Promotionsprojekte

Abgeschlossene Promotionen

Einen Überblick über die abgeschlossenen Promotionsprojekte finden Sie auf dieser Seite.


Kunstmuseen als Akteure Kultureller Bildung im digitalen Raum [Arbeitstitel] (Claudia Roßkopf)

Information, Kommunikation, Netzwerken, Marketing, Bildung, Partizipation – die Liste der möglichen Ziele, die Kunstmuseen im World Wide Web verfolgen (könnten), ließe sich noch lange fortsetzen. Das Promotionsvorhaben will der Frage nachgehen, was tatsächlich in den digitalen Räumen passiert und was möglich ist. Im Fokus stehen die Potentiale des digitalen Raums für die Kulturelle Bildung. Es wird untersucht, welche Art der Auseinandersetzung mit kulturellen Artefakten vor dem Hintergrund der Digitalisierung und den damit einhergehenden Verhaltens- und Kommunikationsformen stattfindet und welche Art der Teilhabe damit einhergeht. Im Datenmaterial werden Bildungsprozesse ermittelt und die Bildungspotentiale herausgearbeitet. Daraus lassen sich Schlussfolgerungen für Kunstmuseen und ihr Verhalten im World Wide Web ziehen. 

Das Promotionsvorhaben steht im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt Rez@Kultur. 

Das Forschungsprojekt ist im Rahmen der BMBF-Förderrichtlinie Digitalisierung in der Kulturellen Bildung im Themenbereich Teilhabe und Zugänge angesiedelt. Die gemischtmethodische, auf Massen- und Einzelfalldaten gestützte Analyse fokussiert die Digitalisierung von Rezensionsprozessen in Kunst und Literatur als Kulturelle Bildungsprozesse aus interdisziplinärer Perspektive. Beteiligt sind die Disziplinen Kulturelle Bildung, Literaturwissenschaft, Computerlinguistik und Wirtschaftsinformatik. Das Team aus dem Forschungsbereich der Kulturellen Bildung untersucht, wie im digitalen Raum neue Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit Kunst entstehen und welche Möglichkeiten sich vor diesem Hintergrund in Zeiten zunehmender Digitalisierung für Museen als Akteure Kultureller Bildung eröffnen. Dazu werden Interviews mit online-Rezensent_innen geführt und Online-Plattformen qualitativ analysiert, auf denen Werke der Literatur und der Kunst bzw. Ausstellungen und Museen rezensiert oder kommentiert werden. In Betracht kommen also beispielsweise Seiten wie Blogs und Social Media-Accounts von Ausstellungs-, Kunst- und Literaturkritiker_innen ebenso wie die Bewertungsfunktionen auf google oder facebook.

Bei der Dissertation liegt der Fokus auf Kunstmuseen als Akteure der Kulturellen Bildung im digitalen Raum, um dabei die Potentiale des digitalen Raums sichtbar und nutzbar für Museen zu machen. Dazu sind aus den Forschungsdaten des Projekts hilfreiche Erkenntnisse über das Nutzer_innenverhalten zu erwarten und darüber, wie Kulturelle Bildung im Kontext digitaler Rezeptions- und Produktionsprozesse erfolgt, wie Menschen zu Akteuren kultureller Praxis werden, wie ,Teilhabe‘ und ,Zugänge‘ ermöglicht oder verändert werden können. Daraus werden sowohl für Kurator_innen als auch Mitarbeiter_innen aus der Bildung und Vermittlung Impulse für ihre Tätigkeiten im Museum erwartet. Als weiteres Datenmaterial werden so – oder ähnlich – genannte digitale Strategien herangezogen, wie sie seit Jahren an Kunstmuseen entstehen, und ergänzend Interviews mit entsprechenden Expert_innen geführt. Dem Museum sind ganz einzigartige Potentiale gegeben – doch was tun sie im digitalen Raum tatsächlich? Die Erforschung der digitalen Räume steht erst am Anfang und verspricht dabei, neue Räume für die Museumsarbeit zu erschließen.

