Last minute: Deutsch als zweite Sprache und als Fremdsprache

Tuesday, 01. October 2013 um 20:09 Uhr

Noch bis zum 15. Oktober können sich Studieninteressierte bewerben. Ein neuer Masterstudiengang greift die Mehrsprachigkeit im Schulalltag und Berufsleben auf. Die Studierenden wählen einen Schwerpunkt – entweder Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder Deutsch als Fremdsprache (DaF). Theorie und Praxis werden dabei eng verzahnt.

„Lehrkräfte wollen und müssen mehr darüber wissen, wie sie ihre Schüler mit deutscher Zweitsprache unterrichten und die Sprachenvielfalt in der Klasse einbeziehen können“, sagt Prof. Dr. Elke Montanari. Sie ist Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Uni Hildesheim und untersucht derzeit, wie Kinder einen mehrsprachigen Wortschatz aufbauen und mit welchem Wortwissen Lehrkräfte bei Schülern rechnen können.

In Hildesheim macht ein Masterstudiengang sichtbar, dass Zweit- und Mehrsprachigkeit zum Alltag in den Schulen gehören. Die Studierenden wählen einen Schwerpunkt – entweder Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder Deutsch als Fremdsprache (DaF). Theorie und Praxis werden dabei eng verzahnt.

DaZ-Studierende werden auf Tätigkeiten in der Sprachförderung in Schulen, den Unterricht von Erwachsenen in Integrationskursen und als Multiplikatoren in der Lehrerfortbildung vorbereitet. Zu den Studieninhalten gehören etwa Seminare im Bereich Zweitspracherwerb, deutschsprachiger Unterricht in mehrsprachigen Gruppen, Diagnostik und Lehrwerksanalyse. „Der Studiengang richtet sich auch an Lehrkräfte, die schon länger im Beruf tätig sind und Interkulturalität im Unterricht professionell berücksichtigen wollen“, sagt die Sprachdidaktikerin Prof. Dr. Hildegard Gornik. Die Schullandschaft ist in Bewegung. In Niedersachsen haben sich im Netzwerk „DaZnet“ über 70 Schulen zusammengeschlossen.

Kulturelle Brücken bauen: DaF-Absolventen arbeiten nach dem Studium zum Beispiel an Schulen und Unis im Ausland oder in international vernetzten Betrieben als Spezialisten für die Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur. Die Studierenden betrachten die deutsche Sprache aus einer Fremdperspektive, sagt Prof. Dr. Stephan Schlickau vom Institut für Interkulturelle Kommunikation. „In der Wirtschaft oder in Behörden, kann es interkulturell schon zu einem Problem werden, wenn die Kommunikationspartner sich nicht einig sind, ob sie über ‚einen“ oder ‚den‘ Termin reden."

Allein in China entstehen derzeit 18 germanistische Institute. In einigen spanischen Städten wuchs die Zahl der Teilnehmer an Sprachkursen in Goethe-Instituten von 2010 auf 2012 um 50 %. Prof. Dr. Beatrix Kreß erwartet, dass der Studiengang in Hildesheim auch ausländische Studierende anlockt. „Wir sprechen standardnahes Deutsch, es ist grün und Wohnraum ist bezahlbar.“

Bewerbungen sind noch bis zum 15. Oktober 2013 online möglich. Interessierte wenden sich bei inhaltlichen Rückfragen an Prof. Dr. Elke Montanari (E-Mail montanar(at)uni-hildesheim.de).