Lehre

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2022/2023

BSc Psychologie:
  • Vorlesung "Störungslehre" (0823, Prof. Dr. Jan Richter, Mo 08-10 Uhr c.T., in Präsenz, H2)
  • Seminar "Angststörungen" (0865, N.N., 5 Parallelgruppen: 2x Di 14-16 Uhr c.T in Präsenz,  J107 & G407; 2x Do 14-16 Uhr c.T., in Präsenz, J209 & G409; 1x Fr 10-12 Uhr c.T., in Präsenz, Schützenallee SH.025)
  • Seminar "Trauma- und stressassoziierte Störungen" (8881, N.N., Mi 16-18 Uhr c.T., in Präsenz, N007)
MSc Klinische Psychologie und Psychotherapie:
  • Vorlesung "Spezielle Krankheits- und Verfahrenslehre" (8835, Prof. Dr. Jan Richter, Mo 10-12 Uhr c.T., in Präsenz, H3)
  • Seminar "Psychotherapeutisches Fallseminar" (8836, Prof. Dr. Jan Richter, 2 Parallelgruppen: Mo 12-14 Uhr c.T., in Präsenz, SH.0.25; Mo 14-16 Uhr c.T., in Präsenz, Schützenallee SH.0.25)
  • Seminar "Expositionsbasierte Psychotherapie" (0879, Prof. Dr. Jan Richter, Mi 08-10 Uhr c.T., in Präsenz, Schützenallee SH.0.23)

 

MSc Psychologie
  • Vorlesung "Spezielle Krankheits- und Verfahrenslehre" (8835, Prof. Dr. Jan Richter, Mo 10-12 Uhr c.T., in Präsenz, H3

 

Forschungskolloqium experimentelle Psychopathologie

immer mittwochs von 14:15 bis 15:45 Uhr im Raum SH.0.23 (Schützenallee) - alle interessierten Zuhörer:innen sind herzlich willkommen!

Nähere Informationen erhalten Sie hier im Learnweb-Kurs.

die nächsten Termine:

18.01.2023: Dr. Kristina Meyer (Charité Berlin) – Unterschiedliche neuronale Korrelate von zwei Psychotherapien für Betroffene mit Bipolarer Störung

Defizite in Emotionsverarbeitung und sozialen kognitiven Fähigkeiten können Symptomschwere und Funktionsbeeinträchtigungen bei bipolaren Störungen beeinflussen. In dieser randomisierten kontrollierten Studie wurden Betroffene mit bipolarer Störung (gegenwärtig euthym) einer von zwei Gruppentherapien zugeordnet, um die Effekte der Psychotherapien auf neuronale Korrelate von Emotionsverarbeitung und sozialer Kognition zu erfassen.

In einer fördernden, emotionsfokussierten, supportiven Therapie (FEST; n = 28) wurden offene Gespräche geführt und dabei der Fokus der Teilnehmenden auf ihre Emotionen gelenkt. In einer sozial-emotionalen kognitiven Therapie (SEKT; n = 31) wurden unter anderem Trainings sozialer Fertigkeiten und theory of mind (ToM) durchgeführt.

Klinisch erwiesen sich beide Interventionen als wirksam. Mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) zeigten sich jedoch unterschiedliche neurophysiologische Effekte. Während die FEST-Gruppe nach der Intervention verstärkte neurologische Korrelate von Emotionsverarbeitung zeigte (höhere Amygdala-Aktivierung und Amygdala-Insula-Konnektivität in einer emotionalen face-matching Aufgabe), zeigte die SEKT-Gruppe eine Zunahme an Aktivierung in den Arealen des ToM Netzwerks während einer ToM Aufgabe. Die Zunahme in Amygdala-Aktivität in der FEST-Gruppe war mit einer milderen depressiven Symptomatik sechs Monate nach Interventionsende assoziiert (r = -.72).

Dies spricht dafür, dass verschiedene, gleichsam wirkungsvolle Therapien der bipolaren Störung ihre positive Wirkung über unterschiedliche neurologische Wege entfalten.

