Prof. Graumann ist stellvertretende Vorsitzende des Integrationsbeirats

Wednesday, 23. November 2011 um 19:52 Uhr

Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan hat den Integrationsbeirat ins Leben gerufen. Aufgabe des Gremiums ist es, die Integrationspolitik in Niedersachsen mit zu gestalten. Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Olga Graumann, Universität Hildesheim, ist stellvertretende Vorsitzende. Integrationspolitische Akzente sollen u.a. in den Bereichen „Bildung und Elternarbeit", „Ausbildung, Arbeit und Wirtschaft", „Teilhabe, Engagement, Partizipation und Kultur" sowie „Altern, Pflege und Gesundheit" gesetzt werden.

Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan hat den Integrationsbeirat ins Leben gerufen. Aufgabe des Gremiums ist es, zu beraten, Impulse zu geben und die Integrationspolitik in Niedersachsen mit zu gestalten. „Wir entwickeln die Integrationspolitik weiter", sagt Ministerin Aygül Özkan anlässlich der konstituierenden Sitzung des Gremiums, dessen Vorsitz sie übernommen hat. „Kluge Integrationspolitik kann nur gelingen, wenn auch die Menschen, die sich tagtäglich vor Ort engagieren, Gehör finden und sich einbringen. Wir setzen auf gegenseitige Toleranz und ein friedliches Zusammenleben aller Menschen unabhängig von ihrer Herkunft."

Die 47 Mitglieder des Beirats haben am 23. November 2011 die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Olga Graumann von der Universität Hildesheim zu ihrer stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

„Die Integration von Menschen, die Teil unserer Gesellschaft sind, es aber aus unterschiedlichen Gründen schwer haben, in dieser Gesellschaft als vollwertige Mitglieder akzeptiert und anerkannt zu werden, beschäftigt mich mein gesamtes Berufsleben. Viele Jahre habe ich in einer Obdachlosensiedlung im Norden von München als Sonderschullehrerin gearbeitet und mich mit der gesellschaftlichen Ausgrenzung insbesondere von Romas und Sintis auseinandergesetzt", sagt Prof. Dr. Olga Graumann nach der Wahl. Die Integration von Menschen mit einer Behinderung hat ihr Berufsleben als Lehrerin – Graumann hat mehrere Jahre eine Integrationsklasse geführt und war in Ostwestfalen maßgeblich an der Umsetzung der Idee „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“ beteiligt – wie auch ihre Forschungsarbeiten zum Thema „Umgang mit Heterogenität“ geprägt. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Erziehungswissenschaftlerin verstärkt um die Integration und Inklusion von Menschen mit einer Migrationsgeschichte insbesondere im Bildungsbereich bemüht. Beispielhaft ist das Projekt LernKU(H)LT (Kinder unterschiedlicher Herkunftssprache lernen im Team). Viele ihrer Doktoranden promovieren zum Thema „Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte“.

„Wie jede Gesellschaft, so lebt auch jede Schulklasse von der Vielfalt. Den angehenden Lehrerinnen und Lehrern zu vermitteln, diese Vielfalt nicht als Last, sondern als Bereicherung anzusehen, war immer mein größtes Anliegen", unterstreicht Graumann und ergänzt: „Wir alle können nur gewinnen, wenn wir über den Tellerrand hinaussehen, wir können uns selbst nur erkennen, wenn wir das zunächst Fremde anerkennen und akzeptieren." 

„Der erste Schritt zu einer inklusiven Gesellschaft ist die wertfreie Anerkennung von Ressourcen, die Menschen aus anderen Ländern und Kulturen in unsere Gesellschaft einbringen. Solange wir beispielsweise in den Schulen honorieren, wenn ein Kind die englische oder französische Sprache schon in der Grundschule beherrscht, es aber als störend bezeichnen, wenn ein Kind die türkische oder russische Sprache spricht, sind wir von einer inklusiven Gesellschaft noch weit entfernt. Die Kenntnis mehrerer Sprachen (auch wenn nicht jede der Sprachen perfekt beherrscht wird) ist mehr, als sich in mehreren Sprachen ausdrücken zu können, denn jede Sprache beinhaltet auch eine besondere Weltsicht und das ist eine Ressource, der Wertschätzung gebührt", bekräftigt Graumann.

