Kulturpolitik: Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung

Friday, 18. December 2020 um 20:43 Uhr

Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Birgit Mandel entwickelt das Stipendienprogramm „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“. Die Qualifizierung und das Zertifikat für Kunstschaffende verschiedener Disziplinen am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim wird von der Stiftung Mercator gefördert.

Professorin Birgit Mandel forscht und lehrt am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Das Institut verfügt über ausgewiesene wissenschaftliche Expertise in der Kulturellen Bildung, Kulturvermittlung und Kulturmanagement. Foto: Daniel Kunzfeld

Ein bundesweiter Zertifikatskurs, entwickelt durch das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim in engem Austausch mit Praxispartner*innen, bietet insgesamt 30 Künstler*innen verschiedener künstlerischer Bereiche die Möglichkeit, sich für Arbeitsprojekte in der Kulturellen Bildung an Schulen und anderen Organisationen zu professionalisieren. Damit verbunden ist die Ausbildung als Trainer*in für zukünftige Zertifikatskurse „Künstlerische Interventionen in der Kulturellen Bildung“.

„Mit diesem dreijährigen Projekt möchten wir auf Grundlage unserer Forschungserkenntnisse die hohe Bedeutung der künstlerischen Arbeit für Bildungsprozesse stärken“, sagt Prof. Dr. Birgit Mandel. Die Wissenschaftlerin forscht und lehrt im Bereich Kulturvermittlung und Kulturmanegement an der Universität Hildesheim.

Hohe Bedeutung der künstlerischen Arbeit für Bildungsprozesse

Ziel ist die Entwicklung und Implementierung einer zertifizierten Weiterbildung, die den besonderen Wert künstlerischer Expertise für kulturelle Bildung sichtbar und fruchtbar macht. Die Künste haben für Bildungsprozesse besonderes Potential, denn sie ermöglichen „ästhetische Differenzerfahrungen“ jenseits der Alltagswahrnehmung. Die Erfahrungen von künstlerischen Prinzipien im Sinne eines entdeckungsgeleiteten Lernens können bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Neugierde, eigenständiges und unkonventionelles Denken und Handeln anregen, Erfahrungen von Selbstwirksamkeit verstärken sowie für komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge sensibilisieren.

Die Stiftung Mercator schließt ihr langjähriges Engagement für die Kulturelle Bildung in Deutschland mit diesem Projekt ab. In den Zertifikatskurs und die begleitende Publikation sollen sämtliche, in vorangegangenen Projekten der Stiftung Mercator erarbeiteten Materialien zur Kulturellen Bildung eingehen ebenso wie eine Auswertung der zentralen wissenschaftlichen Publikationen in diesem Feld. In enger Zusammenarbeit mit den fünf von der Stiftung Mercator initiierten Kunstlaboren für Bildende Kunst, Literatur, Musik, Tanz und Theater sowie dem Bundesverband Kulturagent*innen für kreative Schulen sollen dabei insbesondere die ästhetisch-künstlerischen Potentiale in der Zusammenarbeit von Kunstschaffenden mit Bildungsinstitutionen erschlossen werden.

Qualifizierung für Kunstschaffende: Kulturelle Bildung an Schulen und in Kultureinrichtungen

Begleitend zu den in der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel geplanten Präsenzveranstaltungen des Zertifikatskurses wird eine digitale Lern-Plattform zur Verfügung gestellt, die Inhalte zum Download sowie eine Toolbox mit Methoden bereitstellt.

Gleichzeitig wird dieser Pilotkurs im Rahmen einer prozessbegleitenden Evaluation in enger Kooperation mit den teilnehmenden Künstler:innen dafür genutzt, spezifische Qualitätskriterien zur Projektentwicklung und zur Weiterbildung von Kunstschaffenden im Bereich Kulturelle Bildung zu etablieren.

Nach der Pilotphase in Hildesheim und Wolfenbüttel soll der Kurs auch in Organisationen in anderen Bundesländern statuiert werden. Projektträger ist die Stiftung Universität Hildesheim, an der ein Expert*innen-Team mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Qualifizierung von Kunstschaffenden unter Leitung von Prof. Mona Jas und Prof. Dr. Birgit Mandel das Curriculum entwickelt.

Das Institut für Kulturpolitik verfügt über ausgewiesene wissenschaftliche Expertise in der Kulturellen Bildung, Kulturvermittlung und Kulturmanagement, der Fachbereich II „Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation“ der Universität Hildesheim steht für eine an künstlerischen und ästhetischen Prozessen orientierte Lehre und Forschung.

Stipendium: Bewerbung bis 31. Januar 2021 möglich

Für eine Teilnahme an dem Programm können sich Kunstschaffende verschiedener Disziplinen bewerben, die bereits Erfahrungen aus Projekten in der Kulturellen Bildung mitbringen. Der Kurs richtet sich an Kunstschaffende der Bereiche Bildende Kunst, Literatur, Medien, Musik, Performance, Theater, zeitgenössischer Tanz und interdisziplinärer Bereiche. Die Teilnahme an diesem Pilotprojekt ist für die ausgewählten Stipendiat:innen bis auf die Reisekosten kostenlos und wird durch die Förderung der Stiftung Mercator ermöglicht. Bewerbungen sind bis zum 31.01.2021 unter zertifikatskurs@uni-hildesheim.de möglich. Hier finden Sie weitere Informationen zur Bewerbung.