01.02.2023 (ONLINE per Zoom): Prof. Dr. Katja Bertsch (Ludwig-Maximilian-Universität München) – Interozeption und Selbsregulation

Interozeption, das heißt Prozesse, durch welche das Nervensystem körpereigene Signale erhält und integriert, gilt als grundlegende Komponente des Selbst und für psychische Gesundheit. Interozeption korreliert mit Fertigkeiten wie Emotionserkennung und -regulation, Entscheidungsverhalten sowie Impulskontrolle. Bei unterschiedlichen psychischen Störungen wie Depression, Angststörungen oder Persönlichkeitsstörungen konnten Veränderungen in Interozeption festgestellt werden. Im Vortrag werde ich versuchen, Antworten auf folgende Fragen zu finden: Welche interozeptiven Prozesse werden unterschieden und wie misst man diese? Welche transdiagnostische Bedeutung könnte Interozeption bei selbstregulatorischen Beeinträchtigungen spielen und welche therapeutischen Implikationen haben diese?

08.02.2023: Anna Torner (Universität Hildesheim) – Ein immunologischer Blick auf depressive Störungen am Beispiel des Borna- und Corona-Virus

Depressive Störungen sind weltweit eine der häufigsten psychischen Erkrankungen und beeinflussen das Leben von Millionen Menschen. Sie stellen durch die Kombination von kognitiven, affektiven, motivationalen und somatischen Symptomen ein sehr heterogenes Störungsbild dar. In der Psychopathologie werden multifaktorielle Modelle diskutiert, die das Zusammenwirken von psychologischen (kognitiven und affektiven), neuronalen, endokrinen, immunologischen/virologischen und myofaszialen Variablen fokussieren und eine ganzheitliche Betrachtung dieses Störungsbildes unumgänglich machen. Dieser Vortrag soll einen Einblick in die immunologischen und virologischen Wirkmechanismen geben, die bislang vergleichsweise wenig untersucht und berücksichtigt werden – aktuell dennoch mehr denn je von Bedeutung erscheinen. Zum einen wird das Borna-Virus und der Zusammenhang zur Depression thematisiert. Zum anderen wird in diesem Kontext auf kognitive und affektive Spätfolgen nach einer Coronavirus-Infektion eingegangen und ein Ausblick auf mögliche Ansätze gegeben, die möglicherweise zu einer Verbesserung der Symptomatik beitragen können. Anhand dieser Thematik möchte ich Sie mit auf eine kleine Reise durch meine bisherige Promotionszeit nehmen. 

15.02.2023: Prof. Dr. Marcella Woud (Ruhr-Universität Bochum) – Messung und Modifikation von kognitiven Verzerrungen im Kontext der emotionalen Psychopathologie

In meinen Arbeiten untersuche ich, inwieweit kognitive Verzerrungen, vor allem im Bereich der Interpretation und Bewertung, als Korrelate, Prädiktoren und/oder kausale Risikofaktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen verstanden werden müssen. Zudem untersuche ich, welchen Mechanismen diesen Verzerrungen unterliegen. Mein Fokus liegt dabei auf den Angststörungen und die Depression, und ich führe Studien mit gesunden sowie Risiko- und Patientenstichproben durch. In meinem Vortag werde ich eine Auswahl von Studien präsentieren, bei denen kognitive Verzerrungen gemessen wurden, an Hand von traditionellen bzw. neu entwickelten Paradigmen. Hauptziel dieser Studien war es, zu untersuchen, inwieweit das Messen von kognitiven Verzerrungen zusätzliche Varianz in Symptomen aufklärt und inwieweit kognitive Verzerrungen veränderungssensitiv sowie prädiktiv sind. Des Weiteren werde ich experimentelle Studien und RCTs vorstellen, bei denen kognitive Verzerrungen mittels Computertrainings manipuliert wurden. Hauptziel dieser Studien war es, zu untersuchen, inwieweit kognitive Verzerrungen modifizierbar sind und ob solch eine Modifikation einen Effekt auf (analoge) Symptome hat.