Was sich die Erziehungswissenschaftlerin von dem neuen Integrationsbeirat erhofft? „Ich wünsche mir, dass der Integrationsbeirat einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass die Politik einen großen Schritt in die Richtung einer für Alle offenen und inklusiven Gesellschaft geht."

Die Mitglieder des Beirats repräsentieren die Migrantenselbstorganisationen, Kirchen, Religionsgemeinschaften und landesweite Interessenvertretungen. Einzelpersönlichkeiten aus den Bereichen Wissenschaft und Kultur sind ebenfalls vertreten. Die Mitglieder üben ihr Amt ehrenamtlich aus. Die Sitzungen des Integrationsbeirats finden mindestens zweimal jährlich statt. Das Referat für Grundsatzfragen der Integration führt die Geschäfte des Integrationsbeirats.

Der Integrationsbeirat hat in seiner konstituierenden Sitzung beschlossen, in Niedersachsen besondere integrationspolitische Akzente zu setzen. Vier Arbeitsgruppen werden sich u.a. mit den Schwerpunktthemen „Bildung und Elternarbeit", „Ausbildung, Arbeit und Wirtschaft", „Teilhabe, Engagement, Partizipation und Kultur" sowie „Altern, Pflege und Gesundheit" beschäftigen.

Mitglieder des Niedersächsischen Integrationsbeirats

  • Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration

Migrantenselbstorganisationen:

  • Afrikanischer Dachverband Norddeutschland e.V.
  • Afrikarat Norddeutschland e. V.
  • Arbeitsgemeinschaft Migranten und Flüchtlinge Niedersachsen e.V.
  • Griechische Gemeinde
  • Italienische Gemeinde
  • Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.
  • Rat der türkischen Vereine Niedersachsen
  • Türkische Gemeinde in Niedersachsen

Verbände und Interessenvertretungen, die keine MSO, aber in der Integrationsarbeit aktiv sind:

  • Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Braunschweig e.V.
  • Caritasverband für die Diözese Hildesheim e. V.
  • Deutsches Rotes Kreuz Landesverband Niedersachsen e.V.
  • Diakonisches Werk der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover e.V.
  • Integrationsbeauftragter des Landkreises Osnabrück
  • Jüdische Wohlfahrt
  • Niedersächsischer Flüchtlingsrat e. V.
  • Niedersächsischer Integrationsrat
  • Paritätischer Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V.

Bildung und Arbeit:

  • Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Bund Türkisch-Europäischer Unternehmer e.V.
  • Deutscher Gewerkschaftsbund Niedersachsen-Mitte
  • ElternNetzwerk
  • Lehrernetzwerk
  • NiedersachsenMetall - Verband der Metallindustrie e.V.
  • Unternehmerverband Niedersachsen e.V.
  • Volkswagen

Verbände und Interessenvertretungen, die landesweit übergeordnete Interessen vertreten:

  • iaf e.V. Verband binationaler Familien und Partnerschaften
  • Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen
  • Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur in Niedersachsen e.V.
  • Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen
  • Landesfrauenrat Niedersachsen e.V.
  • Landesjugendring Niedersachsen e.V.
  • Landesseniorenrat Niedersachsen e. V.
  • Landessportbund Niedersachsen e.V.
  • Niedersächsischer Landkreistag
  • Niedersächsischer Städtetag
  • Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund

Einzelpersönlichkeiten

  • Prof. Dr. Olga Graumann von der Universität Hildesheim
  • Ramazan Salman vom Ethno-Medizinischen Zentrum e.V.
  • Prof. Dr. Karen Schönwälder vom Max-Planck-Institut

Kirchen / Religionsgemeinschaften

  • DITIB Landesverband Niedersachsen und Bremen e.V.
  • Katholisches Büro Niedersachsen
  • Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen
  • Landesverband der Muslime in Niedersachsen, Schura
  • Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen
  • Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen

Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan hat den Integrationsbeirat ins Leben gerufen, Prof. Dr. Olga Graumann, Universität Hildesheim, ist stellvertretende Vorsitzende.

Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan hat den Integrationsbeirat ins Leben gerufen, Prof. Dr. Olga Graumann, Universität Hildesheim, ist stellvertretende Vorsitzende. Prof. Dr. Olga Graumann, Universität Hildesheim, wirkt als stellvertretende Vorsitzende in dem niedersächsischen Integrationsbeirat mit.