Doktorandin

Claudia Roßkopf

Doktorvater / Doktormutter

Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss

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rosskopf(at)uni-hildesheim.de

"Kultur in der Fläche – Kulturpolitische Qualitäten und Quantitäten von Bespieltheatern" [Arbeitstitel] (Silvia Stolz)

Promotionsvorhaben

Die Arbeit wirft, im Kontext der gesamtdeutschen Theaterlandschaft, einen konzentrierten Blick auf die Welt der Bespieltheater. Die Entdeckung und Vermessung dieser Welt steht noch aus.

Die aktuelle kulturtheaterpolitische Debatte um das Theater soll um den Blick auf die Bespieltheater geweitet werden und dies vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Herausforderungen. In den Debatten geht es um die Entwicklung der Besucherzahlen, die Kürzung von Kulturetats, um kommunalpolitische Strukturmaßnahmen, kulturelle Bildung etc. Der gesellschaftliche Hintergrund ist der demografische Wandel, das veränderte Freizeitverhalten und die Multikulturalität. Ferner interessiert der Wandlungsprozess der Theaterlandschaft seit der Wende, die Programmentwicklung und die Förderpolitik.

Es gibt unterschiedliche Akteure, die im Feld des Theaters in der Fläche kulturpolitisch agieren. Im Rahmen einer Politikfeldanalyse und qualitativen Forschungsmethoden (Experteninterviews) wird das kulturpolitische Agieren von Akteuren im Zusammenhang mit Bespieltheatern untersucht.

Welche Wirkungen hat dies alles auf die Infrastruktur der Theaterlandschaft, insbesondere im Hinblick auf die kulturelle Vielfalt und die kulturelle Teilhabe? Welche Maßnahmen wären in der Kulturpolitik zu ergreifen, um mehr Theater für mehr Menschen zu ermöglichen? Welche Rolle könnten die Bespieltheater im Veränderungsprozess der Theaterlandschaft übernehmen und was sind die Bausteine eines modellhaften Bespieltheaters?

Doktorandin
Silvia Stolz

Doktorvater
Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Berufliche Tätigkeit
Leiterin Kommunikation und Dramaturgin am Landestheater Schwaben, Memmingen

Mailkontakt

sstolz[at]gmx.de

"Touristische und einheimische Kulturnutzung im ländlichen Raum. Begründung eines integrativen Kultur- und Tourismusmanagements" (Katja Drews)

Promotionsvorhaben

Zunehmend erhält der Tourismussektor aufgrund der Realität des demografischen Wandels Bedeutung als Ressourcengeber für die kulturelle Angebotsvorhaltung im ländlichen Raum Deutschlands.

Das Forschungsvorhaben hat zum Ziel, anhand einer differenzierenden Analyse der Kulturnutzung von Touristen und Bewohnern zu beleuchten, inwiefern die Entwicklung kultureller Angebote im ländlichen Raum nicht nur Interessen und Bedürfnissen von Einheimischen und Touristen gleichermaßen entsprechen kann, sondern wie mehr noch das Zusammentreffen von Einheimischen und Touristen im Rahmen gemeinsam erlebter kultureller Angebote an sogenannten „dritten Orten“ die Attraktivität dieser Angebote für beide Seiten erhöhen kann.

Doktorandin

Katja Drews, M.A.

Doktormutter

Prof. Dr. Birgit Mandel

Berufliche Tätigkeit

Kulturreferentin Landkreis Holzminden; Lehrbeauftragte Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim – Holzminden – Göttingen, Fakultät Management, Soziale Arbeit, Bauen

Mailkontakt

katja.drews[at]t-online.de

„Landesbühnen als Modell für eine Theaterreform – eine kulturpolitische Untersuchung von Konzepten zur Partizipation in den Darstellenden Künsten“ (Katharina Schröck)

