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Gedenkbuch für die in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft als Juden verfolgten Hildesheimerinnen und Hildesheimer

Zusammen mit dem Stadtarchiv Hildesheim wird am Institut für Geschichte ein „Gedenkbuch für die in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft als Juden verfolgten Hildesheimerinnen und Hildesheimer“ erarbeitet.

Leiter dieses Forschungsvorhabens ist Dr. Hartmut Häger. Projektbeteiligte auf Seiten des Instituts für Geschichte ist Dr. Andrea Germer.

Das Gedenkbuch soll die Kurzbiografien

- von allen als Juden verfolgten Hildesheimerinnen und Hildesheimer enthalten,

- wenn sie zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 in Hildesheim wohnten,

- unabhängig davon, ob sie innerhalb oder außerhalb der jüdischen Gemeinschaft gelebt haben oder als nicht-jüdische Familienangehörige waren.

 

1933 lebten der Statistik zufolge 515 Jüdinnen und Juden in Hildesheim. Sie wurden über die Religionsangabe ermittelt. Als Juden verfolgt wurden auch Dissidenten, Konvertiten sowie nicht-jüdische Familienangehörige. Der Verfolgungsdruck veranlasste oder zwang darüber hinaus Jüdinnen und Juden zu ihren Angehörigen nach Hildesheim zurückzukehren oder in Hildesheim Sammelunterkünfte („Judenhäuser“) zu beziehen. Demzufolge ist ein Umfang von etwa 650 Biografien zu erwarten.

Ein Gedenkbuch für die in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft als Juden verfolgten Hildesheimerinnen und Hildesheimer ist ein seit fünfzig Jahren unerfülltes Desiderat. Der frühere Hildesheimer Rechtsanwalt Dr. Hugo Goldberg schickte dem Hildesheimer Stadtarchivar Dr. Helmut von Jan aus seinem Zufluchtsort Washington D. C. am 29. November 1971 eine 37-seitige Liste mit rund 120 Namen und Angaben zur Person zu, die er 24 Jahre nach seiner Flucht aus dem Gedächtnis erstellt und mit Recherchehinweisen versehen hatte. Siebzehn Jahre später veröffentlichte von Jan die Liste fast unverändert. Goldbergs Wunsch, sie zu einer „Geschichte der jüdischen Gemeinde Hildesheim“ zu erweitern, wartet noch auf seine Erfüllung. Viele andere Kommunen haben indessen längst die Biografien ihrer jüdischen Bürgerinnen und Bürger erforscht und publiziert. In Hildesheim gibt es bislang nur die Liste im Buch Hartmut Häger, Zum Wohl der Menschen und zur Ehre Gottes. Die Amtsträger der jüdischen Gemeinde in Hildesheim (1933–1942), Hildesheim, 2019, S. 294–355.

Ziel ist, das Gedenkbuch 2022 – achtzig Jahre nach den beiden umfangreichsten Deportationen – abzuschließen. Geplant ist derzeit, es gedruckt zu veröffentlichen. Es ist aber auch daran gedacht, die Biografien im Internetportal http://vernetztes-erinnern-hildesheim.de zugänglich zu machen.

Vom Tauwetter zum Volksaufstand in Ungarn: Verlauf – Ursachen – Folgen

Michael Gehler / Ibolya Murber

Vom Tauwetter zum Volksaufstand in Ungarn: Verlauf – Ursachen – Folgen.
Dokumente der Ballhausplatz-Diplomatie 1949-1956. Eine Quellenedition

Proposal (pdf)

Über Geschichte berichten: Die Europagespräche im Radio

Im Seminar „Über Geschichte berichten – Die Europagespräche im Radio“ erproben Studentinnen und Studenten das Berichten über Geschichte. Entstanden ist eine Radiosendung, die am Mittwoch, 13. Dezember 2017 bei Radio Tonkuhle ausgestrahlt wird. Die Zusammenarbeit mit dem lokalen Radiosender soll fortgesetzt werden.

Studentinnen und Studenten des Fachs Geschichte haben am Beispiel des Vortrags „US-Präsident Donald Trump, die USA und Europa  – ein Jahr nach der Wahl“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Europagespräche“ das Berichten über Geschichte erprobt. In Zusammenarbeit mit Radio Tonkuhle haben sie einen Radiobeitrag produziert. Die Studierenden führten ein Interview mit dem Historiker Professor Hans-Jürgen Schröder, dessen Forschungsschwerpunkt im Bereich der US-amerikanischen und deutschen Außen- und Außenwirtschaftspolitik im 20. Jahrhundert liegt. Im Interview geht der Professor auf die Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA ein. Die Wahl markiere einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der USA, der Weltpolitik und in den amerikanisch-europäischen Beziehungen.

Das Institut für Geschichte der Universität Hildesheim arbeitet mit dem Lokalsender Radio Tonkuhle zusammen. „Ziel des Pilotprojekts ist es, dass die Studentinnen und Studenten komplexe historische Zusammenhänge auf das Wesentliche zusammenfassen und sich Gedanken darüber machen, wie diese einem Radiozuhörer vermittelt werden können“, sagt die Dozentin Sanne Ziethen. Im Seminar zum Thema Medienkompetenz erfahren die Studierenden in Theorie und Praxis, wie Journalismus funktioniert, wie ein Radiobeitrag mit Einspielern produziert wird und mit welchen Mitteln und Maßnahmen Hörfunkbeiträge entstehen. Ziel des Seminars ist auch, die Veranstaltungsreihe „Europagespräche“ in Hildesheim weiter bekannt zu machen. Sämtliche Vorträge sind öffentlich und kostenfrei. Die Zusammenarbeit mit Radio Tonkuhle soll fortgesetzt werden, so Sanne Ziethen.

Eine Kurzzusammenfassung des Vortrags und des Interviews mit dem Historiker Professor Dr. Hans-Jürgen Schröder (Universität Gießen) ist in Kürze online auf der <link fb1/institute/geschichte/jean-monnet-europagespraeche/europa-gespraeche/wintersemester-201718/#c65295 _blank>Webseite des Instituts für Geschichte abrufbar</link>. In der Sendereihe „Campusradio“ sendet Radio Tonkuhle ein ausführliches Interview am Mittwoch, 13. Dezember 2017, zwischen 16:00 und 17:00 Uhr.

 

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Was wusste die militärische Aufklärung der DDR über die elektronische Aufklärung (ELOKA) der Bundeswehr?

Projektleitung

Prof. Dr. Michael Gehler (Institut für Geschichte)

Projektbearbeitung von Jörg Beining

Den Entwurf zum Projekt finden Sie hier.