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„zusammenHalt“: Kooperationsprojekt setzt sich für geflüchtete Mütter und Kinder aus der Ukraine ein

vendredi, 08. juillet 2022 um 12:30 Uhr

Seit Mai 2022 trifft sich eine Gruppe aus ukrainischen Geflüchteten im Willkommenscafé „zusammenHalt“ regelmäßig in der Arneken Galerie in Hildesheim, um die deutsche Sprache zu lernen. Die Sprachkurse werden von der Universität Hildesheim und der FLUX Flüchtlingshilfe gemeinsam durchgeführt und von der Stadt Hildesheim sowie vom Rotary Club unterstützt. Damit soll Frauen und Kindern aus der Ukraine dabei geholfen werden, sich in Deutschland wohl zu fühlen und sprachlich handeln zu können.

Die Teilnehmenden, unter denen sowohl Frauen als auch ein Mann sind, werden von Studierenden im Masterstudiengang „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ (DaZ/DaF) der Universität Hildesheim unter der Leitung von Elke Montanari, Professorin am Institut für deutsche Sprache und Literatur, unterrichtet. „Es ist so wichtig, dass wir hier etwas geben können“, sagt Montanari. „Und das, was wir am besten können, sind qualifizierte Deutschkurse anzubieten.“

Der Kurs findet mit Hilfe eines Lehrwerks an vier Tagen pro Woche im Willkommenscafé „zusammenHalt“ der Stadt Hildesheim und der FLUX-Flüchtlingshilfe statt. Ehrenamtliche Helfer*innen unterstützen den Kurs, um die Teilnehmenden bei ihren Fortschritten zu unterstützen. „Lektion 2 ist schon geschafft. Es wird mit jedem Tag leichter!“, stellt Montanari fest. Für sie ist vor allem die hohe Motivation der Studierenden im Projekt bezeichnend. „Das gemeinsame Lachen und Lernen mit den Kursteilnehmenden sowie die hohe Lernbereitschaft bereiten mir große Freude. Gemeinsam mit den Frauen und Kindern zu arbeiten, ein Teil vom Lernprozess zu sein und Fortschritte bei ihnen zu sehen, motiviert mich sehr“, berichtet Vanessa Böheim, die den Masterstudiengang DaZ/DaF absolviert und sich im Rahmen des Projekts engagiert.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Deutschkurses liegt zu Beginn auf den fünf W-Fragen, Zahlen, Lebensmitteln und einfachen Alltagsgesprächen und sprachlichen Mitteln, die benötigt werden, um sich im Alltag in einem neuen Land zurecht zu finden. Das Interesse der Teilnehmenden ist groß und die Stimmung zeichnet sich laut den Organisator*innen durch eine hohe Motivation und Lernbereitschaft aus. „Die Herzlichkeit, mit der die Frauen und Kinder im Zentrum begleitet werden, tut allen sichtlich gut. Diesen Halt für die Herzen halte ich in dieser neuen schrecklichen Katastrophe für sehr wesentlich“, so die Leiterin von FLUX, Marietta Tebbenjohanns.

Für Dr. Michael Bloch vom Rotary Club Hildesheim ist die Unterstützung der geflüchteten Frauen und Kinder ein wichtiges Anliegen: „Die Sprache des Gastlandes zu erlernen, ist wesentliche Grundlage für Integration. So ist die Initiative der Universität, einen Sprachkurs für Mütter mit Kindern aus der Ukraine anzubieten, im Sinne der Willkommenskultur unserer Stadt besonders wertvoll. Der Rotary Club Hildesheim freut sich, diese Initiative durch die Finanzierung von notwendigen Lehrbüchern für die Teilnehmenden unterstützen zu können.“

Das gemeinsame Begegnungs- und Beratungszentrum „zusammenHalt“ wurde von der Stadt Hildesheim initiiert und durch die Kooperation verschiedener Akteure ermöglicht. Inzwischen ist das Zentrum zu einem Treffpunkt geworden. Angezogen von dem Sprachkursangebot inmitten vieler weiterer wichtiger Aktivitäten wie der Kinderbetreuung und Kreativangebote finden immer mehr Frauen und Kinder den Weg zum „zusammenHalt RAZOM“ - RAZOM ist Ukrainisch und bedeutet: Willkommen.

 

Weitere Informationen und Kontakt

Ansprechpartnerinnen zum Projekt „zusammenHalt“ sind Elke Montanari, Professorin am Institut für deutsche Sprache und Literatur, unter +49 5121 883 30108 und montanar@uni-hildesheim.de sowie Finja Schmalz, Projektmitarbeiterin am Institut für deutsche Sprache und Literatur, unter schmalzf@uni-hildesheim.de.


Fotos: Isabelle C. M. Lohrengel