Promotionsvorhaben

Das deutsche Theatersystem ist in seiner Struktur einmalig; oftmals wird zur groben Beschreibung die Begrifflichkeit „Duales System“ gewählt – öffentlich getragene Theater auf der einen Seite koexistierend mit den so genannten „Freien Theatern“ andererseits. Im Zuge der nunmehr seit Jahren andauernden Theaterdebatte und den Diskursen zu einer (deutschen) Theaterkrise wurde und wird diese Systemkonstruktion, welche aus eben diesen zwei Säulen zu bestehen scheint, intensiv diskutiert. Die Landesbühnen sind ein elementares Konstrukt innerhalb dieser Theaterlandschaft, aber als solche selten Bestandteil der öffentlichen Debatte. Die Situation einzelner Institutionen in Zusammenhang mit Existenzbedrohung und inhaltlichen Problemen wird zwar teilweise diskutiert, doch eine größere Betrachtung der Landesbühnen und eine Einordnung ihrer Besonderheiten in das bestehende Theatersystem wurde bislang nicht durchgeführt.

Bei den – per definitionem so genannten und im deutschen Bühnenverein als eigene Gruppe zusammengeschlossenen – Landesbühnen handelt es sich um öffentlich getragene Theaterinstitutionen, denen als kulturpolitische Maxime eine Distribution der Theaterkunst in (kultur-)periphere Gebiete und insbesondere eine Bespielung ensembleloser Gemeinden bzw. Theater aufgetragen wurde. Strukturell sind die Landesbühnen sehr unterschiedlich aufgestellt: eine Verallgemeinerung gelingt nicht durch eine Klassifikation der Betriebsform oder der vertraglichen Regelungen. Die Einrahmung dieser Institutionen ist also ein ideelles Konstrukt, verknüpft mit einem kulturpolitischen Auftrag im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Verankerung. Die deutschen Landesbühnen sollen Stadttheater für ihren Stammsitz sein und zeitgleich als reisendes Theater in ganz unterschiedlichen Regionen Identifikation stiften und kulturelle Bildung ermöglichen. Um als kulturpolitisches Instrument zur Theater-Verbreitung zu fungieren, müssen die Theater durch geeignete Rahmenbedingungen zur Erfüllung dieser Aufgabe befähigt werden und sollten zudem in ihrer Struktur ihren Handlungsauftrag der theatralen Grundversorgung als grundsätzliches Leitbild festgelegt haben.

Die angestrebte empirische Untersuchung soll die Landesbühnenlandschaft darstellen und anhand einzelner Fallbeispiele überprüfen, ob und wie die Landesbühnen mit ihrer besonderen theaterpolitischen Konstruktion zwischen Stadttheater und Wanderbühne und mit der konzeptionellen Verankerung von Partizipation als Prinzip als Impulsgeber für eine Reform des Theatersystems fungieren könnten. Ziel der wissenschaftlichen Arbeit ist nicht eine kritische Betrachtung der Landesbühnen mit der Absicht, ihre Hinfälligkeit oder ihr Scheitern aufzudecken, sondern eine Suche nach möglichen Zukunftsmodellen des Konstruktes „Landesbühne“.

Die am Beispiel der Landesbühnen durchgeführte Reflexion könnte, im Zusammenhang mit den aus der Untersuchung gewonnenen Erkenntnissen über die Strukturen und mögliche Strukturveränderungen, ihren Teil zu einer generellen Agenda der Theaterpolitik beitragen. Maßgeblich ist dabei die Betrachtung der Konzepte zur Partizipation, konzentriert angelegt im Modell der Landesbühnen, da dieses kulturpolitische Konstrukt im Zusammenhang mit der Debatte um Kulturfinanzierung den haushaltspolitischen Überlegungen mit gesellschaftspolitischen Argumenten begegnen kann.

Doktorandin
Katharina Schröck

Doktorvater
Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Berufliche Tätigkeit
Mitarbeiterin im Kulturamt Frankfurt am Main, Fachbereich Kulturförderung- und information, Darstellende Kunst

Mailkontakt
k.schroeck[at]web.de

„Kunst. Kultur. Transformation. Rolle und Potenziale von Künstlern als "Agents of Change" im tunesischen Transformationsprozess" (Meike Lettau)

Promotionsvorhaben

Die arabische Revolution als historische Zäsur eröffnete neue Aufgaben, Herausforderungen und Chancen auf dem Gebiet internationaler kultureller Zusammenarbeit und deutscher Auswärtiger Kulturpolitik. Die Umbrüche und der veränderte lokale Kontext erfordern eine Neuorientierung derselben. Zahlreiche Projekte wurden initiiert und auf politischer Ebene Rahmenverträge entwickelt, um aktiv den gesellschaftlichen Transformationsprozess zu begleiten. Künstlern und Kulturakteuren wird eine besondere Rolle zugeschrieben: „Kulturakteure sind nicht nur Seismographen, sondern eben auch Protagonisten der gesellschaftlichen Veränderung“ (Becker/Wetzel 2011, S. 2), wie das Goethe-Institut behauptet.

Ziel der Arbeit ist, eine Theorie zu den Potentialen von Kunst und Künstlern in Transformationsprozessen zu generieren und die Frage zu eruieren, welche Rolle Kulturaktivisten als "Agents of Change" spielen. Ausgehend von der Selbstwahrnehmung von Künstlern und ihrem Schaffen in Transformationsprozessen wird auf einer zweiten Untersuchungsebene die Rolle und der Beitrag deutscher Mittlerorganisationen in diesem Zusammenhang untersucht. Die Erforschung aktueller Entwicklungen in der tunesischen Kulturszene und kulturpolitischer Reformen bildet einen weiteren Themenkomplex.

Ausgangsfrage ist, wie sich das Agieren der Mittlerorganisationen deutscher Auswärtiger Kulturpolitik in Transformationsprozessen verändert und wie beispielsweise die Kulturarbeit des Goethe-Instituts auf die Umbruchsituation in Tunesien mit Projekten und Programmen reagiert hat. Für internationale kulturelle Zusammenarbeit in diesem Kontext gilt es, neue Konzepte und einen veränderten kulturpolitische Rahmen zu schaffen, um auf die Bedürfnisse vor Ort adäquat zu reagieren.

Doktorandin 
Meike Lettau

Doktorvater
Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Mailkontakt
meikelettau[at]gmx.de

„Kulturelle Bildungsformate in internationalen Festivals der Darstellenden Künste" (Nicola Scherer-Henze)

Promotionsvorhaben

Die internationale Festivallandschaft sieht sich einer diversen Gesellschaft gegenübergestellt und möchte eben diese zu ihren Festivals einladen. Im Fokus der Dissertation stehen die Kulturellen Bildungsformate für internationale Nachwuchskünstler*innen der darstellenden Künste. Durch Gruppendiskussionen und Experteninterviews werden hier die verschiedenen Perspektiven auf diese “Begegnungs-Formate” beleuchtet. Welche Settings werden konstruiert, welche Fragen und Themen werden besprochen und wie wird diese Begegnung von den Nachwuchskünstler*innen wahrgenommen? Die erkenntnisleitende Frage ist, welche Internationalitätskonzepte hinter den Settings und den Kommunikationsstrategien stehen. Weiterhin wird untersucht welche Identitätskonzepte in der Selbst- und Fremdwahrnehmung der Nachwuchskünstler*innen wahrgenommen werden.

Doktorandin
Nicola Scherer-Henze

Doktorvater
Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Mailkontakt
Nicola.Scherer[at]gmx.net

„Netzwerke der Nachhaltigkeit? Anspruch und Wirklichkeit der „European Capitals of Culture“ als kulturpolitisches Instrument zur Förderung des Dialogs zwischen den europäischen Kulturen am Beispiel von RUHR.2010 und Marseille (2013)" (Kristina Jacobsen)

Promotionsvorhaben

Den Dialog der europäischen Kulturen zu fördern – dieses Ziel galt als EU-Vorgabe gleichermaßen für die Kulturhauptstädte Europas RUHR.2010 und Marseille 2013.Im Rahmen der Dissertation soll untersucht werden, inwieweit es den lokalen Kulturnetzwerken gelingt, das Programmjahr nach dieser Zielvorgabe, jeweils unterschiedlich interpretiert, umzusetzen. Dazu sollen die kulturpolitischen Zielvereinbarungen und Umsetzungskonzepte im europäischen Mehrebenensystem (EU – Mitgliedsstaat – Region – Stadt) in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit analysiert und verglichen werden. Ziel der Untersuchung ist, durch den Vergleich der ausgewählten Kulturhauptstädte den Status des Förderinstruments "Kulturhauptstadt Europas" in Bezug auf die Nachhaltigkeit seiner Ziele und Konzepte zu erfassen. Anhand der beiden konkreten Beispiele wird damit herausgearbeitet, unter welchen Bedingungen EU policies im Bereich Kulturförderung effektiv sein können. 

Doktorandin
Kristina Jacobsen

Doktorväter
Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Prof. Dr. Olaf Schwencke

Mailkontakt
Kristina.jacobsen[at]gmx.de

„Deutschlands auswärtige Kulturpolitik im multilateralen Kontext des „UNESCO-Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ “ (Constanze Metzger)

Promotionsvorhaben

Das UNESCO Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (i. F. Welterbekonvention) ist eines der bedeutendsten normativen Kulturinstrumente im multilateralen Umfeld. In Artikel 7 der Welterbekonvention wird die „Einrichtung eines Systems internationaler Zusammenarbeit“ als Ziel genannt.

Das Promotionsvorhaben basiert auf der Annahme, dass das Interesse der Vertragsstaaten darin besteht, den nationalen Kulturstätten durch die globale Marke der Welterbekonvention Sichtbarkeit zu verleihen. Es wird angenommen, dass die nationalen Interessen zu einer disproportionierten, eurozentrierten Welterbeliste geführt haben, da Vorschläge für die Welterbestätten ressourcenaufwändig sind. Es wird ebenso angenommen, dass durch die Popularität der Welterbekonvention und ihre weltweite Umsetzung Kulturstätten bewahrt werden und die Konvention somit eine wichtige Rolle im Kulturschutz einnimmt. Das Spannungsfeld zwischen globalen Zielen und nationalen Interessen soll untersucht werden. Auch die Frage, welche positiven Wechselwirkungen es zwischen nationalen Interessen und globalen Zielen gibt, soll im Rahmen des Promotionsvorhabens beantwortet werden.

Am Beispiel der Welterbestätte Muskauer Park / Park Mużakowski soll die transnationale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und einem anderen Vertragsstaat analysiert werden. Ein weiteres Fallbeispiel soll die Schwierigkeiten der transnationalen Zusammenarbeit verdeutlichen. Ziel ist es, die deutsche Auswärtige Kulturpolitik im Rahmen der Umsetzung der Welterbekonvention zu untersuchen und kulturpolitische Empfehlungen zu formulieren, um an der Konvention mitzuwirken und die kulturelle Zusammenarbeit der Vertragsstaaten zu verbessern.

Doktorandin
Constanze Metzger

Doktorvater
Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Berufliche Tätigkeit                                                                                                                    Angestellte im Welterbezentrum der UNESCO 

Mailkontakt
c.metzger[at]unesco.org

„Kulturpolitik für kulturelle Vielfalt – Rezeption und Implementierung der UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in Deutschland“ (Annika Holland)

Promotionsvorhaben

Die vorliegende Arbeit analysiert die politische Diskussion um kulturelle Vielfalt und zeigt, wie der Schutz und die Förderung kultureller Vielfalt zu einer offensichtlichen und dringlichen Aufgabe verschiedener Politikfelder wurden. Das Dissertationsprojekt geht dabei den Fragen nach, welche Wirkungen und Relevanz die Konvention in Bezug auf die Politik und Zivilgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland hatte. So wurde beispielsweise nach der Bundestagswahl im Jahre 2005 die Umsetzung der UNESCO-Konvention - und damit der Schutz und die Förderung kultureller Vielfalt und Interkulturalität sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene - im Koalitionsvertrag als Regierungsziel erklärt. Gegenstand der vorliegenden Untersuchung sind daher vor allem zwei Fragen: Worüber wurde in den vergangenen neun Jahren seit Verabschiedung der Konvention, also während der Zeitspanne 2005 bis 2014, in der bundesdeutschen Politik diskutiert? Was hat sich in den Bereichen Akzeptanz kultureller Vielfalt und Integration tatsächlich verändert?

