Hackathon: Niemals zu spät – wie Ideen real werden

Thursday, 26. November 2015 um 17:25 Uhr

Wie gelangt man schnell an ein Ziel, wenn das Fahrrad einen Platten hat? Erwischt man die nächstgelegene Bahn oder nimmt man doch eher den Bus? Nach 29 Stunden haben IT-Studierende der Universität Hildesheim eine Lösung präsentiert, um sich von A nach B zu navigieren. Bosch unterstützt sie nun bei der Weiterentwicklung ihres Unternehmenskonzepts.

Wie gelangt man schnell an ein Ziel – selbst dann noch, wenn durch einen Stau der Straßenverkehr still steht oder das Fahrrad mitten auf dem Weg einen Platten hat? An einer verkehrsübergreifenden Navigationslösung haben Studierende der Universität Hildesheim während des ersten Studierenden-Hackathons in Hildesheim gearbeitet. In 29 Stunden haben Judith Michael, Maren Stadtländer, Kevin Stahr, Moritz Flöter und Johannes Ude ihre Idee im Bosch-Werk im Hildesheimer Wald so weiter entwickelt, dass sie nun von einem Inkubatorpreis profitieren können. Die Studierenden der Universität Hildesheim haben eine Fachjury überzeugt und können in den kommenden Monaten ihr Unternehmenskonzept weiterentwickeln. Ihre Idee nennen die Studierenden „NeverToLate“ – niemals zu spät. „Das System passt sich adaptiv der aktuellen Verkehrslage an. So werden beispielsweise je nach Stausituation alternative Zuganbindungen aufgezeigt und auf Wunsch passende Routen zum nächstmöglichen Bahnhof angeboten. Bosch ist von dieser Idee überzeugt und möchte die Teilnehmer unterstützen“, freut sich Sascha El-Sharkawy, Mitarbeiter am Institut für Informatik.

Etwa 100 Studierende aus Hildesheim, Hamburg und Hannover kamen im November 2015 beim ersten „Hackathon“ von Bosch und Universität zusammen. Ein Wochenende lang haben Studierende – ein großer Teil kommt von der Hildesheimer Universität – nach Lösungen im Themenfeld „vernetzte Mobilität“ („Connected Mobility“) gesucht. Dabei haben sie Unterstützung von Fachleuten von Bosch SoftTec erhalten. Ein Team der Arbeitsgruppe „Software Systems Engineering“ hat während des Hackathons drei Projekte entwickelt.

Bei einem Hackathon – eine Kombination der Wörter „hacken“ und „Marathon“ – arbeiten Studierende ein Wochenende lang intensiv an einem Projekt in der Software- oder Hardwareentwicklung. Dabei lassen sie ihrer Kreativität freien Lauf und setzen eigene Ideen um. Die eine kann programmieren, der andere designen und die dritte Studentin bringt eine Idee mit. Zusammen bilden sie ein Team.  Nach eineinhalb Tagen blickt man zurück und denkt: Ich hätte nie gedacht, dass ich das mit meinem Team in kurzer Zeit schaffe.

„Im Vordergrund stand der Spaß an der Entwicklung von Software und neuen Ideen“, sagt der Hildesheimer Informatikprofessor Klaus Schmid. „Ziel der Veranstaltung war es, innerhalb von 30 Stunden neue Ideen rund um das Thema ‚Connected Mobility‘ zu erstellen und anschließend in einem dreiminütigen Vortrag diese als Gründungsidee überzeugend darzustellen. Die entwickelten Prototypen konnten auch in Fahrzeugen vor Ort ausprobiert werden“, sagt der Informatiker Sascha El-Sharkawy. Die drei besten Präsentationen hat Bosch SoftTec mit Preisgeldern in Höhe von 2400 Euro prämiert. Außerdem wurden zwei Sonderpreise an Projektteams vergeben, die nun Unterstützung bei der Entwicklung eines Firmenkonzepts erhalten.  


Erster „Hackathon“ von Bosch und Universität – nach rund 29 Stunden Entwicklung noch immer gut gelaunt, das Uni-Team „Software Systems Engineering“: In der letzten Reihe (v.l.n.r.): Kevin Stahr, Johannes Ude. In der mittleren Reihe (v.l.n.r.): Judith Michael, Jonas Köhler, Sascha El-Sharkawy, Aike Sass, Adam Krafczyk, Jeannine Jeglinski, Torben Windler. Vorne (v.l.n.r.): Maren Stadtländer, Moritz Flöter, Jannis Hillmann und Nils Sommerfeld. Sascha El-Sharkawy, Aike Sass, Esra Tasdelen und Jonas Köhler testen die korrekte Darstellung ihrer App in einem Auto. Fotos: SSE/Uni Hildesheim