Third Mission: das Bergbau- und Salzmuseum in Bad Salzdetfurth

mardi, 04. mai 2021 um 13:37 Uhr

Ein Kooperationsprojekt der Stadt Bad Salzdetfurth und des Bad Salzdetfurther Geschichtsvereins e. V. mit der Universität Hildesheim findet nach über dreijähriger Arbeit seinen Abschluss.

Prof. Dr. Mario Müller von der Universität Hildesheim. Foto: Jan Schönfelder

„Wir haben fertig“, sagte froh der Bad Salzdetfurther Bürgermeister Björn Gryschka auf der Pressekonferenz im neuen Bergbau- und Salzmuseum der Stadt. Auch wenn das Museum aufgrund der pandemischen Einschränkungen noch nicht sofort öffnen könne, seien die Arbeiten abgeschlossen. Nach dreijähriger Planung zog das Museum, das sich in gemeinsamer Trägerschaft von Stadt und Geschichtsverein befindet, in die Saline am Kurpark um. Die Universität Hildesheim unterstützte bei der Konzeption und Umsetzung der neuen Dauerausstellung.

Im November 2017 hatten die Universität und die Stadt Bad Salzdetfurth eine Vereinbarung zur kulturellen Zusammenarbeit getroffen. Den Umzug des Museums vom alten Rathaus in die Saline begleiteten über mehrere Semester Studierende der Universität. Unter der Leitung von Ausstellungskurator Mario Müller und Ausstellungsgestalter Jan Schönfelder (beide Universität Hildesheim) führten sie Interviews mit Zeitzeugen zur Geschichte der Kinderheilanstalt in Bad Salzdetfurth. Mit Schülerinnen und Schülern der IGS Bad Salzdetfurth entstand ein Film zur Ursprungslegende der Stadt; und es wurden viele Exponate aus der Ausstellung kritisch hinterfragt: Müssen sie gezeigt werden? Welche Informationen sollen vermittelt werden? Wie können sie präsentiert werden?

Das neue Museum soll künftig sowohl die Tagestouristen und Kurgäste Bad Salzdetfurths als auch die Schülerinnen und Schüler der Schulen aus dem Stadtgebiet und der Umgebung ansprechen. Möglichst alle Zielgruppen sollen gleichermaßen Freude am Besuch des Hauses haben. So geht es um die Welt unter Tage und die Welt über Tage, die Einflüsse auf die Stadt und ihre Geschichte. Eine Besonderheit der Ausstellung sind die zwei Textebenen: Zu jedem Ausstellungstext für Erwachsene wird auch ein Text für Kinder angeboten. Darüber hinaus können der Nachbau eines Stollens erkundet werden, ein großer Labortisch steht für die Museumspädagogik bereit, mit sechs beweglichen Schaukästen kann das Innenleben der ehemaligen Kinderheilanstalt erforscht werden, die Garderobe bildet eine authentische Waschkaue aus dem Salzdetfurther Bergwerk und natürlich gibt es jede Menge Mineralien, Modelle und Instrumente aus dem Bergbauwesen.

Zur Homepage des Museums geht es hier

Universitäts-Präsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode hob während der Pressekonferenz die Einbindung von Studierenden und Schulen bei der Planung der neuen Ausstellung hervor. Die Universität habe ein großes Interesse an solchen Kooperationen, zumal die Ausstellungskonzeption und die Arbeiten im Vorfeld einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsförderung leisten und das Interesse an der Region und ihrer Geschichte über die Generationen hinweg wecken konnten.

Matthias Kaufmann, Geschäftsführer der KWG Hildesheim, der in zweijähriger Bauzeit die lange vernachlässigte Saline sanieren ließ und damit den Umzug des Museums mit ermöglichte, wünschte dem Gebäude und dem Museum für die Zukunft ein reges Interesse. Denn eine so viele Menschen und Institutionen verbindende Initiative sei etwas Besonderes und für die Identität der Stadt sehr wichtig. Johann Ludyga, erster Vorsitzender des Geschichtsvereins, konnte dieses Engagement mit einer beeindruckenden Zahl unterstreichen: Die ehrenamtlichen Mitarbeiter seines Vereins hätten mehr als 2.000 Arbeitsstunden in den Umzug des Museums investiert.

Noch muss das Museum geschlossen bleiben; eine Öffnung ist im Mai oder Juni 2021 in Abhängigkeit vom weiteren Verlauf der Pandemie geplant.

 


Der Bad Salzdetfurther Bürgermeister Björn Gryschka, Geschichtsvereins-Vorsitzender Johann Ludyga, KWG-Geschäftsführer Matthias Kaufmann und Universitäts-Präsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode mit Medienvertretern beim Pressetermin im neuen Bergbau- und Salzmuseum. Foto: Jan Schönfelder

Prof. Dr. Mario Müller und Geschichtsvereins-Vorsitzender Johann Ludyga mit Medienvertretern. Foto: Jan Schönfelder

Prof. Dr. Mario Müller, KWG-Chef Matthias Kaufmann, Geschichtsvereinsvorsitzender Johann Ludyga, Universitätspräsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode und Pressevertreter. Foto: Jan Schönfelder

Universiätspräsidentin Prof. Dr. May-Britt Kallenrode, Geschichtsvereinsvorsitzender Johann Ludyga und Medienvertreter. Foto: Jan Schönfelder