Wissenschaftliche Fachtagung

Wednesday, 23. September 2009 um 00:00 Uhr

Wissenschaftliche Fachtagung zur Unterrichtsforschung an der Universität Hildesheim

International gesehen gehören die Grundschulen in Deutschland zwar nicht in die Spitzengruppe, aber die Lesefähigkeit der deutschen Grundschüler liegt im oberen Viertel. Das sind die guten Nachrichten aus der IGLU-Studie. Wie sich Kinder in den vielfältigen Lern- und Erfahrungsbereichen einer modernen Grundschule entwickeln und wie der Unterricht auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder ausgerichtet werden kann, stellt eine interessante Frage dar, der sich eine dreitägige wissenschaftliche Fachtagung an der Universität Hildesheim widmete. Die 18. Jahrestagung der DGfE-Kommission "Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe" trug den Titel "Zwischen Fachdidaktik und Stufendidaktik: Perspektiven für die Grundschulpädagogik".
Vom 21. – 23. September 2009 trafen sich 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich der Grundschulforschung und präsentierten und diskutieren aktuelle Forschungsergebnisse. "Uns interessiert besonders" erläuterte Dr. Karl-Heinz Arnold, Professor für Schulpädagogik an der Universität Hildesheim, "wie Kinder den Übergang vom eher ganzheitlichen Lernen in den Kindertageseinrichtungen hin zum eher fachgebundenen Lernen in der Grundschule bewältigen. Klar ist, dass wir fachdidaktischen Unterricht brauchen. Ebenso wichtig ist jedoch, dass Sechs- oder Siebenjährige die Welt nicht nach Schulfächern sortiert erleben und dass deshalb das fachliche Lernen mit dem sprachlichen, dem sozialen und dem gestalterisch-musischen Lernen verknüpft sein sollte." 
In drei Hauptvorträgen gaben renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Überblick über den Stand der Fachdiskussion. So erinnerte Prof. Dr. Rainer Dollase (Universität Bielefeld) daran, dass bereits in den 1960er Jahren intensive Forschungsarbeit zur Vorschulerziehung auch in Deutschland stattgefunden hat. Was damals herausgefunden wurde, scheint heute zum Teil vergessen worden zu sein. Die Effekte von früher schulfachlicher Förderung der Fünfjährigen waren nur anfänglich und verschwanden im Verlauf der Grundschulzeit; das galt für das Frühlesen und Frühschreiben ebenso. 
Der zweite Themenschwerpunkt der Tagung lag im Bereich der Lehrerbildungsforschung. Wie müssen künftige Grundschullehrkräfte ausgebildet sein, um die Anforderungen der Schule in einem gestuften Bildungssystem einer multikulturellen Gesellschaft gewachsen zu sein? "Die Antwort der Universität Hildesheim auf diese Frage ist sehr klar" so Professor Arnold. "Wir bieten unseren Studierenden eine Verknüpfung von wissenschaftlich orientiertem Studium und unterrichtsbezogenen Praktika. Neben den Wissenschaften und den Fachdidaktiken der Unterrichtsfächer sind Pädagogik, Psychologie und Sozialwissenschaften zu studieren. Unsere Studierenden schließen mit dem Master of Education ihr Studium ab - sie werden also Pädagogen."


Bild: Auf dem Foto (v.l.): Birgit Ziegenmeyer, Katrin Hauenschild, Friederike Heinzel,  Andreas Hartinger, Olga Graumann, Karl-Heinz Arnold, Margarete Götz , Wolfgang Einsiedler, Maria Fölling-Albers, Britta Schmidt

Auf dem Foto (v.l.): Birgit Ziegenmeyer, Katrin Hauenschild, Friederike Heinzel, Andreas Hartinger, Olga Graumann, Karl-Heinz Arnold, Margarete Götz , Wolfgang Einsiedler, Maria Fölling-Albers, Britta Schmidt