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Sommersemester 2021

Wir wünschen allen Studierenden und Lehrenden einen guten Start in das Sommersemester 2021 und einen guten und erfolgreichen Verlauf!

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Nachruf – Gedenken an Prof. em. Dr. Ernst Cloer

Foto: privat

Dienstag, 30. März 2021 um 17:09 Uhr

Die Universität Hildesheim trauert um ihren Altrektor Prof. em. Dr. Ernst Cloer. Der Pädagoge war von 1977 bis 2004 Professor in Hildesheim und wirkte von 1989 bis 1991 als Rektor der Universität Hildesheim.

Prof. em. Dr. Ernst Cloer, geboren am 6. Juni 1939 in Neheim-Hüsten, ist am 21. März 2021 in Berlin verstorben.

Nach seinem Studium für das Lehramt an Volksschulen in Dortmund arbeitete Ernst Cloer von 1961 bis 1966 als Lehrer der Oberstufe an einer zweiklassigen Landschule in Nordrhein-Westfalen. Von 1966 bis 1972 folgte das Zweitstudium der Pädagogik, Theologie und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum, wo er 1972 bei Oskar Anweiler und Klaus Schaller in Pädagogik zum Dr. phil. promovierte. Nach seiner Zeit als wissenschaftlicher Assistent an der PH Ruhr, Abteilung Dortmund, war er von 1974 bis 1977 Professor für Pädagogik und Didaktik der Primarstufe an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Rektor der Universität Hildesheim von 1989 bis 1991

1977 wurde Ernst Cloer ordentlicher Professor für Allgemeine Pädagogik an der Hochschule, später Universität Hildesheim. Von 1981 bis 1983 war er Dekan des damaligen Fachbereich I. Als Rektor wirkte er von 1989 bis 1991 in einer für die Universität kritischen Zeit und trug unter anderem maßgeblich dazu bei, dass falsche Voraussetzungen im Gutachten der sogenannten Mittelstraß-Kommission aufgeklärt wurden und damit drohende fatale Konsequenzen – letztlich die Schließung der Hochschule – abgewehrt werden konnten.

Von 2001 bis kurz vor seiner Emeritierung war er Leiter des damals von ihm mitbegründeten Centrums für Bildungs- und Unterrichtsforschung.

In seiner Lehr- und Forschungstätigkeit war er der Allgemeinen Pädagogik in ihrer ganzen Breite verpflichtet. Sie markiert entgegen der zunehmenden Spezialisierung und Differenzierung der Erziehungswissenschaft die übergreifende Perspektive seines vielseitigen Arbeitsspektrums. Auf Grundlage seiner praktischen Schulerfahrungen, aber auch eines unermüdlichen sozialen Engagements, bearbeitete er nicht nur grundlegende schulpädagogische Fragen – etwa die leidige Frage der Disziplin oder Probleme der Bildung von Lehrkräften –, er gehörte auch zu den wenigen, die sich schon frühzeitig aus pädagogischer Perspektive mit Familienerziehung befasst haben.

Auch historische Forschung, Jugendbuchforschung – aus einem anspruchsvollen Lehr-, Lernprojekt hervorgegangen – Kindheitsforschung, erziehungswissenschaftliche Biografieforschung und ästhetische Bildung, unter anderem in der gewerkschaftlichen Jugendarbeit, gehören zu seinen Arbeitsbereichen. Und selbstverständlich stellen vergleichende Untersuchungen für den Schüler von Oskar Anweiler ein wichtiges Feld dar. Pädagogik in der DDR, einschließlich ihrer oft vernachlässigten Theorie, hat er umfassend untersucht – nicht zuletzt im Rahmen eines DFG-Projekts. Die in diesem Rahmen veranstaltete vielbeachtete Tagung, bei der sich Forschende aus Ost und West zu einem freien Austausch zusammenfanden, kann vielleicht beispielhaft für seine von Offenheit und Multiperspektivität geprägte wissenschaftliche Grundhaltung stehen, für die Demokratie zum Alltag gehört.      

Als Emeritus verfolgte Ernst Cloer mit großem Interesse die Forschungsaktivitäten sowie die personellen und baulichen Entwicklungen der Universität Hildesheim.

Erstellt von Isa Lange

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Freundliche Grüße
Annedoris Bruns