Flugroboter wecken Interesse an Technik

Wednesday, 24. June 2015 um 12:50 Uhr

Er schafft locker 1000 Meter Entfernung und kann selbstständig landen, wenn der Akku leer wird: Technik-Studierende der Uni Hildesheim bauen Flugroboter. Nils Habich gibt während der Ideen-Expo in Hannover und während der SchülerInnen-Universität in Hildesheim Einblicke in die Technik – und lässt die Roboter im Hörsaal fliegen. Während der Ideen-Expo vom 4. bis 12. Juli 2015 möchte er Schülerinnen und Schüler für Technik begeistern.

Nils Habich forscht über Drohnen im Alltag. Der wissenschaftlicher Angestellte vom Institut für Technik der Universität Hildesheim hält anlässlich der Universität für Schülerinnen und Schüler am Donnerstag, 25. Juni 2015, einen Vortrag über Flugroboter. Matthias Friedrich sprach mit ihm über die Didaktik des Fachs Technik.

Was sollte Ihre Vorlesung idealerweise bewirken?

Nils Habich: Grundsätzlich möchte ich das Interesse der Schülerinnen und Schüler an technischen Themen wecken. Zu dem Thema „Flugroboter“ wird es Informationen geben, die über das, was man allgemein in der Presse liest, hinaus gehen. Wir möchten den Schülern der neunten bis zur dreizehnten Klasse, die kurz vor dem Schulabschluss stehen, Anregungen für ihre Zeit nach dem Schulabschluss geben, und sie mit unserem Praxisbeispiel „Flugroboter“ für eine technische Zukunft motivieren.

Wie wollen Sie Ihr Thema didaktisch aufbereiten? Bringen Sie einen Flugroboter mit und lassen ihn im Hörsaal steigen?

Ich werde den Einsatz von Flugroboten anhand vieler Beispiele aus dem Alltag illustrieren. Heutzutage werden beispielsweise viele Filmaufnahmen mit einem Quadrocopter gemacht. Man kennt das aus der Autowerbung: Das Auto fährt vorweg und der Quadrocopter fliegt mit einer Kamera hinterher. Natürlich werde ich einen einsatzbereiten Flugroboter mitbringen. Auch eine praktische Einbindung der Schüler in den Vortrag, wie wir das bereits bei Lehrerfortbildungen praktizieren, ist geplant. Wie das im Detail durchgeführt werden kann, wird derzeit geprüft.

Was möchten Sie selbst von der Schüleruni lernen?

In einer Vorlesung oder einem Seminar muss man sich immer wieder neu auf seine Zuhörer einstellen. Hier sind es nun relativ junge Schülerinnen und Schüler, möglicherweise unsere zukünftigen Studierenden. Für mich ist es interessant, ob es gelingt, die Schüler mit diesem Thema für technische Fragestellungen zu begeistern. Vielleicht inspiriert mich die Schüleruni auch für meine universitäre Lehre. Ich bin gespannt auf das Feedback.

Ideen-Expo 2015

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim geben in Hannover Einblicke in ihre Forschung: Während der Ideen-Expo vom 4. bis 12. Juli 2015 können Jugendliche einen Quadrocopter, den Studierende entworfen haben, steuern. Ein Quadrocopter ist sozusagen ein Helicopter mit vier Rotoren. Am Stand LR-16 können sie außerdem einen ökologischen Fußabdruck berechnen, mit Computern reden und Smartphones programmieren.

Universität für Schülerinnen und Schüler

Der Fachbereich 4 der Universität Hildesheim berichtet in Form einer „Ringvorlesung" über aktuelle Forschungsthemen und möchte Interesse an Wissenschaft wecken. Die Spannweite reicht von Biologie, Chemie, Geographie, Physik, Mathematik, Technik, Informatik bis zu Wirtschaftsinformatik und Betriebswirtschaft. Schülerinnen und Schüler erhalten damit einen Einblick in die Vielfalt des „MINT"-Bereiches (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Jede Woche stellt ein anderes Fach Forschungsprojekte vor, in die auch Studierende eingebunden sind. Man kann auch nur zu einzelnen Vorlesungen gehen oder später noch einsteigen.

Nach dem Vortrag über Flugroboter am 25. Juni 2015 geht es am 2. Juli weiter mit dem Informatiker Holger Eichelberger und dem Thema Software-Entwicklung für Smartphones. Am 9. Juli zeigt der Mathematikprofessor Thomas Richthammer anhand von Computerviren, Waldbränden und Infektionen, wie solche räumlichesn Ausbreitungen mathematisch mit stochastischen Modellen erklärt werden können. Am 16. Juli endet die Vorlesungsreihe mit einem Einblick in die Biologie der Wale durch den Biologen Peter Zahn. Die kostenfreien Vorelsungen beginnen um 16:15 Uhr im Hörsaal H1 (Hauptcampus Universitätsplatz 1) und dauern etwa eine Stunde. Die Vorlesungen Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 13 (für Jüngere je nach Vorkenntnissen geeignet). Auch Lehrkräfte, Eltern und Schulklassen sind herzlich willkommen.


Nils Habich (links) mit Aleksandra Nita und Lena Ziva, sie studieren an der Universität Hildesheim Sprache und Technik, sowie Stefan Gille, der im Bachelor Technik und Wirtschaft studiert. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim