Staatsauftrag: „Kultur für alle“ - Tagung zu Kultureller Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR

Thursday, 02. July 2020 um 13:27 Uhr

Welche Erfahrungen können wir in Ost- und Westdeutschland teilen und welche Impulse daraus gemeinsam weiterentwickeln? Was nehmen wir aus der Vergangenheit ins Heute mit? Diese Fragen stellen sich uns im 30. Jubliäumsjahr der deutschen Wiedervereinigung drängender denn je. 29. OKTOBER 2020 10.00 – 19.00 Uhr - Berliner Stadtbibliothek

Die Tagung, die in Kooperation der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Universität Hildesheim und der Zen­tral- und Landesbibliothek Berlin stattfindet, widmetsich einem Thema, das besondere Erfahrungen derDDR ins Heute bringt: Strategien und Instrumentekultureller Teilhabe und kultureller Bildung.

Durch den staatlichen Auftrag, „Kultur für alle“ alsTeil sozialistischer Persönlichkeitsentwicklung zu garantieren, wurden in einem engmaschigen Systemplanmäßig niedrigschwellige und sozialräumlichverankerte Aktivitäten der Kulturvermittlung etabliert.Vor allem über die betriebliche Kulturarbeit sollten alle Menschen in ihrem Alltag erreicht werden. Kunst und Kulturarbeit waren in einem Spannungsfeld von staatlichen Vorgaben ­einerseits und individueller Aneignung und Nischen für Gegen­­ öffentlichkeit andererseits. Die Kunstfreiheit war in der DDR nicht gewährleistet, Inhalte und Formen der Kultur standen unter Kontrolle der SED und unter­lagen der Zensur, doch boten die Künste und kulturelle Arbeit auch Möglichkeiten, diese zu umgehen.

Auf der Tagung werden Ergebnisse eines Forschungs­projekts der Universität Hildesheim präsentiert, in dem erstmalig Erkenntnisse über Ziele, Strukturen und Wirkungen von Maßnahmen zur kulturellen Teilhabe in der DDR aufgearbeitet werden. Expert­innen und Experten aus den Bereichen Kulturvermittlung, Kulturwissenschaft, Kulturpolitik und Kunst diskutieren und reflektieren die Maßnahmen für kulturelle Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR aus ihrem Erfahrungshintergrund und setzen Bezüge zur aktuellen Situation. Ein Fokus liegt dabei auf Projekten und Maßnahmen, die nach heutiger Perspektive „kunstferne“ Zielgruppen erreichen sollten, insbesondere Kinder und Jugend-
liche aus nicht-akademischen Elternhäusern sowie Erwachsene aus der Arbeiter- und Bauernklasse.

Neben der Diskussion zu den Erkenntnissen aus dem Projekt wird danach gefragt, welche Erfahrungen für die Programme kultureller Bildung und die Ausgestaltung von Kulturpolitik für kulturelle Teilhabe der Gegenwart produktiv sein könnten.

Diese Tagung wird seitens der Friedrich-Ebert-Stiftung im Rahmen der Reihe „Zur Lage der Generationen“ durchgeführt, die sich generationsübergreifend mit
Fragen der deutschen Einheit, Identität und gesellschaftlichen Zusammenhalts befasst.
Sie sind sehr herzlich zur Tagung eingeladen!

29. OKTOBER 2020 10.00 – 19.00 Uhr - Berliner Stadtbibliothek, Breite Straße 30 – 36, 10178 Berlin