Doktorandin
Annika Holland

Doktorvater / Doktormutter
Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss

Mailkontakt
annika-holland[at]web.de

„Soziokultur – Kulturpolitik ‚von unten‘? Untersuchungen zur Historiographie und Phänomenologie einer Programmformel und Praxisform der kulturellen Demokratisierung“ (Tobias Knoblich)

Promotionsvorhaben

Die Dissertation befasst sich mit der Frage, wie das Konzept Soziokultur in Deutsch­land die Kulturpolitik prägte und zu einem Medium der Erneuerung wurde, wie es bei der Formierung von Praxisformen/Institutionen Anwendung fand und wie schließlich eine veränderte Kulturpolitik reflexiv auf Soziokultur zurückwirkt, ihre Versprechen und Erfolge verstärkt oder für andere Praxisfelder adaptiert. Soziokultur ist eine Pro­grammformel und eine Praxisform. Sie operiert neben und mit anderen Teilhabe- und Teilnahmepostulaten bzw. Leitformeln (etwa „Kultur für alle“ oder „Bürgerrecht Kul­tur“). Ihre große Geste und die differenten Praxisausprägungen (insbesondere nach 1990) machen es schwer, sie generalisierend zu erfassen. Daher ist es wichtig, den Begriff sowohl ideen- als auch praxisgeschichtlich zu befragen und nach dem Woher und Wohin der mit ihm transportierten kulturpolitischen und demokratietheoretischen Vorstellungen zu fahnden. Ferner ist zu untersuchen, wie sich das anfangs bewe­gungsförmige gesellschaftliche Feld verändert hat und ob Begriffe obsolet oder zu­min­dest wirkungsschwächer werden.

Doktorand
Tobias Knoblich

Doktorvater
Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Mailkontakt
tobias.knoblich[at]erfurt.de

„Gedenkstätte in Bewegung. Potenziale, Chancen, Barrieren und Grenzen kulturtouristischer Konzepte für Gedenkstätten“ (Sarah Bieleke)

Promotionsvorhaben

Gedenkstätten stehen vor einer Phase des Umbruchs, denn zum einen wird der nahende Verlust der Zeitzeugen eine Veränderung von Geschichtsvermittlung notwendig machen und zum anderen wird die öffentliche Förderung in Zukunft geringer ausfallen und die Gedenkstätten zwingen, weitere Finanzierungsmöglichkeiten zu nutzen. Individuell reisende Erwachsene und Senioren sind aktuell die kleinste Besuchergruppe in Gedenkstätten, stellen aber die größte Gruppe der nationalen Kulturtouristen dar. Ziel des Vorhabens ist es, Erfolgskriterien für die Umsetzung kulturtouristischer Strategien zu entwickeln, um diese Zielgruppe als Besucher für die Gedenkstätten zu gewinnen. Durch qualitative (Experteninterviews) und quantitative (Besucherumfragen) Forschungsmethoden soll das Potential von Gedenkstätten für die Anwendung kulturtouristischer Konzepte evaluiert werden. Auf Basis der Ergebnisse und einer Gegenüberstellung mit internationalen Best Practice Beispielen werden Handlungsempfehlungen für die Konzeption und Nutzung kulturtouristischer Strategien für Gedenkstätten in Deutschland entwickelt.

