Wer liebt wen in Shakespeares Sonetten?

Monday, 06. February 2012 um 09:00 Uhr

„Shakespeares Werke spielen eine wichtige Rolle für das kulturelle Gedächtnis vieler Nationen, besonders für Deutschland. Von zentralen Fragen seiner Dramen, wie etwa nach der Bedeutung von Familie und Partnerschaft oder nach der Verantwortung der älteren Generation gegenüber der jüngeren, werden wir alle direkt angesprochen“, unterstreicht Prof. Dr. Stefani Brusberg-Kiermeier. Am Mittwoch, 08. Februar, stellt sie sich in einer öffentlichen Antrittsvorlesung an der Stiftung Universität Hildesheim vor. Für Juni 2012 kündigt die Englischprofessorin eine internationale Shakespeare-Tagung an.

Der Fachbereich III, Sprach- und Informationswissenschaften, lädt am Mittwoch, 08. Februar 2012, um 18:15 Uhr in die Aula des Bühler-Campus zur öffentlichen Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Stefani Brusberg-Kiermeier ein. Sie spricht zum Thema „Wer liebt wen in Shakespeares Sonetten?“. „Shakespeares Sonette gehören zu den berühmtesten Gedichten überhaupt. Während die Studierenden in der Regel Dramen aufgeschlossen begegnen, sind sie in Bezug auf Lyrik häufig befangen. Wir konfrontieren sie bereits im ersten Semester mit Shakespeares Sonetten, so dass sie danach voller Zutrauen weder die Auseinandersetzung mit Shakespeare noch mit Gedichten scheuen“, betont die Englischprofessorin.

Seit 2011 lehrt und forscht Prof. Brusberg-Kiermeier am Institut für englische Sprache und Literatur, unter anderem in den Bereichen zeitgenössische Literatur und zeitgenössisches Drama in Großbritannien, britische Populärkultur und Frühe Neuzeit. Insbesondere erforscht sie die Theaterkultur und die Auswirkungen des Buchdrucks auf den literarischen Markt.

„Ich möchte den Studierenden Klassiker, insbesondere Shakespeare, sowie vereinfachte Versionen zentraler Texte für verschiedene sprachliche Niveaustufen näher bringen, die sie später in ihrem Schulunterricht einsetzen können. Der Zugang zu bedeutsamen literarischen Werken sollte allen Schülerinnen und Schülern möglich sein", betont Brusberg-Kiermeier. Sie freut sich darauf, an der Stiftungsuniversität zukünftig Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu fördern, insbesondere durch die Betreuung von Promotionen.

An der Universität Hildesheim organisiert die Direktorin des Instituts für englische Sprache und Literatur eine internationale Shakespeare-Tagung, die vom 14. bis 16. Juni 2012 stattfindet. Den Eröffnungsvortrag hält Prof. Dr. Aleida Assmann, Universität Konstanz, die weltweit als Gedächtnisforscherin Anerkennung gefunden hat. „Shakespeares Werke spielen eine wichtige Rolle für das kulturelle Gedächtnis vieler Nationen, besonders für Deutschland. Von zentralen Fragen seiner Dramen, wie etwa nach der Bedeutung von Familie und Partnerschaft oder nach der Verantwortung der älteren Generation gegenüber der jüngeren, werden wir alle direkt angesprochen“, unterstreicht die Professorin die Aktualität von Shakespeares Dramen. Die Abschlussdiskussion der Tagung am 16. Juni findet auf Deutsch statt und ist öffentlich.

Nach dem Studium der Anglistik und Germanistik an der Technischen Universität Berlin folgte eine Ausbildung zur Konzertsängerin, inklusive zahlreicher Einspielungen mit dem Ernst-Senff-Chor, Berlin. 1999 promovierte Brusberg-Kiermeier zu Shakespeares Königsdramen im Graduierten-Kolleg „Körper-Inszenierungen" der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Freien Universität Berlin und habilitierte sich 2010 an der Universität Potsdam zu Aspekten des Grotesken im Viktorianischen Roman.

Öffentliche Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Stefani Brusberg-Kiermeier

Wann?  Mittwoch, 08. Februar 2012, 18:15 Uhr

Wo?      Aula des Bühler-Campus, L 131