Wikipedia-Artikel trotz 11.882 Bearbeitungen nicht besonders hochwertig?

Wednesday, 24. April 2013 um 18:25 Uhr

An der Universität Hildesheim befassen sich Informationswissenschaftler und Studierende mit neuen Medien im Schnittfeld von Sprache, Kommunikation und Information. In dieser Woche stellen sie Ergebnisse aus Forschungs- und Studienprojekten vor.

„Unser Umgang mit Information ist im Umbruch. Wir wollen im Alltag überall und schnell auf aktuelle Informationen zurückgreifen. Die Systeme, mit denen wir Informationen aufrufen, müssen rasant weiterentwickelt werden, um diesen Anforderungen gerecht zu werden“, sagt Informationswissenschaftlerin Katrin Werner und nennt als aktuelle Beispiele die verstärkte Nutzung von Smartphones und die Kommunikation über soziale Netzwerke.

Am Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie befassen sich Studierende des Studiengangs „Internationales Informationsmanagement“ mit neuen Medien im Schnittfeld von Sprache, Kommunikation und Information: Wie wird das Internet in beruflichen Kontexten genutzt? Was zeichnet eine benutzerfreundliche Internetseite aus? Verstehen Computer Sprache? Wie funktioniert die Kommunikation in sozialen Netzwerken, in interkulturell geprägten Situationen oder beim Online Marketing? Wie gelangen wir bei der Masse an Daten an die gewünschten Informationen? Absolventen sind heute weltweit tätig im Online Marketing oder als Informations- und Wissensmanager.

Nun stellen Studierende – gemeinsam mit rund 30 Informationswissenschaftlern aus ganz Deutschland – beim 8. Hildesheimer Evaluierungs- und Retrievalworkshops am 25. und 26. April an der Universität Hildesheim Forschungsprojekte und Ergebnisse vor. Dabei stehen Fragen in den Bereichen mobile Informationsnutzung, Informationsbeschaffung und soziale Medien im Fokus. Außerdem stellen die Forscher Entwicklungen in der Sprachtechnologie, in der social-media-gestützten Unternehmenskommunikation und dem Bereich „Opinion Mining“ vor.

Nicht einer, sondern viele schreiben – mit diesem Phänomen befasst sich Clemens Roth. Der Wikipedia-Artikel „Deutschland“ zählt 11.882 Bearbeitungen (Stand 1/2013). „Trotzdem ist er nicht als lesenswert oder exzellent ausgezeichnet.“, sagt Roth, Absolvent der Universität Hildesheim. Er hat Entstehungsprozesse von jenen Artikeln untersucht, die durch Online-Zusammenarbeit entstehen.

Wie Äußerungen, die Meinungen enthalten, in Texten automatisch identifiziert und analysiert werden, berichtet Michael Wiegand von der Universität des Saarlandes. Er stellt eine Methode vor, mit der Prädikate ermittelt und Meinungen identifiziert werden können.

Studierende der Universität Düsseldorf berichten hingegen von Erfahrungen mit „game-based learning“ in der Hochschulbildung. Über eine Online-Plattform passen sich Studieninhalte an das individuelle Lerntempo der Studierenden aus der Generation der „digital natives“ an.

In Kooperation mit dem Center for World Music der Universität Hildesheim konzipierte Lukas Bittner im Rahmen seiner Bachelorarbeit ein Rechercheportal für die Musikethnologie. Der Beitrag beschreibt die Ergebnisse der hierzu durchgeführten Experteninterviews. Lars Wendt von der Universität Hildesheim stellt Ergebnisse seiner Bachelorarbeit zum Thema Erfolgsfaktoren mobiler Anwendungen für klein- und mittelständische Unternehmen vor.

Vorläufiger Tagungsband (PDF)