Doktorandin
Sarah Bieleke

Doktormutter/Doktorvater
Prof. Dr. Birgit Mandel/Prof. Dr. Oliver Rump

Mailkontakt
sarah.bieleke[at]gmx.de

"Wirkungsevaluationen in der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Eine Auseinandersetzung mit Modellen und Methoden zur Bewertung außenkulturpolitischer Maßnahmen im Bereich Kultur und Entwicklung." (Jennifer Emmrich)

Promotionsvorhaben

Im Zuge der voranschreitenden Globalisierung und weltweiter politischer und gesellschaftlicher Veränderungen, steht die Auswärtige Kulturpolitik vor neuen Herausforderungen und Chancen.
Neue Formen der Auswärtigen Kulturpolitik stehen vor einem veränderten Welt- und Wertekontext auf dem Prüfstand. Seit 2005 nehmen sich die deutschen Mittler- und Durchführungsorganisationen konsequent dem Thema "Kultur und Entwicklung" an. Kunst- und Kulturprojekte werden vermehrt als "Entwicklung" befördernde Maßnahmen betrachtet. Das Vorrücken solcher Projekte in das Feld der Entwicklungszusammenarbeit führt aber auch (international) zu erhöhten Legitimationsdruck.
Die wissenschaftliche Prüfung von Evaluationskonzepten für Kunstprojekte im Bereich "Kultur und Entwicklung" der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik steht noch aus. Im Rahmen dieses Dissertationsvorhabens soll die "Wirkung" von "Kultur und Entwicklungs"-Projekten hinterfragt und Methoden ihrer Evaluation diskutiert werden.
Die Forschungsfrage lautet: Welche "Wirkung" haben Kunstprojekte im Bereich Kultur und Entwicklung der deutschen Außenkulturpolitik und mit welchen Evaluationsmodellen lässt sich diese bewerten?

Doktorandin
Jennifer Emmrich

Doktorvater
Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Mailkontakt
emmrich[at]uni-hildesheim.de

Präsenzform und Strukturreform - Eine Untersuchung der Institutionalisierung deutscher Auswärtiger Kulturpolitik am Beispiel der Goethe-Institute in der Russischen Föderation (Christina Holland)

Promotionsvorhaben

Welche politischen Gegebenheiten führten zur Entstehung der heute aktiven deutschen Kulturinstitute im Ausland? Welche auswärtigen kulturpolitischen Ansätze prägten und prägen die Struktur der deutschen Kulturinstitute? Beeinflusst das Gastland die Ausgestaltung der Kulturinstitute? Beeinflussen Kulturinstitute anderer Länder in Deutschland die Gestaltung deutscher Kulturinstitute im Ausland? Welche Präsenzformen können international beobachtet werden? Welche Kooperationen sind denkbar und realisierbar? Welche Netzwerke gibt es? Wie ist das Modell der deutschen Kulturtage, -wochen und -jahre zu bewerten? Gibt es strategische Allianzen und Kooperationen?

Thema der Arbeit sind die deutschen Kulturinstitute in der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik am Beispiel der Russischen Föderation unter besonderer Berücksichtigung der Neugründung des Goethe Institutes in Novosibirsk. Die zentrale Fragestellung der Arbeit wird sein, ob deutsche Kulturinstitute in ihrem strukturellen Aufbau noch den aktuellen Herausforderungen gewachsen sind und ob in Zeiten gekürzter Haushalte und einer sich entwickelnden europäischen Kulturpolitik über andere Modelle und Netzwerke kultureller Präsenzformen nachzudenken ist.

Erkenntnisleitendes Interesse der Untersuchung ist es, einen wissenschaftlichen Beitrag zum Thema deutsche Kulturinstitute als Instrumente der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik zu leisten und damit ein Thema in den Fokus zu rücken, das bereits vielfach diskutiert worden ist, allerdings stets unter dem Aspekt der Institutsschließung und weniger unter dem Aspekt der Institutsumgestaltung bzw. –erweiterung.

Ziel des Forschungsprojekts ist es, einen wissenschaftlichen Beitrag zum Thema deutsche Kulturinstitute und ihre Präsenzformen als Instrumente der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik zu leisten und dabei nicht nur das Themengebiet deutsche Auswärtige Kulturpolitik zu erweitern, sondern zugleich mit dem Beispielbezug auf die Russische Föderation einen noch vergleichsweise jungen Partner deutschen auswärtigen Kulturengagements seine Aufmerksamkeit zu schenken.

Doktorandin
Christina Holland

Doktorvater
Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Berufliche Tätigkeit
Business Development

Mailkontakt
christina.holland[at]web.de