Millionen für Forschernachwuchs in der sozialen Unterstützungsforschung

Tuesday, 18. December 2007 um 16:18 Uhr

Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt Graduiertenkolleg mit einem Fördervolumen von 2,1 Millionen Euro

Es war die TOP-Meldung zum Jahreswechsel: Der Antrag des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik auf Einrichtung eines Graduiertenkollegs wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn positiv beschieden. Die Mitglieder des Senats der DFG bestätigen der Universität mit der Einrichtung des Kollegs ein gutes Forschungsklima. Diese Nachwuchsförderung schärft auch das internationale Profil der Stiftungsuniversität.

über den Zeitraum von 4,5 Jahren stehen zusammen mit dem Kooperationspartner, der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, 2,1 Millionen Euro zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zur Verfügung. Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Hildesheimer Sprecher des Graduiertenkollegs, betont die Entgrenzung in der sozialen Unterstützungsforschung. "Ursprünglich an nationalgesellschaftliche Orte gebundene Wissens- und Handlungsformen verlaufen heute vielfach quer zu nationalstaatlichen und -gesellschaftlichen Grenzen", so Schröer, der diese Entwicklung als ein wesentliches Merkmal von Transnationalität beschreibt.

Der Dekan des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Prof. Dr. Martin Schreiner lobte spontan: "Der Wolfgang Schröer ist eine Rakete. Er hat die Initiative ergriffen und mit anderen Wissenschaftlern ein bisher einmaliges Forschungsprogramm in diesem Themenfeld erarbeitet". Uni-Präsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich dankte Professor Schröer für dessen herausragende wissenschaftliche Leistung und betonte: "Wir fördern gezielt Forschungsprojekte mit nationaler und internationaler Vernetzung. Das zahlt sich aus." Von der Einrichtung eines Graduiertenkollegs profitiert vor allem auch der wissenschaftliche Nachwuchs. "In ihm erhalten Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, in einem strukturierten Forschungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren", heißt es in einer DFG-Mitteilung.

Im Sinne dieser Nachwuchsförderung werden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dem Hildesheimer Graduiertenkolleg in die internationale soziale Unterstützungsforschung integriert und auf die Entwicklung und die Mitarbeit in transnationalen Netzwerken und Organisationen vorbereitet. Dabei befasst sich die soziale Unterstützungsforschung ganz allgemein formuliert mit zwischenmenschlichen Beziehungen und die soziale Einbindung von Menschen in Netzwerke.

Das Graduiertenkolleg "Transnationale Soziale Unterstützung" geht von der Annahme aus, dass angesichts der globalen Entwicklungen auch die zukünftigen Herausforderungen sozialer Hilfe nicht mehr alleine durch nationalstaatlich und -gesellschaftlich orientierte Unterstützungsbeziehungen und -strukturen gelöst werden können. Die damit immer wichtigeren transnationalen Konstellationen sozialer Unterstützung sind bislang jedoch kaum erforscht. Diesen Mangel will das Kolleg in drei zentralen Untersuchungsbereichen - "Transnational Family Care", "Transnational Networks", "Transnational Professional Support" - beheben helfen. Damit zielt es nicht zuletzt darauf ab, die Handlungsmöglichkeiten der Akteure, etwa in transnationalen sozialen Organisationen, zu stärken.

 


Beteiligte WissenschaftlerUniversität Hildesheim: Prof. Dr. Kirsten Scheiwe, Prof. Dr. Wolfgang Schröer und Prof. Dr. Stephan Wolff (alle Institut für Sozial- und Organisationspädagogik), Prof. Dr. Werner Greve (Psychologie) sowie als assoziiertes Mitglied Prof. Dr. Claudia Derichs (Politik). Johannes-Gutenberg-Universität Mainz: Prof. Dr. Cornelia Schweppe, Prof. Dr. Franz Hamburger (beide Medien und Sport) und Universität Trier: Prof. Dr. Hans Günther Homfeldt (Sozialpädagogik)

 

Stichwort DFG
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist die zentrale Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft zur Förderung der Forschung an Hochschulen und öffentlich finanzierten Forschungsinstitutionen in Deutschland. Die DFG dient der Wissenschaft in allen ihren Zweigen durch die finanzielle Unterstützung von Forschungsvorhaben und durch die Förderung der Zusammenarbeit unter den Forschern.

Stichwort Graduiertenkolleg
Graduiertenkollegs sind befristete Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des graduierten wissenschaftlichen Nachwuchses durch Beteiligung an der Forschung. Graduiertenkollegs haben das Ziel, besonders qualifizierten Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit zu geben, ihre Dissertationen in einem anspruchsvollen, von Zusammenarbeit geprägten Forschungsumfeld anzufertigen. Mit diesem Ziel verbunden sind auch eine Begrenzung der Pro-motionszeit und eine Senkung des Promotionsalters und eine Steigerung der Attraktivität der Promotion. Graduiertenkollegs sind Disziplinen übergreifend angelegt und fördern in diesem Sinne die Kooperation zwischen Fächern. Sie haben zudem das Ziels Strukturen zu schaffen, die einen Verbleib von Frauen in der wissenschaftlichen Laufbahn begünstigen. Ein weiteres Ziel dieses Programms ist die Förderung der internationalen Kooperation im Bereich der Promotionsförderung, insbesondere auch die Steigerung der Attraktivität deutscher Universitäten für ausländische Promovierende. Forschung ist der weitaus überwiegende und wesentliche Inhalt der Promotion. Ohne exzellente Forschung ist ein attraktives und leistungsfähiges Promotionsangebot nicht möglich. Graduiertenkollegs sollen daher an Zentren herausragender Forschung angesiedelt sein. Die Finanzierung von Graduiertenkollegs umfasst insbesondere Personalkosten und die Finanzierung von Gastvorträgen.

 


Kontakt:Prof. Dr. Wolfgang Schröer+49 (0) 5121.883-552schroeer@uni-hildesheim.de