgang mit Antiziganismus und Rechtsextremismusin der Schule sowie ein Einblick über aktuelle bildungspolitische Vorhaben im Bereich der diversitätsbewussten und interkulturellen Unterrichts- und Schulentwicklungam Beispiel von Niedersachsen.

Digitale Lebenswelten: Politik – Medien – Kommunikation

In der öffentlichen Vorlesungsreihe „Digitale Lebenswelten: Politik – Medien – Kommunikation" geht es in ingesamt sechs Vorträgen mit Diskussion um digitale Selbstdarstellungen in der Politik, um soziale Medien in Transformationsprozessen (Länderbeispiele sind Ägypten und China), um Selbstdarstellung von Spitzenpolitikern auf deren persönlichen Internetseiten im interkulturellen Vergleich und um Informationstechnologie für Entwicklungsländer. Die Forscherinnen und Forscher gehen der Frage nach, warum immer mehr deutsche Politikerinnen und Politiker twittern und welche psychischen Folgen durch Internetnutzung entstehen. Organisiert wird die Vorlesungsreihe vom Institut für Sozialwissenschaften (Prof. Dr. Thomas Demmelhuber), vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie (Prof. Dr. Joachim Griesbaum ) und vom Institut für Interkulturelle Kommunikation (Prof. Dr. Beatrix Kreß ). Die Reihe findet in Kooperation mit der Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. und dem Herderkolleg statt.

1200 Jahre literarisches Schreiben

Als Vorlauf zur Feier des großen Hildesheimer Stadtjubiläums im Jahr 2015 veranstaltet das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim (zusammen mit dem Institut für deutsche Sprache und Literatur) eine öffentliche Ringvorlesung „1200 Jahre literarisches Hildesheim". Fünfzehn abwechslungsreiche Vorträge beleuchten ein Semester lang die Beziehung der Stadt zum literarischen Schreiben von der Zeit Bischof Bernwards bis in die Gegenwart. Der Schriftsteller und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus Hanns-Josef Ortheil eröffnet die Reihe am 22. Oktober 2014 mit der scheinbar einfachen, sich dann aber leitmotivisch verzweigenden Frage: „Wo liegt eigentlich Hildesheim?". In den folgenden Wochen erfahren die Zuhörer, welche Spuren Hildesheim im Lauf der Jahrhunderte in den Aufzeichnungen von Autoren, Bürgern und Durchreisenden hinterließ. Welche Rolle spielte der Ort als Schauplatz von Erzählungen? Was hielten Hildesheimer Ratsherren in ihren geheimen Tagebüchern fest? Welche Schätze lagern in der Dombibliothek? Und warum kam Goethe eigentlich immer nur bis Göttingen? Zum Abschluss der Vorlesungsreihe ergreift die jüngste Autorengeneration das Wort. Kreative Schreiberinnen und Schreiber des laufenden Semesters präsentieren gemeinsam mit Hanns-Josef Ortheil, dem Leiter und Organisator dieser Ringvorlesung, neue Texte über die Stadt ihrer Wahl und die vielen unterschiedlichen Erfahrungen, die sie im Verlauf ihres Studiums in ihr gemacht haben. Die öffentliche, jeweils einstündige Vorlesung findet immer mittwochs von 12 Uhr bis 13 Uhr im Audimax der Universität Hildesheim auf der Marienburger Höhe statt. Gasthörer und Interessierte sind dazu herzlich eingeladen.